Integration ohne Politik

(Von Peter STIEGNITZ) Integration ist ein natürlicher Prozess, die man seitens der Politik genauso wenig wie die Geburtenrate steuern kann. Seit Mitte des 19. bis zu den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen rund drei Millionen Migranten, Arbeit- und Asylsuchende aus den „Kronländern“ nach Österreich. Für die damalige Integration benötigte man keine politische, sondern nur eine wirtschaftliche Hilfe; aus  allen sind „gute Österreicher“ geworden; allerdings waren sie Juden und Christen.

So manche Migrationsexperten glauben, dass die in Österreich lebenden, kaum integrierten Migranten eine Art „Brückenbauer“-Funktion zu ihrem Heimatland erfüllen können; sie  vergessen jedoch darauf, dass man „Brücken“ immer von zwei Seiten her bauen muss. Auch die kostspieligste „Integrationspolitik“  wird bei den integrationsunwilligen Türken, die trotz österreichischer Staatsbürgerschaft nur türkische Medien konsumieren und unter türkischen Fahnen feiern und protestieren, nichts bewirken. Am aller wenigsten eine „Brücken“-Funktion.

Wir kennen in der Soziologie die beiden größten Hemmfaktoren der Integration: die Familienzusammenführung und die Religion. Während die Familienzusammenführung gänzlich ohne soziale Abgrenzung läuft – in einsprachigen Familien, selbst wenn es sich um Akademiker handelt, wird die Integration gehemmt – stört der Islam nur in unteren sozialen Schichten die Anpassung.

Experten wissen, dass es ohne Assimilation keine Anpassung gibt. Wenn der türkische Staatspräsident Erdogan „seine“ Landsleute in Europa vor dem Schreckgespenst der „Assimilation“ warnt, dann kennt er die Form der modernen Assimilation nicht; die so genannte „Doppel-Loyalität: Anpassung nach außen, Beibehaltung der mitgebrachten Kultur nach innen.

So sind, um nur ein Beispiel zu nennen aus den 56-er Ungarnflüchtlingen nicht nur „gute“, sondern auch „erfolgreiche“ Österreicher geworden. Aus diesen, mittlerweile altgewordenen „Neo-Österreichern“ sind  wirklich gute „Brückenbauer“ zu Ungarn geworden. Und genau davon profitieren beide Länder. Das ist die einzige, weil natürliche, von der Politik unbeeinflusste Form einer erfolgreichen Integration.

Hinter jedem Schlagwort lauert ein Schlagloch auf die Opfer der „großen Verführer“. Neben den menschenverachtenden Irrlehren (politischer Terror und religiöser Fundamentalismus) führen auch friedliche Irrwege, wie die des „Multikulturalismus“, in gefährliche Sackgassen. Die Voraussetzung einer geglückten Integration ist einerseits die „Assimilationsbereitschaft“ der Migranten und andererseits die „Integrationsmöglichkeit“ der autochtonen Bevölkerung.

In der Migrationssoziologie unterscheiden wir drei Formen des gemischtkulturellen Zusammenlebens:

  • Die Multikulturelle funktioniert nur in Kunst und Kulinaria. Diese „Naschmarktgesellschaft“ bedeutet ein Neben,- oder sogar Gegeneinander der verschiedenen Kulturen.
  • Die Interkulturalität setzt bereits ein gewisses, wenn auch nur loses Zusammenleben voraus. Diese „Ghettogesellschaft“, ohne eine von allen akzeptierte „Leitkultur“ kann nur in Ländern ohne eine festgeschriebene Tradition funktionieren.
  • Die Intrakulturalität ist die ideale Form des gemischtkulturellen Zusammenlebens. Auf Grund der „Doppel-Loyalität“, wie bereits erwähnt, behält jeder Migrant die wesentlichen Elemente seiner mitgebrachten Kultur, passt sich jedoch nach Außen der Leitkultur der Gesamtgesellschaft an. Hier wurzelt auch der Begriff der „Assimilation-neu“: Keine vollständige Aufgabe der „alten“ Kultur, sondern eine Anwendung und Bereicherung der Gesamtkultur.

Menschen haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten; auch der Emigrant, der in Österreich nicht nur Frieden und Sicherheit, sondern auch eine neue Heimat finden will. Wer hingegen den ewig-unzufriedenen Weg des „Fremdkörpers“ unter trotziger Wahrung der eigenen Identität sucht, der darf sich, als Opfer der „Heuchler-im-Humanismusgewand“-Verf+ührer, über die ihm entgegengebrachten Behandlungen nicht wundern.

