Inflation, die unterschätzte Gefahr

Von | 9. Mai 2017

(ANDREAS TÖGEL) Die Aufmerksamkeit vieler Bürger Eurolands richtet sich seit bald zwei Jahren vorwiegend auf die Immigrantenflut und die damit verbundenen Probleme. Allenfalls ist noch die Rede vom Schuldendebakel Griechenlands und der fortgesetzten Weigerung der EU-Eliten, auf die Provokationen der von Linksradikalen geführten Regierung dortselbst angemessen zu reagieren. Damit bleibt für die Beschäftigung mit anderen Problemen kaum noch Raum. Was zum Beispiel völlig unter den Tisch fällt, ist die Auseinandersetzung mit einem Phänomen, das den Bewohnern der Eurozone in der nächsten Zeit vermutlich noch erhebliches Kopfzerbrechen verschaffen könnte. Gemeint ist die eben kräftig Fahrt aufnehmende Inflation.

Die regierenden Eliten können dabei auf die kollektive Unwissenheit hinsichtlich der Ursachen, des Wesens und der zumindest langfristig verheerenden Konsequenzen der Inflation bauen. Diese wird von der planmäßig desinformierten Masse nämlich lediglich mit allgemeinen Preissteigerungen identifiziert, für den scheinbar weder Regierungen noch Notenbanken etwas können. Daher liegt es für die breite Masse nahe, den raffgierigen Unternehmern, die niemals den Hals vollkriegen können, die Schuld am kollektiven Kaufkraftverlust anzulasten.

In seinem 1968 erstmals erschienen Buch „Was Sie über Inflation wissen sollten“ stellte der liberale US-Essayist Henry Hazlitt (dem wir auch eine ebenso minutiöse wie vernichtende Kritik der Keynesianischen Lehre verdanken, die unter dem Titel „The Failure of the New Economics“ erschienen ist) fest:

„Ursprünglich bezog sich der Begriff »Inflation« ausschließlich auf die Geldmenge. Er bedeutete, dass das Volumen an Geld anschwoll oder aufgeblasen wurde (vom lateinischen inflare: aufblasen, anschwellen). Es ist keine bloße Pedanterie, darauf zu beharren, das Wort möge nur in seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet werden. Indem man behauptet, Inflation bedeute einen »Preisanstieg«, lenkt man die Aufmerksamkeit von ihren wirklichen Ursachen und vom geeigneten Gegenmittel ab.“

An diesem Befund hat sich bis heute nichts geändert. Preiserhöhungen sind eben nicht identisch mit Inflation. Sie sind lediglich ihre Folge. „Aufgeblasen“ wird die Geldmenge. Kaufkraftverlust je Geldeinheit ist unter sonst gleichen Bedingungen die zwingende Konsequenz.

Wer aber gebietet über die Geldproduktion, folglich die Geldmenge und damit am Ende über die Kaufkraft? Weder konsumwütige private Haushalte noch profitgierige Unternehmer, sondern ausschließlich Regierungen und deren Symbionten in den Reihen der Noten- und Geschäftsbanken. Der Fabrikant oder Kaufmann hat – im Unterschied zu den eben genannten – keinerlei Einfluss auf die Kaufkraft einer einzelnen Währungseinheit. Sollte es indessen Herrn Draghi, Frau Yellen und den übrigen Geldsozialisten gefallen, dann können sie diese aus eigenem Gutdünken oder auf Geheiß des Machtmonopolisten nach Lust und Laune manipulieren – und zwar perfider Weise, ohne dass es jedermann augenblicklich offenbar wird. Inflation wirkt daher wie eine heimlich und völlig unmerkbar erhobene Steuer. Ihre Nutznießer sind die im Besitz des Geldmonopols befindlichen Eliten: Regierungen und Finanzindustrie. Ihre Opfer sind alle Bezieher fixer Einkommen (Stichwort „Cantillon-Effekt“) und insbesondere langfristig veranlagende Sparer.

In einer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft stellt das Tauschmittel Geld ein Äquivalent für Arbeit und damit Lebenszeit dar. Im Unterschied zu allem anderen aber ist Lebens-Zeit das einzige unter keinen Umständen vermehrbare Gut. Wenn also das Syndikat der Geldalchemisten den Wert der in Geldeinheiten gehaltenen Spargroschen durch planmäßige Geldmengenausweitung (aka Inflation) reduziert, ist das nicht nur so, als ob ein betrügerischer Wirt heimlich Wasser in den Wein schütten und seine Gäste auf diese Weise betrügen würde. Es ist, als ob den Menschen – vorerst unbemerkt – Lebenszeit gestohlen wird. Und das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt!

