Integration mit Hindernissen

(PETER STIEGNITZ) Das Thema ist aktuell. Für viele sogar zu aktuell. Im Flüchtlingsstrom, den Medien und Politiker „Flüchtlingskrise“ nennen, hört man immer seltener „Willkommen!“-Rufe, dafür immer häufiger kritische, auch ängstliche Stimmen, die nicht nur aus Pegida-Kreisen stammen.
Das Thema wird zusehends emotionalisiert. Und Emotionen sind schlechte Ratgeber, weil sie nicht selten zu Hass und Aggression verleiten. Deshalb ist es wichtig, auch brennende Themen – manchmal sogar im wörtlichen Sinne –möglichst mit kühlem Kopf und für alle verständliche Argumenten zu behandeln.
„Integration“ ist der Begriff, der aus dem Flüchtlingsstrom entweder herausfragt oder untergeht. Da wir Menschen sind, die mit dem Kopf und nicht mit dem Bauch denken, sind wir eindeutig dafür, dass dieser Begriff nicht untergeht, sondern herausragt und vor allem nicht vergessen wird. Allerdings betrifft die Integration alle Beteiligten; die Asylsuchenden genauso wie die Asylgeber. Ratsam für alle ist die Verdeutschung des Begriffes „Integration“; es heißt „Einbindung in ein Ganzes“.
Seit Menschengedenken und vor allem seit Menschen denken, gibt es mehr oder weniger große und kleinere Völkerwanderungen. Vergessen wir nicht, dass nahezu die gesamte kulturelle und zivilisatorische Entwicklung diesen Wanderungen verdanken. Das auch in Österreich, vor allem in Wien. Die Wiener Hausmeister, die es übrigens immer weniger gibt, aus Böhmen, die Druckereiarbeiter aus Mähren, die Dramatiker und Operettenschreiber aus Budapest, die Schriftsteller aus Prag, die Philosophen aus Warschau, aber auch die Facharbeiter aus Kroatien und Serbien haben aus multikulturellen Bausteinen eine Monokultur gebaut, die schlechtweg „österreichische Kultur“ heißt.

