Impfung für alle?

Von | 28. Februar 2021

(Dr. MARKUS FRANZ) Die COVID-Impfung wird gern damit argumentiert, dass man eine Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden will und daher möglichst alle Menschen impfen soll. Der Punkt ist aber, dass es bisher nie auch nur annähernd eine Überlastung des Systems gegeben hat und dass sowohl das Erkrankungsrisiko wie auch die sogenannte CFR (Fallsterblichkeit) zumindest bei jüngeren Leuten extrem gering ist.

Die Zahlen dazu sind eindeutig: Derzeit ist es so, dass von 100 positiv Getesteten nur einer(!) schwer erkrankt. Genauer gesagt: 0.94% der Positiven kommen auf die Intensivstation (laut Daten der AGES)

Jüngere haben laut Studien nur dann ein signifikantes Risiko, wenn sie extrem übergewichtig bzw Diabetiker sind und/oder sehr hohen Blutdruck haben. (Publiziert im JAMA, Internal Medicine, Scott Solomon et al).

Für die anderen unter 50-Jährigen ist das Risiko einer schweren Erkrankung minimal und Todesfälle überhaupt extrem selten.

Die Hauptrisikogruppe („vulnerable Gruppe“) sind und bleiben ältere Menschen ab 80, da das Alter auch der mit Abstand größte Risikofaktor ist (die signifikante altersbedingte Risikosteigerung beginnt freilich bereits mit 65). Auch sind in dieser Gruppe Übergewichtige, Diabetiker und Herzpatienten noch zusätzlich gefährdet.

Wenn wir nun hergehen und für alle(!) Leute eine de facto-Zwangsimpfung favorisieren, die uns „die Freiheit zurückgeben soll“ (Zitat Bundeskanzler), dann ist das ja schon fast Orwell-Sprech: „Freiheit durch Zwang“. Das Fehlen medizinischer Grundlagen wird damit überhaupt ausgeblendet.

Als Kennzeichen der „neuen Freien“ einen Grünen Pass auszustellen und die Impf-Daten unwiderruflich zentral zu speichern ist nach dem Gesagten völlig unverhältnismäßig, da ja für die meisten Menschen keine vitale Bedrohung von COVID ausgeht und bis jetzt (wichtigster Punkt!) noch gar nicht bewiesen ist, ob die derzeit eingesetzten Impfungen auch die Transmission verhindern – also nicht geklärt ist, ob eine sogenannte sterile Immunität zu erzielen ist und andere durch eine Impfung überhaupt vor der Weitergabe des Erregers geschützt werden.

Das Deutsche Robert-Koch-Institut und die Bundeskanzlerin Merkel haben das schon als zentrale Frage festgehalten und sind daher sehr zurückhaltend beim Grünen Pass.

Warum wir in Österreich da jetzt vorpreschen sollen, ist nicht ersichtlich. Auch die Gleichstellung der „drei G“ (geimpft, getestet, genesen) hat keine rationale Begründung:

Vermutlich sind Genesene durch Antikörper besser geschützt als Geimpfte und was meint man mit „Getestet“? Antigen-Tests, PCR-Tests oder nachgewiesener Antikörper-Status im Blut? Die Abstriche sind ja nur Momentaufnahmen, die AK-Tests hingegen geben Auskunft über die Immunität. Das ist also ein wesentlicher Unterschied.

Wir haben somit ein seltsames Bukett an Argumenten für den Grünen Pass vom Kanzler überreicht bekommen – eines, das weder rational noch medizinisch begründbar ist.

Und wenn man sich die aktuellen AGES-Daten in ihrer Gesamtheit ansieht, fragt man sich dann umso mehr, warum man die Impfung für alle(!) so forciert, wo doch unter diesen „allen“ nur eine kleine Gruppe ein signifikantes Risiko hat.

Man soll diejenigen impfen, die einen nachweislichen Nutzen haben und wo es einen erwiesenen Sinn hat, aber man kann angesichts der aktuellen Datenlage eine Durchimpfung der Gesamtbevölkerung nicht wirklich argumentieren bzw diese nicht mit Verve empfehlen. Und schon gar nicht darf man die persönlichen Freiheiten durch sublime Zwänge, Punzierungen, Markierungen oder „Spezialpässe“ gefährden.

Angesichts der medizinischen Datenlage muss der Wert des Freien Willens der Menschen jedenfalls höher eingeschätzt werden als der fragliche Nutzen einer forcierten Durchimpfung der Bevölkerung.

 

12 Gedanken zu „Impfung für alle?

  1. Johannes

    Wenn ich Ihre Darlegungen richtig interpretiere so plädieren Sie für die Herdenimmunität durch Erkrankung und somit Imunisierung bei unter 65 jährigen welche an keiner Risikoerkrankung leiden indem sie die Infektion durchleben.
    Bei allen anderen, also den über 65 jährigen halten Sie eine Impfung für sinnvoll.

    Das klingt logisch ist aber auch nur möglich wenn wirklich alle über 65 Jahre und alle jüngeren vulnerablen geimpft sind.
    Hatte also in der Zeit bevor ein Impstoff entwickelt war keine Bedeutung wie Schweden, GB, Italien und wenn Sie so wollen Ischgl deutlich zeigte.