Wenn Notenbanker wie der Gouverneur der österreichischen Nationalbank, Ewald Novotny, sich erdreisten, die planwirtschaftlich organisierte und oktroyierte Niedrigzinspolitik in der derzeit herrschenden Inflationszeit auch noch gutzuheißen, „weil dadurch die Jungen günstig zu einer Wohnung kommen“, kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Denn wer die Sparer in eine Doppelmühle aus Inflation und Nullzins zwingt, wird Kapitalverzehr ernten. Unweigerlich. Kurzfristig lässt sich auf diese Weise zwar ein Konsumstrohfeuer entfachen, doch mittel- und langfristig wird dadurch der Kapitalstock aufgebraucht. Wer aber sein Saatgut verzehrt, anstatt es für die nächste Saison aufzubewahren, lebt buchstäblich von der Hand in den Mund und verschafft sich damit alles andere als lichtvolle Zukunftsaussichten. „In the long run we are all dead“. Diesen zynischen Spruch Maynard Keynes´ haben die Draghis, Yellens und Nowotnys dieser Welt als ihr Credo auserkoren. Die Übersetzung ins Deutsche lautet sinngemäß: Nach uns die Sintflut. Exakt so sieht ihre Politik auch aus!

Bleibt anzumerken, dass die amtlich ausgewiesene „Inflation“ (korrekt: die mittels eines willkürlich zusammengestellten Warenkobes erhobene allgemeine Teuerung) allein schon deshalb nichts wert ist, weil „Asset-Preise“ (Preise für Realitäten und Wertpapiere) darin nicht enthalten sind. Wer sich die rasante Aufwärtsentwicklung von Grundstückspreisen und Aktienkursen zu Gemüte führt, weiß, weshalb die kolportierte „Inflationsrate“ – allen Bemühungen der Notenbanker zum Trotz – so märchenhaft niedrig ausfällt.

Doch da die regierenden Eliten und deren Komplizen in der Geldindustrie bekanntlich vor keiner noch so ruchlosen Schandtat zurückzuschrecken pflegen, kann und wird es noch wesentlich schlimmer kommen. Dann nämlich, wenn die seit Jahren mit zunehmender Intensität betriebene Kampagne zur Abschaffung des Bargeldes, bis zur angepeilten Endlösung erfolgreich fortgesetzt wird.

Derzeit limitiert ja immerhin noch die Möglichkeit zur Bargeldhaltung eine den Inflationseffekt weiter verstärkende Einführung von Negativzinsen. Ist aber erst der letzte Cent baren Geldes eingezogen, an seine Stelle ausschließlich virtuelles Giralgeld getreten und damit ein (starker) sachenrechtlicher Eigentumstitel durch einen (schwachen) schuldrechtlichen Anspruch gegen die Bank ersetzt, fallen die letzten Barrieren, die der fiskalischen Enteignung der Geldhalter derzeit noch Grenzen setzen. Der Staat kann sich dann am ihm schutzlos ausgelieferten Geldvermögen der Tributpflichtigen ganz nach seinem Belieben gütlich tun, indem er einfach per Mausklick zugreift.

Das bereits weiter oben angemerkte, völlig unterentwickelte Verständnis des breiten Publikums für wirtschaftliche und geldpolitische Zusammenhänge, verschafft dem Leviathan jede Menge Spielraum, zumal die Medienindustrie, die „Vierte Macht“ im Staate, derart korrupt ist, dass von dieser Seite keinerlei seriöse Aufklärungsarbeit zu erwarten ist.

Für eine wehret-den-Anfängen-Strategie ist es jedenfalls längst zu spät. Der direkte Kurs Richtung Eisberg liegt an. Jetzt heißt es: Volle Kraft voraus! (zuerst erschienen auf misesde.org)

29 Gedanken zu „Inflation, die unterschätzte Gefahr

  1. KTMTreiber

    Wohl an, – vollste Kraft voraus ! Dieses mal versuchen wir den Eisberg frontal zu treffen und selbigen zu versenken,- ein Kinderspiel !

  2. Rado

    Novotny war eine politische Postenbesetzung. Niveau Schottermizzi und Zinsen aus Griechenland. Eigentlich ein bedauernswerter Mensch in seiner Rolle (abgesehen von seinem Gehalt) den niemand ernstnimmt.

  3. namor

    Meine Betriebskosten exkl. Strom sind in den letzten Jahren um fast 2% gesunken, meine letzte Tankfüllung lag knapp über einem Euro pro Liter. Mein Dacia ist so günstig wie noch kein anderes Auto. Mein Handyvertrag inkl. Datenvolumen ist günstiger als vor ein paar Jahren ohne.

