“Heutiger Antiamerikanismus erinnert an NS-Rhetorik”

Von | 2. Mai 2016

“…..Wo große dunkle Mächte beschworen werden, die Unglück bringen, Kultur zersetzen und andere Nationen bedrohen, da tauchen nicht nur an den rechten oder linken Rändern gerne Verschwörungstheorien zu „Amerika“ auf. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg taugten Amerikaner, aller Westbindung zum Trotz, wieder zu Feindbildern. So wurden die Nürnberger Prozesse vor allem mit amerikanischer „Siegerjustiz“ assoziiert, die Re-Education galt im kulturkonservativen Jargon als „Charakterwäsche“, die den Deutschen ihre Eigenheiten austreiben sollte. Beharrlich von linker Seite attackiert wurden der „US-Imperialismus“, ungezügelter Kapitalismus und dergleichen….”(hier)

36 Gedanken zu „“Heutiger Antiamerikanismus erinnert an NS-Rhetorik”

  1. Fragolin

    Jeder, der sich von einem Deutschen kritisiert fühlt, sieht in diesem natürlich wieder den bösen hässlichen Nazi. Wie oft wird diese kalte Suppe, auf der schon ziemlich fette Schimmelinseln schwimmen, noch aufgewärmt? Gäääähn.

  2. mariuslupus

    Na, aber jetzt übertreibt wieder einer, der meint dass es sinnvoll ist die NS-Keule in diesen Zusammenhang, auszupacken. Es gibt siche einige Gründe die USA zu kritisieren, ohne dass es notwendig ist an Verschwörungstheorien , zu glauben.
    Nota bene, die USA kommen seit ihrer Gründung, erstaunlich gut und mit überwiegend positiven Noten für Leistung und Verhalten, durch die Weltgeschichte.

  3. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Ein gewisser Antiamerikanismus, den sich sowohl die roten als auch die braunen Sozialisten zunutze machen, geistert schon herum. Dessen sollte sich jeder mit einer liberal-konservativen Ausrichtung bewusst sein, um nicht in diese Falle zu tappen.

    Seit dem Ende der Ära Reagan waren durchwegs Eliten an der Macht, die auf jenem Geist, der Amerika in der Vergangenheit so erfolgreich gemacht hat, schlichtweg pfeifen oder diesen unter Einwurf großer Münzen zur Disposition stellen.

    Lange Zeit hat die Political Correctness / der Cultural Marxism in den elitären bzw. akademischen Kreisen – mit ähnlichen Auswirkungen auf die geistige Gesundheit – getobt, wie einst die Syphilis vor der Erfindung vom Penicillin.

    Auch das Public Private Partnership zwischen US-Mobilfunk- und US-Tech-Firmen, sogenannten NGOs und der Regierung von B.H. Obama bei weiteren Destabilisierung vom Nahen Osten (Arabischer Frühling) und Europa (Migrationskrise), machen es jedem mit entsprechenden Neigungen leicht, die USA zu hassen.

    Man kann nur hoffen, dass die USA ihre desaströse Außen- und Währungspolitik korrigieren und zurück zu ihren ursprünglichen Werten finden.

    Der in den letzten dreißig Jahren sehr spürbar wahrnehmbare Wandel von einer Meritocracy zu einer Victimhood Culture sollte schleunigst rückabgewickelt werden.

    Wenn auch noch der 3rd Wave Feminism (nicht: die Gleichberechtigung) mit entsorgt wird, hätten die USA und Europa tatsächlich noch eine Chance.

  4. Lisa

    Die USA haben doch eh die Weltherrschaft – sollte es da eventuell Neider geben? Nicht nur durch ihr Waffenarsenal und ihre Technologien und die Hegemonie “westlicher Werte”, wie Demokratie, Freiheit und was der guten Dinge mehr sind, sondern auch der ideelle Einfluss auf Lebensstil, Moden, Innovationen. Derglobale Handel und Verkehr führt zu globaler Kultur (das müsste doch die Linksplapperer mit ihrem Multikulti freuen), Englisch als Koine in Technik, Handel, Wissenschaft und Tourismus, die internationalen Charts als Musikkultur, TV mit wenigen Ausnahmen weltweit der gleiche Unterhaltungsschrott von Realityshows, Telenovelas über Krimiserien bis Bollywood). Auch diese Gleichmacherei müsste den “Linken” doch sympathisch sein: das Paradies auf Erden… Also von Links kann der Antiamerikanismus bestimmt nicht kommen…

  5. Fragolin

    @Selbstdenker
    Ich stelle den Antiamerikanismus ja nicht in Frage, auch ich finde so einiges was dort abläuft (aktueller Tipp: TTIP…) absolut kritikwürdig. Aber wenn dann jedesmal die braune Keule aus der Kiste gekramt wird ist das genauso lächerlich wie die bekopftuchte Muslimtante, die sich mit einem Judenstern hat ablichten lassen. Eigentlich ein Schlag ins Gesicht der Opfer der wirklichen Nazis, aber so viel Begriffsvermögen traue ich den ideologischen Dauerhetzern nicht zu, dass sie das behirnen.

  6. Selbstdenker

    @Lisa:
    Ich sehe nicht die Hegemonie westlicher Werte.
    Ganz im Gegenteil: die westlichen Werte und die westliche Kultur waren in den letzten Jahrhunderten noch nie so existenziell bedroht wie jetzt.

  7. Selbstdenker

    @Fragolin:
    “Aber wenn dann jedesmal die braune Keule aus der Kiste gekramt wird […]”
    “Eigentlich ein Schlag ins Gesicht der Opfer der wirklichen Nazis […]”

    Da bin ich ja völlig bei Ihnen.
    Vieles von dem was gerade abläuft, ist massiv kritikwürdig.
    Ich meine nur, dass wir sicherstellen sollten, dass unsere sinnvollen Überlegungen nicht von unseren Gegnern gehijackt, somit diskreditiert oder sogar gegen uns gerichtet werden.

  8. Falke

    Der Antiamerikanismus bekam vor allem neue Nahrung, als vor einigen Jahren publik wurde, dass die USA mittels der NSA und anderer Geheimdienste den “guten Freund” Deutschland nach Strich und Faden und allen Regeln der Kunst belügt, betrügt und ausspioniert. Eigentlich kein Wunder.

  9. Karl Markt

    Man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen ohne dass gleich wieder alle die Nazikeule auspacken!
    Da sieht man wieder das Demokratieverständnis der Neoliberalen.
    Wenn eine Meinung nicht passt, wird mit der Nazikeule drübergefahren!

  10. Karl Markt

    Der “US Imperialismus”

    1903

    23.bis 31. März 1903: Honduras – US Truppen landen bei Puerto Cortez zum Schutz des US-Konsulates und der Schiffswerft während revolutionärer Unruhen.
    3. November 1903: Panama – Um sich die Kontrollrechte über den geplanten Kanalbau zu sichern, unterstützen die Vereinigten Staaten die Abspaltung Panamás von Kolumbien. Panamá wird eigenständige Republik, gerät gleichzeitig aber in die völlige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Der 1914 fertiggestellte und 1920 offiziell in Betrieb genommene Panama-Kanal wird amerikanisches Hoheitsgebiet, womit die junge Republik in zwei voneinander getrennte Hälften gespalten wird.

    1905

    Militärintervention in der Dominikanischen Republik

    1906

    1906 bis 1909: Militärinterventionen auf Kuba

    1907

    8. Februar 1907: Militärintervention in der Dominikanischen Republik. Die Vereinigten Staaten sichern sich die Finanzkontrolle über das Land (1940 aufgehoben).
    18. März bis 8. Juni 1907: Honduras – Zum Schutz amerikanischer Interessen während eines Krieges zwischen Honduras und Nicaragua werden US-Truppen in Trujillo, Ceiba, Puerto Cortez, San Pedro Sula, Laguna und Choloma stationiert.

    1909

    US-Militärintervention in Nicaragua 1909–1925 – Amerikanische Streitkräfte greifen in innenpolitische Auseinandersetzungen des Landes ein.

    1911

    1911 bis 1925: Honduras – Verschiedene Interventionen sichern die Monopolstellung der in amerikanischem Besitz befindlichen Bananenindustrie. Das Land gerät in völlige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten.

    1912

    US-Militärintervention auf Kuba
    1912 bis 1925: Nicaragua wird der amerikanischen Finanz- und Militärkontrolle unterstellt.

    1914

    1914 bis 1915: Mexiko – Einmischung in innenpolitische Machtkämpfe (Protektion der Regierung Venustiano Carranzas).

