“Ich glaube, ich bin paranoid. Und ich fürchte, ich habe allen Grund dazu.”

Am Freitag erscheint Henryk Broders neues Buch “Wer, wenn nicht ich”. Hier schon einmal vorab ein paar Kostproben: “Der Preis für die Rettung des Klimas könnte der Anfang vom Ende der Demokratie sein. Glück, Zufall oder geschicktes Marketing – wer es schafft, mit Hilfe apokalyptischer Visionen eine globale Massenhysterie zu entfachen, der wird sich auf die Dauer mit dem Kampf gegen das CO₂ nicht zufriedengeben.
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Wieso muss ich, wenn ich das Wort „Willkommenskultur“ höre, immer an die Herzlichkeit denken, mit der die aus dem Osten importierten Zwangsarbeiter empfangen wurden? Und an die bewegenden Szenen, mit denen die Kohns, Rosenbergs und Silbermanns verabschiedet wurden, bevor sie in die eleganten Sonderzüge stiegen, die sie in den Osten brachten? Und wieso fällt mir die Geschichte der St. Louis ein, wenn ich lese, zwölf deutsche Städte hätten sich zu einem Bündnis „Städte sicherer Häfen“ zusammengeschlossen, „um Bootsmigranten Unterkunft zu bieten“? Wieso fallen mir solche Geschichten ein? Und wieso muss ich mich immer fragen, was Jan Böhmermann, Heinrich Bedford-Strohm, Robert Habeck, Heiko Maas und die vielen anderen „Helfer“ unternehmen würden, wenn sich die Geschichte der St. Louis heute wiederholen würde? Ich glaube, ich bin paranoid. Und ich fürchte, ich habe allen Grund dazu.
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Ich bezweifle, dass wir „unseren Wohlstand“ auf dem Rücken Afrikas und der Entwicklungsländer leben, denn diese „Entwicklungsländer“ sind reich an Naturressourcen und Bodenschätzen. Verglichen mit Nigeria ist die Schweiz ein armes Land. Es wird nur besser regiert. Und für die Herrschaft korrupter Eliten, die in die eigenen Taschen wirtschaften und ihre Länder ruinieren, wie es Robert Mugabe in Simbabwe getan hat, bin nicht ich verantwortlich.
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Kinder, die „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ schreien, sind die gerechte Strafe Gottes für Eltern, die nur fair gehandelten Kaffee trinken, mit dem Lastenrad zu IKEA fahren, für Greenpeace spenden und immerzu daran denken, „dass wir uns die Erde von unseren Kindern nur geborgt“ haben.
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Der grüne Totalitarismus verspricht auch die Rückkehr zu einer Idylle, die es nie gegeben hat, ein Öko-Paradies auf Erden. Danach würde es in Deutschland so zugehen wie in Kambodscha zur Zeit der Roten Khmer: „Spielplätze statt Parkplätze; Flaniermeilen statt Blechlawinen; sicheres Radfahren; entspanntes Reisen mit Bus und Bahn; kluger Einsatz von erneuerbaren Energien statt klimaschädlichem Benzin und Diesel, saubere Luft statt krankmachende Abgase.“ Nur eine Frage wartet darauf, gestellt und beantwortet zu werden: Wer diese Utopie finanzieren soll, wenn die Autobahnen zu Flaniermeilen umgewidmet wurden und der Geruch von Jasmin statt Benzin in der Luft liegt.
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Ich denke, es ist legitim, Parallelen zu sehen zwischen der Befreiung aus den Klauen einer Diktatur und der Rettung aus Seenot. Ebenso legitim ist es aber, darauf hinzuweisen, dass die Flüchtlinge Migranten sind, die sich bewusst in „Seenot“ begeben, wohl wissend, dass vor der Küste ein Schiff darauf wartet, sie zu retten.
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Was wir gerade in Deutschland erleben, ist Größenwahn pur, gepaart mit der Überzeugung, Deutschland müsse, wieder einmal, die Welt retten. Versucht man einem ganz normalen Deutschen, der seinen Müll trennt und mit TUI in die Ferien fliegt, klar zu machen, dass er einem Kollektiv angehört, das nur 1,1 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht und für 2,1 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist, dann überlegt er kurz und sagt: „Aber jemand muss doch den Anfang machen und mit gutem Beispiel vorangehen. Wer, wenn nicht wir …

6 comments

  1. Mourawetz

    „ und für 2,1 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist,“
    Fehlt das „Menschen gemacht“ vor den Prozent oder ist das tatsächlich so wie es da steht – insgesamt?

  2. sokrates9

    Menschen gemacht wird ausgeklammert! Dass 97% natürlich sind (was nicht einmal die Grünren bestreiten) darf nicht berücksichtigt werden sonst wären wir im Promillebereich, das geht gar nicht! Ideologisch stimmt ja die Rechnung! Wahrscheinlich wird in Deutschland wirklich 2,1 % emittiert!(davon 97% natürlich).
    Wobei ob das CO2 wirklich der große Klimakiller ist und mehr Einfluss als die Sonnenzyklus hat, wird ja nicht hinterfragt!

  3. aneagle

    Deutschland braucht zur Lösung selbstgemachter oder eingebildeter Probleme immer einen Sündenbock. Der wird dann biblisch in die Wüste gejagt und schon wird alles, wie durch Wunderhand, paradiesisch im gereinigten Land. Die Reinigung vom Übel wird durch die Landesjugend vorangetrieben. Klingt bekannt, nicht wahr? Diesmal wurde das unschuldige CO2 zum Übeltäter auserkoren und das Ziel ist:
    “zuerst ein CO2-reines Deutschland, dann folgt die ganze Welt”
    Dafür hüpft der junge, klimabeseelte Deutsche. Ich warte noch auf den Slogan- Das CO2 ist unser Unglück. Für 1% der Menschheit ist 99% Selbstgerechtigkeit ganz schön anmaßend.

  4. Ferdinand 123

    wie weit werden die Tore geöffnet sein, und wie laut wird ‘willkommen’ gerufen, wenn zB Israel bombadiert wird und von dort 200 – 300.000 Flüchtende kommen?
    Gott möge dies Szenario abhüten, aber denken darf man ja noch.

  5. Falke

    Wenn Merkels Ziel die Zerstörung des deutschen Rechtsstaates und des deutschen Volkes ist – woran immer weniger Leute zweifeln -, dann spielt ihr die aktuelle Klimahysterie genau in die Hände; den anderen Aktionen stellen sich nämlich – auch dank der AfD – immer mehr Bürger entgegen. Die “Klimarettung” ist neu, da machen tatsächlich noch sehr viele Leichtgläubige und Naive mit, vor allem diejenigen, die nach wie vor nach dem Motto leben: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

  6. Johannes

    Broder und Tichy wurden ja von der Claudia ….na lassen wir das lieber und hoffen wir das es nur ein Missverständnis war. Zynisch und sarkastisch kommt er oft rüber und doch wenn man sich die Mühe macht ihn ohne Vorurteil zu lesen, wenn man versucht die Botschaft, die in Wirklichkeit sehr ernst ist, zu verstehen dann kann man ev. erkennen das Broder an der Gesellschaft sehr viel gelegen ist.
    Das Mitschwimmen ist nicht sein`s, schon gar nicht wenn es in die falsche Richtung geht. Eigentlich ist er ein Mahner der nicht anders kann als in humorvoller Art der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.

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