    Wenn man sich nicht gerade eine Immobilie kaufen muss oder in ein beliebtes Ballungsgebiet ein oder darin umzieht, kann ich die Diskussion um Inflation nicht nachvollziehen. Wenn die ausgeweitet Geldmenge der EZB irgendwann im täglichen Leben ankommt, mag das anders ausschauen. Abgesehen von Immos, Gold und Aktien scheint mir nicht viel anderes teurer geworden zu sein. Diese Teuerung ist gut für Besitzende.

  4. Andreas Tögel

    Verehrter namor,
    eine sich technologisch/wirtschaftlich weiterentwickelnde Gesellschaft ohne politisch manipuliertes Geldsystem, befindet sich stets im Zustand milder Deflation. Klar, weil bei sinkenden Kosten mehr produziert werden kann. Wenn Sie also in einem System mit inflationierter Geldproduktion trotzdem bei einigen Produkten sinkende Preise finden, dann ist das noch kein Grund zum Jubeln, denn die wären andernfalls noch wesentlich stärker gesunken. Dass wir hierzulande noch nicht mit Preisauftrieben auf breiter Front zu kämpfen haben, ist allein der Globalisierung geschuldet. Die flinken Hände asiatischer Kinder produzieren halt Textilien und Plastiktand deutlich schneller und billiger als die gewerkschaftlich bestorganisierter Europäer.

    Überdies ist Ihre Beobachtung nicht korrekt, wenn Sie die Preise hochwertiger Lebensmittel miteinbeziehen. Besuche in Restaurants, wo noch mit Messer und Gabel gegessen wird, sind auch erheblich teurer geworden. Ein Achterl Allerweltswein unter 3,50 Euro ist nirgendwo mehr zu kriegen. 50 ÖS für ein Achtel Heckenklescher? Dafür hätte man den Wirt früher in die Psychiatrie gebracht. Aber wie schon in meinem Beitrag ausgeführt: Die wahre Preisinflation spielt sich heute im Aktien- und Immobiliensektor ab. Letzterer ist für den “kleinen Mann” alles andere als belanglos, denn auch er will irgendwie/irgendwo wohnen.

  5. Gerald

    Wohl auch behördliche Gebühren sind ganz vorne mit dabei in der Preissteigerungsrally.

  6. CE___

    Super Artikel von Hr. Tögel dessen Meinung zum heute weltweit herrschenden Geldsozialismus ich, zusammen mit der Antwort auf den Post von @namor, voll teile.

    Ich bin mir heute nicht mehr sicher, im ganz großen gedacht, ob die Öffnung unserer westlichen Absatzmärkte für “Billig”importe aus aller Herren Länder mit günstigeren Produktionsfaktoren, welche in den 70igern und 80igern begann und dann immer weiter bis heute Fahrt aufnahm, wirklich einem “ideologischen” marktwirtschaftlichen Bekenntnis zu einem weltweiten Freihandel und internationaler Arbeitsteilung entsprang, oder nicht eher daraus entsprang in der böswilligen sozialistischen Absicht, die westlichen Bevölkerungen (USA, Europa) darüber zu täuschen, dass mit den massiven Inflationsorgien in den 50ern, 60igern und 70igern eigentlich eine massive Teuerungswelle, viel stärker als was ohnehin sichtbar und spürbar war, die unausweichliche Folge gewesen wäre.

    Nun, da sich offenbar China bzw. viele Länder Südostasiens auch nicht mehr als die “billige Werkbank” der Welt sehen wollen, sondern auch im BMW sitzen und Gucci tragen und auf Hochtechnologie machen wollen anstelle einen billigen Batzen Reis aus der eisernen Reisschüssel als Lohn zu erhalten, wird sich zeigen ob nicht doch noch bald eine, diesmal importierte, verspätete Teuerungswelle auf die USA und Europa heranrollt.

    Sozusagen “chickens (= in diesem Sinne die Teuerung) come home to roost” mit ein paar Jahrzehntchen Verspätung.

  7. Christian Peter

    Der wichtigste Inflationstreiber in unserem Geldsystem sind Banken, welche etwa 85 % des Geldes durch Vergabe von Kredit schöpfen. Nicht umsonst wird von vielen Experten (auch von Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie) die Abschaffung des Teilreservesystems gefordert.

