Herrn Putins nützliche Idioten

“…..What naïve American intellectuals say free of charge, the canny Gerhard Schröder, the former German chancellor, says for 250,000 euros a year as a board member of Gazprom, the Russian oil giant. Mr. Schröder, the German father of “Gazprom socialism” — a new subspecies of limousine liberalism — has repeatedly embarrassed Berlin by supporting Russia’s annexation of Crimea. He isn’t alone — another former chancellor, Helmut Schmidt, has likewise sung Russia’s praises of late, as has Günter Verheugen, a prominent former European Union commissioner. What drives these men? Is it a case of poorly conceived pacifism? An eruption of remorse for war crimes carried out against Russians, so many years ago? Or the Stockholm syndrome of a victim fascinated by his executioner?….” (Guter Essay in der “New York Times“)

30 comments

  1. LePenseur

    @Christian Ortner:

    Guter Kommentar? Ach, dann ist Prof. Schachtschneider — den Sie ja in seinen Bemühungen gegen den Wahnwitz der Euro-“Rettung” noch durchaus für zurechnungsfähig erachteten — vermutlich auch bloß so ein Geistesgestörter mit “Stockholm-Syndrom”? Denn der sieht das halt ein bisserl anders (und mit durchaus nachvollziehbarer Argumentation), als die New York Times.

    Man kann nämlich mit großer Berechtigung hinterfragen, ob das, was heute gern als “Annexion” der Krim bezeichnet wird, wirklich eine war. Und es höchst bizarrr finden, wie mit diesem Begriff in den Systemmedien derzeit umgegangen wird, oder um es mit einer Formulierung eines Posters auf meinem Blog zu sagen:

    Interessant, daß das “Völkerrecht” es zugelassen hat (?) 1945 23% des deutschen Staatsgebietes (1937) von D. abzutrennen und die seit Jahrhunderten dort ansässige Bevölkerung zu vertreiben und zu massakrieren.

    Und ausgerechnet Polen barmt über die “Intrigität” der Ukraine und denkt immer noch an die “verlorene” ehem. deutsche Stadt Lemberg.

    Und noch perverser: Polen sähe es als selbstverständlich an, daß möglicherweise deutsche Soldaten via Nato die “Intrigität” Polens schützten

    Nein, es muß nicht notwendig “a case of poorly conceived pacifism” (was man ins Wienerische so etwa mit “hirnschüsslichem Pazifismus” übersetzen könnte) sein, sondern schlicht eine Regung von Gerechtigkeitssinn und politischem Hausverstand, wenn man ein überwältigendes Mehrheitsvotum einer geographisch recht geschlossen lebenden Bevölkerung, die nicht mehr unter einer anderssprachigen Zentralregierung leben möchte, anerkennt, statt es aus “geostrategischen Gründen” einfach in den Mistkübel zu schmeißen.

    Wenn bspw. die Südtiroler oder Friulaner, den die römische Zentralregierung Italiens sicher ähnlich auf die Socken geht wie den Bewohnern der Krim die in Kiew beschlössen, mit über 80% Wahlbeteiligung zu über 90% der Stimmen für einen Anschluß an Österreich zu plädieren — wären Sie dann auch nur so ein bedauernswerter “Stockholm-Syndrom”-Patient, wenn sie das als legitim empfänden?

    Manchmal, cher M. Ortner, frage ich mich schon, welche Substanzen dafür verantwortlich sein könnten, daß auf grundgescheite, treffsichere Artikel bei Ihnen zwischendurch Rohrkrepierer wie der obige folgen …

  2. Erich Bauer

    Vom rechtsextremen, demokratiefeindlichen Putin-Versteher zum “nützlichen Idioten”… Das ist ja fast schon ein erster Schritt zur Abrüstung der Rhetorik.

    Es ist einfach nur der übliche “Opinion-Leader”-Schmarrn. “Wie könnt ihr nur???”, ist die alleinige Essenz all dieses, mit fast schon peinlicher Beredsamkeit dargebrachten Glaubenssatzes: Wer nicht (mit fliegenden Fahnen) FÜR uns ist, ist GEGEN uns… Diese schlichte Sicht der Dinge durchzieht unsere Medien jetzt schon seit Wochen. Im gegenständlichen Artikel wird der “Maidan” wieder einmal herangezogen. Sämtliche Ereignisse rundum werden fast schon malerisch ausgeblendet.

