Immerhin: Fluchtmöglichkeiten für Juden besser als 1933

“…..Während alles dafür spricht, dass Deutschland nach 1945 – das zeigt schon der Vergleich mit Österreich – Bedeutendes bei der Überwindung des Antisemitismus geleistet hat, macht seine Einwanderungspolitik davon einiges wieder zunichte. Dennoch ist für die betroffenen Juden die Lage heute weniger bedrohlich als nach 1933. Nicht nur die Existenz Israels, sondern auch die Fluchtmöglichkeiten n die knapp 28 Millionen Quadratkilometer der angelsächsischen Länder schaffen ganz andere Sicherheitsperspektiven. Dazu kommt der “war for foreign talent“, in dem weltweit und ununterbrochen um Qualifizierte geworben wird, unter denen Juden gut vertreten sind. Ihre Abwanderung scheint begonnen zu haben, weil bereits 2005 die Mitgliedschaft in Deutschlands jüdischen Gemeinden mit gut 108.000 ihren Höhepunkt erreicht. 2015 sind es nicht einmal mehr 100.000. Wer gering qualifizierte Judenhasser holt, darf nicht erstaunt sein, dass deren Opfer andernorts gern genommen werden.” (weiter hier)

20 comments

  1. Rado

    Wenn man die Publikationen aus dem Umfeld der jüdischen Gemeinde Wiens liest, kommt man zum Schluss, dass es nur ein Problem in Ö. für Juden gibt welches FPÖ heisse. Man findet Ausdrücke wie Schnitzgermane usw. Für die Migranten hingegen wünschte man sich vor kurzem noch mehr Moscheen und eine respektvolle Islamdiskussion.

  2. Thomas Holzer

    @Rado
    Sowohl in D als auch in Ö wird die massenhafte Aufnahme dieser Neubürger als ein Teil der Sühne für die Zeit des Nationalsozialismus (in Österreich noch für Dr. Lueger als Bürgermeister) verstanden;
    der Versuch, diesen Neubürgern ihren Judenhass durch Gespräche, “Aufklärung”, Dialogforen, runden Tischen, gutem Zureden, Bäume “anbeten” etc. auszutreiben, der autochthonen Bevölkerung als ultimative Reinigung, ja Abwaschung der Erbsünde der Shoa in alle Ewigkeit verkauft.

  3. Falke

    @Rado
    Ich habe es hier schon mehrmals angesprochen: Die jüdischen Organisationen in Österreich (Israelitische Kultusgemeinde) und Deutschland (Zentralrat der Juden) sind erstaunlicherweise ganz “auf Linie” der jeweiligen Regierungen, was den Massenimport moslemischer Antisemiten und Israelhasser betrifft. Wie Sie richtig bemerken, ist deren Hauptsorge offenbar die FPÖ bzw. die AfD, also Parteien, die eigentlich möglichst keine Antisemiten ins Land lassen wollen. Dass die jüdischen Mitbürger ganz anders denken, zeigt ja die Tatsache, dass immer mehr auswandern (nach Israel, in die USA usw.) und auch etwa eine kürzlich im deutschen Fernsehen gezeigte Dokumentation, wo sich ein Rabbiner beschwerte, dass er sich gar nicht mehr traut, durch bestimmte, mehrheitlich von Migranten bewohnte Stadtteilen Berlins zu gehen, weil er dort als erkennbarer Jude verbal und tätlich angegriffen wird. Und die IKG bzw. der ZdJ schweigen dazu und freuen sich, wenn weitere Muslime kommen und neue Moscheen gebaut werden, wo islamische Hassprediger zur Vernichtung der Juden und Israels aufrufen. Vielleicht versteht das jemand – ich jedenfalls nicht.

  4. aneagle

    Das ist wohl einer der traurigsten Texte, die Gunnar Heinsohn derzeit geschrieben hat. Traurig für die Zivilisation, traurig für Deutschland, das wieder einmal grundlos den eigenen Braindrain einleitet. Das Land, dass in seiner Entwicklung, nach einer gewaltigen Niederlage in einem entsetzlichen Weltkrieg, tatsächlich die Kraft aufbrachte, zivilisatorisch Bedeutendes vorzuweisen, hat seinen Zivilisationsgrad mutwillig zurückgedreht. Da es nicht mehr genug Juden in Deutschland gibt, deren Ausreise den Zivilisationsgrad erlebbar mindern könnte, wird jetzt, vom anderen Ende her, mittels massiver Einladungspolitik alles daran gesetzt, den durchschnittlichen Stand der Zivilisation statistisch zu senken. Das schwindende Sicherheitsgefühl in Deutschland, der mangelnde Schutz der Bevölkerung durch die Behörden(” ist ja eh noch nichts passiert”), die Vorkehrungen der Bürger, die schon länger da sind, ihre Töchter abends nicht mehr unbegleitet zu lassen und nicht zuletzt eine straffe, DDR- ähnliche Sprachregelung in den Medien, sind die ersten spürbaren “Erfolge” der Zivilisationsreduktion per Massenimmigration, pardon Flüchtlingshilfe. Die Freiheit leidet, die Lebensfreude ebenfalls. Selbstbewusste Geschlechtergleichheit wird durch freudloses Gender ersetzt. Wesentliche Teile der Zivilgesellschaft, hochbegabt und leistungsmotiviert, werden zur Abwanderung veranlasst und durch wenig qualifizierte, kaum integrationswillige Neuankömmlinge abgelöst. Weiß der Teufel, was Angela Schulz, Martin Merkel und ihre Wähler dazu veranlasst, ein mühevolles Stück erfolgreich begangener Weltgeschichte nochmals gehen zu wollen. Intelligent ist das nicht, menschlich erst recht nicht und zukunftsweisend schon gar nicht.
    PS: Aus gegebenem Anlass, bitte keine Vergleiche mit Österreich. Die beiden Länder sind in ihrer Entwicklung nicht vergleichbar.