  8. steyn

    Preiserhöhungen sind die Folge von Inflation. Man kann die Ausführungen von Hr. Tögel nur unterstreichen. Nicht ganz unwichtig: Inflation ist der Hauptgrund für die jährlichen KV-Verhandlungen und damit die Daseinsberechtigung für die Gewerkschaft (aus Sicht ihrer Mitglieder), deren sozialistische Freunde wiederum die Verursacher der wunderbaren Geldvermehrung sind. Nettes Geschäftsmodell …

  9. Falke

    Inflation wird uns ja von der Regierung und den Wirtschaftswissenschaftlern dadurch schmackhaft gemacht, dass diese das Schreckgespenst “Deflation” (also ein Sinken der Preise) als Katastrophe für die Menschheit aufbauen. Offenbar gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von einfach gestrickten Bürgern, die dieses Märchen für bare Münze nehmen.

  10. Oliver H.

    @Christian Peter

    “Der wichtigste Inflationstreiber in unserem Geldsystem sind Banken, welche etwa 85% des Geldes durch Vergabe von Kredit schöpfen.”

    Das ist logisch und empirisch falsch, was Sie aber nicht daran hindern wird, mit der Vorhersagbarkeit eines tropfenden Wasserhahns und selbigem Verständnispotential morgen wieder Debatten mit diesen Fake-Facts einzunässen.

    1) Die Giraldgeldmenge war in den letzten Jahren angesichts fehlender Ambitionen privater Akteure konstant rückläufig, was Gott spielende Verkurbelungsfetischisten zu Fiat-Orgien veranlaßte, ablesbar an ins Kraut schießenden Zentralbankbilanzen und Labels wie ‘Dicke Berta’ und ‘Quantitative Easing’. Nur wer seinen Kopf die letzten Jahre in einem Loch am Grand Canyon aufbewahrte, hat von alldem nichts mitbekommen.

    1a) Die Bilanzen der Geschäftsbanken waren in den letzten Jahren Objekte der Schrumpfung, verursacht durch bereits genannte Passivität der Privaten, als auch durch Auflagen (Basel 1 bis x und Co), sowie drittens marktübliche Bereinigungsprozesse.

    2) Geschäftsbanken können kein Geld schöpfen, sondern einzig Forderungen verbriefen, für die sie mittelbar selbst haften. Diese Haftung begrenzt Ansinnen nach absehbar notleidenden Krediten zwar nicht vollständig, wirkt aber bei Einhaltung der Spielregeln (siehe No-Bailout) verdammt nachhaltig im Sinne des Werterhaltes besagter Verbriefungen.

    3) Zentalbanken können mit den selbstgedruckten Eigentumstiteln einkaufen und für jeden randvollen Mülleimer eine Phantastilliarde auf den Ladentisch legen. Dies findet aktuell statt, nachdem Zentralbanken (speziell die ECB) aktuell so ziemlich alles aufkaufen, was Firmen aus den Büchern loswerden wollen. Flockige 60 Mrd (=60.000.000.000) ist Herrn Draghi dieser Spaß wert, Monat für Monat, aufs Jahr gerechnet eine knappe 3/4 Billion out of thin air und zugleich ein Fünftel dessen, was Deutschland in einen Jahr wirtschaftlich hervorbringt.

    3a) Geschäftsbanken können sich selbst keine Eigentumstitel basteln und damit auf Shopping-Tour gehen. Dieses wahrhaft inflationsbedingende Privileg haben sie nicht, sie montetarisieren einzig, was Private freiwillig in den Geldkreislauf einbringen, was in Europa wiederum zum größten Teil Immobilien sind.

    4) In ökonomisch unsicheren Zeiten und dem damit einhergehenden Glauben an mangelnde Geschäftsideen sinkt das allgemeine Preisniveau automatisch, zumal die Nachfrageseite schwächelt. Das wiederum steigert die Kaufkraft bestehender Geldeinheiten, ein Umstand, den Geldsozialisten mit ihren Druckerpressen um jeden Preis (‘Whatever it takes’) verhindert haben.

    “Nicht umsonst wird von vielen Experten (auch von Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie) die Abschaffung des Teilreservesystems gefordert.”

    Hätten Sie jemals auch nur eine halbe Stunde im selben Raum verbracht mit rezenten Vertretern der ‘Austrians’ wie Hülsmann, Bagus, Polleit, Taghizadegan und anderen Kalibern, so wüssten Sie um die Unsinnigkeit Ihrer Aussage. Die Teilreserve ist bloß eine Eigentümlichkeit innerhalb eines prinzipiel falschen Geldwesens. Kein einziger Austrian, definitiv niemand, plädiert für das aktuelle System abzüglich Teilreserve.

  11. Christian Peter

    @Oliver alias g m s

    Sie scheinen krank zu sein. Gerade Österreicher lehnen Teilreserve in der Regel strikt ab, der prominentester Vertreter ist Huerta de Soto. Leseempfehlung : Huerta de Soto. Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen.