Das eigentliche Zaubermittel dieser Einheit aus der Vielheit nennen wir „Integrationsbereitschaft“ seitens der Zuwanderer und Integrationsmöglichkeit seitens des Wirtsvolkes. Allerdings: Sie kamen aus den einstigen „Kronländern“ der Monarchie und fügten ihren multikulturellen Unterbau in den kulturellen Überbau der autochtonen Bevölkerung meist problemlos ein. Diese Migranten kamen aus den Ländern der Monarchie und größtenteils entweder aus jüdischen oder aus christlichen Kulturkreisen.
In der Migrationssoziologie unterscheiden wir zwischen Multikultur, Interkultur und Intrakultur. Während die Multikulturalität, das Festhalten an der mitgebrachten Kultur nur in Kunst und Kulinaria funktioniert, bedeutet die Interkultur ein lockeres Nebeneinander verschiedener Kulturen, die ich – etwas pointiert – „Naschmarktkultur“ nenne. Die Intrakultur schließlich ist die beste Lösung: Nach innen her die Beibehaltung der eigenen, mitgebrachten Kultur, nach außen hin die optimale Anpassung an die Mehrheitskultur und gleichzeitig auch deren Bereicherung. Ein gutes Beispiel für interkulturelle Modelle sind Fußballmannschaften. Die einzelnen Sportler kommen aus allen Erdteilen, doch sie tragen einheitliches Trikot und üben sich im Teamgeist.
Soweit das praktisch orientierte theoretische Modell. Die integrative Wirklichkeit sieht leider etwas anders aus, vor allem deshalb, weil es immer wieder Menschen gibt, die leidenschaftlich gerne auf die Bremse des „Integrationszuges““ treten. Dabei unterscheide ich zwei Typen:
+Die Eiferer und
+die Ghettoisierer
Die Gruppe der „Eiferer“ sind eng mit den „Multikultis“ verwandt und fühlen sich mit ihnen verknüpft. Jeder dieser Eiferer hat seine Schutzbefohlenen, wie die von den Irakern und Türken verfolgten Kurden, oder die ungarischen Minderheiten in Rumänien und vor allem die unter einem vermeintlichen Antisemitismus leidenden Juden, wobei ich eine echte Judenablehnung nicht verschweigen will.
Alles, was diese „Eiferer“ – aus Geschichte und Gegenwart kennen wir sie als Fundamentalisten, als Wächter der „reinen Lehre“ – unternehmen, nützt weniger ihren Schutzbefohlenen, als vielmehr ihnen selber. Schuldgefühle, verschiedene Komplexe lassen sich nämlich auf diese Weise hervorragend kompensieren.
Ich will es allerdings nicht verheimlichen, dass die „Eiferer“ auch über gute Eigenschaften verfügen; sie haben Ideen, Ausdrucksraft und Beeinflussungsmöglichkeit; nur eines fehlt ihnen: der Humor.
Die Gruppe der Ghettoisierer hat nur am Rande etwas mit Juden zu tun. Vertreter verschiedener Minderheiten, die jedwede Anpassung, geschweige denn Assimilation vehement ablehnen, propagieren die „Vorteile“ einer Ghettobildung, einer Abkapselung von der Mehrheit. Das erleben wir in Europa, wo Islamisten und Hassprediger ihr Unwesen genauso treiben wie die ultra-orthodoxen Juden in Israel.
Die „Ghettoisierer“ halten viel von ihrer Eigenständigkeit, von ihrer „sozialen Emanzipation“. Hinter dieser Eigenbeweihräucherung versteckt sich ein neurotisch übersteigerter Trend zum kompromiss- und toleranzlosen Festhalten an eigenen Werten, Sitten und Gebräuchen. Diese Kompromisslosigkeit führt häufig zum Bau künstlicher Mauern. – Mit einem Wort: zum Ghetto.

Ghettos kann man in einem Rechtstaat nur von innen her aufrecht- und am Leben erhalten, da der Weg der Integration jedem offen steht; und das auf allen sozialen Ebenen. Die Voraussetzung hierzu liegt in der Integrationsbereitschaft der Migranten und in der Integrationsmöglichkeit der Mehrheitskultur.

