Höhere Steuern für kluge & schöne Menschen?

Von | 20. August 2015

(C.O.) Dass die einen (eher wenigen) ein kleines Vermögen erben und die anderen (eher vielen) nichts, wird allgemein als „ungerecht“ empfunden. Das ist auch insofern irgendwie nachvollziehbar, als der fröhliche Erbe für diesen Vermögensvorteil ja keinerlei Leistung erbringen musste außer der, sich die richtigen Eltern ausgesucht zu haben. Und reich zu werden, ohne sich diesen Reichtum verdient zu haben, gilt eben den meisten Menschen als klassische Ungerechtigkeit (außer natürlich, wenn sie selbst davon betroffen sind).

Politisch wird daraus meist die Forderung abgeleitet, Erben stärker zu besteuern.

Nun gibt es in der Tat ein paar ganz gute Gründe, Erben zu besteuern; freilich nur, wenn dadurch nicht die eh schon irre hohe Steuerlast noch weiter gesteigert würde. Über Erbschaftssteuern soll man vernünftigerweise erst reden, wenn absolut sicher gestellt ist, dass dafür andere Steuern zumindest im gleichen Ausmaß gesenkt werden, besser noch in  einem höheren Ausmaß gesenkt werden.

Nur mit einem Argument sollte man Erbschaftssteuern auf gar keinem Fall begründen: damit, dass Erben ungerecht sei.

Die Natur scheut sich nämlich nicht im Geringsten um „Gerechtigkeit“ und stattet die Menschen nicht nur mit unterschiedlichen Erbschaften aus. Sie sorgt dafür, dass die Menschen auch in anderer als ökonomischer Hinsicht mit höchst unterschiedlichen Lebenschancen auf die Welt kommen. Die einen sind Schön, die anderen potthässlich, die einen superschlau und die anderen etwas langsam von Begriff, die einen kommen mit irgendwelchen tollen Talenten  auf die Welt, die anderen mit Tollpatschigkeit.

All das erhöht oder verringert die Chancen eines Menschen, wohlhabend zu werden, vermutlich genauso stark wie eine Erbschaft. Seriöse Untersuchungen ergeben etwa immer wieder, dass gut aussehende Menschen bei ansonsten gleicher Qualifikation um etwa 20% mehr verdienen als unansehnliche Personen. Bei einem Einkommen von 3.000 Euro im Monat entspricht das über ein Arbeitsleben von 40 Jahren einen Unterschied von 336.000 Euro, was durchaus auch eine ganz nette Erbschaft darstellt. Und dass ein besonderes musikalisches oder sportliches Talent zu Millioneneinkommen führen kann, ist bekannt.

Wer Erben aus Gründen der „Gerechtigkeit“ besteuern will, muß deshalb aus rein logischen Gründen alle anderen zufälligen „Ungerechtigkeiten“ – Schönheit, Klugheit, Talent und so weiter – ebenfalls einer Besteuerung unterziehen, um diese „Ungerechtigkeiten“ auszugleichen.

Womit, wie so oft, aus dem Versuch, Gerechtigkeit zu schaffen, ziemlich viel neue Ungerechtigkeit entstünde. (F&F)

16 Gedanken zu „Höhere Steuern für kluge & schöne Menschen?

  1. PeterT

    Diese höheren Steuern auf talentierte Menschen gibt es schon – es nennt sich Progression

  2. SeS

    Wobei die Progression vor allem auch fleißige(re) Menschen trifft. Immerhin ist Dank der hohen Steuerlast der Aufbau von Vermögen ohnehin nur als Over-Achiever möglich.

  3. Christian Weiss

    “Diese höheren Steuern auf talentierte Menschen gibt es schon – es nennt sich Progression”

    Man müsste der Gerechtigkeit zuliebe allerdings noch den Fleissfaktor herausrechnen. Vielleicht sollten die Steuerämter noch mit Daten zum täglichen Kalorienverbrauch und der Arbeitszeit versorgt werden, damit sie erheben können, wie sehr sich ein Mensch allein auf das naturgegebene Talent verlassen konnte (böse) oder wie sehr er nur mit Zähigkeit und Arbeit zu seinem Einkommen gekommen ist (gut, sofern nicht zu viel Geld verdient wird. Einen zerstörerischen Wettbewerb um immer mehr Arbeit wollen wir ja auch nicht).