  12. Johannes

    Große Schnitte in die Vermögen der Durchschnittsmenschen sind notwendig. Um dies ohne Revolution zu überstehen wird schon fleißig an vielen Versuchsballons gebastelt (Plastikgeld, Negativzinsen …) Junker wird wenn sie keinen zu großen Widerstand erzeugen dran bleiben und versuchen es so kompliziert als möglich und so zwingend wie nötig uns allen aufs Auge zu drücken.

  13. Oliver H.

    @Christian Peter

    “Sie scheinen krank zu sein.”

    Das ist richtig. Ich leide an Heuschnupfen, was aber anders als Ihre kognitiven Defizite trivial medikamentös behandelbar ist.

    “Gerade Österreicher lehnen Teilreserve in der Regel strikt ab, ..”

    Nicht in einer Ceteris-Paribus-Betrachtung, selbst wenn Sie noch tausendemal wie eine hängende Platte Textbausteine hier einstellen, die Gegenteiliges verklickern sollen. Selbst de Soto rechnet gnadenlos mit den Zentralbanken als monopolisierte Irrtumsinstanzen ab; er will eine ganz bestimmte Währung für alle haben, und allein dafür, von wegen One-size-fits-All, stellt er unter den Vertretern der Austrians berechtigt einen Außenseiter dar, der wiederum von bestimmten Bedenkenträgern hochgejazzt wird.

  14. Christian Peter

    @Oliver alias g m s

    ‘Selbst de Soto rechnet gnadenlos mit den Zentralbanken ab’

    Gnadenlos abgerechnet wird bei Huerta de Soto mit dem Teilreservebankensystem, der Begriff ‘Zentralbank’ kommt in dem 624 Seiten Seiten umfassenden Werk ‘Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen’ ‘allenfalls 10 x vor.

  15. Oliver H.

    @Christian Peter

    “Gnadenlos abgerechnet wird bei Huerta de Soto mit dem Teilreservebankensystem, der Begriff ‚Zentralbank‘ kommt in dem 624 Seiten Seiten umfassenden Werk ‚Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen‘ ‚allenfalls 10 x vor.”

    Die Argumentation wider Zentralbanken ist so simpel, daß sie weder der Wiederholung noch wortreichen Vertiefung bedarf. Für die Freunde des Tonbilds nachfolgend der Beweis, wonach Sie in typisch Peter’scher Manier einmal mehr Fleischfresser als Testimonials für die Vorzüge von Veganismus verkaufen:
    —-
    [youtube]/watch?v=_384dkpwc74
    Prof Jesús Huerta de Soto “The Essence of Austrian Economics” 2014 in Berlin

    Minuten 38-40: de Sotos Forderungen, vorgetragen in Englisch mit starkem spanischen Akzent: privatization of money .. gold standard .. and finally, we need to eliminate central banks, which in modern market economies are in fact the only socialist planning agencies, that remain operative. [lange Pause] .. the Austrians where to only one to foresee the crisis from 1929 … the consequence of the establishment of the United States Federal Reserve Bank.
    — (Transkript von mir)

    So Sie also, lieber Peter, das nächste Mal in die Reichweite halbwegs brauchbarer Unterlagen kommen, dann nehmen Sie diese vorzugweise mit eigenen Sinnen auf, als eine automatisierte Suchfunktion drüberlaufen zu lassen. Oder lesen Sie zumindest die Rezeptionen. Zweitens ist Name-Dropping (de Soto hier, de Soto da!) ansich schon eine Unsitte, denn hat man etwas einmal verstanden, ist es egal, von wem die Idee stammt. Man kann sie in eigenen Worten wiedergeben und auch dann verteidigen, wenn der Urheber diese Verteidigung nicht schon vorwegnahm. Was Sie aber machen, ist Peinlichkeit in Reinkultur.

    Drittens, weil Sie leider wieder mal in Reichweite sind, täten Sie gut daran, gebrachte und speziell an Sie adressierte Aussagen versuchweise zu widerlegen. Nicht daß ich hier irgenwie verstärkt für Sie schreiben würde, aber mehr als infantiles Repetieren zur Erlangung des Schlußakkords sollten Sie schon draufhaben.

    Last not least: de Soto hat das grundlegend falsche System verstanden, und dennoch strebt er ein verbindliches Einheitssystem an, obwohl er zeitgleich eine Privatisierung fordert. Da waren andere Denker schon konsequenter.

  16. Oliver H.

    @CPeter,

    “Sie sind doch hier schon verbannt worden, unter wie vielen Pseudonymen treten Sie noch auf ?”