Die Ghettoisierer sind mit diesen Prozessen nicht einverstanden; sie fürchten die Assimilation ihrer Mitglieder, den Verlust ihrer eigenen Machtposition. Deshalb bemühen sie sich, auch die leisesten Integrationsbestrebungen ihrer Mitglieder bereits im Keime zu ersticken. Diese Ghettoisierer sind Menschen, die Angst mit Angst begegnen. Sie warnen unaufhörlich vor den – meist erfundenen und künstlich hochgespielten – „Gefahren“, die seitens der angeblich „feindlich“ gesinnten Mehrheit drohen. Sie sind Warner und Rufer, sie sind Einschränker, sie sind deformierte Hasser, die panische Angst haben, für ihre Gemeinschaft überflüssig zu werden.
Den Ruf, „Schmelztiegel“ zu sein erhielt das moderne Wien zunächst von Mitte des 19. Jahrhunderts an bis zum Ersten Weltkrieg und dann nach 1945. In der Zeit von 1945 bis zum Anfang der 60-er Jahre kamen, wie schon erwähnt, jüdische und christliche Flüchtlinge aus dem Sowjetmachtbereich. Ab den 60-Jahren wurden die ersten Fremdarbeiter, damals noch solche genannt, aus Jugoslawien nach Wien geholt. Trotz der Familienzusammenführung haben sie sich noch schneller als die böhmischen und mährischen Arbeiter vor dem Ersten Weltkrieg integriert. Auch ihre Kinder und Kindeskinder sind, etwas salopp formuliert, „gute Wiener“, „gute Österreicher“ geworden, die ihre alte Heimat meist nur als Touristen besuchen.
Die langsam zu „Gastarbeitern“ verschönten Fremdarbeiter aus der Türkei haben sich von Anfang an kaum integriert. Selbst ihre Kinder, vor allem die Kopftuch tragenden Mädchen, haben nur die erste Stufe der Integration – die deutsche Sprache – genommen. Auch sie bleiben, politisch wie gesellschaftlich, wie ihre Eltern in der türkisch-muslimischen Subkultur. Dazu ein einziges Beispiel: Voriges Jahr, anlässlich des sogenannten „Gaza-Konflikts“, marschierten abertausende Türken, zwar mit der österreichischen Staatsbürgerschaft in der Tasche, doch unter türkischen Fahnen, und schrien „Nieder mit Israel“, „Raus mit den Juden“.
Mit der jetzigen „Flüchtlingskrise“, wie es offiziell heißt, stehen wie vor neuen, bisher unbekannten und vor allem ungewohnten Integrationsproblemen. Während es den afghanischen und pakistanischen Flüchtlingen gelingen wird, Platz in den jeweiligen Subkulturen zu finden, stehen die Syrer – da es in Österreich bis jetzt keine nennenswerte syrische Subkultur gibt – vor doppelten Schwierigkeiten: auf sich alleingestellt, da sie mit keiner Hilfe von der eigenen Gemeinschaft rechnen können – müssen sie zuerst ihre eigene, vor allem religiöse Subkultur schaffen. Diese Prozedur wird ihre Integration fühlbar verlangsamen. Die meisten syrischen Asylsuchenden sind junge Männer. Erst die zu erwartende Familienzusammenführung sichert den Aufbau ihrer eigenen Subkultur.
Ich erwähnte mehrmals den Begriff „Subkultur“, den ich allerdings nicht abwertend meine, sondern als soziologische Tatsache erwähne. Während sich die nach Österreich emigrierten Slawen und Magyaren bereits in der ersten Generation integrierten, hatten sie den Aufbau einer Subkultur, im Gegensatz zu den Muslimen, nicht notwendig.
Trotz all dieser und ähnlicher Probleme, verläuft der Prozess der Integration in Österreich bedeutend friedlicher als in vielen anderen europäischen Ländern. Bei uns brennen keine Asylheime und es gibt auch kaum gewaltsame Auseindersetzungen zwischen den einzelnen ethnischen Gemeinschaften; auch nicht zwischen Türken und Kurden, vor allem aber gibt es immer wieder Möglichkeiten des kulturellen und vor allem des religiösen Dialogs.

14 comments

  1. Fragolin

    Es geht nicht um Integration.
    Wenn in einen Gemeinschaftsbau eine neue Familie einzieht, ist es vollkommen egal, wo sie herkommt, was sie tut, welche Sprache sie spricht.
    Sie hat aber keinen Anspruch darauf, dass die Hausgemeinschaft ihr die Miete und das Essen zahlt, hat kein Anrecht darauf, in die Ecken der Parkgarage zu urinieren, ihren Müll einfach aus dem Fenster zu entsorgen, den ganzen Tag im Treppenhaus herumzulungern und vorbeigehende Anwohner anzupöbeln. Sie hat die Pflicht, ihre Miete zu entrichten, sich an die Hausordnung zu halten und ihren Dreck selbst wegzuräumen, das Eigentum der anderen zu respektieren und nicht die anderen zu terrorisieren. Dann hat sie auch jedes Recht, in diesem Haus zu leben.
    Sie muss dazu weder irgend eine Sprache lernen noch in den großen Freundeskreis des Kegelklubs integriert werden, keiner muss sie adoptieren und keiner für sie bürgen.
    Integration ist Wischiwaschi. Respektvolles Nebeneinander, das Halten an die Regeln und Gesetze und Eigenverantwortlichkeit der Versorgung reichen vollkommen aus. Auf dieser Basis leben wir mit Asiaten seit Jahrzehnten in einem Land, ohne diese zehntausenden Menschen überhaupt zu bemerken, wenn man nicht gerade beim Chinesen essen oder beim Vietnamesen billige Klamotten kaufen geht.
    Aber wenn sich jemand einen Dreck um die Hausordnung schert, die Mitbewohner anrotzt, das Treppenhaus verschmiert und damit droht, eine Bombe in die Parkgarage zu schmeißen, dann ist es das Recht der Hausgemeinschaft ihn postwendend rauszuschmeißen. Und er darf sich freuen über den hohen Grad der Zivilisiertheit hierzulande, denn andere Hausgemeinschaften würden solche Zeitgenossen aus dem dritten Stock zum Trocknen im Wind hängen. Wir sitzen (noch) nur am Stammtisch im Kegelklub und maulen über die Untätigkeit der Wohnungsverwaltung, die unsere Eingaben scheinbar nicht liest…