    Was mir aufgefallen ist, auch junge Menschen haben in nicht zu vernachlässigender Weise und Anzahl spezifische Lungenentzündungen entwickelt.
    Diese waren charakteristisch für Covid 19 über beide Lungenflügel und über die gesamte Lunge diffus darstellbar.

    Wie weit diese Lungenetzündungen chronische Folgen erwarten lassen ist noch unklar, es gibt aber Hinweise zB. In Tiroler Kliniken das durchtrainierte scheinbar vollkommen genesene Hobbytaucher diesem Hobby nicht mehr nachgehen können.

    Warum es bei Menschen aller Altersgruppen in vielen Fällen zu extrem schweren Lungenentzündungen kommt ist nach meinem Wissen noch nicht ausreichend erforscht.
    Es scheint aber so zu sein das selbst bei überstandener Erkrankung Langzeitfolgen auch bei Menschen ohne Risikofaktoren möglich sind.

  2. CE___

    Danke! Sehr guter Artikel.

    Es ist wirklich allerhöchste Eisenbahn dass sich mehr und mehr und mehr Ärzte hier auf die Beine stellen und medizinische Fakten rational klarstellen und sich um von bestochenen Medien veranstaltete Wirbelstürme im Wasserglas nicht kümmern.

    Wenn wir als freie Menschen, als freie Bürger, “dem Staat” diese ganze Machtfülle und Instrumente über unser Leben geben, werden wir alle, ALLE, egal wo auf der Welt, unseres Lebens nicht mehr glücklich und haben keine ruhige Minute mehr.

    Viren und deren Mutationen und Bakterien gibt es ungezählte, dem Schindluder gewissenloser Politiker und Bürokraten und auch (Pharma)Geschäftemacher sind damit auch ungezählte Scheunentore geöffnet, und deren aller kriminelle Ambitionen ebenso ungezählt (und eh’ schon so in einer Demokratie nur schwer bezähmbar).

    Man muss sich ja nur ansehen was seit Jänner, bzw in Europa seit März 2020 geschehen ist und was da für Zukunftsgedanken ganz öffentlich herumschwirren (Great Reset, etc.).

    Und über allem steht, und die Indizien und oft schon klare Beweise verdichten sich immer mehr:

    Alle diese sogenannten “Maßnahmen” zur sogenannten “Virusbekämpfung”, die wir da im Westen allergründlichst umsetzen, sehr oft gründlicher als die VR China selber, kommen direkt aus dem technokratischen, dem der Wissenschaft und Medizin ebenso fernen, totalitären Lehrbuch der KPC der totalitären VR China.

  3. Susi

    “Man soll diejenigen impfen, die einen nachweislichen Nutzen haben und wo es einen erwiesenen Sinn hat”. Bedeutet das dann aber nicht zwangsläufig, dass NICHT- geimpfte der Zutritt zu, zB. Pflegeheimen und Krankenhäusern, in denen vulnerable Gruppen liegen, VERBOTEN werden muss? Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie die NICHT-geimpften und Risikogruppen anstecken, ist somit unvergleichlich höher/hoch. Also ich denken SO EINFACH kann man es sich ganz sicher NCIHT machen, Herr Dr. Franz.

  4. Marcus Franz

    Liebe Frau Susi, bitte lesen Sie den Text genauer. Und informieren Sie sich über den aktuellen Wissensstand hinsichtlich Impfungen. Es ist derzeit noch kein Beweis erbracht, dass Impfungen eine Infektion verhindern. Sie können lediglich den Verlauf beim einzelnen mildern. Das hat also mit dem Besuch im Pflegeheim überhaupt nichts zu tun. Übrigens sollten dort die Leute bald sämtlich durchgeimpft sein, denn diese gehören zur höchsten Risikogruppe. Sie müssen sich also nicht echauffieren!
    Alles Gute und bleiben Sie gesund
    Marcus Franz

  5. sokrates9

    Was haben wir da für ein Nannysystem das den Menschen voll entmündigt? Es soll sich jeder impfen können, der für sich persönlich ein Risiko sieht; die anderen sollen in Ruhe gelassen werden, aber alle Restriktionen gehören sofort beendet!Warum müssen Schwimmwesten für alle vorgeschrieben werden? Der nicht schwimmen kann und sich schützen will soll eine anziehen aber keine Vorschriften and die anderen machen!
    Die Politik beweist gerade dass sie nicht fähig ist genügend Impfstoff herbeizuschaffen, damit ist sie ohnehin voll ausgelastet!