    Es sind exakt 42, darin sind die Pseudonyme “Karl Markt” und “Christian Peter” als Sinnbilder mentaler Schmerzbefreitheit speziell zu Geldthemen schon eingerechnet.

    Nachdem dieser Punkt abgehakt ist: Wollen Sie jetzt noch mehr Zitate von Huerta de Soto, oder soll man diese das nächste Mal bringen, wenn Sie erneut Ihre Phrasen ablassen, sobald irgendwer über Inflation schreibt?

  17. Oliver H.

    @Christian Peter

    “Suchen Sie sich andere Gesprächspartner, ..”

    Rein rhetorisch: Was führt Sie auf das dünne Eis, man hielte Sie für einen Gesprächspartner?

    “ich habe längst von der Liste gestrichen.”

    Was haben Sie gestrichen? Falls es der Zwang ist, Textbausteine abzulassen, deren Inhalt schon x-mal in allen denkbaren Tonarten widerlegt wurde, aufdaß sogar Irgendwas-mit-Musik-Leute ohne jeglichen Background in Wirtschaftsangelegenheiten die Systematik der Melodie erkennen müßten, dann haben Sie heute den ersten erfolgreichen Schritt gemacht.

  18. Christian Peter

    @g m s

    Suchen Sie sich einen Arzt des Vertrauens, der lässt sich für Therapiebehandlungen wenigstens bezahlen.

  19. Oliver H.

    @CPeter

    “Suchen Sie sich einen Arzt des Vertrauens, der lässt sich für Therapiebehandlungen wenigstens bezahlen.”

    Interessant, Ihr wiederholtes, wenngeich uninspiriertes Abgleiten ins Medizinische. Anyway: Wußten Sie, wonach der rezent in aller Munde befindliche, absurd genutzte Begriff der “Phobie” vor diesem und jenem identen totalitären Geistern entspringt, die Dogmen über Fakten stellen?

    Selbstverständlich fallen Sie nicht in diese Kategorie mit Ihrer obigen harmlosen Anspielung auf meinen Heuschnupfen, sonst müßte man sich schon auf die nächste Stufe vorbereiten, wo das Krankhafte gegen das Parasitäre gewechselt wird und Vernichtungsphatasien platzgreifen.

    Flankiert werde diese ungustigen gesellschaftlichen Entwicklungen von Propaganda, wird von der Masse doch irgendwann alles geglaubt, was nur ausreichend oft und ausreichend laut wiederholt wird. Brainwashing wirkt, der damit Manipulierte wird selbst zum roboterhaften Duplikator von Parolen, die passende Therapie ist schmerzhaft und per Internet nicht anwendbar.

    Selbst also wenn Ihr erneuter medizinischer Schlenkerer nicht jovialer Natur gewesen wäre, so könnte ich Sie doch beim besten Willen nicht aus dieser Sackgasse rausholen, völlig unabhängig vom Vorhandensein von Geld oder dessen Beschaffenheit.

  20. KTMTreiber

    …. Inflation, die unterschätzte Gefahr – aber Flat- TV’s sind tatsächlich billiger geworden ! (Joke) 😉

  21. Zaungast

    @Oliver 9. Mai 2017 – 18:09

    Ein sehr lesens- und bedenkenswerter Kommentar.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~
    “Das wiederum steigert die Kaufkraft bestehender Geldeinheiten, ein Umstand, den Geldsozialisten mit ihren Druckerpressen um jeden Preis (‚Whatever it takes‘) verhindert haben.”
    ~~~~~~~~~~~~~~~~

    Banken, Versicherungen usw. verkaufen im Zuge der Aktion “Dicke Berta” ihre Staats- und Unternehmensanleihen an die EZB und realisieren dadurch Kursgewinne. Das dabei neu entstandene EZB-Geld wird jedoch kaum nachfragewirksam, denn was sollten die Verkäufer damit kaufen? Aktien? Immobilien? Glaube ich nicht. Vermutlich ist es das (bei allen Nachteilen) sinnvollste, mit diesen realisierten Kursgewinnen auf bessere Zeiten und tiefere Kaufkurse zu warten?…

    Ein Verlierer dieser Aktion ist klar: Die EZB wird ihrem Profit mit “Dicker Berta” keinen Gefallen tun. Einige Häuslbauer nutzen das niedrige Zinsniveau, die könnte man als Gewinner sehen. Alle Emittenten neuer Anleihen (bzw. Umschulder) detto. Für “Sparer” sind es magere Zeiten. Insgesamt dürfte das mit “Dicker Bertakraft” niedergedrückte Zinsniveau eher deflationierend wirken. Fragt sich, wie lange diese Phase noch anhält, bis das Zinsniveau irgendwann wieder steigt – mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Wie man in Japan sieht, kann das über Jahrzehnte gehen.