    1915

    1915 bis 1934: Haiti – Besetzung der Karibik-Republik. Verwaltung des Landes wie ein Protektorat. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen bleibt die amerikanische Finanzhoheit bestehen (bis 1947).

    1916

    18. Februar 1916: Nicaragua – Die Vereinigten Staaten erzwingen das Recht auf Errichtung von Militärstützpunkten.
    März 1916/Februar 1917: Amerikanische Strafexpedition in Mexiko
    1916 bis 1924: Besetzung der Dominikanischen Republik

    1917

    1917 bis 1919: Teilnahme der American Expeditionary Forces am Ersten Weltkrieg auf Seiten der Entente gegen die Mittelmächte. Besetzung deutschen Gebiets bis Anfang 1923.
    1917 bis 1919: Militärische Intervention auf Kuba
    1918 bis 1920: im Russischen Bürgerkrieg gemeinsame Intervention mit Briten und Franzosen an der Seite der Weißen Armee im Raum Archangelsk (Polar Bear Expedition) und gemeinsam mit den Japanern im Raum Wladiwostok (American Expeditionary Force Siberia)

    1919

    8. bis 12. September 1919: Honduras – Militärische Intervention verhindert eine Revolution.

    1924

    28. Februar bis 31. März und 10. bis 15. September 1924: Honduras – US-Truppen intervenieren zum Schutz amerikanischer Bürger und Interessen während der Unruhen im Vorfeld der Wahlen.
    September: Republik China – US-Marines landen zum Schutz von Amerikanern und anderen Ausländern in Shanghai bei Unruhen.

    1925

    15. Januar bis 29. August 1925: Republik China – Kämpfe zwischen chinesischen Gruppierungen führen wiederum zur Landung von US-Truppen in Shanghai.
    19. – 21. April 1925: Honduras – US-Truppen landen bei La Ceiba während politischer Unruhen.

    1926

    US-Militärintervention in Nicaragua 1926–1933, Besetzung Nicaraguas. Ihr widersetzt sich Augusto César Sandino in einem Guerillakrieg.

    1930

    In der Dominikanischen Republik verhelfen die Vereinigten Staaten Rafael Leónidas Trujillo Molina an die Macht. Dieser errichtet eines der despotischsten Regimes in der Geschichte Lateinamerikas, das bis zu seiner Ermordung 1961 standhält.

    1940

    In Kuba verhelfen die Vereinigten Staaten dem Oberbefehlshaber der Armee, General Fulgencio Batista Zaldívar (1901–1973) an die Macht, der das Land vollständig den amerikanischen Interessen preisgibt. Die Batista-Diktatur fällt 1959 mit der Kubanischen Revolution Fidel Castros und seiner Bewegung des 26. Juli (* 1926).

    1941

    1941 bis 1945: Zweiter Weltkrieg – Die Vereinigten Staaten beteiligen sich auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in Europa, Asien und Afrika. Hauptgegner sind Deutschland, Italien und das Kaiserreich Japan.

    1947

    Griechenland – Die Vereinigten Staaten leisten, um eine kommunistische Machtübernahme zu verhindern, logistische, technische, militärische und finanzielle Unterstützung. Am Kriegsgeschehen nehmen zwar keine US-Soldaten teil, dafür schicken die USA aber Militärberater und Kriegsmaterial nach Athen.

    1948/1949

    → Hauptartikel: Berliner Luftbrücke

    In West-Berlin errichten die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten während der Berlin-Blockade durch die Sowjetunion eine Luftbrücke zur Versorgung der Stadt.

    1950

    → Hauptartikel: Koreakrieg

    1950 bis 1953 Korea – Die Vereinigten Staaten kommen, legitimiert durch die in sowjetischer Abwesenheit erfolgte Resolution 85 des UN-Sicherheitsrates, dem prowestlichen Regime in Südkorea zu Hilfe, das durch einen Überraschungsangriff des kommunistischen Nordens in schwere Bedrängnis geraten ist.

    1956

    Ägypten – Anlässlich der Sueskrise entsenden die Vereinigten Staaten mehrere Kriegsschiffe und Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer und zwingen das Vereinigte Königreich und Frankreich zur Beendigung ihrer militärischen Intervention am Sueskanal.

    1958

    Juli bis Oktober 1958: Libanon – Die Vereinigten Staaten greifen auf Ersuchen des christlichen Staatspräsidenten Camille Chamoun in Auseinandersetzungen im Libanon ein.
    Volksrepublik China – In der Konfrontation zwischen der Volksrepublik China und Taiwan um die zu Taiwan gehörenden, China vorgelagerten Inseln Quemoy und Matsu entsenden die Vereinigten Staaten zur Unterstützung Taiwans Marineeinheiten ins Krisengebiet.

    1959

    Kuba – Die Vereinigten Staaten finanzieren und unterstützen von ihrem Territorium aus operierende Guerillabewegungen zum Sturz der Regierung von Ministerpräsident Fidel Castro in Kuba.

    1961

    17. April 1961: Kuba – Eine von den Vereinigten Staaten ausgebildete und ausgerüstete Guerillagruppe aus Exilkubanern scheitert bei der Invasion in der Schweinebucht auf Kuba. Die Operation wird durch die amerikanische Bombardierung kubanischer Luftabwehrstellungen vorbereitet.

    1962

    Während der sogenannten Kubakrise (Oktober/November) wird die Insel mit einer totalen Blockade belegt.

    1964

    Mai 1964: Laos – (Laotischer Bürgerkrieg) – Flugzeuge und Bodentruppen (etwa 10.000 Mann) starten Angriffe auf die Gebiete des Pathet Lao. Nach jahrelangen Kämpfen zeichnet sich jedoch keine militärische Lösung ab und die amerikanischen Interventionstruppen verlassen das Land im März 1970.
    1964 bis 1975: Vietnam – Die Vereinigten Staaten beteiligen sich massiv im Vietnamkrieg. Auf dem Höhepunkt des Krieges sind rund 550.000 amerikanische Soldaten im Einsatz.
    1964 bis 1982: Bolivien – Die Vereinigten Staaten sind in eine Vielzahl von militärischen Staatsstreichen und Gegenrevolten verwickelt.

    1965

    April bis September 1965: Dominikanische Republik (Operation Power Pack) – Nach dem Sturz des linksgerichteten Präsidenten Juan Bosch und der Installation einer mit amerikanischer Hilfe eingesetzten Militärjunta entbrennt ein Bürgerkrieg. Die Vereinigten Staaten intervenieren mit 42.000 Marines und veranlassen Neuwahlen, aus denen Joaquín Balaguer – der zuvor 30 Jahre in Diensten der Trujillo-Diktatur (vgl. Rafael Trujillo) gestanden hat – als Sieger hervorgeht. Balaguer bestimmt in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten für die folgenden 35 Jahre die Dominikanische Politik.
    Mai 1965: Kambodscha – Die Vereinigten Staaten bombardieren Grenzdörfer entlang der vietnamesischen Grenze. Das Land wird dadurch in den Vietnam-Krieg verwickelt.

    1967

    Ab 1967: Nach dem Sechstagekrieg verstärken die Vereinigten Staaten die finanzielle und militärische Hilfe für Israel in der Auseinandersetzung mit den arabischen Nachbarn. Israel wird zum wichtigsten amerikanischen Verbündeten in Nahost.
    Bolivien – Die bolivianische Armee wird in ihrem Kampf gegen die Guerilla durch die CIA angeleitet. Mit Hilfe des CIA wird der kubanische Revolutionär Ernesto Che Guevara in Bolivien aufgespürt und am 9. Oktober erschossen.

    1970

    März 1970: Kambodscha – Mit amerikanischer Unterstützung putscht sich der General Lon Nol an die Macht. Ausweitung des Vietnam-Krieges auch auf Kambodscha.
    September 1970: Jordanien – Im jordanischen Bürgerkrieg ergreifen die Vereinigten Staaten Partei für das Königshaus und entsenden Flugzeugträger und Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer.

    1971

    Indien/Pakistan – Im indisch-pakistanischen Konflikt um die Unabhängigkeit Bangladeschs entsenden die Vereinigten Staaten Flottenverbände in den Golf von Bengalen.

    1976

    Angola – Die Vereinigten Staaten unterstützen die UNITA-Rebellen in ihrem Kampf gegen die marxistisch-leninistische MPLA-Regierung.

    1977

    1977 bis 1992: El Salvador – Die Vereinigten Staaten unterstützen die von ihnen eingesetzten oder gebilligten Regierungen im Kampf gegen die marxistisch-leninistische Opposition. In der Folge zerfällt das Land in einem zehnjährigen Bürgerkrieg.

