Höhere Steuern? Weniger arbeiten!

Ein Leser schreibt mir: “Seit über 15 Jahren bin ich als selbständiger Unternehmer in der
EDV-Branche einer der Deppen der Nation. Mein Einkommen war in all den
Jahren durchwegs zufriedenstellend, eher durchschnittlich,
Steuerleistung und Sozialversicherungsabgaben entsprechend. Seit einigen Jahren verstärkt sich aber auch in mir der Eindruck, dass

es sich kaum noch lohnt, sich als Selbständiger leistungsmäßig zu
engagieren. Die Formel höheres Einkommen durch mehr Leistung
funktioniert mit Sicherheit nicht.

Deshalb habe ich überlegt, der staatlichen Abgaben-Ausbeutung,
verursacht durch hemmungslose Schuldenmacherei für die soziale
Hängemattte, auszuweichen und bin dazu übergegangen, mein Arbeitspensum
kontinuierlich zu reduzieren, Kundenprojekte auslaufen zu lassen und
weniger neue Aufträge zu übernehmen. Die seinerzeit mit einem Partner
gegründete Gesellschaft ist längst ruhend gemeldet.

Auf diese Weise verfüge ich immer noch über ein gesichertes
Grundeinkommen bei minimaler monatlicher Arbeitszeit, maximaler Freizeit
und gleichzeitig wesentlich geringerer Steuer- und
Sozialversicherungslast. Der Entgang für das Steuer- und
Sozialversicherungssystem ist erheblich! Sollte sich diese Strategie
bewähren, plane ich, mein Einkommen exakt so weit abzusenken, dass nur
noch der Mindestsozialversicherungsbeitrag zu bezahlen ist und gar keine
Einkommensteuer mehr.

Ob sich die Regierung so die Realwirtschaft vorstellt, bezweifle ich.
Ich habe mindestens noch 15 Jahre bis zur Pension, ob es dann überhaupt
noch eine Realwirtschaft und ein Steuer/Sozialsystem gibt, in das die
Deppen einzahlen……?  (N.N.)

38 comments

  1. MSc

    Ich mache das mittlerweile genauso, und einige Selbständige in meinem Umfeld detto.
    Und sollte ich jemals den Drang verspüren, wieder mehr und/oder etwas Neues zu machen, dann sicher nicht in Österreich ,,,
    LG von einem an die anderen selbständigen Deppen !

  2. Graf Berge von Grips

    Damit habe ich schon vor 4 Jahren begonnen.
    Das Finanzamt und deren permanenten Streitigkeiten mit der SVA tangieren mich nicht einmal mehr peripher.

  3. w.maurer

    Ich bin seit 45 Jahren selbständig, habe das von uns übernommene Handwerksunternehmen samt Mitarbeiteranzahl auf das zehnfache vergrößert und arbeite nach wie vor gemeinsam mit der Nachfolgegeneration, mit gleichbleibender Begeisterung an der Weiterentwicklung des Betriebes. Dass sich halt Deppen w.o. miterhalten lassen, entspricht leider dem Zeitgeist. Dem bin ich aber niemals nachgelaufen sondern immer ich selbst geblieben. Es gibt eben solche und andere Unternehmer.

  4. Thomas Holzer

    “Ob sich die Regierung so die Realwirtschaft vorstellt, bezweifle ich.”

    Dies sollten Sie nicht bezweifeln!
    Exakt so stellt sich die Regierung die “Realwirtschaft” im Sinne von EPU, KMU vor.
    Nur große Konzerne, staatseigene und staatsnahe Betriebe werden gefördert; der Rest ist für “unsere Wirtschaftskapazunder” unerheblich

  5. Zaungast

    Wer viel Steuern zahlen will, der soll es tun, und wer nicht, der soll es bleiben lassen. Es regelt sich dann alles von selbst, ganz demokratisch. Solange es keine Pflicht zur Arbeit und zum Konsum gibt…

  6. DTR

    @Christian Peter
    “Die Schröpfung des Mittelstands kennte keine Grenzen, während große bzw. multinationale Unternehmen keinen Cent Steuern bezahlen. Nach Schätzungen entgehen EU -Ländern durch (legale) Steuertricks multinationaler Unternehmen jährlich 1 Billion Euro (!!) an Steuereinnahmen”

    Na dann hat der Staat doch alle Möglichkeiten gegen zusteuern: Einfaches Steuersystem entwickln, das ohne ‘Steuerschlupflöcher’ auskommt. OK, das ist natürlich mit einem Machtverlust verbunden, da die Steuern dann nicht mehr zum steuern genutzt werden können. Aber dafür sind sie ja auch nicht gedacht… Wird wohl doch nicht so einfach.