  22. Zaungast

    @Oliver

    PS: Bei Ablauf der von der dicken EZB-Berta eingekauften Anleihen fließt das emittierte EZB-Geld wieder zurück, d. h. Bilanzverkürzung. Fragt sich jetzt, wie groß die mittlere Restlaufzeit ist. Und wie lange und im welchem Ausmaß die Aktion “Dicke Berta” in der Zukunft fortgesetzt wird.

  23. Oliver H.

    @Zaungast

    “Banken, Versicherungen usw. verkaufen im Zuge der Aktion „Dicke Berta“ ihre Staats- und Unternehmensanleihen an die EZB und realisieren dadurch Kursgewinne. Das dabei neu entstandene EZB-Geld wird jedoch kaum nachfragewirksam, denn was sollten die Verkäufer damit kaufen? Aktien?”

    Eindeutig ja.

    Aktienrückkäufe stellten sogar den Löwenteil dar der Nutzung jener Gelder, die in den vergangen Jahren durch Zentalbanken freigesetzt wurden. Dies hat ergänzend, neben der generellen Flucht in Sachwerte, die Börsen befeuert.
    So oder so wird frisches Geld früher oder oder später immer nachfragewirksam, weil jeder der damit einkauft, einen Verkäufer mit dick gefüllter Brieftasche zurückläßt, der sich aus diesem Markt zurückzog.

    Daher werden auch nie Summen in einem Assetmarkt ~gebunden~, der Preisauftrieb schlägt mit einiger Verzögerung in den Konsumer-Märkten durch — wenn schon nicht im Inland, dann anderwärtig am Globus. Zentralbanken wollen Inflation anzheizen, und sie schaffen es auch, wie sich an den entsprechenden Indikatoren ablesen läßt, sogar am sorgsam verzerrten Konsumenten-Preisindex.

    “Bei Ablauf der von der dicken EZB-Berta eingekauften Anleihen fließt das emittierte EZB-Geld wieder zurück, d. h. Bilanzverkürzung.”

    Ja, der Fachausdruck dafür lautet “Sterilierung”. Das entscheidende ‘Aber!’ dabei besteht darin, wonach die Zentralbanken zuvor zu überzogenen, sprich über jenen Preisen einkauften, die sich ohne ihr Zutun am freien Markt hätten erzielen lassen.

    “Fragt sich jetzt, wie groß die mittlere Restlaufzeit ist. Und wie lange und im welchem Ausmaß die Aktion „Dicke Berta“ in der Zukunft fortgesetzt wird.”

    Ja. Generell jedoch ist, mit obiger Begründung, allen Analysten der Vorgänge klar, daß das spätere “Einsaugen” der zuvor ausgestreuten Gelder niemals vollständig erfolgen wird, selbst wenn die Zentralbanken dies beabsichtigen würden. Das spiegelt sich auch wider, wenn schon nicht monokausal, in den stetig wachsenden Zentralbankbilanzen.

  24. Zaungast

    @Oliver

    “Eindeutig ja.”

    Ich bin skeptisch. Nur als kleines, beispielhaftes Indiz auf die Schnelle:

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Österreichs Versicherungen sind gut aufgestellt, halten sich aber betreffend Aktien-Engagements zurück. Dieses Resümé kann man aus dem Bericht der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA zum vierten Quartal der österreichischen Versicherungswirtschaft ziehen.

    Die Summe aller Assets zu Marktwerten (exklusive Kapitalanlagen der fondsgebundenen und indexgebundenen Lebensversicherung) lag Ende 2016 bei 110,68 Milliarden Euro.

    Die Kernaktienquote (d.h. Aktien notiert, Aktienfonds, Aktienrisiko in gemischten Fonds) betrug Ende 2016 3,99 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2015 betrug dieser Wert 3,73 Prozent.
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    (Quelle: institutional-money.com, 30.3.2017)

  25. Zaungast

    @Oliver

    “Das entscheidende ‚Aber!‘ dabei besteht darin, wonach die Zentralbanken zuvor zu überzogenen, sprich über jenen Preisen einkauften…”

    Die EZB kassiert ja auch noch den Anleihekupon. Wenn ich eine Anleihe zu hohem Kurs und nahe-null-Kursrendite kaufe, fließt das Kaufgeld insgesamt wieder zurück.