    1980

    25. April 1980: Iran – Die Militäraktion Operation Eagle Claw der Vereinigten Staaten zur Befreiung der amerikanischen Geiseln in der besetzten US-Botschaft in Teheran scheitert.

    1981

    Ab 1981: Nicaragua – Die Vereinigten Staaten setzen nach der erfolgreichen sandinistischen Revolution von 1979 die finanzielle, militärische und logistische Unterstützung der Anhänger der davongejagten Diktatur von Anastasio Somoza Debayle fort und bekämpfen die Sandinisten, nachdem diese auf einen marxistisch-leninistischen Kurs umschwenken.
    Ab 1981: Afghanistan – Die Vereinigten Staaten gewähren den Mudschahidin und anderen afghanischen Widerstandskämpfern massive finanzielle, militärische und logistische Hilfe in ihrem Kampf gegen die sowjetische Besetzung des Landes.

    1982

    Ab 1982: Contras, von Honduras aus operierende Gegner der Sandinisten in Nicaragua, erhalten militärische und logistische Hilfe seitens der USA.
    April 1982: Argentinien – Die Vereinigten Staaten leisten den britischen Truppen im Krieg gegen Argentinien (Falkland-Krieg) mit ihrer Militärbasis auf der Atlantik-Insel Ascension logistische Unterstützung und Aufklärung durch ihre Spionagesatelliten.

    1983

    Der Iran erhält Waffenhilfe zur Abwehr der zuvor von den USA unterstützten irakischen Regierung im Austausch gegen die amerikanischen Geiseln in der besetzten Botschaft in Teheran.
    September 1983: Libanon – Die Vereinigten Staaten greifen als Teil einer internationalen Friedenstruppe in den libanesischen Bürgerkrieg ein, der darauf – aber nicht deswegen – in seine blutigste Phase eintritt. Die Intervention scheitert nach mehreren blutigen Selbstmordanschlägen und die multinationale Streitmacht verlässt den Libanon (Februar/März 1984).
    25. Oktober 1983: Grenada – Der linksorientierte Premierminister Maurice Bishop wird von Putschisten exekutiert. Die Annäherung der neuen Regierung an die Sowjetunion führt zu einer militärischen Intervention.

    1985

    1. Mai 1985 Nicaragua – Nach dem Wahlsieg der linksgerichteten Sandinisten vom 4. November 1984 verhängen die Vereinigten Staaten ein vollständiges Handelsembargo gegen Nicaragua, weil sich bei den Sandinisten sehr schnell die marxistisch-leninistischen Kräfte durchsetzen. Fortführung der Unterstützung der Opposition (Contras) zum Sturz des seit 1979 regierenden sandinistischen Regimes.

    1986

    Februar 1986: Haiti – Die Vereinigten Staaten wenden sich unter massivem Druck aus der Bevölkerung von der seit 1957 herrschenden und von ihr protegierten Duvalier-Familiendiktatur ab. Diktator Jean-Claude Duvalier, genannt Baby Doc, flieht ins Ausland.
    14. April 1986: Libyen – Als Vergeltung für libysche Terrorakte bombardieren die Vereinigten Staaten Ziele in Tripolis und Bengasi (Operation El Dorado Canyon).

    1988

    3. Juli 1988: Iran – Ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A300 der Iran Air wird über der Straße von Hormus vom Lenkwaffenkreuzer USS Vincennes (CG-49) abgeschossen. 290 Menschen sterben. Nach amerikanischen Angaben war es der Besatzung nicht möglich, den zivilen Airbus von einem iranischen Kampfflugzeug zu unterscheiden oder mit dem Piloten Kontakt aufzunehmen. Die USS Vincennes hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der Operation Earnest Will in iranischen Hoheitsgewässern auf. Der Kapitän der USS Vincennes erhielt eine Auszeichnung. Die Vereinigten Staaten entschädigten später die Angehörigen der Opfer.

    1989

    20. Dezember 1989: Panama wird besetzt (Operation Just Cause). Der verhaftete panamaische Machthaber, General Manuel Noriega, wird in die Vereinigten Staaten überführt, wegen Drogenhandels und Geldwäsche angeklagt und am 10. Juli 1992 zu 40 Jahren Haft verurteilt.

    1990

    Ab März 1990 fand in Reaktion auf den liberianischen Bürgerkrieg die Operation Sharp Edge statt. Im August 1990 wurden 1648 Ausländer und Flüchtlinge aus der Hauptstadt Monrovia und anderen Sammelpunkten im Hinterland gerettet. Im Anschluss sorgte die Militärpräsenz für eine zeitweilige Beruhigung der Lage.
    Ab 1990 Im Drogenkrieg in Kolumbien unterstützen die Vereinigten Staaten paramilitärische Einheiten zur Bekämpfung kommunistischer Rebellen.
    8. August 1990: Saudi-Arabien – Nach dem irakischen Überfall auf Kuwait am 2. August 1990 entsenden die Vereinigten Staaten Streitkräfte nach Saudi-Arabien zur Stützung des dortigen Regimes und zur Vorbereitung eines Angriffs auf den Irak.

    1991

    Januar/Februar 1991: Kuwait: US-geführte Koalitionstruppen, legitimiert durch einen Beschluss des Weltsicherheitsrats der Vereinten Nationen, marschieren in Kuwait ein und beenden mit der Operation Wüstensturm die irakische Besetzung des Landes.

    1992

    Ab 1992 Februar/März: Jugoslawien – Die NATO führt unter dem Oberbefehl der Vereinten Nationen mehrere Militäreinsätze zu Gunsten der von Serben in der Hauptstadt Sarajevo belagerten Kroaten und Bosnier in Jugoslawien nach dem Massaker von Srebrenica durch [1].
    27. August 1992: Irak – Die Vereinigten Staaten errichten im Irak eine Flugverbotszone für irakische Flugzeuge nördlich des Breitengrades von 36°N und südlich von 33°N. Der Luftkrieg wird eingeschränkt bis 2002 wieder aufgenommen, vorgeblich um Saddam Hussein von Luftangriffen auf die irakischen Kurden im Norden und die Schiiten im Süden des Landes abzuhalten und einen erneuten Überfall auf Kuwait zu verhindern.
    9. Dezember 1992: Somalia – Die Vereinigten Staaten entsenden auf Aufforderung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen und Beschluss des Sicherheitsrats 28.000 Soldaten nach Somalia, um den Bürgerkrieg zu beenden (Rückzug 1994 nach blutig gescheitertem Versuch der Festnahme von General Mohammed Farah Aidid).

    1993

    27. Juni 1993: Irak – Kriegsschiffe unternehmen einen Einsatz gegen den Irak und feuern 23 Marschflugkörper auf Bagdad ab.

    1994

    August/September 1994: Haiti – Amerikanische Truppen setzen auf Druck des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Reinstallation des 1991 durch einen Militärputsch gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide durch.

    1998

    20. August 1998: Sudan – Als Vergeltung für die Terroranschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania führen die Vereinigten Staaten einen Luftangriff auf eine angebliche Giftgasfabrik durch, die sich später als die Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik herausstellte.

    1999

    März bis Juni 1999: Kosovokrieg – Ohne Mandat der Vereinten Nationen führt die NATO unter dem Kommando der Vereinigten Staaten umfangreiche Bombardements gegen Ziele in Jugoslawien durch, um einen Abzug serbischer Truppen und Polizei aus dem Kosovo zu erzwingen. Nach Abschluss eines Waffenstillstands wird die Provinz Kosovo von KFOR-Truppen gesichert und eine Interims-Zivilregierung unter Verwaltung der Vereinten Nationen errichtet.

  11. gms

    Ginge es nach den US-amerikanischen Gründervätern, wären die vereinigten Staaten niemals selektiv wirtschaftliche oder militärische Bündnisse eingegangen, supranationalen Vereinigungen beigetreten oder hätten Krieg auf fremdem Boden geführt. Dieselbe explizite Ablehnung gab es damals gegenüber Zentralbanken. Anno dazumals wußte man noch um die Bedeutung von Prinzipien und was aus einem Abgehen davon resultieren würde, nämlich die Verschiebung von Wohlstand, Macht und Einfluß zu kleinen Gruppen und zur Unterminierung politischer Checks and Balances.

    Vor seiner zweiten Regierungsperiode punktete Woodrow Wilson im Wahlkampf erfolgreich mit dem Versprechen, die USA aus einem möglichen Krieg in Europa rauszuhalten. Was aus diesem Versprechen wurde, findet sich in Historienbüchern ebenso, wie Darlegung der Propaganda, die zwecks Kriegseintritt betrieben wurde, wonach es nichts weniger abzuwenden galt, denn einen Einmarsch der Deutschen in den USA. Wer konnte da schon Nein sagen?