  4. Andreas Tögel

    Was von den traditionell unterbelichteten Gerechtisten stets ausgeblendet wird: Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen der Besteuerung einer bestehenden Substanz und der Besteuerung einer Flussgröße (z. B. eines Einkommens). Das “Argument”, dass ein Erbe dafür nichts geleistet hat, ist völlig irrelevant. Sein Vater (oder wer auch immer) hat es getan. Und allein seine Vorstellungen davon, was nach seinem Tode mit seinem (längst versteuerten) Vermögensbestand geschehen soll, sind von Belang. Denn er hat schließlich etwas dafür geleistet und beim Erwerb Steuern bezahlt, nicht irgendwelche nichtsnutzigen Gewerkschaftsbonzen oder Caritaskasper.

    Rein funktional könnte argumentiert werden, dass das Interesse der Vermögenden daran, auch nur einen Krümel ihres Vermögens bis zum Lebensende nicht zu verkonsumieren, falls die Gefahr besteht, die organisierte Kriminalität (der Staat) könnte sich daran vergreifen, endenwollend sein wird. Welche Konsequenz das für den Kapitalstock – und damit für den Wohlstand der nächsten Generation hat, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Denn was in die benebelten Hirne der neidgetriebenen Umverteiler wohl nie hineingehen wird: Vermögen bestehen zu kleinsten Teilen aus Jagdschlössern, Luxusyachten, Brillantdiademen und Rembrandt-Gemälden. Zum größten Teil stecken die Vermögen in Produktivkapital. Und dessen Existenz dürfte für die Arbeitsplätze (und damit das Einkommen) besitzloser Proleten irgendwie nicht ganz unwichtig sein. Nicht jeder kann schließlich für Bund, Post und Bahn “arbeiten”…

  5. Thomas Holzer

    Alleine daß über Steuern auf Erbschaften überhaupt diskutiert wird zeigt, wie sehr sich der Leviathan via staatlichem Kollektivismus schon in die Gehirne der meisten Menschen hineingefressen hat.
    Die Grenzen zwischen Privat und Staat werden immer mehr -natürlich nur schrittweise, dafür aber umso schneller- zu Gunsten des Staates verschoben, bis zu dem Moment, wo dann alles, ganz demokratisch, nur mehr öffentlich ist

  6. Mourawetz

    “Nun gibt es in der Tat ein paar ganz gute Gründe, Erben zu besteuern. ….”
    Im mindestens gleichen Ausmaß wie man Vermögen besteuert, soll Arbeit – direkt oder indirekt – weniger besteuert werden. Somit wird der Aufbau von Vermögen weniger behindert, dafür wird dieses besteuert, wenn man eines aufgebaut hat. So ist es in der Schweiz. Ich finde zwar nicht, dass das die perfekte Lösung ist. Aber besser als das, was wir heute haben, ist es allemal. Deutlich besser!

    Damit erklärt sich C.O.s Befürwortung von Erbschaftssteuern im Interview vor kurzem.

  7. Fragolin

    Um es ein wenig deftig auszudrücken (ich hoffe, der Hausherr eliminiert mich dafür nicht): Wenn ich mein Geld mit ehrlicher Leistung verdient habe und sich der wegelagerische Staat mit Gewaltandrohung seine fette Beute davon eingekrallt, dann geht es ihn einen vorsichtig formuliert Scheißdreck an, ob ich dieses Geld vergrabe, auffresse, verschenke oder einfach aufhebe, bis meine Kinder es erben können. Auch in der Hand meiner Kinder bleibt es mein Geld, nur dass sie jetzt damit machen können, was sie wollen. Wem ich die Verfügungsgewalt über meine Vermögenswerte zugestehe, braucht jene Schmarotzer, die ihr ganzes speckmadiges Leben nur durch den Diebstahl an den Früchten meiner Arbeit finanzieren, nicht zu interessieren.
    Kümmert’s euch um euren Dreck, ihr habt eh genug davon am Stecken!

