Horrorzahlen über Jobverluste durch Digitalisierung falsch

“Eine Studie des IHS relativiert die Bedrohung durch die digitale Transformation. Weit weniger Jobs als befürchtet sind gefährdet. Rund 9 Prozent aller Arbeitsplätze – das sind rund 360.000 – sind mittelfristig in Gefahr durch die Digitalisierung wegzufallen. Wesentlich weniger also, als die in einer US-Studie aus 2013 behaupteten 40 oder 50 Prozent.” (hier)

7 comments

  1. Thomas Holzer

    “Im Auftrag des Sozialministeriums…….”
    Ein Schelm, wer da Böses denkt.
    Anyway; Prognosen zu erstellen ist halt schwierig, vor allem dann, wenn sie die Zukunft betreffen.

    Und die Mär von Bildung, Bildung, Bildung bleibt leider eine Mär, auch wenn Bildung jeden Tag auf ein Neues beschworen wird.
    Eine 100prozentige Akademikerquote, noch dazu mit möglichst vielen Absolventen in den “MINT”-Fächern, bleibt halt eine Utopie, außer, die Promotionsurkunde wird schon bei der Geburt überreicht, was dem Herrn Stöger sicherlich sehr gefallen würde.

  2. raindancer

    Ich denke das ist korrekt, weil man gegenüberstellen muss, welche neuen Jobs durch Digitalisierung geschaffen werden.

  3. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    Ja Prognosen für die Zukunft sind schwierig.
    Ich weiß nicht, ob es früher schon mal eine Art Mindestlohn gab, die Personalkosten stiegen aber sicherlich, damals wurden in der Industrie viele Roboter eingesetzt. Die einfachen Arbeiten gibt es heute nicht mehr in der deutschen Industrie, das machen fest installierte Roboter. Zu hohe Personalkosten und kurze Arbeitszeiten erhöhen die Lohnstückkosten so, dass man nicht mehr wettbewerbsfähig ist, Frankreich ist dafür ein Beispiel.

    Bei einer Digitalisierung der Industrie werden weitere Arbeitsplätze verschwinden. Bei einer alternden Bevölkerung kann das durchaus positiv sein. Das Lumpenproletariat aus gewaltaffinen arabischen und afrikanischen Ländern brauchen wir nicht.

  4. Fragolin

    Das typische Verhalten von Populisten: diffuse Ängste schüren und sich selbst, obwohl ohne Programm, als die einzigen Retter aus der Not gerieren. 🙂

    Wie oft wurde schon der Zusammenbruch der Arbeitswelt prophezeit, weil es Maschinen und Automatisierung gab? Robotertechnik im Automobilbau ist seit 30 Jahren im Einsatz. Und hat zu Rekordausbildung geführt.
    Unser Problem heute ist nicht, dass wir zuwenig Arbeit haben, sondern dass das Bildungssystem immer mehr darin versagt, dieser Arbeitswelt mit einfachen Grundkenntnissen ausgesattete Jugendliche zuzuführen. Nicht zuwenig Arbeit ist unser probelm sondern zuviele unfähige Leute. Und wir importieren Analphabeten nach. Das hat nichts mit Automatisierung zu tun sondern einzig und allein mit einer versagenden Politik, die sich auch noch als Erklärbär hinstellt und schreit, dass alle anderen schuld sind an ihrem Versagen.

  5. bill47

    John Maynard Keynes prophezeite 1930, dass sich bis zur letzten Jahrtausendwende, bedingt durch die Arbeitsverlagerung infolge der Automatisierung, die wöchentliche Arbeitszeit sich auf 15 Stunden wöchentlich reduzieren werde. Diese Prophezeiung ist nicht eingetreten.
    2013 beschäftigte sich Prof. David Graeber in seinem Artikel “On the phenomen of bullshit jobs” mit der Frage, warum diese Prophezeiung nicht eingetreten ist. Er stellt fest, dass um die Jahrtausendwende tatsächlich nur noch etwa 20% der Beschäftigten Arbeit leisten, die es 1930 schon so gab, dass also die Arbeitsreduzierung infolge der Automatisierung, das von Keynes angenommene Ausmaß sogar überschritten hat. Er stellt aber auch fest, dass etwa 80% der Beschäftigten heute Arbeit leistet, die es 1930 in diesem Umfang noch gar nicht gab. Was er allerdings von dieser Art Arbeit hält, darüber gibt schon der Titel des Artikels Auskunft.
    Tatsache ist jedoch, dass in diesen 70 Jahren Arbeitsplätze in der Produktion verloren gingen, aber dieser Arbeitsplatzverlust durch Schaffung neuer Arbeitsplätze zur Erledigung diverser vorher nicht existenter Aufgaben wettgemacht wurde.
    Es gibt keinen Grund anzunehmen, warum es in den nächsten 70 Jahren anders sein soll.

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