  7. DTR

    Diese Arbeitszeitverkürzung wird doch schon seit langem gefordert. Wie oft habe ich schon gehört: “Arbeit ist genug da, wir müssen sie nur gerecht verteilen.”

    Ob sich aber Arbeit beliebig kleinteilig aufteilen lässt ohne das die Koordination überhand nimmt ist fraglich. Vorallem, da die Koordination ja dann auch wieder auf mehrere Schultern verteilt werden müsste, wenn man konsequent ist. Vor allem bei kreativer Arbeit, aus der dann z.B. neue Produkte und in Folge neue Arbeit(-splätze) entstehen können, ist wohl schwer einfach so zu ‘verteilen’.

  8. DNJ

    @DTR
    Multinationale Konzerne können sich im Unterschied zum Mittelständler auch leichter aussuchen, wo sie ihren Sitz haben.

  9. Sokrates

    Nachdem ich schuldenfrei bin, Haus / Wohnung /Autos ausfinanziert habe kann ich es mir nun leisten nur die Aufträge die mich interessieren anzunehmen! Erhebliche Steigerung meines persönlichen Komforts bei gleichzeitiger minimierung neiner Steuern! System funktioniert! Hätte ich schon paar Jahre früher machen sollen!!

  10. Herr Karl jun.

    @Christian Peter
    Ein (leider) wenig sachliches und polemisches Statement. Denn der sogenannte Mittelstand spielt im Umverteilungsapparat selbst die größte Rolle: Einmal als der gewichtigste Financier der enormen Betriebskosten dieses Apparates, ein andermal als Zahlmeister für den Umverteilungsfonds, in dem der “Mittelstand” sich zugleich als größte Empfängergruppe heimelig gemacht hat. Dieses Geschäftsmodell wirkt tatsächlich ziemlich wagemutig und gelinde gesagt wenig nachhaltig. Dennoch fungiert der so bejammerte Mittelstand als uneinsichtiger politischer Protektor dieses Modelles. Oder wer hat sonst die
    inzwischen sehr knapp gewordene Koalition über Jahrzehnte gewählt, wenn nicht der Mittelstand.
    Also liebe Mittelstandsangehörige: Selber schuld!

  11. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    es gibt keine legalen Steuertricks! Entweder ist etwas legal oder nicht; wenn die Politik per Gesetz Unternehmen ermöglicht, Steuern zu sparen, ist dieses Sparen schlicht und einfach legal, und sonst gar nichts.
    Die Politik soll nicht versuchen -leider meistens mit Erfolg- immer andere für ihre eigenen Fehler verantwortlich zu machen.

  12. DTR

    DNJ
    “Multinationale Konzerne können sich im Unterschied zum Mittelständler auch leichter aussuchen, wo sie ihren Sitz haben.”
    Was soll uns das jetzt sage? Müssen wir die Multinationalen Konzerne, die btw. auch Mittelständler sein können, dazu zwingen in Hochsteuerländern zu bleiben, damit diese Länder keine Steueranreitze mehr setzen müssen?
    Das funktioniert nur Kurzfristig, bis die Substanz verbraucht ist. Neue Investitionen werden dann wo anders getätigt. Ach ja, dann können wir ja Kapitalfluss kontrollen einführen um das Abwandern von Investitionen zu verhindern. Das muss dann aber noch viel schnell realisiert werden und ist mit Sicherheit nicht nachhaltig.

  13. gms

    Christian Peter,

    “Nach Schätzungen entgehen EU -Ländern durch (legale) Steuertricks multinationaler Unternehmen jährlich 1 Billion Euro (!!) an Steuereinnahmen”

    Drei deutsche Bundesjahresbudets sollen EU-weit also jährlich zusätzlich zu heben sein? Get a life! Ergänzend fragen Sie sich, weshalb Ihre Quelle (deutschlandfunk.de, Gesellschaft öffentlichen Rechts) keine Berechung dieser mit Doppel-Rufzeichen beschmückten Billion darlegt und sich statt dessen im Aufzählen reißerischer Einzelaspekte verliert.