  8. Syria Forever

    (…)Wer Erben aus Gründen der „Gerechtigkeit“ besteuern will, muß deshalb aus rein logischen Gründen alle anderen zufälligen „Ungerechtigkeiten“ – Schönheit, Klugheit, Talent und so weiter – ebenfalls einer Besteuerung unterziehen, um diese „Ungerechtigkeiten“ auszugleichen.(…)

    Weil es der Zufall will..
    Steuern folgen später. Zuerst wird die Vollverschleierung zur Pflicht damit hübsche Damen, wie z.b. Frau Claudia Roth, auch zu etwas kommen. Es mag Unglaublich klingen doch schlimmer als eine Meute Damen in Vollverschleierung kann eine ganze Gruppe IS-Mörder nicht sein!
    Shalom

  9. Sozialrat

    In der Regel entsteht Familienvermögen durch Fleiß und Konsumverzicht. Wer in einem ordentlichen Bürgerhaushalt und oder Unternehmerhaushalt aufgewchachsen ist weiß ein Lied davon zu singen. Auch haben die späteren Erben von mittelständischen Unternehmen oft selbst einen gehörigen Beitrag zum Familienvermögen beigetragen. Man kennt halt den Unterschied von Familien mit einer “schwäbischen Hausfrau” und von solchen, wo alles Einkommen in den Konsum von Eltern und Kindern floss. Die überwiegende Mehrzahl der mittleren Familienvermögen stammen aus Fleiß und Sparsamkeit. Das sind halt Tugenden, die bei Kevin und Jessica nicht so hoch im Kurs sehen.

  10. Christian Peter

    Vor allem treffen Vermögenssteuern nur den Mittelstand. Sehr viel vernünftiger wäre es, Steuerprivilegien und Milliardensubventionen an Großunternehmen und Konzerne einzustellen und den Mittelstand endlich steuerlich zu entlasten.

  11. Christian Weiss

    “Gerechtigkeit” ist ein derart subjektiver Begriff, dass er als Basis für ein Rechts- und Staatswesen höchst untauglich ist. In der Schweiz hatten wir gerade eben eine längere Diskussion ums Thema Erbschaftssteuer (Eine für alle Kantone verpflichtende Erbschaftssteuer stand im Frühling zur Abstimmung und wurde sehr deutlich verworfen.).

