Impfpflicht durch die Hintertür?

Von | 29. November 2020

(C.O.) Im Milieu der vermeintlich liberalen oder gar libertären Anhänger der „Corona-ist-ja-nur-ein-Gripperl“-Theorie grassiert derzeit der Ärger darüber, dass einige Airlines angedeutet haben, künftig nur noch geimpfte Passagiere an Bord zu lassen, so wie vielleicht auch Restaurants, Opernhäuser oder andere Orte, an denen viele Menschen zusammentreffen das handhaben werden. Damit, so das Argument dieser Kritiker, werde eine Art Impfpflicht durch die Hintertür eingeführt.

Dabei wird regelmäßig vergessen, dass ein zentrales liberales Prinzip das Recht auf Eigentum ist, was einschließt, darüber verfügen zu können. Wen eine Airline an Bord läßt und wen nicht, ist im Grunde eine Entscheidung der Eigentümer; es gilt das Hausrecht. Oder sollte jedenfalls gelten; es wird ja heute schon durch zahlreiche Antidiskriminierungs -Regeln unterminiert, deren Sinnhaftigkeit man im Einzelfall durchaus diskutieren kann.

Wer aber dafür ist, dass Eigentümer das Recht haben sollen, zu „diskriminieren“ im Sinne von zu unterscheiden, mit wem sie kontrahieren wollen und mit wem nicht, der kann nicht gleichzeitig verlangen, dieses Prinzip nicht auch auf den Tatbestand „geimpft“ anzuwenden. Entweder oder.

 

 

6 Gedanken zu „Impfpflicht durch die Hintertür?

  1. sokrates9

    Zentrales liberales Prinzip, das stzimmt; nur leider mischt sich da massiv der Staat mit Hilfe der Medien ein. Dem normalen Unternehmer ist es egal ob im Flugzeug Coronakrankem,Flüchtlinge, Dissidenten Identitäre sitzen, Hauptsache der Fahrpreis wird bezahlt.“Richtlinien“ und intransparente Sanktionen werden von Staatsideologen ausgestellt.

  2. Andreas Tögel

    sokrates9 hat vollkommen recht: würde der Unternehmer sich aus freien Stücken zur Diskriminierung entscheiden, wäre das vollkommen in Ordnung. Würde etwa Facebook aus eigenem Antrieb bestimmte Inhalte zensieren, wäre dagegen nichts einzuwenden: Hausrecht. Facebook tut das aber lediglich, um Klagen zu entgehen, die durch eine einseitige und übergriffige staatliche Gesetzgebung möglich werden.
    Der diskriminierende Unternehmer muss immerhin wirtschaftliche Nachteile durch den Verzicht auf bestimmte Kunden hinnehmen. Wer sich weigert, muslimische oder sozialistische Kunden zu bedienen, verliert halt Umsatz. Die beiden Gruppen darf er aber gar nicht diskriminieren – das Diskriminierungsverbot wird zum Kontrahierungszwang. Die Airlines aber dürfen plötzlich aber wegen einer fehlenden Impfung diskriminieren? Wo bleibt da die logische Konsequenz? Letztlich werden sie sich damit jedenfalls ins eigene Knie schießen. Weil eben nicht nur „Covidioten“ auf die Impfung – und damit aufs Flugticket – verzichten werden.

  3. GeBa

    Ich bin doch etwas überrascht über die Ansicht von Herrn Ortner, ich dachte er sei ein Freidenker?!

  4. Wolfgang Niedereder

    Sehr geehrter Herr Ortner !
    Ja Herr Ortner, Corona ist vom Bedrohungspotential ident mit der Influenza – nicht mit dem grippalen Infekt, den Sie anscheinend mit „Gripperl“ ansprechen. Wer behauptet so etwas ? zum Beispiel Stanford Professor Ioannids und auch die WHO vergleicht mittlerweile Corona mit der Influenza. Auch Publikationen im Topjournal Nature betreffend Massentestung werden übergangen, die Meinung ist simpel vorgefasst und Wissenschaft ist anstrengend . Man könnte ja ganz einfach objektiv die Zahlen der vergangene Jahre mit den aktuellen vergleichen. Im Club der verkürzten Denkweise reagiert man auf solche Aussagen pikiert oder gar nicht, was ist schon ein Stanford Professor , gegen ein paar Bioethiker und Statistiker sowie einer erstaunlich unsachlichen Journalistenclique.

  5. CE___

    Naja, wenn die Fluglinien, eh‘ schon oft halbstaatlich, nun aber alle mit Steuergeldern über Wasser gehalten werden, hat ein jeder Bürger sehr wohl ein Mitspracherecht ob so ein Impfzwang eingeführt werden soll oder nicht.

    Wären das vollkommen private Unternehmen wie zB. eine Ryanair wäre dies etwas anderes.

  6. Falke

    Entweder gilt das Eigentümerprinzip, wonach jeder entscheiden kann, wen er in sein Gasthaus, Geschäft, Taxi, Flugzeug usw. hineinlässt – ist absolut o.k. Oder es gilt nicht, und der Staat greift in dieses Recht ein. Das ist zwar meiner Meinung nicht o.k., nichtsdestoweniger tut er es ganz häufig und intensiv, unter dem Deckmätelchen des „Antidiskriminierung“. So etwa darf niemand sein Lokal für Schwarze, Moslems, Frauen, Schwule, Rothaarige, Linkshänder, Kleinwüchsige usw. verschließen, ebensowenig darf er sich weigern, ihnen eine Wohnung zu vermieten oder ihnen einen Job anzubieten. Daher kann der Staat sehr wohl – vorausgesetzt, es ist ihm mit der Freiwilligkeit der Impfung ernst – auch einer Fluglinie verbieten, ungeimpfte Personen abzulehnen. Nur befürchte ich, nein , ich bin sogar überzeugt, dass der Staat das sogar unterstützten und fördern wird. – und nicht nur bei Fluglinien, sondern auch im eigenen, öffentlichen Bereich.

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