  6. hausfrau

    Eines der Hauptprobleme der Thematik ist, daß heutzutage das Denken nicht von der Logik sondern von hysterisierten Gefühlen geleitet wird, was ja förmlich eine Verpflichtung sein muß.
    Beispielsweise gelang es Boris Palmer durch sinnvolle Maßnahmen in Tübingen seine Altenheime zu schützen, was man eigentlich für selbstverständlich halten würde. Das wurde nicht als Beispiel, dem man hätte folgen können genommen. Warum eigentlich? War wohl nicht das, was man verfolgte als Wirkung.
    Heute erheben sich Politiker als Experten unserer Gesundheit, bar jeglicher Evidenz. Würde ihnen unsere Gesundheit wirklich so am Herzen liegen fragt man sich, warum das einseitig nur Corona betrifft und sonst nichts obwohl schon bisher vieles im Argen lag und selbst jetzt rein nichts zur Verbesserung nicht einmal angedacht wird.
    Wenn in einem Spital für die Notaufnahme lediglich ein Arzt, und das zwischen den Pausen einer OP zur Verfügung steht – sterben auch viele, was durch genügend Personal verhindert werden könnte. Die alltägliche Gangbetten, wo auch Vieles vorkommt weil sich leider niemand vierteilen kann. Statt dessen wurden die Intensivbetten über den Sommer um 2/3 vermindert. Warum denn?

  7. CE___

    @ Susi

    Meine Vorahnung ist dass für die meisten Menschen aufgrund der Erfahrung des Jahres 2020 ein Plegeheim oder Altersheim sowieso im wahrsten Sinne des Wortes gestorben ist (pardon the pun).

    Und Statistiken in Ö zeigen ja auch schon dass die Menschen sogar Krankenhäuser meiden wie die Katze das Wasser um nicht in die behördlichen Virus-Mühlen zu geraten.

    Und man sich dort nur hineinschleifen lässt aus höchstens aller-aller-letzte Notwendigkeit und wenn zu schwach um sich zu wehren.

    Seit März 2020 haben sich Alters- und Pflegeheim in sündteure selber zu bezahlende Privat-Isolationshaft-Gefängnisse, sozusagen Fallen, verwandelt, wo man als Insasse quasi seine Menschen- und Bürgerrechte aufgegeben hat.

    Frei nach Dante:

    “Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung auf die eigenen Menschen- und Bürger-Rechte fahren”.

    Ich bin zwar noch einige Jahrzehnte von der “Zielgruppe” entfernt, aber ich kann mir nicht vorstellen mich (oder auch nur Verwandte) dort noch abzuliefern.

    Lieber daheim in den eigenen vier Wänden dahinsiechen.

    Wenigstens kann man unbeschränkt von behördlichen Virus-Diktaten seine Liebsten und Engsten sehen bevor man seinen Abtritt macht.

    DER Schock des Jahres 2020 sitzt bei den Leuten.

  8. Falke

    Eine Sache muss unbestritten sein: Von dem Augenblick an, da eine Impfung für jeden verfügbar ist, muss es wieder die völlige Freiheit geben, also die komplette Aufhebung aller “Corona-Beschränkungen”. Denn dann ist jeder für sich selbst verantwortlich und kann sich durch eine Impfung schützen. Tut er das nicht – sein eigenes Risiko, da muss niemand anderer mehr auf ihn (durch Maske, Abstand usw.) Rücksicht nehmen. Hoffentlich habe ich mich insofern verständlich ausgedrückt, dass ich natürlich absolut gegen einen (auch indirekten) Impfzwang bin. Der wäre ja in so einer Situation auch nicht nötig.

  9. Susi

    Sehr geehrter Herr Dr. Franz, dass sie das Wort „echauffiert“ verwendet haben, sagt mehr über SIE aus als über mich, denn sich echauffieren bedeutet, sich aufregen, dazu noch die negative Wertung, dass die „Aufregung ungerechtfertigt ist. Ich bin etwas erstaunt, habe mir mehr „Reflexionsvermögen“ erwartet, ich habe lediglich MEINE Einschätzung beigetragen, ohne Aufregung und soviel ich bisher weiß, gibt es noch KEINE VERBINDLICHEN Ergebnisse, dass die Impfungen NICHT Infektionen verhindern helfen können, sehr gerne jedoch können sie als Antwort div. links mit dem aktuellen Wissensstand hinsichtlich Impfungen hier veröffentlichen, für uns alle zum nachlesen, vielen Dank. Ich wünsche auch ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit und sende ihnen freundliche Grüße

  10. Eugen Richter

    Die Impfung und Maskenpflicht ist ein verdammt gutes Geschäft für die daran beteiligten Gruppen. Sie verteidigen das offensichtlich mit Zähnen und Klauen. Sie finden immer noch ein dankbares Publikum, das sich gerne schaudert.
    Interessant ist, das deutlich jüngere Bürger, teilweise noch minderjährig, das Schauspiel mehrheitlich mehr durchschauen, als die älteren Generationen.

  11. Thomas F.

    Achtung Cancel Culture, Herr Doktor! Wenn sie so weitermachen, wird man ihnen bald die Berufsausübung untersagen.

  12. Mourawetz

    Wie lange noch werden sich die „mutigen Retter in höchster Not“ halten können? Welche Hinhaltetaktik folgt dem grünen Impfpass? Wie lange noch kann der Kanzler sich den Forderungen nach sofortiger Aufhebung aller Unfreiheiten widersetzen? Der halblustige Ketchup-Vergleich war schon abgelutscht, kaum dass er den Satz beendete.

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