    Einige Jahrzehnte später diente die vermeidbare Versenkung einer Flotte in Pearl-Harbors durch Japan als Auslöser zur Teilnahme an der nächsten globalen Völkerschlacht, weswegen auch nicht verwundert, daß Figuren wie Paul Wolfowitz für dessen ‘Project for a new American century’ sich später aktenkundlich ein zweites Pearl-Harbor wünschten, welches mit 9/11 auch tatsächlich eintrat. Unterzeichnet hatte den Iraq Liberation Act Bill Clinton schon 1998, und kaum waren die Rauchschwaden am Ground Zero verzogen, wußte Bush schon, in welche weiteren arabische Länder neben dem Irak es zwecks Rache einzumarschiere galt. Ein Lehrbuchbeispiel gelungener Projektleitung.
    Egal welchen Bombenteppich man irgendwo legte, einen Grund hierfür gab es für den Heimatverteidiger und selbstdeklarierten Weltpolizisten als Ausfluß einer Supreme Nation immer, und folgt man dem strunzdummen Artikel von Caroline Fetscher im “Tagesspiegel”, ist es purer Antiamerikanismus, der einem an der Legitimität damit motivierter bellizistischer Umtriebe überall auf der Welt zweifeln läßt. Niemals ging es um Öl oder andere Ressoucen, niemals um Absatzmärkte, niemals um die Errichtung von Militärbasen zur Absicherung geopolitischer Vormachtstellung und Nachschubwege, alles erfolgte stets unter der Flagge von Freiheit und Demokratie.

    Für Fetscher gab es in Nürnberg auch keine Siegerjustiz, obwohl man dabei explizit die Aufarbeitung der Beteiligung US-amerikanischer Firmen aussparte, die Hitler für dessen Machtergreifung finanzierten, mit ihm vor und während des Krieges ertragreiche Geschäfte durchführten und dafür sorgten, daß bestimmte Industrieanlagen, wie etwa jene der IG Farben, von Zerstörungen verschont blieben. Es war auch gewiß keine Siegerjustiz, just jene Verbrecher zu verschonen, die man später für eigene Zwecke einsetzen konnte. ‘Bastards, but our bastards’ — Knapper läßt sich permanent praktizierter Double-Speak nicht auf den Punkt bringen.

    Stöbert man in Unterrichtsmaterial für US-Studenten oder in deklassifierten Dokumenten der Geheimdienste, war die Teilung Deutschlands ein von den Staaten mit voller Absicht herbeigeführter Akt, konnte doch nur damit wirtschafliche und militärische Hegemonie über Westdeutschland und mittelbar über Europa ausgeübt werden. Wenn Dozenten oder namhafte Strategen der USA über Doktrine, das deutsch-russische Verhältnis oder die Wichtigkeit einer politischen europäischen Union aus Sicht der Amerikaner Auskunft geben, ist dies nüchterne Darlegung interessensbasierter Außenpolitik, zitiert das aber ein Europäer oder gar ein Deutscher und kommt zum selben Urteil, ist das Antiamerikanismus. Man muß kein George Orwell sei für’s Wissen darum, wonach Kriege niemals geführt werden, wenn sie der herrschenden Elite nicht zum Vorteil dienen.

    Folgt man der verlogenen Schablone im “Tagesspiegel”, dann hassen jene die Briten, die pars pro toto Tony Blair dafür verantwortlich machen, seinem Land einen Schlag versetzt zu haben, von dem es sich nur schwer erholt. Diesselben Leute laborieren an Antischwedismus, welche jene entscheidenden Politiker nennen, die das einst stolze Land im Norden an den Rand des Abgrunds mit dystopischen Aussichten führten. Clinton und Obama brachten die USA näher an den Sozialismus? – Antiamerikanismus! Welchem Hass auf die eigene Kultur müssen demgemäß jene Deutschen unterliegen, die aktuell Angela Merkel mit deren Sidekicks zum Teufel wünschen, noch dazu, wo sie sich diese Frontleute sowieso explizit zum transatlantischen Bündnis bekennen und infolge dessen zum ultimativen Souveränitätsverzicht der BRD innerhalb de EUdSSR?

    Man verlor selbst Vorfahren in Konzentrationslagern der Braunen, schätzt den American Way of Live, die Can-do-Haltung der Amerikaner, deren Unverzagtheit angesichts von Niederlagen und Mißerfolgen, freut sich über deren technologische Erfolge, hält ihre Constitution von 1787 für einen positiven historischen Meilenstein, befürwortet echten Freihandel und dennoch wird man angehalten, den Vorwurf eines Antiamerikanismus abzustreifen, weil man die vereinigten Staaten unter inzwischen Jahrhunderte langer Kontrolle derjenigen sieht, die verdammt egoistische Ziele verfolgen. ‘First we take Manhatten, then we take Berlin’ — Nach dieser vereinfachten Gleichung war die US-Administration die erste zu erobernde Bastion. Absurde Verschwörungstheorie? I couldn’t care less.

    Billig und infam ist die versuchweise Gleichsetzung einer Regierung mit dessen Untertanen, aufdaß berechtigte Kritik am Herrscher als Herabwürdigung der gesamten Kultur, der Lebensweise, ja der vollständigen Nation mitsamt seinen Bürgern an der Basis verkauft wird. Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, und wer daran zweifelt, ist ewiggestriger Nationalsozialist. Warum? Weil ambitionierte und erkennbar rotgrün lackierte Tintenspritzer im medialen Tageszerrspiegel das behaupten und deren Machwerke im Anlaßfall als Indiz vorgeblicher Relevanz hier im Blog aufschlagen. Selbstauslöschung ist dem Narrativ folgend unabdingbarer Kern deutscher Kultur, und wer das negiert, haßt alles, was mit Deutschland zu tun hat. Orwell, schau runter!

  12. Selbstdenker

    @Karl Markt:
    Der Vollständigkeit halber sollten Sie auch die Umsturzversuche, Terroranschläge, Okkupationen, Massenmorde, etc., die von den Kommunisten, Stalinisten, Maoisten und anderen sozialistischen Psychopathen begangen wurden, hier aufführen.

    Vielleicht sollten Sie mit Herrn Jeremy Corbyn plauschen, der hat für solches Gedankengut sicherlich ein offenes Ohr 😉

    Aber es ist schon erstaunlich wie gut sich extrem-lechts und extrem-rinks bei bestimmten Themen vertragen. Der Hitler-Stalin Pakt war offenbar keine bloße Laune der Geschichte.

  13. gms

    Selbstdenker,

    “Der Hitler-Stalin Pakt war offenbar keine bloße Laune der Geschichte.”

    Stalin, Stalin, .. war das nicht derselbe, mit dem gemeinsam Rooselvelt und Churchill auf Jalta die Aufteilung Europas und damit auch Deutschlands beschlossen?

    P.S. Wollte man spekulieren, so bleibt dieses Posting ebenso in der Moderation hängen, wie das zuvor von 16:51. Das saugt, aber das hatten wir schon.

  14. mariuslupus

    @Karl Markt
    Gute Zusammenstellung. Ergänzung: 1953 Putsch der CIA in Iran, Sturz von Mossadegh, Einsetzung von Resa Pahlevi.

  15. LePenseur

    Cher Selbstdenker,

    Ohne mich in Ihren freundlichen Diskurs mit Kollegen Karl Markt
    Der Vollständigkeit halber sollten Sie auch die Umsturzversuche, Terroranschläge, Okkupationen, Massenmorde, etc., die von den Kommunisten, Stalinisten, Maoisten und anderen sozialistischen Psychopathen begangen wurden, hier aufführen.
    … allzusehr einmengen zu wollen: aber Ihr Statement ist eine absolute Themenverfehlung.

    Im von C.O. zitierten Artikel wird beklagt, daß angeblich … nicht nur an den rechten oder linken Rändern gerne Verschwörungstheorien zu „Amerika“ auftauchten.

    Nun denn, so widmen wir uns also der Frage, ob all das, was Kollege Karl Markt hier an Fakten zusammengetragen hat, eben bloße Verschwörungstheorie zu „Amerika“ ist! Ihr Hinweis darauf, daß schließlich z.b. auch die Maoisten pöhse Purschen gewesen wären (womit ich ja völlig bei Ihnen bin!), hilft bei der Beantwortung dieser Frage aber exakt … NULL.

