In Israel sind offenbar immer die Opfer schuld….

Von | 2. Juli 2014

Viele deutsche Berichte über die getöteten Israelis sind geprägt von einer Mitleidlosigkeit und Voreingenommenheit, die man sich nie erlauben würde, wenn es deutsche Touristen im Jemen erwischt hätte, argumentiert Heryk Broder hier.

8 Gedanken zu „In Israel sind offenbar immer die Opfer schuld….

  1. caruso

    Liest man die wichtigsten überregionalen deutschen/österreichischen Printmedien samt Lesebriefe (von beiden nicht alle, “nur” die meisten), “versteht” man einigermaßen, wieso die Hitlerei – in D und in Ö – so gut funktioniert hat.
    lg
    caruso

  2. Rennziege

    Dazu ein erfrischender Pat Condell, der wie immer Klartext spricht:

  3. Der Realist

    in einem Rechtsstaat, der diesen Namen auch verdient, sucht man bei Strafdelikten zuerst einmal jene, die dafür verantwortlich sind, man sprengt nicht die Häuser von Verdächtigen und tötet auch nicht vermeintliche Terroristen. Es war nirgendwo zu lesen, dass die getöteten Jugendlichen schuld an ihrem Tod seien, Zweifel und Kritik an Israels Vorgehensweise, die ja schon seit Jahrzehnten so praktiziert wird, muss aber schon erlaubt sein.
    Vielleicht zählt auch einmal jemand die toten Kinder und Jugendlichen auf palästinensischer Seite.

  4. Rennziege

    2. Juli 2014 – 19:19 Der Realist
    Darauf, besonders auf den latenten Antisemitismus, ließe sich seitenlang antworten. Übrig bleibt stets nur: Von Palästinensern geht Aggression aus, von Israel Notwehr.

  5. aneagle

    @ der Realist
    Ich glaube, wenn Sie seit Jahrzehnten solche Nachbarn hätten, die bei ihrer Vernichtung feiern, wäre ihr Standpunkt realistischer. Leuten die bequem im Frieden sitzen, sich Kritik selbst erlauben, und dabei tote Kinder einer Seite versus der anderen aufzuzählen gedenken, haben nicht nur ein menschliches, sondern auch ein sachliches Glaubwürdigkeitsproblem. Pat Condell hat recht, sein Kommentar richtet sich an Leute wie Sie

  6. Thomas Holzer

    @Der Realist
    “in einem Rechtsstaat, der diesen Namen auch verdient, sucht man bei Strafdelikten zuerst einmal jene, die dafür verantwortlich………………”
    Da haben Sie prinzipiell recht!
    Nur, die Situation ist mehr als verfahren; kaum wurde die Leiche des palästinensischem Jugendlichen gefunden, verkündete Abbas, das Israel für den Mord verantwortlich sei.
    So weit ich die Berichterstattung über die verschleppten//getöteten israelischen Jugendlichen verfolgte, hat kein israelisches Regierungsmitglied die Palästinenser in Geiselhaft genommen!
    Und das, finde ich, ist der Unterschied!

  7. Christian Weiss

    @ Realist
    Ich denke, Sie liegen gleich in mehrerer Hinsicht falsch: Weder wurden Häuser von unbescholtenen Palästinensern, noch von einfachen Verdächtigen gesprengt, sondern wenn überhaupt von bekannten Hamas-“Aktivisten”. In Gefechten mit Widerständlern kamen einige unbescholtene Palästinenser zwischen die Fronten. Das Prinzip der menschlichen Schutzschilde ist aber eine gern angewandte Taktik der islamischen Verbrecher.
    Dass die drei Israeli an ihrer Entführung selber schuld seien, wurde in einigen renommierten deutschen Medien recht deutlich unterstellt. Der Spiegel drückte es so aus: “Die drei entführten Siedler besuchten eine sogenannte Jeschiva, eine Bibelschule, alle drei wollten an diesem Donnerstagabend von einer großen Kreuzung nahe Hebron nach Hause in ihre Siedlungen trampen. Es gibt genügend eindringliche Warnungen der israelischen Armee und des Inlandgeheimdienstes Schin Bet, genau das nicht zu tun – aber für die Siedler ist die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auf palästinensischem Territorium Teil ihrer Gesinnung.” Da schwingt die “Selber Schuld”-Anklage aber deutlich mit. Gerade im Zusammenhang mit Hebron ist diese Anklage zudem besonders perfid. In Hebron leben heute wieder etwa 800 Juden. Von den Arabern wurden sie nach 1948 vollständig vertrieben, obwohl es sich bei diesen Juden um Autochthone handelte, die nie wo anders gelebt haben. Mit dem Verweis auf das “palästinensische Territorium” wird ihnen zusätzlich unterstellt, dass diese Juden dort nichts verloren hätten. (Kleine Nebenbemerkung: Zu 100’000nden ziehen Araber nach Europa und haben lustigerweise überhaupt nicht das Gefühl, sie hätten hier nichts verloren.)
    Und die toten Jugendlichen auf palästinensischer Seite werden ständig gezählt und auch für die Propaganda ausgeweidet. Warum wohl setzt sich die Hamas nach Raketenangriffen auf Israel besonders gern in Schulen fest?

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