    Der Auslöser für die Erbschaftssteuer ist immer der gleiche: Die Erbschaftssteuer ist “die gerechteste aller Steuern”. Und dann schaut man etwas genauer nach und merkt, was da für ein Rattenschwanz an Problemen nachkommt bei dieser angeblich so gerechten Steuer:
    Am Beispiel der von den Schweizer Sozialdemokraten initiierten Steuer:
    1. Ja sinken dann wenigstens die anderen Steuern? Hahaha, ja klar. Schon mal so was gesehen, dass eine neue Steuer eine alte ersetzt hat und die Gesamtsteuerlast nicht gestiegen ist?
    2. Was passiert, wenn Unternehmen vererbt werden? Das Initiativkomitee hat plötzlich mit immer höheren Freibeträgen hantiert, weil sie doch noch gemerkt haben, dass es ruinös sein kann, wenn man den Unternehmen bei der Weitervererbung das Kapital nimmt. Unternehmen mit einem Steuerwert von bis zu 50 Millionen Franken im Familienbesitz sollten steuerfrei vererbt werden können. Allerdings unter der Bedingung, dass die Erben die Firma min. 10 Jahre im Besitz halten. Dann fragt man sich dann a) und warum sollen die Unternehmer, die so erfolgreich waren, dass ihr Unternehmen mehr als 50 Millionen wert ist, bezahlen und die anderen nicht? Je mehr Arbeitsplätze einer schafft, desto härter wird er durch die Steuer bestraft? Gerecht? B) Was soll der Sinn sein, wenn man Erben dazu zwingt, die Führung des ererbten Unternehmens anzutreten, damit sie keine Erbschaftssteuer zahlen müssen, wenn sie dazu gar nicht in der Lage sind oder sich nicht in der Lage fühlen? c) Und wenn die Firma eine Aktiengesellschaft im Streubesitz ist, wird also Erbschaftssteuer fällig und der Erbe muss vielleicht Aktien verkaufen. Was soll das bringen, wenn ein anderer Investor für die Kapitallücke einspringen soll? Der hätte das Geld ja wo anders reinstecken können, statt einfach die Löcher zu stopfen, welche der Staat mit seiner Besteuerung verursacht hat und der ja mit dem Steuerertrag keine Wertschöpfung erzielt, sondern nur Allmosen verteilt.
    3. Warum initiieren Sozialdemokraten und Konsorten immer wieder solche Gerechtigkeitsvorstösse, bei denen sie selber gerade noch durchschlüpfen können. Für nicht unternehmerisch gebundenes Kapital wäre der Freibetrag bei der Schweizer Erbschaftsinitiative 2 Millionen Franken gewesen. Ein Schuft, der böses dabei denkt. Aber irgendwie ist das gerade so die Grösse, wo der wohl situierte Sozialdemokrat mit Eigenheim noch unten durchkommt. Gleiches kennt man ja auch von der deutschen Linkspartei, die eine 100%-Besteuerung ab 500’000 Euro Einkommen wollte. Da war wohl auch das höchste Funktionärsgehalt, dass der gemeine Linke im Staatsdienst erreichen kann, der Grenzwert.
    Der willkürlich (oder eben vielleicht doch nicht so willkürlich) gewählte Freibetrag hätte auch dazu geführt, dass ein Alleinerbe von 2 Millionen Franken keine Steuern bezahlt hätte. Drei Nachkommen eines 4-Millionen-Erblassers, wo es also für jeden nur 1,333 Mio. gegen hätte, hätten Steuern bezahlt.
    4. Und dann geht es ja immer auch um die Frage, warum das Erbe noch besteuert werden soll, wenn das Einkommen, mit dem die Erbschaft aufgebaut wurde, schon versteuert wurde und das Vermögen, dass die Erbschaft dann beim Tod bildet, ebenfalls schon besteuert wurde. Dann kommt jetzt noch eine dritte Besteuerung, weil der Erblasser so blöd war, Geld zu sparen? Gerecht?
    5. In der Schweiz hätte die Initiative auch noch einen Eingriff in die Steuerhoheit der Kantone gehabt. Es gibt Kantone, die Erbschaftssteuern haben. Kann jeder festlegen, wie er will. Aber was soll der Irrsinn, eine solche Steuer auch Kantonen aufzuerlegen, die diese nicht wollen? Kantone, die schlank und rank aber solide finanziert sind, hätten auf einmal noch eine neue Steuer gehabt, die sie gar nicht gebraucht hätten und die nur ihre Fiskalpolitik durcheinander gebracht hätte.

    Bei der Erbschaftssteuer mag es verschiedene Modelle geben. Der Unterschied besteht wohl im wesentlichen darin, dass die einen Modelle bescheuert sind und die anderen schwachsinnig im Quadrat.

  12. Der Bockerer

    Kluge Menschen sind sowieso verdächtig. Das wussten schon die Roten Khmer in Kamodscha.

  13. Fragolin

    @Christian Weiss
    Absolut richtig. Nur in Punkt 4 hätte ich es noch härter formuliert: Dann kommt jetzt noch eine dritte Besteuerung, weil der Erblasser so blöd war zu sterben, bevor er alles verbladern konnte.
    Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welchem schwachsinnigen Gerechtigkeitsgefasel die Straßenräuber ihre gierigen Finger immer tiefer in die Taschen der Fleißigen stecken. Wahrscheinlich kommt daher auch das linke Märchen von der grenzenlosen Gier der bösen Kapitalisten: die Politiker, Bonzen und Hofschranzen an ihren Futtertrögen können es einfach nicht lassen, von sich auf andere zu schließen.

  14. Fragolin

    Übrigens für mich auch delikat, dass Leute aus geschützten Werkstätten, die in ihrem ganzen Leben noch nicht einen Finger für ihre fetten Einkünfte aus von anderen abgepresstem Geld gekrümmt haben, sich so echauffieren, dass Erben ein “leistungsfreies Einkommen” wäre.
    Nur weil man selbst nix für sein Geld tun muss, heißt das nicht, dass Erben nicht schon seit Jahrzehnten am Erfolg ihrer Vorfahren mitgearbeitet haben.