    Die mit dem Rand eines Kaffetassentellers begrenzte Darstellung von Tricks und deren vorgeblichen Effekten verkennt zugleich die banale Tatsache, wonach jenes, was Konzerne als Steuern abführen müssen, sich u.a. in gezahlten Löhnen, Zukäufen bei Drittfirmen und Konsumentenpreisen spiegelt. There is no free lunch.

    Der Bauch mag noch so oft Ungerechtigkeit wittern — am Ende aller Ketten ist es immer und ausnahmlos das Individuum, dem der Staat Geld abnimmt. Der Glaube, durch Umschichtungen würde ein riesiges Abstraktum (=die Konzerne) die reale Kröte schlucken, ist zwar naheliegend und verbreitet, aber hochgradig naiv.

    Hüten wir uns davor, uns vor den Karren der Linken spannen zu lassen! Absurd hohe Zahlen und unsinnig verkürzte Argumente sind seit jeher deren erste Wahl, Leuten Sand in die Augen zu streuen. Ohne generelle Senkung der Abgabenquote wird dem Einzelnen kein zusätzlicher Cent in der Tasche bleiben, doch eben diese Senkung gerät aus dem Fokus, sobald man sich dem linken Konzern-Bashing anschließt.

  14. DTR

    @Christian Peter
    “es geht um faire Verteilung der Steuerlasten. Es kann angehen, dass Mittelständler in Deutschland durchschnittlich 49,4 % an Steuern zahlen (in anderen Ländern noch mehr : Italien 65,8 %, Frankreich : 64,7 %), während der Staat bei großen Unternehmen leer ausgeht.”

    Es geht um viel mehr als die faire Verteilung der Steuerlast. Es geht vor allem zu erst einmal um die Höhe der Steuerlast, nur dann kann auch etwas verteilt werden.

    Dann stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten gibt es die Steuerlast zu verteilen und gleichzeitig das gewünschte oder höhere Steueraufkommen zu erreichen. Jedes verschieben der Steuerlast hat nämlich, ob gewollt oder nicht, eine Auswirkung aufdas jeweilige Steuer Aufkommen, z.B. indem grosse Unternehmen in die Länder Abwandern in denen sie weniger Steuern zahlen.

    Was ist also die Lösung des Problems?

    Sich beschweren, das dem Staat wegen der ‘Schlupflöcher’ Billionen an Einnahmen entgehen ist keine Lösung, denn der Staat ist ja derjenige der die Regeln aufstellt. Die Unternehmen halten sich nur an diese. Also nochmal, wie sollte eine Lösung aussehen?

  15. gms

    Christian Peter,

    “es geht um faire Verteilung der Steuerlasten.”

    Sicher doch. “Fääär” ist dabei im gepreßten Tenor hervorzustammeln, und ohne die abgelutsche Phrase “es geht um” kann ein rotzgrüer Flachwurzler heute sowieso keinen Absatz mehr aufs Papier oder ins Mikrophon absondern. Alles andere — siehe oben.

  16. Christian Peter

    @dtr

    sehr viel Steuern werden Sie nicht bezahlen, wenn Ihnen das Wohlergehen großer Unternehmen mehr am Herzen liegt als das eigene Geldbörsel. Vermutlich (kleiner) Angestellter, nicht wahr ?

  17. menschmaschine

    @ gms

    wieder mal sehr richtig, was sie hier anmerken.
    was die konzern-basher wohl sagen würden, wenn sich die mächte des bösen namens siemens, vw, bayer oder wie sie alle heißen verabschieden würden und damit hunderttausende steuern und sozialabgaben generierende arbeitsplätze weg wären?
    ach, ich wills gar nicht wissen. wäre eh wieder nur unsinn. 🙂

  18. gms

    Christian Peter,

    “das Wohlergehen großer Unternehmen”

    Sie müssen jetzt sehr tapfer sein, denn ich verrate Ihnen jetzt etwas, das Ihr Weltbild pulverisieren wird: Ein Unternehmen ist ein Abstraktum, eine Marke, eine Vorstellung, eine juristische Person — als solches ist die Frage nach dessen Wohlergehen so relevant wir jene nach der maximalen Anzahl von Engeln auf einer Nadelspitze.