    Was mir bei all dieser “Berichterstattung” ein bisschen auffällt, ist diese subluminale Enttäuschung im “Hintergrundrauschen”… NWO (Heaven) can wait…

  3. Thomas Holzer

    @Erich Bauer
    Danke für den Link!
    Das sage ich schon seit Wochen; EU und USA im Verbund mit den Russen und der derzeitigen ukrainischen Regierung werden es schlußendlich fertigbringen, daß die für den 25.05.2014 geplanten Wahlen nicht stattfinden werden 😉
    Ein Schelm, wer Böses denkt; und das schreibe ich, als deklarierter Antidemokrat 🙂

  4. Christian Peter

    @LePenseur

    Vladimir Putin meint trefflich : ‘Schaut her, die USA entdecken das Völkerrecht – besser spät als nie.’

    Selbst wenn es sich bei der Loslösung der Krim um eine Völkerrechtsverletzung handelt, ist das Verhalten des Westens mehr als scheinheilig, denn das völkerrechtliche Gewalt- und Interventionsverbot wurde in jüngerer Vergangenheit gerade vom Westen, unter Führung der USA, immer mehr durchlöchert und aufgeweicht, etwa im Irak-Krieg oder im Kosovo-Konflikt, nur um die wichtigsten Beispiele zu nennen. Und immer wenn irgendwo in der Welt ein Umsturz passiert, der dem Westen gelegen kommt, wie etwa in Ägypten, wird dies vom Westen akzeptiert – wenn nicht, dann nicht.

  5. Rennziege

    Wladimir W. Putin ist Realpolitiker, noch dazu von 80% der Russen innig geliebt. EU, USA und die westlichen Medien üben sich in zahnloser, diffuser Rhetorik und weichgespülten Sanktionen; weinerlich noch dazu, da ihre Pläne nicht aufgegangen sind. Obama spielt Golf, Kerry sondert Heinz-Ketchup ab, Merkel hält sich klug zurück wie die Briten, Gauck und Steinmeier blöken pastoral, Österreichs Außenminister versucht sich als gutmenschlicher Tourist mit Baedeker, Hollande ist schmähstad, Altkanzler Schröder pfeift seinen deutschen Genossen was.
    Klassischer Stoff für eine Operette. Allerdings heißt der Regisseur Putin. Und der inszeniert klassisch, nicht experimentell. Was das Theater füllt. Wir sollten ihn nach Wien holen; die Bundesbühnen samt ihrem Morast saniert er locker neben seinem Hauptjob.

  6. Christa Alexander

    @LePenseur,

    Lemberg war eine deutsche Stadt? Wann ? Dass sie von den Österreichern ca. 140 Jahre besetzt und vewaltet wurde, bedeutet nicht, dass sie deutsch war. Die originalmane seit jahrhunderten ist Lviv (Ukrainisch), Lvov (polnisch). Die armen vertriebenen Deutschen…schon vergessen, dass dieses nach einem grauenvollen Krieg geschah, der über 3 Millionen polnische Leben gekostet hatte, nach einer fünfjährigen grausamen deutschen Besatzung, die dann von der sovjetischen gefogt ist. Ihre Sichtweise ist so subjektiv, dass mir schlecht wird.

  7. Rennziege

    @Christa Alexander:
    Ein Gegenbeispiel: Königsberg, zuerst Preußen, dann Ostpreußen, war allzeit eine deutsche, christliche und deutschsprachige Stadt, spätestens seit dem 11. Jahrhundert. Immanuel Kant lebte und arbeitete dort.
    Heute, seit dem Zweiten Weltkrieg, heißt sie Kaliningrad, und niemand lehnt sich dagegen auf. Geschichte ist ein bewegliches Fest, gnä’ Frau.

  8. freeman

    @Le Penseur:
    Prinzipiell ist das Selbstbestimmungsrecht der Krim und der Ostukraine natürlich zu bejahen – ein Staat ist sicher nichts, was in Stein gemeißelt sein sollte.

    Was aber ekelhaft ist ist, ist der russische Irredentismus in Bezug auf diese Gebiete.