  2. wbeier

    Möglicherweise bildet sich nach Generationen mit und aus der aktuellen Massenzuwanderung soziokulturell absolut Fernstehender eine Art homogene Gesellschaft – mit „Melting Pot“ oder gar „Volk“ wird das dennoch wenig zu tun haben.
    Bis dahin stellen wir uns besser auf Multikonflikte, Segregation und Gewalthierarchien entlang der zahlreichen Bruchlinien ein.

  3. wbeier

    @Fragolin
    Ich bin nicht der Anwalt des geschriebenen Gesetzes als eine Art „kleinster gemeinsamer Nenner“ eines verträglichen Zusammenlebens. Vielmehr erachte ich die vielen „ungeschriebenen“ Gesetze – als Destillat einer kulturellen europäischen Entwicklung – als Fundament unseres Lebensraumes: Man wirft keinen Müll aus dem Fenster, brunzt nicht in Garagenecken und greift wildfremden Frauen nicht unter den Rock. Das braucht weder in einer Hausordnung noch in einem Gesetz zu stehen und ein Verschanzen hinter Gesetzestexten wird uns nicht weiterbringen wenn fundamentaleuropäisches Verhalten in der quasi Grundprogrammierung nicht vorhanden ist.

  4. Lisa

    @fragolin. Guter Vergleich! Das Problem ist nur, dass es keine Leute gibt, die den Ankommenden die Regeln erklären statt, wie das einige tun, sie willkommen zu heissen und nach einem Almosen hängen zu lassen – oder, wie es andere halten, hasserfüllt anzuschauen und über sie zu lästern. Wo sind die Dolmetscher und Sprachkurslehrer, die Gesetze und ungeschriebene Regeln vermitteln – und zwar gleich zu Beginn, nicht erst, nachdem sie monate- oder jahrelang via Landsleute darüber informiert werden, wie sie sich am besten vor Pflichten drücken und sich Vorteile verschaffen? Um in Ihrem Vergleich zu bleiben: den Neuzuzügern wird von ihren Freunden und Bekannten vermittelt, dass sie erst abklären sollen, dass niemand um den Weg ist, bevor sie in die Ecke bieseln, dass die beste Zeit für den Müllrauswurf drei Uhr morgens ist und dass möglichst keine Dinge dabei sind, die auf den Verursacher schliessen lassen. Neuzuzüger sind auf Information angewiesen – und zwar von den Altmietern, nicht von jenen, die in einer Art Parallelgesellschaft leben, weil auch sie nicht von den Einheimischen informiert sondern ignoriert wurden. Manch einer wird sich dann vielleicht überlegen, dass er doch lieber wieder zurückkehrt in ein Land, wo man sich ohne Konsequenzen so verhalten kann.