    Im Gegensatz dazu sind es ausnahmslos reale Personen, Individuen, die alleine oder im Verbund arbeiten, schwitzen und Entbehrungen aufsich nehmen, für die sie Rückflüsse erwarten. Was auch immer man meint, Unternehmen wegnehmen zu müssen, wird immer einzelne Menschen betreffen, sei es direkt über geringere Löhne oder höhere Ladenpreise, oder mittelbar über geringere Renten oder last not least dem Totalverlust durch Abwanderungen von Unternehmen aus den Steuerwüsten.

    Kern linker Propaganda ist das Generieren von Feinbildern. Was sollte dafür besser geignet sein als ein diffuses Etwas, das als Konzern vorgeblich irgendwo über den Wolken schwebt und wie im Film “Matrix” ihre Opfer bewirtschaftet.
    Respekt — Herr Peter — Klassenkampf 2.0 mit Ihnen als Megaphon zur Intensivierung kollektiver Irrtümer. Fehlt bloß noch, daß Sie Ihre Ansage “Vermutlich (kleiner) Angestellter, nicht wahr?” auf alle ausdehnen wollen, denen Ihr einsilbiges Treiben hier zum Hals raushängt.

  19. DNJ

    @DTR
    “Müssen wir die Multinationalen Konzerne, die btw. auch Mittelständler sein können, dazu zwingen in Hochsteuerländern zu bleiben, damit diese Länder keine Steueranreitze mehr setzen müssen?”

    Habe ich nicht gesagt, nur dass Großkonzerne es sich eben leichter aussuchen können als ein Mittelständler. That’s all.

  20. Thomas Holzer

    Meine Herren!, so ich recht in der Annahme gehe 🙂

    “Christian Peter” hat schon recht 😉 auch dem Herrn Felber geht es ja um das Wohlergehen, das Gemeinwohl, und den OEPV/SPOElern und allen anderen im Parlament vertretenen Parteien ebenso. Der eine nennt es “Flügel verleihen, geil”, der andere spricht von (Volks)Gemeinschaft und meint die autochthonen Österreicher, und die Grünen faseln was vom “guten Menschen”.
    Es geht doch allen nur mehr -erfreulicher Weise- 😉 um das Wohlergehen aller, der ganzen Menschheit in diesem Universum, und die Marsmännchen werden natürlich in das sozialistische Abendgebet auch einbezogen; also: Friede, Freude, Eierkuchen, was wollen wir mehr 🙂

  21. Christian Peter

    Mittelstand als Melkkuh der Nation :

    Der Mittelstand erbringt 80 % des Steueraufkommens, während Großkonzerne und Kapitalgesellschaften mehr Subventionen erhalten, als sie an Steuern abführen.

    Die Forderungen des Mittelstands lauten :

    ° Steuergleichheit der Unternehmensformen (keine Privilegien für Konzerne und Kapitalgesellschaften).
    ° Steuerfreiheit des im Unternehmen verbleibenden Gewinns.
    ° Selbstverantwortung statt Bevormundung in den Sozialsystemen.
    ° Deregulierung (Rückbau der Gesetztesflut).

  22. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    “während Großkonzerne und Kapitalgesellschaften mehr Subventionen erhalten, als sie an Steuern abführen”

    Beweise, Fakten bitte, Leerformeln/sätze liefern uns unsere Politiker zur Genüge!

  23. Christian Peter

    @thomas holzer

    die Zahlen stammen aus Forschungsarbeiten des Mittelstandsinstituts Niedersachsen e.V.. Demnach handelt es sich bei Großunternehmen (seit mehr als einem Jahrzehnt) um Netto-Subventionsempfänger, bei der Arbeiterschaft um Netto-Sozialtransferempfänger, während der Mittelstand netto für mehr als 80 % der öffentlichen Finanzen (Steuern und Sozialabgaben) aufkommt.