    Staaten, die ebenfalls Teil des sowjetischen Imperiums waren fühlen sich dadurch – zu Recht – bedroht.

  9. Christa Alexander

    @Rennziege,

    Ehrlich gesagt, weiß ich wirklich nicht, was Sie da mit Ihrem Kommentar meinen, ist meine Aussage in Bezug auf Lvov (ich benutze absichtlcich diesen Namen, denn nur dieser ist mir vertraut; die Periode der österreichischen Verwaltung war nur eine Episode in der Geschichte dieser Stadt und Region) falsch oder wie meinen Sie das, gnä’ Herr?

  10. Thomas Holzer

    @Christa Alexander
    in the long run, we’re all dead.
    (fast) alles ist eine Episode der Geschichte; die Frage ist immer nur, wer eine Episode als Episode erklärt, oder aus einer Episode eine (geschichtlich relevante) Epoche macht, oder was auch immer 😉
    Die Krim wurde vor gar nicht so langer Zeit der Ukraine “geschenkt”; ist das jetzt eine Episode, eine Epoche oder eine Fußnote der Geschichte?!
    again: “panta rei”
    Was manche als Episode erachten, erachten andere als Epoche, andere wiederum als Fußnote der Geschichte.
    Daß jedoch derzeit ein paar selbsternannte Primitivlinge das Zepter des Handelns an sich reissen (können), spricht Bände………………..

  11. Rennziege

    @Christa Alexander:
    (a) Ich bin kein Herr, sondern mit den gleichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen ausgestattet wie Sie.
    (b) Ich verglich Lemberg und Königsberg und deren gar nicht so unähnliche Schicksale.
    Sie mögen sich auf Lvov oder Lviv kaprizieren, wie sehr es Ihnen beliebt — aber dass diese Stadt über viele Jahrhunderte von mehrheitlich deutschsprachiger Bevölkerung, darunter viele Juden, sowohl baulich als auch geistig und kulturell geformt wurde, können Sie u.a. bei Joseph Roth und Gregor von Rezzori naclesen. Und wenn Sie’s weniger literarisch wünschen, bei allen Chronisten der k.u.k. Monarchie.

  12. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Ich will wahrlich nicht päpstlicher als der Papst sein, steht mir auch nicht zu!
    Aber: “über viele Jahrhunderte……..”
    halte ich doch für zumindest leicht übertrieben 🙂

  13. Christa Alexander

    Rennziege,

    Das ist purer Blödsinn. Die k.u.k Chronisten sind dafür bekannt, die Wahrheit so zu gestalten, dass sie ihnen in den Kram passt. Alles Mythos, sonst nichts.

  14. Thomas Holzer

    @Christa Alexander
    Mit Verlaub; es gibt seit über 100 Jahren weder k.u.k. noch K.u.K. Chronisten!

  15. Thomas Holzer

    @Christa Alexander
    jeder! Chronist “gestaltet” seine eigene Wahrheit!
    Sie! haben die k.u.k. Chronisten primär angeführt, weder “Rennziege” noch ich!

  16. Christa Alexander

    @Thomas Holzer,

    Doch die Rennziege hat es getan. Lesen Sie es genau. Ich kann nicht zietieren, weil ich von meinem Smartphone schreibe, und das ist zum verzweifeln.:)

  17. Thomas Holzer

    @Christa Alexander
    Verzeihung, aber der Kindergarten ist woanders!
    Die hat das und jenes gesagt/geschrieben, der hat dies und/oder das geschrieben,,,,,,,,,,
    Vergessen Sie es, einfach nur peinlich!

  18. Christian Peter

    Obamas nützliche Idioten – das deutsche Medienkartell um Springer, Bertelsmann & Co und die mit Steuergeld gemästeten österreichischen Medien, sollte es treffender heißen.