  5. Christian Peter

    ‘Integration’

    Integrationsdebatten können wir uns ersparen, denn Kern des Asylrechts ist es nicht, Flüchtlingen auf Dauer eine neue Heimat anzubieten und zu integrieren, sondern politisch Verfolgten (temporären) Schutz zu gewähren.

  6. wbeier

    Werte Lisa
    Wahrscheinlich wird auch ihnen seinerzeit an der Hand ihrer Eltern oder Großeltern erklärt worden sein, dass man keine Papierln einfach auf den Boden wirft. So eine Art Programmierung im MBR ihrer persönlichen “Festplatte”. Allerdings laufen bei auffallend vielen Menschen vornehmlich orientalischer Herkunft andere Betriebssysteme und ich bezweifle, dass Landsleute, Nachbarn, Dolmetscher und Sprachkurslehrer daran nachhaltig etwas ändern können und werden.

  7. astuga

    Bewusst auf Gefühle zu hören ist nicht schlecht.
    Tatsächlich sind es meist eher jene die rationalisieren (die also Empfinden und Ideologie nur intellektuell kaschieren und zu rechtfertigen versuchen) welche die Probleme verursachen und verschärfen.

  8. Mario Wolf

    Integration ist zu einer Worthülse verkommen, wird zum Unwort. Integration ist eine Einbahnstrasse. Der in eine neue Gesellschaft ankommende hat zwei Möglichkeiten, er passt sich an, oder er geht wieder zurück von wo er gekommen ist. Die Gastgeber haben keinen Grund und keine Möglichkeit, jemanden zu integrieren der die Anpassung verweigert. Das ganze Gejammer der Gutmenschen wie schlecht es Leuten aus anderen Gegenden der Welt bei uns geht, hat nur dazu beigetragen dass ihre Klientel sich in die Opferecke begeben hat und meint es nicht nötig zu haben ihren aktiven Beitrag zu Integration zu leisten. Aber warum geht die Diskussion immer um die gleiche Gruppe, bei der immer verschwiegen dass es die Religion ist die das Handeln dieser Gruppe bestimmt.
    Wieso hat es nie Probleme mit Immigranten z.B. aus Vietnam, Indien, Bangladesch, Sri Lanka, gegeben ? Bei dieser Gruppe gibt es keine Diskussionen, weil die Bereitschaft in den Prozess der der Assimilation einzusteigen, von Anfang an da war. Völlig unzulässig ist der Vergleich mit Wien am Ende des 19. Jahrhunderts. Keinen der aus Böhmen, Polen, Kroatien, Galizien wäre es eingefallen zum Sozialamt zu gehen und Unterstützung zu fordern. Diese Leute sind nach Wien gekommen, haben die Sprache gelernt, Familien gegründet und die nächste Generation der Voprsaleks waren Wiener. Im Vergleich die Situation in den türkischen Vierteln in Berlin. Die dritte Generation, von früheren Gastarbeitern abstammend, bildet eine aktiv sich isolierende Subkultur, mit zunehmender Ablehnung der Werte des “Gastlandes”. (Stimmt der Begriff, Gastland ?)

  9. Lisa

    @wbeier: Bezweifeln allein bringt aber keine -Veränderung. Die Vermittlung anderer, neuer Werte braucht allerdings auf Seiten des Vermittlers nicht nur Festigkeit, Klughet und Geduld, sondern auch die Fähigkeit, dem andern zuzuhören, um zu sehen, wo unsere Werte mit den seinen nicht kompatibel sind.

