Hitler reloaded

Von | 6. März 2013

“… Hitlers Arbeitsbeschaffungsprogramme hatten zwar die würgende Arbeitslosigkeit beseitigt (weshalb sich auch in Österreich viele Augen bewundernd-sehnsüchtig zu ihm wandten), aber das war ganz überwiegend blanke Aufrüstungspolitik. Und diese Aufrüstung erfolgte praktisch nur auf Schulden und durch Gelddrucken,” schreibt Hans Rauscher im “Standard“. – Seltsam, woran erinnert mich diese Wirtschaftspolitik jetzt gleich? Und welcher weltberühmte Ökonom und Nobelpreisträger fordert das heute wieder?

25 Gedanken zu „Hitler reloaded

  1. Klaus Kastner

    Rein intellektuell wäre folgende Frage einer Diskussion würdig:

    Was wäre gewesen, wenn die Nazis ihr Waffenarsenal, das sie mit Gelddrucken finanzierten, nicht dazu verwendet hätten, Europa zu zerstören, sondern stattdessen alle Waffen gegen harte Devisen in den Rest der Welt zu exportieren. Hätten Sie dann vielleicht genug Devisen bekommen, um Europa mit Auslandstitionen friedlich zu kaufen?

    Ich weiß schon, dass da irgendwo ein Haken in dieser Darstellung ist, aber auf die Schnelle kann ich ihn nicht sehen.

  2. Christian Peter

    Hitlers Großmachtfantasien scheinen sich 60 Jahren nach dessen Tod
    in Europa doch noch zu verwirklichen : Ein Volk, ein Reich, ein Führer.

  3. Pingback: Gut Gebloggtes: Über Heini Staudinger, “Hitler reloaded”, TMX Group, ICAP, Bloomberg, T-Commerce | Christian Drastil

  4. menschmaschine

    “Und welcher weltberühmte Ökonom und Nobelpreisträger fordert das heute wieder?”

    ich tippe auf elfriede jelinek.

  5. rubens

    @Klaus Kastner
    Der Haken Herr Kastner liegt darin, dass Deutschland keine Waffen produzieren durfte, Auflage aus dem Vertrag von Versailles.

  6. Der Unternehmer

    Hitler und die NSDAP hatten auch freundliche Financiers aus den USA. Da hat man auch gerne das Eugenik-Programm finanziert. Eine dieser ehrenwerten Familien heißt Rockefeller.

  7. Klaus Kastner

    @rubens
    Ja, aber sie haben es trotzdem getan und volkswirtschaftlich stellt sich für mich die Frage, was, wenn sie die Waffen exportiert (und nicht verwendet) hätten?

  8. wollecarlos

    Freunde,
    lasst das Stammtischgeplapper und kommt auf das Themazurück!

    Und das heißt (meine Interpretation)
    ” Ist die heutige Wirtschaftsförderungspolitik” vergleichbar mit der von Hitler durchgeführten Politik des für Aufrüstungen gedruckten Geldes ?”

  9. dw-seneca

    Die Ähnlichkeit mit der Hitlerschern Politik endet wahrhaftig nicht bei seinen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Hitler war ein tiefroter Sozialist mit totalitärem Denken. Und genau dieses Denken finden wir heute wieder bei der politischen Elite in Brüssel.

  10. Zaungast

    @Klaus Kastner
    Das wär dann vielleicht so ein Fall “Griechenland + Waffen” geworden. Sprich, die Deutschen hätten am Ende des Tages gratis fürs Ausland produziert. Immerhin wäre der Schaden kleiner gewesen als mit dem (verlorenen) Krieg.

  11. DailyMirror

    Seltsam, woran erinnert mich diese Wirtschaftspolitik jetzt gleich?

    Woran Sie Aufrüstung auf Schulden erinnert? Hm, vielleicht an den neoliberalen Hero Ronald Reagan?

  12. Fritz Schmude

    @Klaus Kastner
    Das geht sich rechnerisch nicht aus. Auch die USA könnten Mexiko nicht kaufen, vielleicht allenfalls Kuba.
    Tatsache ist natürlich, dass das Deutsche Reich ohne Krieg definitiv die Weltwirtschaftskrise überwunden hätte und wieder zur wirtschaftlichen Supermacht aufgestiegen wäre, WENN: Der keynesianische Eingriff eine einmalige Sache geblieben wäre! Und wie wahrscheinlich so etwas ist, müssten hier ja alle wissen.

  13. rubens

    @Klaus Kastner
    Exportieren von Waffen haben sie ja nicht dürfen und die Not wegen der Reparationen aus dem Vertrag von Versailles war entsprechend groß, sodass sich diese Frage gar nicht stellte und Demagogen den Weg bereitete. Außerdem gab es große protektionistische Maßnahmen im damaligen Umfeld.

  14. Samtpfote

    @Klaus Kastner
    man hätte die Erlöse mit den Schulden aus den Reparationszahlungen “WK1” saldiert… und wäre jetzt ungefähr damit fertig…

  15. Mercutio

    @rubens
    Äh … hm, aber ab 1934 hat sich Deutschland um diese Abmachung keinen Deut mehr gekümmert. Man hat alles Verbotene munter produziert: Flieger, Panzer, MGs etc. Übrigens wurden trotz Aufrüstung der eigenen Armee auch massenhaft Waffen exportiert, zB nach Südamerika, Spanien und die Türkei, um nur einige zu nennen. Schon vor 1939 war dies einer der wichtigsten der dringend benötigten Devisenbringer des Deutschen Reiches.

  16. aaaaaaaa

    Grillo will seine Politik auf Paul Krugman basieren, las ich gestern. Das ist doch ein Artikel in deinem Blog wert, oder?

  17. Harbi

    Der Unternehmer :
    Hitler und die NSDAP hatten auch freundliche Financiers aus den USA. Da hat man auch gerne das Eugenik-Programm finanziert. Eine dieser ehrenwerten Familien heißt Rockefeller.

    Linke Bewegungen locken halt immer dekadente Salon-Bolschewiken an! Ihr “Einwurf” kann aber trotzdem nicht die Tatsache wegzaubern, dass die Linken (egal ob vor oder nach 1945) nur Geld drucken und Schulden machen können.

    DailyMirror :

    Seltsam, woran erinnert mich diese Wirtschaftspolitik jetzt gleich?

    Woran Sie Aufrüstung auf Schulden erinnert? Hm, vielleicht an den neoliberalen Hero Ronald Reagan?

    Wohl kaum!
    1. “Neoliberal als auch Neokonservativ” sind Wortkreationen die die Linken mangels Erfolg, ursprünglich SICH selber verpasst haben (eine “nettere” liberale bzw. konservative Politik versprechen und dann anschließend linke Politik machen). Das dreisteste Beispiel dieser Leutverarscherei war Willy-Wolke alias Willy Brandt, der rotzfrech mit dem CDU-Slogan “Wohlstand für Alle” gegen den LIBERALEN (nix mit NEO) Ludwig Erhard antrat. Heute wo die CDU/CSU weit links von der 1970er SPD steht (freiwillig, sogar ohne Not nach links gerückt ist) und ausschließlich um linke Wählerstimmen gerungen wird (rechte also konservative Wähler gehen der kommunistischen Merkel-CDU am Arxxx vorbei – solange nicht eine neue CDU/CSU über die 5%-Hürde kommt) – haben die Linken plötzlich den linkspopulistischen Begriff: “Neoliberal” einfach der CDU und FDP erfolgreich angehängt (und sogar der pööhse Reagan wird schon als pööhser “Neoliberaler” gesehen), ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass diese Kampfbegriffe eine linke Selbstbeschreibung sind.

    2. Die EUDSSR ist gegenüber den USA, wie ein EUnuch der meint, Ron Jeremy seinen Job erklären zu müssen. Wie es sich nun mal für Schneeballsysteme (also sozialistisch geführte Länder) gehört, machen wir immer mehr Schulden, drucken immer mehr Geld, erhöhen immer mehr die Steuern und pumpen das “gewonnene Geld” (was wir eigentlich gar nicht übrig haben) in den “Sozialstaat” und wenn dann zwangsweise noch mehr Menschen arm werden (teilweise auch einfach als “Arm” definiert werden, dann erhöhen wir eben die Giftdosis und machen noch mehr arm.
    Das einstmals kapitalistische Deutschland (also ohne die Sowjetische Besatzungszone) konnte sich die stärkste und am besten ausgerüstete Armee in Westeuropa LEISTEN und trotzdem hatte jedes kleine Kaff eine Schule und ein Schwimmbad (der Ostblock konnte sich u.a. seine Militärmaschienerie nicht auf Dauer leisten). Heute (im real existierenden Sozialismus) sind die Schulen Bruchbuden, Schwimmbäder geschlossen und immer mehr Leute holen sich ihr Essen bei den Tafeln.

    Was Ihr Linken immer gerne ausblendet: “Wenn die Schere zwischen “Arm” und Reich” immer weiter auseinander geht, obwohl wir immer weiter nach links rücken (die Planwirtschaft immer stärker wird), dann muss der pöhse Kapitalismus doch irgendwie richtig gewesen sein.

    3. Wer Reagans Finanz- und Wirtschaftspolitik mit der von Genossen Hitler gleichsetzt, erfüllt zwar die Voraussetzungen um bei der SPD bzw. SPÖ Finanzexperte zu werden, aber mit der Realität hat das nichts zu tun.
    Genosse Hitler hat eben einfach nur Geld gedruckt, bestimmte Teile des deutschen Volkes zu Feinden erklärt, ihnen die Schuld für alles in die Schuhe geschoben und sie zuerst bestohlen und anschließend umgebracht. Ohne Genosse Stalins Bruderhilfe (Rohstofflieferungen) wäre kein Krieg gegen den Westen möglich gewesen und ohne Krieg wäre sein finanzpolitisches Kartenhaus nach ein paar Jahre “aufgefallen” und in sich zusammengefallen.

    4. Reagan hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger Carter Arbeitsplätze geschaffen anstatt den Sozialstaat auszubauen. Das kommunistische Russland besiegt und alle Marionettenstaaten aus der Sklaverei befreit (also ohne einen einzigen Schuss abzugeben). Dank Reagan waren die USA die einzig verbliebene Supermacht und Billy-boy Clinton konnte anschließend den Kuchen essen bzw. verteilen, den Reagan gebacken hat. Clinton hat ein altes gescheitertes Schwachmatenrezept aus der Carter-Mottenkiste geholt und ein beispielloses “leiht-euch-soviel-Geld-ihr-wollt -Programm” aufgezogen (sogar mit Hilfe von zwei kommunistischer Richter, die die Banken zwangen Geld zu verleihen – obwohl klar war, dass das nie zurückbezahlt werden kann) – die US-Hypothekenkrise verdanken wir also dem Onkel Bill und nicht dem pöhsen texanischen Cowboy GWB.

    Und abschließend ganz tapfer sein! Der größte uneinholbare Schuldenmacher ist nicht etwa der pöhse Reagan sondern Genosse Obama.

  18. Klaus Kastner

    @Mercutio
    Mir geht es nur um die volkswirtschaftliche Logik; nicht darum, was die Nazis machen durften, was nicht und was sie gemacht haben.

    Mir scheint in der Tat, dass der keynesianische Eingriff der 1930er Jahre, wenn er in der Tat rechtzeitig eingebremst worden wäre, funktionieren hätte können. Immerhin wurde ja mit dem gedruckten Geld etwas Werthaltiges geschaffen (Waffen), das man – theoretisch – exportieren hätte können. Keynes alleine hätte das wohl nicht geschafft. Die ‘begleitende Psychologie’ muss auch eine Rolle gespielt haben. Damit meine ich die quasi hysterische Begeisterung für ein neues, 1.000-jähriges Reich. Mit einer solchen Begeisterung kann man Bürger dafür gewinnnen, kurzfristigen Konsum für ein langfristiges ‘Gut’ zu opfern.

    So sehr ich mich oft über die Schreibereien von Prof. Krugman wundere, er schreibt auch gute Sachen. Z. B. schlug er kürzlich einmal vor, dass die Erde von Außerirdischen attackiert werden sollte. Dann gäbe es keine Austeritätsdebatten mehr; keine Klagen über gesunkene Lebensstandards oder Arbeitslosigket; etc. Dann würde die ganze Menschheit motiviert sein, alles zu geben, um die Außerirdischen abzuwehren. Am Ende dieser Übung wäre möglicherweise die ganze Menschheit pleite, aber sie wäre für einen guten Zweck pleite gegangen und könnte wieder mit dem Wiederaufbau beginnen. Lohnt sich, darüber nachzudenken…

  19. Sven Lagler

    @Harbi

    Bill Clinton hat auch die Trennung der Sparkassen und Investmentbanken (Glass Steagall Act) aufgehoben.
    So gesehen verdanken wir die Lehman Pleite zu einem großen Teil auch diesem politisch korrekten und „charismatischen“ Präsidenten.

  20. Sven Lagler

    @Klaus Kastner

    Wozu bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung gegen Außerirdische um einen Reset zu erreichen ?
    Die Fokussierung auf Feinde hat bisher immer einen großen Schaden angerichtet und würde hauptsächlich der Waffenindustrie helfen.
    Die Unfinanzierbarkeit der Sozialsysteme und die politischen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des nicht funktionsfähigen Euros erreichen dieses Ziel leider in naher Zukunft auch so.

  21. Der Unternehmer

    @Harbi
    Mein Einwurf war keine Verteidigung für irgendjemand, sondern eine sachliche Feststellung.

    In der Tat sind z. B. die Rockefellers Mitglieder der Fabier.

    Hitler war übrigens der erste Politiker, der die Lehren Keynes’ im großen Stil umsetzte. Punktgenau warf der amerikanische Ökonom Henry C. Simon auch Keynes vor, sein Werk hätte das Zeug, zur Bibel der faschistischen Bewegung und anderer Tyrannen zu werden.

    Heute ist Keynes das große Vorbild der Semisozialisten aus allen Parteien oder der Neofaschistischen bei den Grünen.

  22. Schabeltierfresser

    1. “Neoliberal als auch Neokonservativ” sind Wortkreationen die die Linken mangels Erfolg, ursprünglich SICH selber verpasst haben (eine “nettere” liberale bzw. konservative Politik versprechen und dann anschließend linke Politik machen).

    Kann schon sein, aber wenn sich der Blogger hier den Neoliberalismus so auf die Fahne heftet, wird es ja wohl erlaubt sein, zu erwähnen, dass von Thatcher bis Bush Jr. auch diese Politikrichtung den militärischen Massenmord ordentlich für ihre Zwecke missbraucht hat.

  23. Der Unternehmer

    @Schabeltierfresser
    George Bush als Liberalen zu bezeichnen ist schon ziemlich verwegen. Bush war und ist durch und durch Keynesianer und der klassische Vertreter des modernen demokratischen Staates. Der semidiktatorische Wohlfahrtsstaat.

    Libertäre kämpfen gegen diese Zustände.

  24. Harbi

    aaaaaaaa :
    @Schabeltierfresser
    Dir fällt nicht auf, dass Militärs eine staatliche Geschichte sind und damit per Definition sozialistisch?

    Ich leihe mir mal kurz diese “Definition” aus und behaupte: Ein Servierwagen wird zum GTK Boxer und ein Tandemfahrrad zum SPZ Puma. Spaß beiseite 😉 Eigenes Militär zu unterhalten ist nicht sozialistisch – sondern pure Logik. Die meisten Kriege werden übrigens von Linken geführt.

    Schabeltierfresser :

    1. “Neoliberal als auch Neokonservativ” sind Wortkreationen die die Linken mangels Erfolg, ursprünglich SICH selber verpasst haben (eine “nettere” liberale bzw. konservative Politik versprechen und dann anschließend linke Politik machen).

    Kann schon sein, aber wenn sich der Blogger hier den Neoliberalismus so auf die Fahne heftet, wird es ja wohl erlaubt sein, zu erwähnen, dass von Thatcher bis Bush Jr. auch diese Politikrichtung den militärischen Massenmord ordentlich für ihre Zwecke missbraucht hat.

    Thatcher war eine KONSERVATIVE (die die linke Deppenpolitik ihrer Vorgänger ausbaden musste) und drückte dringende Reformen durch (Blair fuhr dann später die Ernte ein).
    Bush I war ein innerparteilicher Gegner von Reagan gewesen und sein Sohn tickte genauso (grundsätzlich rechts aber ökonomisch ein Linker). Dieser Schlag Republikaner hat heute das Sagen in der Partei und schickt nur noch parteilinke Kandidaten ins Rennen.
    Ihr Linken seit schon ein komisches Völkchen. Wenn ein linker Politiker in einer ehemals rechten Partei, klassischen linken Voodoo zaubert, dann (aber nur dann) passt euch das nicht.

    Welchen “militärischen Massenmord” haben denn die Zwei für “ihre Zwecke missbraucht”?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.