  19. rider650

    New York Times? Wen interessieren denn noch solche Systemmedien? Die trommeln für jeden Krieg, den das US-Regime vom Zaun brechen will. Putin ist zwar genauso ein Gewaltherrscher wie Obama, aber da Obama direkt vor Putins Haustür steht, erkennen selbst Blinde, wer hier der Aggressor ist, und wer in der Defensive. Und die Systemmedien geifern mit Schaum vor dem Mund, weil die Mehrheit der Bevölkerung ihre Lügen nicht mehr glaubt, weil einfach offensichtlich ist, dass Obama seine Marionette in der Ukraine an die Macht geputscht hat (mittels Victoria “F.. the EU” Nuland), und er nun trotzdem blamiert und machtlos dasteht, weil er anscheinend nicht einkalkuliert hat, dass Putin dies nicht widerstandslos hinnehmen wird. Und nun versucht er Putin mit Wirtschaftskrieg zum militärischen Erstschlag zu reizen (wie damals FDR die Japaner), damit er ihn eindeutig als den Schuldigen und Aggressor hinstellen kann, und alle Welt hinter sich zum großen Russlandfeldzug vereinen kann. Und warum das ganze? Um einen Sündenbock für den großen Knall im unter Schulden und Falschgeldschwemme zerberstenden US-Finanzsystem zu haben, damit die Schuld der Finanzelite daran nicht offensichtlich wird und sie nach der kommenden Währungsreform weiterplündern kann. Jaja, ich pack die Glaskugel schon wieder ein und machs mir unter meinem Aluhut gemütlich..

  20. Christian Peter

    Vor allem war das Vorgehen Russlands logisch und vorhersehbar : Undenkbar, dass Russland den strategisch äußerst wichtigen Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte und einzigen Zugang zum schwarzen Meer – Sewastopol, dem Einfluss des Westens oder gar der Nato überlassen würde.

  21. LePenseur

    @Christa Alexander:

    1. war “Lemberg eine deutsche Stadt” ein Zitat von meinem Blog. Relata referro … “Im Licht der bekannten Quellen ist anzunehmen, dass das deutsche Kolonisationswerk in der Umgebung von Lemberg von König Kasimir dem Großen veranlasst wurde”, schreibt die nicht wirklich Neonazi-freundliche de.wikipedia. Der Brockhaus (14. Auflage) vermerkt für die Volkszählung 1880, daß von den 109746 Einwohnern rund 800 Juden seien — was Ihre Charakterisierung der Stadt als “polnische” bzw. “ukrainische” einigermaßen … na sag’ma mal … “interessant” erscheinen läßt.

    2. Die armen vertriebenen Deutschen…schon vergessen, dass dieses nach einem grauenvollen Krieg geschah, der über 3 Millionen polnische Leben gekostet hatte, nach einer fünfjährigen grausamen deutschen Besatzung, die dann von der sovjetischen gefogt ist. Ihre Sichtweise ist so subjektiv, dass mir schlecht wird.

    Zunächst ist auch dies ein Zitat, und außerdem scheinen Sie seinen Inhalt nicht ganz verstanden zu haben. Doch davon abgesehen: bevor Ihnen allzu schlecht wird, sollten Sie mal nachlesen, mit welchen Mitteln Polen in der Zwischenkriegszeit dafür gesorgt hat, daß das zuvor überwiegend deutschsprachige Westpreußen in wenigen Jahren zu einem deutschen Diasporagebiet wurde. Wie übrigens Polen auch die “Ruthenen” (=Ukrainer) behandelte (was der Grund dafür ist, daß diese, die in Galizien der Segnungen polnischer Herrschaft teilhaft werden durften, die Polen bis heute etwa so lieben, wie die etwas weiter östlich lebenden Ukrainer die Bolschewiken liebten). Auch die Litauer, denen die Polen Vilnius besetzten, waren endenwollend begeistert über die edle gens polonica …

    Aber selbst wenn all das nicht stattgefunden hätte: wären die Polen dafür, daß ihnen Stalin die von den Polen gegen die Bolschewiken eroberten Ostgebiete wieder abgenommen hatte, auch deshalb schon berechtigt, dafür die Deutschen aus Schlesien, Ostpreußen und Hinterpommmern ratzfatz teils abzuschlachten und den Rest zu vertreiben? so nach dem Motto: “Der Pepi hat mich g’haut und den

    Wenn Sie diesbezüglich süffisant daher “Die armen vertriebenen Deutschen” schreiben, nun ja … … den alten Satz “Væ victis” habe ich immer schon als Bankrotterklärung politischer Ethik angesehen, und nicht als Empfehlung zur Nachahmung — aber vielleicht sehen Sie das ja anders …

  22. LePenseur

    Sorry, da ist gerade etwas der Formatierung zum Opfer gefallen. Es sollte heißen:

    “Der Pepi hat mi g’haut und den Radiergummi weggnommen, deshalb hau i jetzt den Heinzi, und nehm im das Lineal weg!”

  23. Christa Alexander

    @LePenseur,

    Ihre Sichtweise wird immer einseitiger und wie ich leider feststellen muss, vom Polenhass geprägt. Es ist Ihnen sicherlich nicht bekannt, dass Polen und Litauen im 14. Jahrhundert eine Union geschlossen haben, um den Deutschen Orden abzuwehren. Ohne diese Union gäbe es keine Polen und keine Litauer mehr, denn sie wären von dem Deutschen Orden ausgerottet worden, genauso wie es dem baltischen Volk Prussen geschehen ist, das vollständig vernichtet wurde (daher der “urdeutsche” Name Preußen). Auf Grund dieser Union wurde der litauische Prinz Wladyslaw Jagiello zu polnischem König und die Dynastie der Jagellonen wurde gegründet. Mit Hilfe dieser Union wurde der deutsche Orden erfogreich abgewehrt. Die vereinigten Länder – Polen und Litauen – trugen dann den ofitziellen Namen “Respublik der b e i d en Nationen”. Polen war eben im wahrsten Sinne dieses Wortes ein Vielvölkerstaat – und solche Staaten zerfallen (Beispiel: k.u.k Monarchie). Die Litauer wollten uns dann nicht mehr, sie wollten die Scheidung. Die haben sie leider nicht so ohne weiteres bekommen.

    Was Preußen, Ostpreußen, Schlesien und andere ehemalige “deutsche” Gebiete betrifft waren sie gar nicht so einheitlich von den Deutschen besiedelt, wie Sie das hier so gerne darstellen. Es lebten dort auch sehr viele Polen, die ziemlich brutal unterdrückt und zwang germanisiert wurden. Es gab drei polnische Aufstände in Schlesien mit dem Zweck der deutschen Herrschaft zu entkommen. So sind meine Quellen, die Sie selbstverständlich nicht kennen, dafür müsste man auch andere Sprachen können, nicht nur die Muttersprache.

    Die Vertreibung der Deutschen nach dem II Weltkrieg geschah auf Befehl Stalins. Er war der alleinige Herrscher über Polen in dieser Zeit. Sehr viele Mitglieder der damaligen polnischen Regierung waren einfach Russen oder russische Kommunisten. Wie das treffend von Hannh Arendt formuliert wurde, war das einfach die sovjetische Agenture. Da Stalin einige hunderttausend Polen aus der Westukraine vertrieben hatte, musste für diese Leute Platz gefunden werden, daher die Vertreibung der Deutschen. Ich bin überzeugt, dass eine demokratisch gewählte polnische Regierung dieses nicht angeordnet hätte. An der Vertreibung waren Leute beteiligt, die ihre ganzen Familien wärend der deutschen Besatzung verloren haben und unvorstellbares gelitten haben – die waren sicherlich auf Rache aus. Schließlich haben die Deutschen drei Millionnen Polen “abgeschlachtet”.

    Lvov war niemals eine deutsche Stadt. Es war eine Stadt in der viele Völker lebten, möglicherweise auch Deutsche.

  24. Thomas Holzer

    @Christa Alexander
    Ihrem Beitrag ist (fast) vollinhaltlich zuzustimmen!
    Ob Polen und Litauer wirklich von den Mitgliedern des “Deutschen Orden” ausgerottet worden wären, wage ich zu bezweifeln. Dessen Mitglieder haben ihren Aufenthalt in dieser Region hauptsächlich auf ihre Burgen beschränkt, und viel zur Entwicklung der Region beigetragen; daß sie mordend und sengend durch die Gegend ritten, ist detto zu bezweifeln. Aber sicherlich, sie haben versucht, ihre Ordnung den “Einheimischen” aufzuzwingen. Und die werden darob nicht unbedingt glücklich gewesen sein.
    Es lebten definitiv! Deutschsprachige in Lvov/Lviv/Lemberg

  25. Christa Alexander

    @Thomas Holzer,

    Vielen Dank für Ihre Zustimmung. Ich habe mich bemüht alles so einfach, wie möglich zu erklären. Der Deutsche Orden wollte sowohl die Polen als auch die Litauer vollständig vernichten, das ist nicht zu bezweifeln.
    Sie organisierten richtige “Kreuzzüge” gegen die umgebende Bevölkerung, an denen auch die Gastritter aus ganz Westeuropa teilgenommen haben, mit der Begründung, dass das alles Heiden sind. Dabei war Polen schon seid 400 Jahren christlich. Ohne deren “Entwicklungshilfe” wären wir auch ganz gut ausgekommen.

    Aber das sind alles schon sehr alte Geschichten. Lassen wir uns deswegen die Stimmung nicht verderben. In diesem Sinne noch einen schönen Tag.

  26. LePenseur

    @Christa Alexander:

    1. habe ich nicht behauptet, daß Lemberg eine deutsche Stadt war, sondern dies nur zitiert. Unterstellen Sie also keine Dinge, die ich nicht geschrieben habe.

    2. außerdem wird in dem von Ihnen inkriminierten Zitat Lemberg wörtlich als »… ehem. deutsche Stadt Lemberg« bezeichnet. Was angesichts der Gründung der Stadt durch deutsche Siedler (die Sie hoffentlich nicht auch noch bezweifeln wollen) wohl sachlich richtig ist.

    3. Die polnisch-litauische Union war mir bereits bekannt, aber danke für ihren wertvollen Hinweis. Er ist freilich eher belanglos, wenn es um die Verhältnisse zwischen Polen und Litauen im 20. Jahrhundert geht. Und da »mögen« die beiden Völker einander etwa so sehr, wie die Flamen die Wallonen mögen. Also nicht sehr.

    4. Ihre prophetischen Gaben zu wissen, »was gewesen wäre, wenn …« in Ehren — aber Ihre Theoriefindung, daß der Deutsche Orden die Polen und Litauer ausgerottet hätte, leidet an der historischen Faktenlage, daß er eben dieses mit den Letten und Esten, obwohl die jahrhundertelang unter seiner Herrschaft lebten, auch nicht getan hat. Sie müssen also schon ein sehr gutes Argument vorbringen, warum er das dann auf einmal mit Polen und Litauern gemacht hätte.

    5. »Was Preußen, Ostpreußen, Schlesien und andere ehemalige “deutsche” Gebiete betrifft waren sie gar nicht so einheitlich von den Deutschen besiedelt, wie Sie das hier so gerne darstellen« — hätten Sie die Güte, mir nur Äußerungen zuzuschreiben, die ich getätigt habe, und nicht solche, die Sie sich aus dem Finger saugen! Danke. Fakt ist, daß der Anteil der deutschen Bevölkerung zwischen der Abtretung Westpreußens an Polen und 1939 dort dramatisch zurückgegangen ist. Da vorher die Bevölkerungsentwicklung recht konstant verlief, stellt sich die Frage — warum wohl? Die Antwort ist unschwer zu finden, bloß wird sie Ihnen nicht gefallen. Sie sind trotzdem eingeladen, sich mit den unschönen Seiten der polischen Zwischenkriegsgeschichte zu beschäftigen. Weiterbildung schändet nicht.

    6. »Da Stalin einige hunderttausend Polen aus der Westukraine vertrieben hatte, musste für diese Leute Platz gefunden werden, daher die Vertreibung der Deutschen.« Wie schön: einige hunderttausend Polen aus der Westukraine rechtfertigen die Vertreibung von Millionen Deutscher aus Schlesien, Hinterpommern und Ostpreußen. Ach, haben Sie mir nicht vorgeworfen: »Ihre Sichtweise wird immer einseitiger«? Vielleicht sollten Sie einmal Ihre Sichtweise auf Konsistenz mit der Realität prüfen …

    6. Und ach: »die« Deutschen haben drei Millionen Polen abgeschlachtet — deshalb darf man so ein Gesocks ja auch selbstmurmelnd vertreiben und massakrieren, meinen Sie … na klar! Wenn irgendein migrationshintergründiger Räuber einen Juwelier in Hietzing überfallen hat, dann darf der sich ja auch beim türkischen Juwelier in Meidling schadlos halten, und ihm den Tresor ausräumen. Und wenn der was dagegen hat, einfach abknallen. Ist doch nur gerecht so.

    Aber sonst geht’s noch gut …?

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