  5. Rado

    @Falke
    Speziell in Wien gibt es eine lange und enge Verbundenheit der Kultusgemeinde mit der Grünen-Partei. Eher noch enger wie mit der SPÖ. Das könnte so manche Irrationalitäten erklären.

  6. aneagle

    @Falke -11:42
    Das Verhalten von IKG und ZdJ hat einen Namen: Stockholm-Syndrom.
    So, wie die massenhafte Aufnahme der Neubürger von der deutschen Regierung als die deutsche Wiedergutwerdung, ein Teil der Sühne für die Zeit des Nationalsozialismus, psychoneurotisch (miss)verstanden wird, ist auch die Selbstrechtfertigung für eine freiwillige Existenz unter den Nachkommen der Vernichter problematisch. Die Ambivalenz zweier korrespondierender Neurosen, einer kulturellen Gemeinschaft von Deutschen und ihren deutschen Juden, gebiert schwer traumatisierte Verhaltensweisen. Das ist für geistig unbeschwerte, nicht nachvollziehbar . Eben vollneurotisch, von Heilung noch mindestens zwei Generationen entfernt. Allein, die neu geschaffenen Probleme werden beidseitigen Neurosen kaum die Zeit für ein geruhsames Ausklingen lassen. Schon längere Zeit ist die mehrheitliche Ansicht der Juden in Deutschland eher durch den wesentlich gesünderen H. Broder (“ich bin ein Beutedeutscher” vgl. auch: “Toleranz hilft nur den Rücksichtslosen”) als durch den ZdJ repräsentiert. Damit sind die deutsche Juden schon wesentlich weiter, als ihre Bundesregierung. Allerdings auch mit ihrer, wieder einmal, erzwungenen Absetzbewegung. Es gibt, so fatal es klingen mag, kaum ein Land in welches sich Juden besser integriert haben, als in Deutschland. Es ist eben ein Land der Übertreibung und der gegensätzlichsten Emotionen.

  7. Falke

    @aneagle
    Interessante Sicht der Dinge, ich werde sie mir in Ruhe zu Gemüte führen und darüber nachdenken.

  8. stiller Mitleser

    @ Rado
    nein; stimmt nicht.
    All das, wie aneagle zu erklären versucht (ich versuch es gar nicht erst), ist außerordentlich komplex.

  9. Rado

    @stiller Mitleser
    Stimmt doch! Vor einem Jahrzehnt zB, als die IKG das Leopold Museum auflösen wollte, war das im Prinzip eine Kampagne der Wiener Grünen.

  10. stiller Mitleser

    @ Rado
    auch auf die Gefahr hin, sehr rechthaberisch zu erscheinen: das war eine ad hoc – Allianz und natürlich wollen
    Parteien sich mit der IKG moralisch nimbieren…

  11. Rado

    PS: Bei der traditionellen jährlichen Akademikerballaufregung spielen sich IKG und Grüne auch immer wechselseitig Bälle und Vorlagen zu. Des Verhältnis zwischen beiden ist sehr eng und was hier wesentlich ist, oft genug erkennbar von parteipolitischen Motiven bestimmt.

  12. Rado

    PPS: Danke! wieder was gelernt! 🙂
    nim|bie|ren mit einem bestimmten Nimbus (2) umgeben; in seiner Bedeutung aufwerten

    Schon möglich, aber solche ad hoc Allianzen gibts verdächtig oft.

  13. MM

    Herr Heinsohn wieder mit seinem “Kompetenzraum Angelsachsen”. Dabei ist es in GB ja nicht viel besser als in Deutschland mit dem importierten Antisemitismus. Und Kanada macht sich auf den Weg. Und in den USA wurde Keith Ellison sogar Parteivize bei den Demokraten. Auch die eingeborenen “Israelkritiker” finden sich in diesen Ländern genauso wie in Deutschland.