    Nun kenne ich mich mit der Geschichte Amerikas (also nicht bloß der USA, sondern eben auch von deren liebevoll so genanntem “Vorhof”, manchmal auch “Hinterhof” …) ganz gut aus, und kann nicht finden, daß seine Aufzählung der Überfälle, Besetzungen, Umstürze, Ermordungen von Politikern etc. etc. historisch falsch oder allzu tendenziös dargeboten wurde.

    Womit wir bei der Klage über angebliche “bloße Verschwörungstheorien” wären: nun, das sind sie offenbar doch nicht. Sondern: die USA sind eben keineswegs jener Leuchtfeuer der Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, als das sie sich gerne gerieren, und zu dem von jedem “anständigen” Menschen selbstmurmelnd erwartet wird, lobhudelnd und devotionsgebückt zu wallfahrten obliegt. Sondern ganz einfach ein, wenn man so will, “hundsordinäres” Imperium, wie es in der Geschichte schon eine ganze Reihe gab (und, ich befürchte es, auch in Zukunft geben wird), und die sich eigentlich immer durch ein überhöhtes, heuchlerisches Selbstbild hervorgetan haben, hinter dem sie die weit weniger brauschende Realität der Unterdrückung und raffzahniger Ausbeutung ihrer “Verbündeten” und beinharten Vernichtung aller “Feinde” (d.h.: jedes, der den Interessen dem Imperiums im Wege war) versteckten.

    Das war bei den alten Römern und Byzantinern so, es war nicht anders bei den Arabern, den Osmanen, später den Briten, den Sowjets und Rotchinesen (die darin alter, aber nicht guter kaiserlicher Tradition folgen) und manch anderen mehr.

    Für mich folgt daraus, daß jedes Imperium zu Unterdrückung und Entartung tendiert: je größer, desto mehr und desto schneller.

    Und genau deshalb mag ich auch das US-Imperium nicht, so, wie ich alle anderen nicht mag. Weil ich nämlich die Freiheit mag. Deshalb ist mir (um’s wienerisch zu sagen) auch Bern beim A*sch lieber, als Washington beim G’sicht!

    Wenn das eine “Verschwörungstheorie” ist, dann bin ich halt ein Verschwörungstheoretiker für Sie. Ich trag’s mit Fassung …

  16. Selbstdenker

    @gms:
    Dreck am Stecken haben meiner Meinung nach alle und es liegt mir fern irgendwem eine Absolution für begangene Schandtaten zu erteilen. Mir wäre am liebsten, wenn man in solchen Situationen jeden Teilverbrecher individuell im Ausmaß seiner persönlichen Mitwirkung bestrafen würde.

    Im Kollektivismus tauchen die politischen Schwerverbrecher halt ab und die Kollektivstrafe wird auf die große Zahl der willkürlich zusammengefassten Gruppe aufgeteilt. Gewesen ist es dann niemand und alle zugleich. Ob man dem Österreicher David Alaba auch eine Kollektivschuld an der NS-Zeit anhängt?

    Die braunen Sozialisten sind natürlich mit islamistischen Einflüsterern (=die heutigen Verbündeten der dunkelroten Sozialisten) am weitesten gegangen, indem sie ein ganzes Volk im industriellen Maßstab vernichten wollten.

    Die Methode von Karl Markt, auf die Verbrechen der Nazis oder wahlweise auch den Unilateralismus der Amis zu zeigen, um die begangenen oder noch zu erwartenden Verbrechen seiner ideologischen Sippschaft zurechtfertigen, verdient es aber decodiert zu werden. Sie ist charakteristisch für die linksextremistische Szene der Gegenwart.

    Um einen Eindruck von der ideologischen Swingerszene zu bekommen, in der die Islamisten ganz umtriebig mitmischen, erlaube ich mir folgenden Artikel zu erwähnen:
    http://www.achgut.com/artikel/wie_die_germanen_beinah_die_welt_erobert_haetten

  17. Selbstdenker

    @LePenseur
    Wenn Sie mir Themenverfehlung vorwerfen, wäre es zumindest nicht nachteilig mein Kommentar genau zu lesen um nicht Dinge hinein zu interpretieren, die so nicht geschrieben wurden.

    Vielen Dank!

  18. gms

    Selbstdenker,

    “Dreck am Stecken haben meiner Meinung nach alle und es liegt mir fern irgendwem eine Absolution für begangene Schandtaten zu erteilen.”

    Geschenkt. Anlaßgebend für den Thread aber war die Art und Weise, wie ein Beitrag im “Tagesspiegel” das Thema Antiamerikanismus abhandelt. Wer glaubt, hier sei mit untergejubelten Elvis-lebt-Sprüchen der Zenit der Dumm- und Verlogenheit erreicht, der möge auf den dort verlinkten nächsten Beitrag zum Themenschwerpunkt weiterblättern [1].

    Offenbar kapieren es hauptberufliche Volksverblöder nicht, daß mündige Bürger nicht nur die Darstellung der Vergangenheit hinterfragen, sondern sich darüber hinaus auch ein eigenes Bild von der Gegenwart bilden. Kenner der Sache werden aufzeigen, es seien erst das rezente Vorgehen in der Ukraine und dessen kakophonische Begleitmusik gewesen, die Leute hierzulande zunehemend hellhörig machten, was es mit Expansionsgelüsten aufsich hat und welcher Propaganda man sich bedient, selbige zu verkleistern. Seit fünf Uhr fünfundvierzig wird zurückgeschossen. Tell news.

    Ja, Antiamerikanismus bekommt Zulauf. Ja, daran sind auch Schwachmatiker beteiligt, genau so, wie sich ehemalige Gegner zum EG-Beitritt mit Blutschokolade und Farbstoff aus Läusen medial in Szene setzten. Chlorhuhn, Chem-Trails, you name it.

    Schandtaten, Verbrechen, Dummheiten — wollte man in jedem Beitrag das volle Faß aufmachen, käme man aus dem Tippen nicht mehr raus. Was ich von unserem Forum-Karl halte, sollte sattsam bekannt sein, selbiges betreffend historischer Fakten, ungeachtet des Übermittlers. Dessen eingedenk war Ihr Hinweis auf den Hitler-Stalin-Pakt ein vermeidbares, wenngleich entschuldbares Eigentor. Wie aber der nun ergänzend eingeworfene Islamismus zum gegebenen Thema paßt, soll verstehen wer kann und will.

    [1] tagesspiegel.de/politik/russland-ukraine-und-antiamerikanismus-amerika-je-friedvoller-desto-verhasster/11407772.html

  19. Rennziege

    Dieses gebetsmühlenhafte USA-Bashing, mehr oder weniger aus allen hiesigen Federn, beschert mir Brechreiz. Ich hab’ an der UCLA die Hälfte meines Studiums absolviert, gottlob kurz vor dem idiotischen Diktat der PC, anschließend in mehreren Bundesstaaten gearbeitet und dort eine organisch gewachsene Neugier, Freiheit, Risikobereitschaft und Weltoffenheit erlebt, die an der Wiener Uni längst ideologischer Betäubung zum Opfer gefallen war.

    Ich liebe die Vereinigten Staaten und Kanada. Aber immer noch Österreich, freilich, wenngleich es für uns nur noch als Ferienland zählt; zu beschwerlich ist der bevormundende und enteignende Würgegriff der dank bestochener Wähler überlebenden Rollstuhl-Koalition. Aber keine Krankheit ist unheilbar, ehe der Pompfüneberer den Sagdeckel anschraubt. 🙂

    So viel dazu. TTIP, wenn auch in vielen Kapiteln fragwürdig, wird von der gelähmten EU eh nimmer ausverhandelt werden können, solange die Europäer sich einreden lassen, ein Chlorhuhn werde mit Chlor gemästet. (Dabei handelt es sich ja nur um ein Sekundenbad des toten Hendls in einer 3%igen Chlorlösung, um allfällige Salmonellen zu töten; in jedem Schwimmbad — man schnuppere einfach — planscht jedermann stundenlang in weitaus höher chloriertem Wasser.)

