Höchste Zeit, sein Erspartes zu retten…

Von | 20. Mai 2016

“Nach wie vor kreieren die Notenbanken mit ihrer irrsinnigen Niedrigzinspolitik eine Finanzmarktblase nach der anderen, um das Geldkarussell weiterhin am Laufen zu halten und um einige wenige immer reicher und viele immer ärmer zu machen. Dies bedeutet für uns einerseits, dass die Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten weiter mit neuem zusätzlichem Geld aufgepumpt und andererseits Sparer mit null Prozent Zinsen enteignet werden. Und junge Menschen werden der Möglichkeit beraubt, für das Alter etwas anzusparen.

Dank Draghis Politik der günstigen Refinanzierung werden die Euro-Staaten dazu verführt, dringend erforderliche Reformen aufzuschieben und weiter entspannt auf Pump zu leben. Trotz verheerender Wirtschaftslage, Rekordarbeitslosigkeit und Rekordverschuldung ist für viele Staaten Geld billiger denn je.

Fakt ist, dass anstehende Probleme dadurch nicht gelöst, sondern noch vergrößert werden. Durch die exzessive Verschuldung und die mangelnde Bereitschaft, nachhaltige Strukturreformen anzuschieben, ist der Crash mehr als nur vorhersehbar.

Offensichtlich hat Draghi aus dem Auge verloren, dass die letzte Krise durch viel zu niedrige Zinsen und damit durch viel zu viel billiges Geld entstanden ist. Die niedrigen Zinsen führten zu Exzessen und massiven Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten.

Es wird uns alle treffen

Derzeit werden die Märkte aufgrund historisch niedriger Zinsen mit unendlich viel billigem Geld geflutet. Jedoch wird es Draghi weder gelingen, die gewünschte Inflation noch den Konsum anzuheizen. Das einzige, was ihm gelingen wird, ist die Bildung gigantischer Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten, die Zerstörung unseres soliden Bankensystems der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, die Erhöhung von Kontogebühren und zukünftig die immer größere Beschränkung des Bargelds. Ist uns Bürgern erst einmal der Zugang zum Bargeld verwehrt, kann uns die EZB mit Negativzinsen problemlos enteignen.

Um die nächsten Krisen aufzufangen, wird die finanzielle Repression gegen uns Bürger global ausgeweitet und in Zukunft noch mehr finanzielle Restriktionen fordern. Die Marschrichtung in den letzten Jahren spricht Bände, wohin die Reise geht. Die Zinsen sind nahe Null und weit unter der Inflationsrate – so wird der Sparer enteignet. (hier)

14 Gedanken zu „Höchste Zeit, sein Erspartes zu retten…

  1. Lisa

    Mit 0% Zins könnte ich sogar leben, wenn das Sparguthaben nicht inflationsbedingt geschmälert und als Vermögen versteuert – also ebenfalls geschröpft – würde. So, wie die Lage heute ist, verführt man die Leute zum Schuldenmachen und zum Spekulieren – ein kindischer verantwortungsloser Umgang mit Geld. Oder auch einfach eine resignierte hoffnungslose après-moi- le-déluge-Wurschtigkeit, eine Art kollektive Depression…

  2. Selbstdenker

    @Lisa:
    “So, wie die Lage heute ist, verführt man die Leute zum Schuldenmachen und zum Spekulieren…”

    Dieser Tage hatte ich ein privates Gespräch mit einem Banker: Die meisten Kreditnehmer gehen davon aus, dass sie die Schulden nicht mehr zurück zahlen müssten und keiner denkt mehr an steigende Zinsen.

    Die wenigsten haben Eigenmittel. Wenn ihnen die Bank A den Kredit nicht gibt, gibt ihnen die Bank B den Kredit. Es findet de facto keine seriöse Kreditprüfung mehr statt.

    Sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern oder die Zinsen in die Höhe gehen, werden der Reihe nach Kredite fällig. Damit fallen die Sicherheiten für die Kredite weg und weitere Kredite werden fällig gestellt.

    Im Grunde genommen hat die EZB mit der verantwortungslosen Nullzins-Politik Rahmenbedingungen geschaffen, die in einer europäischen Subprime-Krise münden werden.

    Wer wird dann die billigen Immobilien aufkaufen?
    Guess what?!

  3. Herbert Manninger

    Vielleicht ist ein satter Crash die einzige Chance, dass die unkontrollierte Masseneinwanderung ein Ende findet.
    Gibt´s kein Geld mehr, empfinden die ,,Schutzsuchenden” unseren Staat als nicht mehr ,,sicher genug” und flüchten in Staaten, wo noch vorhandene Wohlstandsbürger ihre eingetrichterten Schuldgefühle politisch korrekt abarbeiten.

  4. Reini

    @Herbert Manninger,… dann würd ich schon mal zu Hause aufrüsten. Mann und Frau sollte sich bewaffnen, um sein Eigentum zu Schützen!

  5. Fragolin

    @Herbert Manninger
    Welche Staaten schweben Ihnen da vor? Ich sehe das eher als eine Sackgasse – gibts nichts mehr vom Staat, werden die Heuschrecken mit Plündern beginnen. Es endet in Krieg und Chaos – wie geschichtlich betrachtet eigentlich immer.

  6. Selbstdenker

    @Herbert Manninger
    Oder sie kaufen billig Sachwerte auf.
    Was das Thema Migration anlangt, scheint irrsinnig viel Geld im Spiel zu sein.

    “wo noch vorhandene Wohlstandsbürger ihre eingetrichterten Schuldgefühle politisch korrekt abarbeiten.”

    Korrekturvorschlag:
    “wo noch vorhandene Wohlstandsbürger ihre eingetrichterten Schuldgefühle auf Kosten andererpolitisch korrekt abarbeiten.”

  7. Juan Carlos Recalde

    @ Herbert Manninger
    “wo noch vorhandene Wohlstandsbürger ihre eingetrichterten Schuldgefühle politisch korrekt abarbeiten.”

    Nix neues, aber so schön formuliert, dass es dafür von mir ein großes Lob gibt. 😀

  8. Hanna

    Erspartes zu retten wird möglich sein, nicht zuletzt aufgrund von informtiven Blogs wie “ortneronline” – in diesem Sinne nachträglich “Happy Birthday” an den Hausherrn!

  9. sokrates9

    Dass ohne Zinsen das gesamte bisherige Wirtschaftsmodell zusammenbricht kann man leider den neuen Mittelschülern nicht erklären! Wenn man beim Prozentrechnen Schwierigkeiten hat, kann man über solche Dinge nicht mehr reden und sie erklären! Schuldenmachen reicht, Geld wird schließ0lich eh nur gedruckt..

  10. Falke

    Eigentlich kann der Staat kein Interesse an niedrigen (oder gar keinen) Zinsen auf Spargelder haben. Er holt sich ja 25% KEST davon – und von Null ist die KEST ebenfalls Null. Daher wundert es mich, dass die Politik sich da so still (oder sogar pro 0-Zinsen) verhält.

  11. Selbstdenker

    @Falke:
    Schäuble hat den Negativzins deshalb auch als nicht abzugsfähige Gebühr definiert. Sonst könnte ja wer auf die Idee kommen und den Negativzins von der Steuer abziehen.

  12. Seerose

    @ Der richtige Leckerbissen fuer den Staat ist die Negativsteuer auf alle Sparguthaben. Mit der Nullprozentregelung wird der Sparer nur auf die Negativzinsen vorbereitet, aber der Staat holt sich dann alles (soll ich sagen mit Zins- Zinseszinsen?) wieder zurueck.

  13. CE___

    Guter Artikel der den eingeschlagenen Weg im heutigen Geldsozialismus beschreibt.

    Fatalistisch gesehen kann man schon der Meinung sein:

    Sollen die Geldsozialisten in Politik und Finanz doch nun endlich voll durchstarten mit ihren Bargeld-Enteignungen via Nutzungsverboten, Bail-Ins, Negativzinsen (ned läppischen 0,4% p.a., sondern gleich 4% p.m.) und anderer Verbrechen gegen die Bürger.

    Denn dann:

    – klopfen alle – ausser Narren – ihre Euro-Bargeldbestände und Euro-Guthaben auf Banken, Versicherungen, etc. im Tausch gegen altbekannte Sachwerte wie Gold, Silber, etc. aus dem Fenster, und falls das auch verboten wird (was anzunehmen ist), gegen “Alternative Investments”, wie salopp gesagt die Klopapierbestände der Familie für die nächsten 30 Jahre, und auch wenn das Zeug dann aus dem Kellerfenster herausquillen sollte….

    – und, und noch viel wichtiger als obiger Punkt, es stellen alle – bis auf Narren natürlich – jegliche freiwillige Erwerbsarbeit (egal ob Unternehmer oder AN) gegen Euro ein…dann was hat der Tausch Arbeit (für Unternehmer noch dazu Risiko) gegen Euro einen Sinn, wenn die Verwendung des Euro dermassen eingeschränkt und kanalisiert ist, bzw. Euro-Bestände die nicht sofort konsumiert (verfressen und versoffen) werden dem Schwund durch Negativzinsen preisgegeben sind…

    Umso schneller ist der Ofen dieses kaputten und sich im Limbo befindlichen Systems aus und Bürger hat die neue Chance seine eigene unwiderbringliche Lebensarbeitszeit in einem hoffentlich kommenden besseren Geldsystem gegen Geld einzutauschen welche nicht beliebig vermehrbar ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.