    Außerdem beschäftigen mittelständische Unternehmen mehr als 80 % aller Arbeitnehmer, bilden 85 % der Lehrlinge aus, während Kapitalgesellschaften an beschäftigungspolitischer Bedeutung verlieren.

    http://www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de/

  24. gms

    Christian Peter,

    “.. während Kapitalgesellschaften an beschäftigungspolitischer Bedeutung verlieren.”

    Interessant. Zeigen Sie dem staunenden Publikum hier doch mal einen Mittelstandsbetrieb, der weder eine GmbH noch eine AG ist. Daß beides Kapitalgesellschaften sind, wird Ihnen ein Kundiger Ihrer Wahl und Vertrauens auf Anfrage gewiß bestätigen. Ihr Rittern für Personengesellschaften in allen Ehren, doch steht zu vermuten, Ihnen sei weniger infantile Unkenntnis basaler Fakten vorzuwerfen, als gezielte Verunglimpfung des Wortes “Kapital”.

  25. DTR

    @Christian Peter
    “sehr viel Steuern werden Sie nicht bezahlen, wenn Ihnen das Wohlergehen großer Unternehmen mehr am Herzen liegt als das eigene Geldbörsel. Vermutlich (kleiner) Angestellter, nicht wahr ?”

    Ich verstehe nicht, was mein Gehalt, oder meine persönliche Steuerlast mit dem Thema zu tun hat.
    Auch die Unterscheidung nach dem Wohlergehen von Unternehmen, egal welcher Grösse, und meines Geldbeutels ist nicht hilfreich, da es an der Diskusion vorbei geht und da sich diese Trennung nicht durchziehen lässt.
    Das wirtschaftliche Geschehen beschreibt ein bezeihungsgeflcht zwichen Menschen, egal ob als Einzelpersonen oder zu Unternehmen zusammengeschlossen. Diese Beziehungen sind der Natur, das man nicht sagen kann, wenn es dem einen besser geht muss es dem anderen schlechter geht. Das ganze ist nämlich kein Nullsummen spiel.

  26. DNJ

    @DTR
    Große Konzerne haben ganz einfach mehr Macht als kleine Unternehmen, wie auch große Parteiene mehr Macht haben, um nichts anderes geht es. Den Schmonzes vom Beziehungsgeflecht können Sie sich schenken. So a la “Gehts der Wirtschaft gut” … nicht sind die Unternehmen dazu da, da es mir als Konsument oder Dienstnehmer gutgeht, sondern um Gewinne zu machen und Steuern zu vermeiden.

  27. DTR

    @DNJ
    “Große Konzerne haben ganz einfach mehr Macht als kleine Unternehmen, wie auch große Parteiene mehr Macht haben, um nichts anderes geht es. Den Schmonzes vom Beziehungsgeflecht können Sie sich schenken. So a la “Gehts der Wirtschaft gut” … nicht sind die Unternehmen dazu da, da es mir als Konsument oder Dienstnehmer gutgeht, sondern um Gewinne zu machen und Steuern zu vermeiden.”

    Zwei Punkte noch dazu:
    1. Sie haben richtig erkannt, das es Unternehmen darum geht Gewinne zu machen. Es geht ihnen aber (meist) nicht darum Steuern zu vermeiden. Auch wenn es buchhalterisch anders abgebildet wird ist Steuervermeidung nur ein mittel zur Gewinnsteigerung. Ansonsten müssten die Unternehmen, wie in dem Artikel beschrieben, die Umsätze und in Konsequenz die Gewinne herunterfahren. Denn das ist der sicherste Weg Steuern zu vermeiden.
    2. Mir ist es vollkommen egal, was der moralische Wert ist, weshalb die Unternehmen agieren. Ob sie es tun, um Gewinn zu erziehlen oder damit es dem Kunden/Dienstnehmer gut geht. Was mich interessiert sind die Ergebnisse. Und da ist es nun mal so, das ein Unternehmen, so es nicht die Kunden zum kaufen zwingen kann, dafür sorgen muss, dass es dem Kunden gut geht. Sonst kauft dieser das Produkt nicht. Gleiches gilt für den Arbeitsmarkt. Solange ein Unternehmen niemanden zwingen kann für es zu arbeiten müssen sie ihre Angestellten gut behandeln.