  14. Thomas Holzer

    @MM
    Antisemiten und Antiisraelis finden sich leider überall!
    Einmal mehr. einmal weniger.
    Der Firnis -zum wiederholten Male- ist leider nur mehr als nur dünn; daß es im “Ernstfall” zuerst den Juden “an den Kragen gehen wird”, steht leider außer Diskussion.
    Natürlich werden die “Autochthonen” welche auch! gegen die Juden hetzen!, als zweite über “die Klinge springen müssen”

  15. Peter Malek

    @Thomas Holzer:
    Wie bedauerlich, Ihnen zustimmen zu müssen! Ein äußerst unappetitliches Beispiel für autochthones Hetzvolk ist dieser “Staatenbund Österreich”. Sind sowas ähnliches wie Reichsbürger, bzw. sind in der selben Ecke zu finden. Deren Homepage quillt fast über von antisemitischen Aussagen. Leider scheint die israelitische Kultusgemeinde diese Bedrohung nicht sehr ernst zu nehmen.

  16. mariuslupus

    In den Gazetten und sostigen Mainstream Medien wird der neue, zunehmende Antisemitismus beklagt. Wer aber die wirklichen Antisemiten sind wird möglichst verschwiegen und es findet sich auch immer ein politisch korrekter Hinweis auf die Antisemiten bei den Rechtspopulisten.
    Die Zunahme des Antisemitismus wurde durch die Importe von Antisemiten aus den islamischen Ländern im nahen Osten verursacht und wird durch die Verherrlichung des Islams weiter gefördert. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass die Regierenden nicht wissen konnten, wen sie ins Land tausende von Israelhassern und Antisemiten einladen, es keine Folgen haben wird.
    Die Vorstellung, dass tausende illegale, unkontrolliert eingereiste Muslime, ihre Gesinnung an der
    nicht existenten Grenze(Grenze von Merkel eliminiert), ablegen werden, ist absurd. Sie ist so absurd,
    dass sich fast eine Vorstellung von einer hidden agenda aufdrängt, einer Konspiration.

  17. Falke

    @mariuslupus
    “Leider” kommen der p.c. Gesellschaft die Rechtspopulisten als Antisemiten immer mehr abhanden: Die FPÖ hat sich von allem Antisemitischen (auch von Haider) scharf abgegrenzt, Strache, Hofer fahren oft nach Israel, Geert Wilders ist ein ausgesprochener Israel-Fan, die AfD hat mit Antisemitismus absolut nichts am Hut, Marine Le Pen hat ihren antisemitischen Vater aus der Partei ausgeschlossen usw. Die neuen Antisemiten sind eher die Linken und Grünen – daher auch ihre Liebe zu den Moslems.

  18. Rennziege

    5. April 2017 – 21:38 — Falke
    Täusch’ ich mich? Ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet unter dem gutmenschlichen Mäntelchen (rot, grün, schwul, lesbisch, transsexuell, Kirchenfürsten-Ornat, israelische Kultusgemeinde) so viele habituelle, durch ihre Religion porentief gefärbte Antisemiten importiert werden?
    Wissen diese Naivlinge nicht, dass sie die ersten sein werden, die an den Folgen mehr als nur zu leiden haben?
    I pack’s nimmer.

  19. Rado

    @Rennziege
    All diese von Ihnen aufgezählten Gruppierungen verbindet auch eine tiefe Staatsgläubigkeit bzw der tiefe Glauben in die Allmacht und Durchsetzungsfähigkeit des Staates. Bis jetzt wurden sie ja auch durchaus aus dieser Richtung verwöhnt. Von Gesetzesänderungen bis zum Personenschutz, oft genügte ein Fingerschnippen.
    Würde meinen, da ist die Wirklichkeit einen No-Go Areas noch nicht ganz angekommen.

  20. mariuslupus

    @Falke
    Die kompletten, koordiniert von einander abschreibenden Linksmedien waren sich nicht zu blöd Trump mit allen Schimpfwörter zu titulieren, die zum Repertoir der Berufsgattung “Medienschaffende” gehört.
    Trump wurde als Rassist, Nazi, Kriegstreiber, Frauenverächter, Schwulen- und Moslemhasser, Klimaleugner, bezeichnet. Selbstverständlich konnte im Linken Schimpfvokabular das Wort Antisemit nicht fehlen.
    Ein Propagandist braucht keine Fakten, wenn er Propaganda machen kann.
    Der Schwiegersohn von Trump ist orthodoxer Jude, noch schlimmer sogar reicher orthodoxer Jude, seine Tochter ist zum jüdischen Glauben übergetreten. Trump hat in seiner kurzen Amtszeit mehr für die Unterstützung Israels getan, als der linke Obama in seiner ganzen Zeit als Präsident. Oder stimmen evtl. doch gewisse Gerüchte ?

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