  15. gms

    “Nun gibt es in der Tat ein paar ganz gute Gründe, Erben zu besteuern; freilich nur, wenn dadurch nicht die eh schon irre hohe Steuerlast noch weiter gesteigert würde.”

    Die Vorstellung, Arbeit (?!) könne durch Schenkungs- oder Erbschaftssteuern entlastet werden, ist eine absurde Denkfigur, zumal Arbeit als Abstraktum keinen einzigen Tropfen Schweiß vergießen und hierbei irgendwie entlastet werden könnte, sondern dies allein realen Menschen aus Fleisch und Blut vorbehalten ist. Keine noch so begriffsverwirrte Maus wird daran je einen Faden abbeißen.

    Wer also für Substanzsteuern *gute* Gründe behauptet, muß nicht minder gute Gründe für die Besteuerung des Untertanen in seiner Rolle als vollkommen passives Steuersubjekt gelten lassen. Auf reine Kopfsteuern zwecks “Entlastung der Arbeit” reagieren Linke allerdings hochgradig allergisch.

    Dabei aber haben auf bloßes Vorhandensein abzielende Steuern einen genialen Zusatzbenefit: Falls alle Untertanen aus Protest gegen die Besatzungsmächte im Parlament bis auf Weiteres jedwede fiskalisch relevante Tätigkeit einstellen, hätten die staatsnahen Raubritter dennoch ein Einkommen, zumal immer gestorben und damit auch nahezu unvermeidbar vererbt wird, wie gleichsam, wenn auch nicht permanent, aber zumindest für Jahrzehnte, Substanz zum fiskalischen Abgreifen vorhanden ist. Es gibt zwar keinerlei Leistung von irgendwem, weil einzig bereits zuvor Geschaffenes von einer Hand zur nächsten wandert, sei’s zu Lebzeiten oder posthum, aber wenigstens hat der Staat garantierte monetäre Zuflüsse. So muß für Linke das Paradies aussehen!

    Daher nochmal ganz langsam zum lauten Mitsingen für die Freunde der Erbschaftssteuer: Wenn man schon einen einzigen guten Grund für Steuern behaupten will, dann kann dieser allein darin bestehen, wonach eine entsprechend organisierte Allgemeinheit Hervorbringungen begünstigt, sprich all jenes, was sich unter nutzbaren und daher zwangsweise immer wieder zu erneuernden Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung zusammenfassen läßt. Die bloße Existenz von irgendetwas, im Anlaßfall Erben, Erblasser und Eigentumsüberträgen zwischen eben diesen, kann niemals valide Begehrlichkeiten der Allgemeinheit legitimieren. Wäre es anders, reduzierte sich der Staat zum Selbstzweck, — auf eine sich verzehrende Bestie, bloß weil ausreichend viele verwirrte Geister dies gut (sic!) finden.

  16. Fragolin

    Im Feudalsystem muss der Herr keine Rechenschaft ablegen über die Fron, die er dem Untertanen abpresst. Er ist nur gut beraten, den Untertanen Sand in die Augen zu streuen und sich als heldenhafter Robin Hood zu verkaufen, der nur die bösen Reichen abkassiert um die armen Armen zu unterstützen – in Wirklichkeit geht es nur um Selbstbereicherung. Und je mehr er abgreifen kann, ohne in Gefahr zu geraten von empörten Bauern auf die Mistgabel gesteckt zu werden, umso mehr greift er ab. Wenn es ihm auch noch gelungen ist das Zahlvieh dermaßen zu verblöden und mit Konsum zu sedieren, dass es den Trick nicht mehr durchschaut und ihm bei jeder neuen Abgreifaktion frenetisch zujubelt, dann lebt er im Paradies.
    Dieses Paradies der Partei-Feudalelite erleben wir gerade. Menschen, die freudig die Hälfte ihrer Ernte bei den Obertanen abliefern, wenn sie nur sicher sein können, dass andere noch viel mehr abliefern müssen. Herrlich, ein Herrschaftssystem das sich sozial und liberal nennt und mit der höchsten Abgabenquote der Geschichte allein auf Neid und Hass basiert…

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