  28. DTR

    Ach, doch noch ein 3. Punkt:

    Fragen sie sich doch mal warum grosse Unternehmen mehr macht haben als kleine. Stichworte dazu sind Machtkonzentration und Lobbyismus. Solange es eine Staatsmacht gibt, in der sich die Macht konzentriert, wird es auch Lobbygruppen geben, die, mit Erfolg, versuchen diese zu beeinflussen. Die Lösung hier wäre also das der Staat kompetenzen wieder abgibt. Also Vereinfachung des Steuer- und Subventionssystems und zurückfahren der regulierenden Eingriffe des Staats.

  29. DNJ

    @DTR
    Sie wollen mir aber jetzt nicht erklären, dass Unternehmen wie Amazon oder andere wohldokumentierte Fälle von internationalen Konzernen nicht aktiv Steuervermeidung in großem Stil in Milliardenhöhe betreiben? Wofür gibt es dann diese ganzen Offshore-Paradiese und sogar staatlich anerkannte Steuerfrei-Zonen wie die Kanalinseln oder dem US-Bundesstaat Delaware mit zehntausenden Briefkastenfirmen? All das was Großkonzerne aus ihren üppigen Einnahmen/Umsätzen nicht zahlen, müssen andere blechen, das ist Ihnen schon klar und wer das ist?

  30. Thomas Holzer

    @DNJ
    “All das was Großkonzerne aus ihren üppigen Einnahmen/Umsätzen nicht zahlen, müssen andere blechen, das ist Ihnen schon klar und wer das ist?”

    Verzeihung, aber das ist ein Blödsinn.
    Niemand anderer muß “blechen”, weil Amazon und/oder andere Konzerne z.B. in Irland oder wo auch immer versteuern.
    Ihr falsches Argument dient nur dazu, den immer maßloseren Griff des Leviathan in die Taschen aller zu rechtfertigen.

  31. DTR

    @DNJ
    ich habe nie gesagt, dass Unternehmen keine Steuervermeidung betreiben. Ich habe nur gesagt, das es nicht das Ziel ist. Es ist viel mehr eine Ursache des Steuersystems, das diese Steuervermeidung zu lässt. Das Steuersystem ist aber unter Kontrolle des Staates. Er kann es vereinfachen und diese Steuerschlupflöcher schliessen. Sollte das nicht mit einer Senkung der Steuerlast einher gehen sind die damit verbunden Konsequenzen sind aber bereits oben aufgefürt. Lokal gebundene Unternehemen reduzieren ihre wirtschaftliche Tätigkeit, Mobile Unternehmen gehen in die “Steuerparadiese”.

    Und ihrer Aussage “Alles was Grosskonzerne nicht Zahlen müssen andere Zahlen” liegt die Annahme zu grunde, dass es eine Fixe Summe an Steuereinnahmen gibt, die eingetrieben werden muss. Ich denke aber man kann durchaus auch darüber diskutieren, ob alle Staatsausgaben notwendig sind. Das sollten wir aber jetzt nicht weiter diskutieren, da es am Thema vorbei geht.

  32. Christian Peter

    @gms

    Da haben Sie einmal Recht, ist mir in der Eile ein Fehler unterlaufen. Statt “Kapitalgesellschaften’ sollte es ‘Holdinggesellschaften’ heissen.

  33. Christian Peter

    Fakt ist : Der selbständige Mittelstand (4,1 Millionen Unternehmer) leistet knapp 80 % (!!) des gesamten Steueraufkommens und mehr als 60 % der Beiträge in die Sozialsysteme, wobei er selbst zwei Drittel seines Einkommens (!!) zwangsweise an staatliche und soziale Institutionen abzugeben hat, während sich internationale Konzerne durch Verlegung des Firmensitzes in Steueroasen der Sozial- und Steuerpflicht entziehen. Als zusätzliche Belohnung erhalten Konzerne auch noch Milliarden – Subventionen, obwohl sie kaum Arbeit schaffen (zumindest nicht in Deutschland und Österreich).

    Wie ist es möglich, dass eine einzelne Berufsgruppe derart ausgebeutet wird ? Dem Mittelstand fehlt es am politischen Einfluss, während sich die Finanzindustrie und andere Konzerne sich die Gefolgschaft der Politik, der Arbeitgeberverbände, Kammern, Fachverbände, Presse bis hin zum Politikbüro der EU (dieses wird von 15.000 Lobbyisten der Industrie belagert) schlicht erkaufen.