    Zurück zum TTIP: Die EU wird sich wieder einmal, wie schon bei der Energie-“Wende”, der gezielten Missinformation (durch einen profitablen Konzern namens Greenpeace et al.) beugen müssen, sosehr es Elemente dieses Vertrags gibt, die auch dem maroden Europa auf die Beine helfen würden, so eine unaufgeregte Verhandlungsposition zu finden wäre. Was nicht der Fall ist.
    Das Ding ist also mausetot, und es ist verschwendeter Atem, sich darüber und über die pöhsen Amis zu alterieren. Noch mausetöter wird TTIP sein, wenn der nächste US-Präsident Donald Trump heißt, was täglich wahrscheinlicher wird. Der Mann, Motto: “America first!”, ist ein Protektionist — diesbezüglich mit den EU-Bauern auf einer Linie.
    Trump will die durch die Handelsabkommen seiner drei Vorgänger ins Ausland verschenkten Arbeitsplätze dem Amerikanern zurückgeben, nicht mehr und nicht weniger. Und er hat keine Lust mehr, ein Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs alljährlich viele Milliarden amerikanischer Steuerzahler für den militärischen Schutz von Europäern zu opfern, die ihre Landesverteidigung zugunsten sozialer Verwöhnungen kaputtgeschrumpft haben.

    Oisdann: Keinen Gedanken mehr an TTIP verschwenden. Finito l’amore.

  20. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Trump ist ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, der in diversen Casting Shows jene Sprache erlernt hat, mit der man die Amerikaner massenhaft ansprechen kann. In Wahrheit war Trump der Apprentice und er hat seine Lehre so erfolgreich abgeschlossen, dass er jetzt seinen eigenen Laden – ob mit oder ohne die GOP – aufmacht.

    Meiner Meinung nach sollte man Trump nicht unterschätzen. Er spricht die tiefgreifende Frustration der Amerikaner in Bezug auf die ihrer Ansicht nach unfairen Handelsabkommen und die auch in Europa unerträgliche Diktatur der Political Correctness an.

    Trump als Präsident würde ich nicht zwingendermaßen mit Trump als Showmaster gleichsetzen. Er hat meiner Meinung nach den offenbar einzigen Weg erkannt, wie man sich abseits von Zugeständnissen an die Klasse der Berufspolitiker an die Spitze katapultieren kann.

    Vielleicht wird Dieter Bohlen ja der nächste deutsche Bundeskanzler. ich glaube, dass dies vom personellen Niveau eher ein Sprung nach oben wäre.

  21. Johannes

    Amerika ist eine Supermacht die nicht danach fragt was andere von ihrem Tun denken. Was Amerika nützt ist legitim und wird als Ziel angestrebt.
    Gefährlich wird es nun, da die USA beschlossen hat Russland ganz nah an seine Grenzen zu rücken, es ist ein gefährliches Spiel das sehr schnell außer Kontrolle geraten kann und wir sollten nicht vergessen das wir als mittelbare Nachbarn zu Russland bei einer Eskalation wesentlich gefährdeter sind als die USA .
    Putin hat mit Schröder sehr eng wirtschaftlich zusammen gearbeitet, es wäre naiv zu glauben die USA schauen zu wie Europa und Russland zu einem sich gegenseitig verflechtenden Wirtschaftsraum werden. Dieser Aspekt erklärt wie es geschehen konnte das Russland jetzt als Paria da steht und Europa zum Armenhaus der Welt mutiert da es mit Wirtschaftmigranten geflutet wird. Aus USA Sicht läuft im Moment alles bestens.

  22. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Was das USA-Bashing anlangt, schließe ich mich Ihrer Meinung an. Wer Deutschland nicht auf die Jahre zwischen 1933 und 1945 reduziert sehen will, sollte eventuell daran denken, dass auch die USA schon bessere Zeiten gesehen haben und vielleicht auch wieder sehen werden.

  23. Selbstdenker

    @Johannes:
    Das haben Großmächte irgendwie an sich. Oder glauben Sie, dass Russland, China, die neo-osmanische Türkei oder künftig vielleicht das IS-Kalifat uneigennützig agieren?

    Meiner Meinung nach sollte man danach trachten, sich selbst so gut wie möglich beschützen zu können. Wer den eigenen Schutz an andere delegiert, könnte irgendwann aufwachen und feststellen, dass der “Beschützer” ein Zuhälter ist.

    EU-Europa wirkt nach außen hin wie eine leichtgläubige Tussi, die sich einem Kerl nach dem anderen an den Hals wirft und jedes mal enttäuscht wird. Das liegt sicher alles an den bösen Kerlen…

  24. Christian Weiss

    Denjenigen, die im Copy-Paste-Verfahren endlose Listen amerikanischer Militärinterventionen posten, möchte ich die Worte von Otto alias Kevin Kline aus “Ein Fisch Namens Wanda” zu Gemüte führen: “Wisst ihr wo ihr wärt, ohne uns, ohne die alten U.S.A.?? Die kleinste, popligste Provinz im russischen Imperium, das wärt ihr!! Ohne uns würdet ihr pausenlos Sauerkraut essen und Marschmusik hören – Dö-tö, dö-tö!!!”
    – Wahlweise wäre es statt Sauerkraut auch Falafel und statt Marschmusik der Ruf des Muezzin.

    Ohne die amerikanische Bereitschaft, totalitäre, kommunistische und andere freiheitsfeindliche Regime zu stürzen und militärisch zu intervenieren, würden viele auf dieser Welt in wesentlich beschisseneren Lebensumständen leben.

  25. Rennziege

    2. Mai 2016 – 21:23 Selbstdenker
    2. Mai 2016 – 21:27 Johannes

    Gentlemen,
    Donald Trump wird gottlob, wenngleich primär in Europa, unterschätzt. Aber nimmer lang. Dieter “Diddi” Bohlen wäre nur im Vergleich mit Angela “Mutti” Merkel ein Niveausprung, goschentechnisch.
    Die von Johannes angesprochene Neigung der USA, Russlands Bärenpelz nahezutreten, ist ein Relikt der Ära Clinton, Bush I und II, den Rest der Welt die Demokratie zu lehren. Was in mittelalterlichen muslimischen und beduinischen Stammesgesellschaften natürlich auf taube Ohren stieß.
    Donald Trump steht für eine totale Abkehr von dieser vorgeblich gutrmenschlichen Schnapsidee, die Billionen Dollar und Hunderttausende Menschenleben gekostet hat. Er hat mehrfach betont, auf Putin zugehen zu wollen, so er gewählt wird, und er wird auch einer Annäherung Europas an Russland nicht im Weg stehen. Ihn interessiert nur das Wohlergehen der Amerikaner, die seit Jahrzehnten um Arbeitsplätze und Löhne betrogen wurden.
    Trump ist kein Interventionalist wie die jüngsten drei Administrationen, sondern ein Isolationist im Sinn der uralten Monroe-Doktrin, die auf Weltpolitik pfiff, um die USA und deren Wirtschaft nach allen möglichen Krisen und Abenteuern gesunden zu lassen. Dafür wird er — sofern das Establishment der Republikaner nicht vollends zum Selbstmord der eigenen Partei entschlossen ist, etwa um den lahmen Kuttenbrunzer Ted Cruz wider alle Vorwahlergebnisse auf den Schild zu hieven — gewählt werden. Was den Amis und der Welt guttun wird.

  26. gms

    Christian Weiss,

    “Ohne die amerikanische Bereitschaft, totalitäre, kommunistische und andere freiheitsfeindliche Regime zu stürzen und militärisch zu intervenieren, würden viele auf dieser Welt in wesentlich beschisseneren Lebensumständen leben.”

    Komisch, waren es doch ausgerechnet US-amerikanische Adminstrationen, die ihren Bürgern initial linke Regime wie jene Castros auf Kuba oder die in Indo- und Rot-China als Ausdruck lokaler Selbstbestimmung verkauften. Sogar in den Wirren nach der Oktoberrevolution war man, wie sich später entgegen der damaligen Behauptung zeigte, in Russland involviert, doch leider ging im offiziellen Rückblick die einzig bekannt gewordene Militäraktion derart in die Hose, daß jenes der Legende nach zu verteidigende Munitionsdepot in Sibirien ausgerechnet den roten Revolutionären in die Hände fiel. Finanziert wurde Lenin und Trotzki natürlich nicht von der US-Adminstration, das taten allein die sattsam bekannten Plutokraten, die zuhause schon die Regierung im Griff hatten.

    Den Schah von Persien hatte man ebenso eingesetzt, wie nachher wieder demontiert und die hierfür nötige islamische Revolution im Iran wohlwollend zur Kenntnis genommen. Saudi-Arabien war natürlich seit jeher ein Hort der Freiheit und Menschenrechte, bis deren Autokraten heute das Ende ihrer Nützlichkeit erreichten und dementsprechend morgen entsorgt werden.
    Packelein mit Saddam Hussein? Auch die gab es über lange Jahre jede Menge, bis, und das ist der konstante rote Faden amerikanischer Außenpolitik, der zuvor gesponserte Statthalter nicht mehr im Sinne seines Herrn agierte, sei es, weil er Exporte nicht mehr in Dollars abrechnen oder keine Zentralbank westlicher Machart dulden wollte.

    “Die kleinste, popligste Provinz im russischen Imperium ..”

    Vertrauen Sie mir, Sie wollen hier nicht zum xten Mal nachlesen, wer die Teilung Deutschlands herbeiführte und bis heute von dem damaligen Unrecht profitiert.

    Was hat es mit den von Ihnen genannten beschissenen Lebensumstände aufsich? Schon mal nach Afrika geblickt? Dort könnte man tatsächlich aufräumen, bloß wäre dies witzlos, solange man sich dort auch ohne geordnete Zustände an den Bodenschätzen bedienen kann.

    Vielleicht bin ich geschichtsblind, doch aus dem Stegreif fällt mir kein außenpolitischer selbstloser Akt der USA ein, der nicht mehr oder minder mit der Erlangung von Rohstoffen zu tun hatte oder anderwärtig die Interessen heimischer Firmen begünstigte. Zugleich deckt sich mein Eindruck mit all dessen, was niedergeschiebene Militärdoktrinen der USA hergeben. Egal welches Dokument man auswertet oder welchen Strategen man befragt, Freiheit um der Freiheit Willen wurde niemals angestrebt.

    All das läst sich ohne jedes Moralin festhalten, man kann trotzdem über 300 Millionen Amerikaner als feine und nette Leute erkennen, weil, und das ist der Punkt, sie genauso verarscht werden, wie der Rest der Welt. Auf unserem Globus zählen allein Interessen, und einige können ihre eigenen besser verfolgen als andere. Klingt komisch, ist aber so.

  27. LePenseur

    Cher Selbstdenker,

    Wenn Sie mir Themenverfehlung vorwerfen, wäre es zumindest nicht nachteilig mein Kommentar genau zu lesen um nicht Dinge hinein zu interpretieren, die so nicht geschrieben wurden.

    Sie werden es vielleicht nicht für möglich halten, aber ich habe Ihr Posting durchaus genau gelesen, und halte es trotzdem (bzw. deswegen) für eine Themenverfehlung. Aber, bitte: we agree to disagree

    Chère Rennziege,

    Sie bezogen sich zwar nicht auf mein Posting (Rücksicht 😉 oder Zufall?), trotzdem: wer m.E. völlig berechtigte Kritik an der Politik der USA als “gebetsmühlenhafte[s] USA-Bashing” abwertet mit der Begründung:
    Ich hab‘ an der UCLA die Hälfte meines Studiums absolviert, gottlob kurz vor dem idiotischen Diktat der PC, anschließend in mehreren Bundesstaaten gearbeitet und dort eine organisch gewachsene Neugier, Freiheit, Risikobereitschaft und Weltoffenheit erlebt, die an der Wiener Uni längst ideologischer Betäubung zum Opfer gefallen war
    … der irrt hinsichtlich der Adressaten: das (angebliche) “US-Bashing” bezieht sich auf die Politik der USA. Und die wird von jenem Polit-Establishment in Washington D.C. bestimmt, mit dem Sie persönlich auf der UCLA sicherlich nichts zu tun hatten. Dort waren Sie Studentin. Das ist etwa so, wie wenn Sie eine Kritik am Faymännchen mit dem Hinweis “… aber an der Uni Graz war der Professor für Musikwissenschaft äußerst kompetent” entkräften wollten.

    Meine Ablehnung der US-Großmachtspolitik habe ich (auch unter Bezug auf die Auflistung von Kollegen Karl Markt, dessen Ansichten ich sonst eher selten teile) artikuliert. Und ich sehe wirklich keinen Punkt, warum die Ablehnung einer egoistischen und teilweise schlicht durchgeknallten Großmachtspolitik ein “USA-Bashing” sein sollte.

    Wie schon Lord Acton sagte: “Macht korrumpiert und absolute …” (Sie kennen es sicher). Und die Regierung der USA glaubt halt die absolute Macht zu haben. Und verhält sich demgemäß großkotzig und abgehoben. Das zu kritisieren ist kein “Bashing”, sondern schlicht: wahr.

  28. Selbstdenker

    @LePenseur:
    “Meine Ablehnung der US-Großmachtspolitik […]”
    “Macht korrumpiert und absolute …“

    Nichts für ungut, aber Sie überschätzen die Macht der USA im Jahre 2016. Gleichzeitig unterschätzen Sie die Macht von China, Russland, der Türkei und anderen arabischen Ländern.

    Wenn Sie sich die Mühe machen, werden Sie bei allen Großmächten ein extra langes Sündenregister vorfinden. Aber wer ausschließlich bei den USA sucht, wird eben nur dort fündig werden.

    Genau das macht aber ein “Bashing” aus: der einseitige Fokus und das Rosinenpicken. Und auf das hat sich meine “Themenverfehlung” bezogen.

    Für jemand, der sich mit selbstgefälliger Intellektualität stark einparfümiert, wirkt das ganz schön schlicht.

  29. gms

    Selbstdenker,

    “Nichts für ungut, aber Sie überschätzen die Macht der USA im Jahre 2016. Gleichzeitig unterschätzen Sie die Macht von China, Russland, der Türkei und anderen arabischen Ländern.”

    Was führt Sie auf dieses dünne Eis, man würde die Macht anderer Länder unterschätzen? Weder wurde hier von irgendwem die Macht irgendeines Staates in Power-Units quantifiziert, noch, und das ist das Entscheidende, läßt sich halbwegs stringent argumentieren, bei den USA handle es sich nicht um die global mächtigtste Soziotät. Verwurmte könnte der von Ihnen intendierte Holzweg somit nicht sein.

    “Wenn Sie sich die Mühe machen, werden Sie bei allen Großmächten ein extra langes Sündenregister vorfinden. Aber wer ausschließlich bei den USA sucht, wird eben nur dort fündig werden.”

    Ganz langsam zum Mitsingen: „Heutiger Antiamerikanismus erinnert an NS-Rhetorik“ — so steht es oben als Schlagzeile eines Artikels im “Tagesspiegel” und Aufmacher dieses Blogbeitrag. Für jemanden, der sich Selbstdenker nennt, wirkt es schon extrem schlicht, jemandem Einseitigkeit vorzuhalten, der versuchsweise beim Thema bleibt, anstatt in allen Kellern von Staaten Leichen auszubuddeln und deren Herkunft und Verwesungsgrad zu analysieren.

    Wenn’s aber um Dummheit geht, bleiben sich offenbar unredliche US-Basher und unredliche Verteidiger wenig schuldig. Schade.

  30. LePenseur

    Cher Selbstdenker,

    nun, ich schlage vor, Sie lesen einfach in meinem vorherigen Posting (vom 2.5. 18:41), denn dort finden Sie bspw. folgende Passage:

    … ganz einfach ein, wenn man so will, „hundsordinäres“ Imperium, wie es in der Geschichte schon eine ganze Reihe gab (und, ich befürchte es, auch in Zukunft geben wird), und die sich eigentlich immer durch ein überhöhtes, heuchlerisches Selbstbild hervorgetan haben, hinter dem sie die weit weniger brauschende Realität der Unterdrückung und raffzahniger Ausbeutung ihrer „Verbündeten“ und beinharten Vernichtung aller „Feinde“ (d.h.: jedes, der den Interessen dem Imperiums im Wege war) versteckten.

    Das war bei den alten Römern und Byzantinern so, es war nicht anders bei den Arabern, den Osmanen, später den Briten, den Sowjets und Rotchinesen (die darin alter, aber nicht guter kaiserlicher Tradition folgen) und manch anderen mehr.

    Für mich folgt daraus, daß jedes Imperium zu Unterdrückung und Entartung tendiert: je größer, desto mehr und desto schneller.

    Und genau deshalb mag ich auch das US-Imperium nicht, so, wie ich alle anderen nicht mag. Weil ich nämlich die Freiheit mag.

    Ich denke, damit ist wohl hinreichend klargestellt, daß ich eben nicht “Rosinen picke”. Nur: wenn man (wie Kollege “Karl Markt”, mit dessen Positionen mich, nochmals gesagt, sonst nicht gerade viel verbindet) den mit Fakten detailreich hinterfütterten Nachweis, daß die USA (scil.: die US-Regierung) eben keineswegs bloß “gebasht” werden, wenn an ihrem so edlen Selbstbild als “Leuchtfeuers der Demokratie” gekratzt wird, sondern daß dies ein mehr als eindeutig nachweisbares fundamentum in re hat, gleich als “mit selbstgefälliger Intellektualität stark einparfümiert” abgekanzelt (ich hätte jetzt fast: “gebasht” schreiben können) wird, dann wird jede Diskussion etwas unerquicklich (to put it mildly) …

    Nun gut, ich entnehme Ihrem letzten Posting (13:29) daß ihnen mein Hinweis, daß alle Imperien aller Zeiten so, pardon l’expression, arschlöchrig unterwegs waren (und sind) und mir genau deshalb auch das real existierende US-Imperium suspekt ist, nicht genügt, um mich vom Verdacht des “USA-Bashings” zu exkulpieren.

    Soll sein. Die Leser dieses Threads werden sich ihre Meinung darüber gebildet haben, und das genügt mir vollauf. Ich setze meinen Ehrgeiz nicht darein, “Selbstdenker” zur Übernahme meines Standpunktes zu überzeugen …

  31. Selbstdenker

    Gentlemen,

    kriegen Sie sich ein, atmen Sie einen Moment durch und vergegenwärtigen Sie sich, dass
    a) die USA nicht der monolithische Block ist, den man offenbar aus der Distanz zu erkennen glaubt,
    b) die geopolitische Doktrin der USA im Laufe der Zeit verschiedene Phasen durchlaufen hat,
    c) zwischen den Werten der Gründungsväter und der heutigen Geopolitik der Grand Canyon liegt und
    d) dass praktisch jedes Reich ab einer bestimmten Größe und mit intensiven internationalen Verflechtungen in zahlreiche Interessenskonflikte verwickelt wird.

    Der Antiamerikanismus von einst und jetzt zielt auf das Wertefundament ab und schiebt die Geopolitik als Kronzeugen vor. Es ist ein ähnliches Spiel wie bei dem als vermeintliche Israelkritik getarnten Antisemitismus. In dieser Hinsicht trifft der Artikel vom Tagesspiegel sehr wohl zu.

    Ich kritisiere übrigens die USA – insbesondere die “Segnungen” der Political Correctness – sehr häufig. Vom Interventionismus, so Sie für Ihren Seelenfrieden ein Bekenntnis meinerseits benötigen, halte ich auch nicht viel.

    Wie Rennziege treffend beschrieben hat, wird sich im November ein Paradigmenwechsel in der US-Geopolitik anbahnen. Es bleibt abzuwarten, wie sich Europa als Kontinent dann selbst verteidigen wird.

    Ach, ich hätte es fast vergessen: das erledigen dann ja die Türken 😉

  32. gms

    Selbstdenker,

    ” .. vergegenwärtigen Sie sich, dass die USA nicht der monolithische Block ist, den man offenbar aus der Distanz zu erkennen glaubt”

    So what, solange das Council on Foreign Relations die Regierung stellt.

    “die geopolitische Doktrin der USA im Laufe der Zeit verschiedene Phasen durchlaufen hat”

    Welche Phasen meinen Sie zu erkennen, wie belegen Sie diese und was folgt daraus im Sinne Ihrer Argumentation?

    “zwischen den Werten der Gründungsväter und der heutigen Geopolitik der Grand Canyon liegt”

    Sie werden laut lachen, exakt das ist Kern der Kritik an den USA.

    “dass praktisch jedes Reich ab einer bestimmten Größe und mit intensiven internationalen Verflechtungen in zahlreiche Interessenskonflikte verwickelt wird.”

    Binsenweisheit ohne argumentativen Nährwert.

    “Es ist ein ähnliches Spiel wie bei dem als vermeintliche Israelkritik getarnten Antisemitismus.”

    Muß man Ihnen erst auf die Stirn tackern, was hier generell am American way of live geschätzt wird?

    “In dieser Hinsicht trifft der Artikel vom Tagesspiegel sehr wohl zu.”

    Entzückend, unser Fremdgedachter entdeckt die Nazikeule.

    “Ich kritisiere übrigens die USA – insbesondere die „Segnungen“ der Political Correctness – sehr häufig.”

    Dann bleiben Sie bei diesem Teilaspekt, den sie offensichtlich nicht ins Gesamtbild einfügen können.

  33. Selbstdenker

    @gms:
    “So what, solange das Council on Foreign Relations die Regierung stellt.”

    Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn The Donald am Ruder ist. Meiner Meinung nach werden die USA dann wieder den Weg in Richtung Isolationismus gehen. Ob dies für Europa besser sein wird? Wir können es eh nicht ändern.

    “Welche Phasen meinen Sie zu erkennen, wie belegen Sie diese und was folgt daraus im Sinne Ihrer Argumentation?”
    Stichwort: Monroe-Doktrin.

    “Binsenweisheit ohne argumentativen Nährwert.”
    Gut, dann kann man wohl schlussfolgern, dass das Großmachtsgehabe kein Alleinstellungsmerkmal der USA ist und dies mit ihren aktuellen geopolitischen Status anstatt ihrer Founding Principals zu tun hat.

    “Entzückend, unser Fremdgedachter entdeckt die Nazikeule.”

    Diese liegt mir fern; diesbezüglich wenden Sie sich am besten vertrauensvoll an unseren Kollegen Karl.

    Was ich mir allerdings nicht antue, ist eine gewisse anti-amerikanische Phrasologie, die in ihrer Undifferenziertheit in den Standard-Textbausteinen der Kommunisten, National-Sozialisten und Islamisten unverzichtbarer Teil ist.

    Der “Fremdgedachte” erlaubt sich, diese Phrasen nicht unhinterfragt nachzuplappern.

  34. gms

    Selbstdenker,

    “[So what, solange das Council on Foreign Relations die Regierung stellt.]
    Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn The Donald am Ruder ist. Meiner Meinung nach werden die USA dann wieder den Weg in Richtung Isolationismus gehen. Ob dies für Europa besser sein wird?”

    Besser verglichen womit? Mit der Psychopathin Clinton oder dem, was ihre Neocon-Genossen bislang verbrochen hatten?

    “[Welche Phasen meinen Sie zu erkennen, wie belegen Sie diese und was folgt daraus im Sinne Ihrer Argumentation?“]
    Stichwort: Monroe-Doktrin.”

    Sie machen mir echt Spaß! Zuerst konzedieren Sie, wonach zwischen der Gesinnung der USA und jener deren Gründerväter der Grand Canyon liegt, und dann verweisen Sie ausgerechnet auf eine Doktrin von Anfang des 19ten Jahrhunderts im Geiste Jeffersons, der, wie auch Monroe danach, zur umfassenden Nicht-Intervention auf fremdem Territorium aufrief.

    “[Interessenkonflikte – „Binsenweisheit ohne argumentativen Nährwert.“
    Gut, dann kann man wohl schlussfolgern, dass das Großmachtsgehabe kein Alleinstellungsmerkmal der USA ist und dies mit ihren aktuellen geopolitischen Status anstatt ihrer Founding Principals zu tun hat.”

    Nein, das kann man nicht folgern. Man kann seinen Interessen auch ohne Herbeibombung von Demokratur folgen, es sei denn, man verdient weltweit an Zerstörung und Wiederaufbau gleichermaßen und vermarktet das unwidersprochen unter der Fagge der Freiheit.

    “Was ich mir allerdings nicht antue, ist eine gewisse anti-amerikanische Phrasologie, die in ihrer Undifferenziertheit in den Standard-Textbausteinen der Kommunisten, National-Sozialisten und Islamisten unverzichtbarer Teil ist.”

    Phrasologie? Geht’s noch abgedroschener?

    “Der „Fremdgedachte“ erlaubt sich, diese Phrasen nicht unhinterfragt nachzuplappern.”

    Was Sie sich erlauben oder nicht, ist Ihr Bier, aber Ihr Hang zur Verschwörungstheorie, man wolle hier im Forum /den Amerikanern/ in einer Art und Weise an den Karren fahren, wie es Antisemiten gegenüber Juden betreiben, hat schon das Zeug zu Elvis-lebt-Wahnvorstellungen.

  35. Christian Peter

    Mit Donald Trump als Präsident der USA würde sich das angespannte Verhältnis Europas zu den USA deutlich verbessern. Donald Trump über die verheerende Einwanderungspolitik in Europa : Muslimische Zuwanderung zerstört Europa.

    https://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0ahUKEwikmbDNg8PMAhWsKMAKHYgmCzMQqQIIHjAA&url=https%3A%2F%2Fwww.berlinjournal.biz%2Fdonald-trump-zuwanderung-europa%2F&usg=AFQjCNGQVWX34IJhn5Hc2VuWaJ43Dw-7IA&bvm=bv.121421273,d.ZGg

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