In der Nullzins-Falle

Von | 19. Mai 2019

“….Der Nullzins stellt eine symbolische und ökonomische Schwelle der Geldschöpfung dar. Er bedeutet, dass die Geldschöpfung das Phänomen der Zeitpräferenz völlig überlagert hat, nicht bloß abgeschwächt. Im Nullzinsumfeld erscheint die Zukunft materiell der Gegenwart gleichwertig: die Opportunitätskosten gegenwärtigen Konsums verschwinden. Diese Opportunitätskosten – versäumte Zinserlöse – helfen Menschen, ihre Zeitpräferenz niedrig zu halten. Nullzins bedeutet eine Verstärkung der Kurzfristigkeit, doch paradoxerweise nicht in Richtung eines Genießens des Augenblicks. Die Geldschöpfung macht einen vorübergehenden Eindruck von Wohlstandsmehrung möglich, ohne dass dafür in der Gegenwart die Beschränkung der Ersparnisbildung nötig ist. Ohne Beschränkung bleibt diese Geldschöpfung aber freilich nicht. Über das Anziehen der Güterpreise, insbesondere der Anlagegüter, sorgt sie für ein „Zwangssparen“, allerdings nicht mehr nach den Präferenzen der Menschen, sondern entgegen diesen.” weiter hier

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