    Neben Steuern – und Sozialabgaben wird der deutsche Mittelstand aber auch noch durch Überregulierung ausgebremst, was sich in einem immer größer werdenden Verwaltungsmehraufwand darstellt – durchschnittlich 500 Stunden pro Jahr, nur um den gesetzlichen Anforderungen genüge zu tun.

    Diese Politik führt zu massiven Wettbewerbsverzerrungen und somit zu einem Massensterben kleiner und mittelgroßer Unternehmen (eine Entwicklung, die sich besonders gut in innerstädtischen Lagen beobachten lässt), die unter diesen Bedingungen chancenlos sind, gegen multinational agierende Unternehmen zu bestehen.

    Internationale Konzerne vermeiden durch Steuertricks in der EU 1 Billion Euro an Steuerzahlungen :

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-will-Steuerschlupfloecher-stopfen-article11792586.html

  34. DTR

    Das bestreitet ja auch keiner. Aber: Wer trägt die Verantwortung, was sind die Schlussfolgerungen und deren Konsequenzen?

  35. gms

    Christian Peter,

    “Da haben Sie einmal Recht, ist mir in der Eile ein Fehler unterlaufen. Statt “Kapitalgesellschaften’ sollte es ‘Holdinggesellschaften’ heissen.”

    Das glaube ich nicht, Tim. Die von Ihnen verwendete Formulierung ist 1:1 aus dem von Ihnen verlinkten Artikel kopiert. Zugleich unterläuft Ihnen vorgeblicher Fehler der Eile auch in Parallelthreads. Verarschen Sie also jemand anderen.

    Nachdem das klargestellt ist, versuchen Sie sich zur Begradigung Ihrer Perspektive mal im Versuch der Ermittung, wieviele Konzerne von Eigentümern geführt werden, wo diese Form oft zu finden ist und wo nicht. Hinweis: Weder Amazon, Google oder Facebook werden jemals in Europa gegründet, ebensowenig Oracle oder Microsoft. Man muß aber weder Gates, Samsung, Ellison, Bezos, Zuckerberg oder Brin heißen, um die korrekten Begründungen dafür locker aus dem Ärmel zu schütteln.

    Somit fallen jene von Ihnen speziell gebashten “Konzene” auch nicht in jene Katorgorie, auf die der von Ihnen referenzierte Artikel anspielt. Daß lokale und eben nicht eigentümergeführte Konzerne wie BASF, Volkswagen, Bayer und wie sie alle heißen keine nennenswerte Beschäftigung schaffen, werden Sie aber allenfalls im Vollrausch behaupten.

    Stecken Sie sich also Ihr “Da haben Sie einmal Recht”, mit der Betonung auf “einmal”, sonstwohin und ersparen Sie uns bitte Ihren infantilen und seichten Copy/Paste-Aktionismus. Danke.

  36. gms

    Christian Peter,

    “Internationale Konzerne vermeiden durch Steuertricks in der EU 1 Billion Euro an Steuerzahlungen”

    Bullshit stinkt durch wiederholtes Aufquirrln nicht weniger. Nochmal ganz langsam als Wiederholung zum Mitmeiseln: Das deutsche Bundestagsbudget beträgt rund 300 Mrd. Euro. Bloß weil Thomas Händel, seines Zeichens Vorstand der Konföderalen Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke, auf ntv behaupten darf, der EU würden pro Jahr Steuereinahmen des dreifachen Budgets der BRD entgehen, wird diese Phantasiehausnummer nicht stimmiger.

    Sie machen sich hier mit Anlauf zur Propagandaschleuder. Das saugt! Einmal mehr verwechseln Sie nachdenken mit nachbeten. Hätten Sie Ihren Restverstand bemüht, wäre Ihnen die explizite Behauptung, Apple, Google, Facebook und Amazon würden in Deutschland Mittelstandsbetriebe umbringen, wohl etwas hanebüchen vorgekommen. Diese von der Politik eingefädelte Hexenjagd ist stunzdummer Klassenkampf 2.0

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .