Herr Menasse am Balkon

(ANDREAS UNTERBERGER) Ein Haufen Linksradikale und einige der ja generell nicht von sonderlicher Intelligenz geplagten Künstler haben unter spärlichster Teilnahme der Öffentlichkeit vom Burgtheater aus die “Europäische Republik” ausgerufen. Ist das halt eine neue skurrile Dummheit, mit der sich der Bücherschreiber Robert Menasse und andere erfolgreiche Sammler von Geldern aus öffentlichen Kassen wieder einmal in die Medien zu pressen versucht haben, um irgendwie ins Gespräch zu kommen? Ist das Ganze daher, wenn überhaupt, lediglich für die wenig gelesenen Feuilleton-Seiten der Zeitungen relevant? Ist es ein Fall für den Psychiater? Oder ist es doch einer für den Staatsanwalt?

Im Grund ist jedenfalls kaum ein Unterschied zwischen den Republiksausrufern und den sogenannten “Reichsbürgern” zu erkennen, einem ähnlich skurrilen und minderbemittelten Haufen aus einer anderen politischen Schmuddelecke. Gegen solche “Reichsbürger” führt die Republik freilich gerade einen hochnotpeinlichen Prozess.

Da wie dort wird die fiktive Souveränität eines erfundenen Territoriums behauptet, das nichts mit der Republik Österreich zu tun hat, das ein Gegengebilde zu dieser Republik und ihrer Verfassung ist. Wo ist da der Unterschied? Mit freiem Auge ist da keiner zu sehen.

Die Balkonrufer verlangen nicht bloß, dass an Stelle der derzeitigen Nationalstaaten eine europäische Republik entstehen soll. Das wäre ja noch eine normale politische und verfassungsrechtliche Forderung, der man zustimmen kann, oder die man ablehnen kann (was zweifellos weit mehr als 80 Prozent der Österreicher täten). Diese “Europäische Republik” ist aber von Menasse&Co eben nicht nur verlangt, sondern direkt ausgerufenworden. Das bedeutet eine massive, revolutionäre, direkte Verletzung der österreichischen Verfassung und zahlloser anderer Gesetze, vom Staatsbürgerschaftsrecht bis zum EU-Vertrag. Das ist genau dasselbe – nur verfassungsrechtlich noch eine Stufe gravierender –, wie wenn jemand die Abschaffung des Strafgesetzes verkünden würde, oder eine neue Straßenverkehrsordnung mit Linksfahrgebot.

Apropos Linksfahrgebot: Macht man sich die Mühe, sich anzuschauen, was da vom Burgtheaterbalkon und anderen Orten aus verkündet worden ist, dann sind hinter diesem Bruch der Verfassung jede Menge linksradikaler Phrasen zu erkennen. So liest man auf der zugehörigen Homepage unter anderem folgende Behauptungen: “Wir erklären alle, die sich in diesem Augenblick in Europa befinden, zu Bürgerinnen und Bürgern der europäischen Republik.  … Wir sind uns bewusst, dass der Reichtum Europas auf Jahrhunderten der Ausbeutung anderer Kontinente und der Unterdrückung anderer Kulturen beruht. Wir teilen deshalb unseren Boden mit jenen, die wir von ihrem vertrieben haben. Europäer ist, wer es sein will. … Der Europäische Rat ist abgesetzt. Das Europäische Parlament hat gesetzgeberische Gewalt.”

Will man sich mit diesem Gewäsch vom Balkon des höchstsubventionierten Theaters Österreichs ernsthaft befassen, so müsste man da schon fragen:

  1. Wann etwa hat Österreich andere Kontinente ausgebeutet oder unterdrückt?
  2. Wann hat Österreich Menschen von anderen Kontinenten wegvertrieben?
  3. Wann haben das die anderen europäischen Nationen gemacht?
  4. Wissen die Menasses im Geiste nicht, dass all die Millionen Afrikaner und Asiaten zu hundert Prozent aus eigenem Antrieb nach Europa gekommen sind – oft weil sie von den nachkolonialen Verhältnissen in ihrer Heimat vertrieben worden sind (wobei sich islamische und kommunistische Regime als besonders “erfolgreiche” Vertreiber erwiesen haben)?
  5. Was weiß der Fabulierer Menasse von österreichischen Kolonien?
  6. Wann wurden Länder wie etwa Argentinien von irgendeinem anderen europäischen Land in den letzten 70 Jahren ausgebeutet, das damals eines der reichsten Länder der Welt gewesen ist?
  7. Wollen Menasse, die noch weiter links stehende Politologin Guerot, die nicht gerade erfolgreiche Burgtheaterdirektorin Bergmann, der dort beschäftige Schauspieler Simonischek und andere mit ihnen verbündeten Geistesriesen ernsthaft alle illegalen Migranten, oder auch alle südkoreanischen Touristen, die gerade auf fünf Tage durch Europa düsen, zu Bürgern ihrer Republik machen?
  8. Verzichten all die Balkonausrufer wenigstens künftig auf Gelder des von ihnen als untergegangen erklärten österreichischen Nationalstaats, von denen sie ja großteils leben?
  9. Wie wollen sie all die Menschen durchfüttern, die Europäer (selbstverständlich mit allen Ansprüchen) sein wollen und es laut den Ausrufern auch automatisch werden?
  10. Wissen die Ausrufer, dass das Europäische Parlament, dem sie die ganze Macht geben wollen, das weitaus undemokratischste Parlament Europas ist, da dort ja beispielsweise die Einwohner Maltas mehr als zehnfach gegenüber den Deutschen, Franzosen, Spaniern oder Polen überrepräsentiert sind?
  1. Ist es nicht zutiefst menschenverachtend und imperialistisch, so etwas auszurufen, ohne zuvor die Bürger dieses Europas zu fragen?

Obwohl diese “Ausrufung” mit jeder Menge Rechtsbrüchen verbunden ist, werden die österreichischen Staatsanwälte natürlich nichts dagegen unternehmen. Für sie gilt ja ganz offensichtlich: Links darf alles. Und wenn es rechtlich bedenklich wird, flüchtet man sich halt in die Bezeichnung “Kunstprojekt”, wo ja dann offenbar endgültig alles für Normalsterbliche Unzulässige erlaubt ist.

Unabhängig vom rein Rechtlichen ist freilich die ganze Aktion in der Schublade “Schwachsinn pur” am besten abgelegt. Die Steuerzahler müssen daraus freilich den Schluss ziehen: Wenn die Burgtheaterdirektorin schon vom Balkon des Hauses so viel Schwachsinn verkünden lässt – wie viel Dummheit findet dann erst auf der Bühne dieses Hauses statt, das die Österreicher tagaus, tagein ungefragt finanzieren müssen?

(Tagebuch)

12 comments

  1. Herbert Manninger

    Diese Aktion wäre ein weiterer Anlass, den Begriff ,,Intellektuelle” ins Gegenteil umzudeuten.

  2. sokrates9

    Gekonnt hat der ORF verborgen, dass ca 200 Zuschauer bei der Balkonrede dabei waren. Menasse nach intensiven (geförderten)Studium der EU und entsprechender Begeisterung nun zur Einsicht gekommen dass die EU dank des Nationalismus nicht funktionieren kann! Die eigene Sippe zu fördern ist in den Genen aller Menschen drinnen und nicht auslöschbar! So ähnlich wie die Forderung die Löwen zu Körndlfressern umzubauen! Schön wäre ein Bild mit Gazellen, in der Mitte drinnen ein Löwe der gerade einen Grünen das Gesicht abschleckt! Problematisch finde ich dass die Hauptsprecherin natürlich eine Deutsche (Ulrike Gernot) ist, Professorin in Österreich! Wann schaut man mal wie unsere Studenten eigentlich von linken Professoren indoktriniert werden??

  3. Der Realist

    Ich würde sagen, es ist ein Fall für den Psychiater und den Staatsanwalt. Vielleicht findet diese Aktion Nachahmer aus dem gemeinen Volk und die rufen auch irgendeine Republik aus, auf die Reaktionen der Medien und Behörden darf man gespannt sein.

  4. GeBa

    Doch Andreas Unterberger, oder?
    Egal, diesen Schwachsinn denn da die linken sogenannten Intellektuellen verzapfen, anzuhören ist unerträglich.
    Jeder der einmal ein Mikrofon in der Hand hielt oder einen vorgegebenen Text nachplappern durfte, glaubt seine Meinung dem Volk vorkauen zu müssen. Dass sich das Volk angewidert abwendet ist dann natürlich das Tüpferl auf dem i um zu glauben, Recht zu haben.
    Mich schüttelt es jedesmal wenn sich wieder einer in die Medien drängt, die solchen Subjekten noch freudig eine Bühne bieten.

  5. Erich

    Ich habe Menasses (von Seinesgleichen) viel umjubeltes Buch “Die Hauptstadt” gelesen. Das hat gereicht um zu erkennen, welch Geistes Kind er ist. Höchstens die Schilderung, wie in der EU-Verwaltung eigentlich nichts gearbeitet wird, hat Realitätsbezug. Alles rundherum sind die ewigen Klischees die er unter fleißiger Ausnützung der Herkunft seiner Vorfahren verwendet und es ihm nicht zu blöd ist, die dümmsten und unwahrscheinlichsten Szenarien zu erfinden. Aber dadurch ist ihm die Einladung in viele Talkshows und “Diskussionen” sicher.
    Zum “Balkon” fällt mir nur ein anderer Sozialist ein, der vor 80 Jahren auch ein großes Reich von dort ausgerufen hat. Wie das ausging ist bekannt.

  6. Falke

    Ich warte immer noch darauf, dass Menasse, entsprechend seiner Ankündigung im Falle einer Regierungsbeteiligung der FPÖ, aus Österreich auswandert, vielleicht nach Brüssel, in die Hauptstadt seiner “Europäischen Republik”. Da würden uns vielleicht derartige Auftritte auf Balkonen und in Talkshows erspart bleiben.

  7. Triumph Cruiser

    @Erich

    … ein wahrer, doch leider verkannter ( 🙂 ) Künstler obendrein …

    @Falke:

    … da werden sie noch ein Zeiterl warten müssen, – spätestens wenn Österreich in absehbarer Zeit in ein Kalifat mutiert, wird sich ein Herr Menasse bemüßigt und genötigt fühlen, seine Koffer zu packen – vermutlich wird es jedoch erst seine Nachkommen (sofern es welche gibt) betreffen … 😉

  8. Mourawetz

    Das Burgtheater ist die Bühne mit dem, sieht man auf seine im Internet veröffentlichten Seiten, schlechtesten Deutsch. Es wimmelt nur so von Genderismen. Seitdem dort die Toten Hosen aufgetreten sind, ist es für mich sowieso gestorben.
    Zu Menasse: Hat es da nicht gerade den Fall gegeben, wo ein paar Burschen die Republik nicht anerkannten? Eigentlich war das verzeihlich, dieser dumme Lausbubenstreich. Österreich hat das anders gesehen und geklagt. Umso mehr müsste man meiner Ansicht nach Menasse und Konsorten zur Verantwortung ziehen. Dadurch würden diese Agitatoren noch mehr Aufmerksamkeit erlangen. Also wird man es nicht tun. Man kann daraus natürlich auch den Schluss ziehen, dass Menasse und Co nicht ernst genommen werden, und zwar noch weniger als die Burschen…

  9. Johannes

    OK, die Freiheit der Kunst umfasst in einem freien Land auch die Narrenfreiheit, daher sollten wir den sogenannten Künstlern keine allzu große Bühne bieten und uns nicht zu lange mit diesem Hirngespinst einer Republik “Fantasia“ abgeben. Schon gar nicht darüber aufregen, es lohnt sich nicht.

    Anders sehe ich persönlich die Sache mit Frau Professorin Guerot, sie hat einen Lehrauftrag an der Donau-Universität Krems, in dieser Position kann man natürlich für eine Republik Europa sein, man kann sich auch erklären warum man dafür ist, was man aber nach meiner Meinung nicht kann will man ernst genommen werden, eine, wenn auch nur als nicht aktionistisch und rein künstlerisch deklarierte Ausrufung durchführen, die nur als Anstoß gesehen werden soll.

    Natürlich kann sie sich auch an einer solchen “Ausrufung“ beteiligen, auch wenn es sich vielleicht um einen, wie von Unterberger formulierten, nicht sanktionierten Rechtsbruch handelt.
    Nach meiner Meinung ist sie aber auf alle Fälle für dieses Lehramt mit dieser “Aktion“ fragwürdig geeignet.

    Was kommt als nächstes? Richter die, natürlich nur “rein künstlerisch“, neues Recht ausrufen? Ärzte die “rein künstlerisch“ die Schulmedizin über den Haufen werfen? Polizisten die “rein künstlerisch“ keine Verstöße von Verkehrsregeln ahnden ? Steuerzahler die “rein künstlerisch“ keine Steuern mehr zahlen wollen?

    Man muss eigentlich für diese Aktion dankbar sein, ein durchaus ernstes Thema wurde der Lächerlichkeit preisgegeben, nach meinem Empfinden, und so hat man dieser “Idee“ einen Bärendienst erwiesen, zu meinem und wie ich glaube vieler anderer Glück.

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