  26. Oliver H.

    @Zaungast

    [“Aktien?” – „Eindeutig ja.“]
    “Ich bin skeptisch. Nur als kleines, beispielhaftes Indiz auf die Schnelle:”

    Auf die Schnelle, mit den Begriffen .. central banks stock buyback =>
    Bloomberg July 6, 2016, 6:00 AM GMT+2
    In the background of another epic bounce for U.S. stocks was the bull market’s oldest friend: buybacks.
    American companies announced $52 billion of repurchases last week alone, following the Federal Reserve’s approval of capital plans for 33 financial firms, according to data compiled by Birinyi Associates. That pushed total buybacks in June to more than $65 billion, the most since February.

    The Telegraph Business, 20 SEPTEMBER 2016 • 7:13PM
    For global corporations at least, credit has never been so free and easy, encouraging aggressive share buy-back programmes.

    investors.com, 8/12/2016
    Low or negative rates have also led to huge amounts of new debt taken on by corporations (mostly for stock buybacks)

    Reuter Nov 20, 2015
    QE-fueled share buybacks may lose luster [Diese Vorhersage entpuppte sich als falsch] Ramped-up monetary stimulus from the European Central Bank is likely to fuel investor unease over companies funneling cash into share buybacks – which have hit a four-year high – rather than investment, asset managers warned.

    counterpunch.org JUNE 27, 2014
    Besides CB stock purchases are likely insignificant compared to corporate stock buybacks which are presently just-south of $600 billion per year. CB stock purchases are no where near that, regardless of what you read at Zero Hedge. Check this out in the Wall Street Journal:

    “Last year, the corporations in the Russell 3000, a broad U.S. stock index, repurchased $567.6 billion worth of their own shares—a 21% increase over 2012, calculates Rob Leiphart, an analyst at Birinyi Associates, a research firm in Westport, Conn. That brings total buybacks since the beginning of 2005 to $4.21 trillion—or nearly one-fifth of the total value of all U.S. stocks today.” (Will Stock Buybacks Bite Back?, Wall Street Journal)

    Handelsblatt 23.09.2015, Dank Zinspolitik der Fed: So viel Geld für Aktienrückkäufe wie nie zuvor

    FAZ 28.04.2016
    Amerikanische Aktien unterliegen möglicherweise einer Illusion. Angesichts rückläufiger Unternehmensgewinne haben die großen amerikanischen Marktbarometer nur noch eine Möglichkeit, dieses Jahr ohne Verlust abzuschließen. Das Zauberwort: Aktienrückkäufe.
    So sieht das zumindest David Kostin, der für amerikanische Aktien verantwortliche Marktstratege der Investmentbank Goldman Sachs. „Rückkäufe von Unternehmen sind die Hauptquelle der Nachfrage nach amerikanischen Aktien“, sagt Kostin. Goldman schätzt, dass die im Aktienindex S&P 500 abgebildeten Unternehmen in diesem Jahr insgesamt 600 Milliarden Dollar ausgeben werden, um eigene Aktien zurückzukaufen – 7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
    ——-

    “Wenn ich eine Anleihe zu hohem Kurs und nahe-null-Kursrendite kaufe, fließt das Kaufgeld insgesamt wieder zurück.”

    Gewiss — falls der hohe Kurs berechtigt war, nicht aber, wenn man überteuert einkaufte.

  27. Zaungast

    @Oliver

    1) Diese Aktienrückkäufe sind hauptsächlich ein US-amerikanisches Phänomen. Unternehmen wandeln dabei ihr Eigenkapital in Fremdkapital um. Die Aktienrückkäufe (nebenbei: meist zu zweifelhaften, überhöhten Preisen) werden einerseits mit Cash-Reserven der Unternehmen bezahlt und andererseits durch neue Schulden.

    Die FED kauft ja nur Staatsanleihen? Demnach tauschen Gläubiger am US-Markt US-Staatsanleihen teilweise gegen Unternehmensforderungen. Für Europa sehe ich diesen Mechanismus nicht (mangels nennenswerter Aktienrückkäufe europäischer Unternehmen). Und die Aktienverkäufer stehen mit dem Cash da. Möglich, daß da einige Private sich ein neues Auto kaufen oder toll Urlaub machen. Aber die Institutionellen werden vermutlich überwiegend am Cashberg sitzen bleiben?

    2) Wenn ich eine Anleihe zu hohen Kursen kaufe, verliere ich bei Pleite des Emittenten natürlich mehr. Dieses Risiko hat die “Dicke Berta” – weil die Zinseinnahmen die Anleiheausfälle wahrscheinlich nicht kompensieren. Ich sagte ja: Die EZB tut ihrem Profit keinen Gefallen. In diesem (Verlust-)Fall gilt sogar die Karl-Marktsche Einnahmen-Ausgaben-Profitrechnung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.