In Memoriam Marcel Reich-Ranicki

Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen.” (Der gestern verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im “Literarischen Quartett” am 15. Dezember 1994)

6 comments

  1. Rennziege

    Es wundert mich, dass dem knorrigen Marcel R.-R. hier niemand wenigstens ein kleines R.I.P. widmet. Gut, in Österreichs Turrini- und Jelinek-Landschaft fand er nicht sonderlich statt; ihre Gegenwart interessierte ihn auch nur am Rande, und dem Handke, dem Jonke und dem Thomas Bernhard streute er ebenfalls keine Rosen. Das Klagenfurter Wettlesen fand er erbärmlich, besonders die Vergewaltigung des Namens Ingeborg Bachmann, die er mochte. (Aber er liebte Georg Trakl, Joseph Roth, Robert Musil, Ödön von Horvath, Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Alfred Polgar, Peter Altenberg und Roda Roda. )
    Ich danke diesem großen alten Mann der deutschsprachigen Literaturliebe (-kritik greift zu kurz) dafür, dass er (besonders durch seine “FAZ”-Präsenz) in mir eine Neugier geweckt hat, schon als ich noch zur Schule ging: auf Autoren, die den täglichen Jahrmarkt überleben, weil sie auf ihn pfeifen. Eine Neigung, eventuell sogar eine Sucht, die ich an meine G’schrappen weiterreichen kann.
    Ich habe Reich-Ranicki viel zu verdanken. Also geh’ ich hinaus auf die Wiese, die bald schon gegen eine kanadische eingetauscht wird, und werfe für ihn ein Röserl ins Gras, und sag’ danke.

  2. Tom Jericho

    Warum sollte man einem kommunistischen Henker, der halt auch belesen war (na und? Eichmann war auch ein guter Geigenspieler!), eine Träne nachweinen?

  3. Thomas Holzer

    “Manchmal ist eine Sprechblockade für die Hörer ein Segen, das wollen wir nicht vergessen”

    abgewandelt für den Wahlkampf in Österreich 🙂

  4. Christa Alexander

    Tom Jericho,

    Ich danke Ihnen für diesen Kommentar. Genau das war dieser Mensch und ein unverschämter Lügner dazu.

  5. mannimmond

    @ Thomas Holzer:
    Über MRR kann ich nichts sagen, aber der gute Geigenspieler war nicht Eichmann, sondern Heydrich.

  6. Pingback: Nachruf | Beckers Blog

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