  10. Lisa

    @Christian Peter: So einfach ist es leider nicht, aus drei Gründen. 1. Frau Merkel will Zuwanderung (egal, woher) 2. diese Massen an des Deutschen nicht mächtigen Asylbewerbern kann das Land personell nicht bewältigen: wer von den viel zu wenigen Ansprechpersonen/Fallbearbeitern kann schon so gut Arabisch, Farsi, Urdu, Suaheli, Aramäisch etc., dass der Status “politisch verfolgt” sichergestellt werden kann? Die wenigsten der Asylbewerber haben übrigens ein auch nur minimales Interesse für Politik, wissen nicht mal, wie ihr Heimatland politisch organisiert ist. Also warten sie hier monate-, jahrelang auf den Bescheid, ohne Sicherheit hier bleiben zu können und sich um Anpassung bemühen zu müssen. 3. Die Heimatländer der Flüchtlinge und Asylanten nehmen noch so gern den Ruf auf sich, als “nicht sicher” zu gelten (s. Afghanistan) , damit sie diese ihrer Ansicht nach unzufriedenen, illoyalen, ungehorsamen, desertierenden, mittellosen jungen Männer los sind! “Jawohl, wenn sie zurückkommen, werden sie ins Gefängnis gesteckt, und da wird auch gefoltert, die sollen bleiben, wo sie sind.“

  11. Mona Rieboldt

    @Lisa
    Darauf bin ich aber sehr gespannt, wie die vielen moslemischen Jungmänner darauf reagieren, wenn man ihnen die hiesigen Regeln erklären will. Dann sagen sie “ach ja, da muss ich umdenken, Frauen sind nicht mehr weniger wert als Männer” und ja “ab sofort achte ich auch Homosexuelle und Juden stehen nicht mehr auf einer Stufe mit Schweinen”. “Danke Lisa, dass sie mir das erklärt haben. Da muss ich mich ja ganz verabschieden vom Koran”.

    Letztens wurde eine Sozialarbeiterin des Roten Kreuzes von einem 15jährigen Moslem im Asylantenheim vergewaltigt. Vielleicht wollte sie ihm helfen und ihm erklären, wie man sich hier verhält.

  12. Lisa

    @Mona Rieboldt: Warum sollte er seinen Glauben wechseln? Er muss lediglich verstehen, dass hier der Glaube Privat- , wenn nicht sogar Nebensache ist und die freie Religionsausübung nicht mit den Gesetzen in Konflikt geraten darf. Wenn etwa Vollverschleierung unter “Vermummungsverbot” fällt, wenn Schächten per Gesetz verboten ist (Tierquälerei?), wenn Beschneidungen oder Schnitt-Tätowierungen an Kindern nicht, bzw. erst ab Religionsmündigkeitsalter erlaubt sind, wenn Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich behandelt werden, so müsste man sich daran halten. Aber schliesslich halten sich auch nicht alle Inländer ans Gesetz und nutzen dessen Schlupflöcher! Es geht übrigens nicht um ein Lippenbekenntnis, sondern um Verstehen, Begreifen, Erkennen und Akzeptieren der neuen Realität. Ist sie mit dem Gewissen, den Überzeugungen etc.nicht vereinbar, dann wäre die Konsequenz eben, das kleinere Übel zu wählen und gar nicht erst auszuwandern, zu flüchten in ein Land, wo solche Gesetze herrschen. “Lieber tot als rot” hiess es bei überzeugten Antikommunisten damals…

  13. Mona Rieboldt

    @Lisa
    Sie werden ja nicht so blöd sein, dass Sie meine Ironie nicht verstanden haben. Ich habe nicht gesagt, Muslime sollen ihren Glauben wechseln. Nur sind z.B. Gleichheit von Mann und Frau nicht mit dem Koran vereinbar, auch nicht die Verständigung mit Juden. Was Sie meinen, entspricht nicht der Realität, die man ja sehen kann, bei denen die schon länger hier leben in D.
    Und wie Sie diejenigen, die sich nicht daran halten, wieder weg schaffen wollen, das möchte ich sehen.

  14. Christian Peter

    Schluss mit Integrationsdebatten ! Politisch Verfolgte sollten nicht integriert werden, sondern temporär vor Verfolgung geschützt werden – das ist der Kern des Asylrechts.

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