Die linksliberalen Experten drücken sich im Sinne der „Diktatur der Politischen Korrektheit“ aus, doch sie müssen dabei selber zugeben, dass „der Mangel an Integration die Transnationalität fördert.“  Hinter dem vorsichtigen Begriff der „Transnationalität“ versteckt sich die wahre Tragödie junger, in Österreich lebender Türken und Tschetschenen: das kulturelle Vakuum.

12 comments

  1. Herbert Manninger

    Warum sollten Einwanderer sich integrieren, wenn sie dabei ihre Sonderrechte aufgeben?
    Und stolze türkische Nationalisten möchten schon garnicht die Weicheierrolle schlapper Ösis annehmen. Die lachen uns doch aus.

  2. sokrates9

    Es werden immer die Flüchtlinge aus Tschechien, Ungarn, Kroatien als Killerargument genannt wenn wer gegen die syrischen Flüchtlinge argumentiert! Der Unterschied ist, das sind unsere Nachbarn mir denen man leicht Brücken bauen kann. Nicht aber Syrer und Afrikaner wo allein technisch keine Brücken möglich sind. Fremde Kulturen und der Islam passen nicht, aus diesen Gemenge lässt sich keine Brücke bauen!

  3. aneagle

    Helfen kann man nur dort, wo die Zivilisationen kompatibel sind. Alles andere ist Selbst-und Fremdtäuschung. Der Islam ist mit den westlichen Werten nicht kompatibel, die versuchte Form der Hilfe ist Selbstzerstörung zum Schaden der Hilfsbedürftigen und der Helfer.

    Das bedeutet keineswegs mit den Schultern zu zucken und nichts zu tun. Aber Einsicht in die Wirkungsschwäche der unter großen Mühen geleistete Hilfe muss zu alternativen besseren Hilfsergebnissen führen können, als ein unpassendes, wirkungsloses Asylrecht, das von ALLEN Seiten, auch von den Helfern, gebrochen und falsch angewendet wird.

    Das ruft nur noch die falschen Entscheider (Amnesty, Caritas, Mikl-Leitner, Gauck, Heiko Maas, et. al.) mit fliegender Machtausdehnung auf den Plan. Aber das darf man ja kaum noch sagen, ohne den sozialmedialen “Rechts”-Verdacht auf sich zu lenken. Also halte ich es lieber mit Machiavelli: “Wenn der Teufel die Menschheit verwirren will, bedient er sich der Idealisten”

  4. waldsee

    migrant hin,migrant her.
    unser WIR wird gewechselt,eher abgeschafft. in einem bin ich mir schon heute sicher:
    das neue wir -eine islam beinhaltende ungute mischung- wird sicher nicht besser sein.
    sorry

  5. astuga

    Herr Stiegnitz übersieht dabei nur einige Aspekte.
    Die damalige Zuwanderung hatte massive gesellschaftliche und politische Verwerfungen zur Folge.
    Zusammenbruch der Monarchie, Nationalismus und letztlich 2. WK passierten ja nicht mal eben so.
    Und sehr viele “Migranten” (letztlich k&k Binnenmigranten) sind nach dem Zusammenbruch der Monarchie auch wieder aus Österreich bzw Wien abgewandert.
    Jene die dann blieben haben sich natürlich integriert, weil sie es wollten und auch mussten, im Rest-Österreich der I. Republik.

    Außerdem ist man damals zwar emigriert weil man es sich verbessern wollte, aber niemand ist in Sozialsysteme eingewandert.
    Und dass nicht alle kulturellen Gruppen gleichermaßen integrierbar sind sei nur als Ergänzung erwähnt.
    Der Knödel und Schweinsbraten essende christliche Tscheche mit Vorliebe für Blasmusik oder Symphonische Dichtung, unterschied sich im Alltagsleben eben nur sehr wenig von jedem Deutschösterreicher (oder assimiliertem Juden).

    Zuletzt: Unterscheidungen von Multikulti, Interkulti oder Intrakulti (wo bleibt eigentlich Transkulti?) sind soziologische Hirnwichserei.
    Und Multikulturalismus ist imho ohnehin bloß eine kulturmarxistische Ideologie, bzw ein eben solches Versatzstück.
    Ein Mittel zum Zweck, das zur Umsetzung völlig anderer gesellschaftlicher Ziele verwendet wird.

  6. astuga

    Nachtrag: jeder Migrant hat ein Herkunftsland und früher oder später volle Bürgerrechte in Österreich.
    Wobei beispielsweise viele Türken eine doppelte Staatsbürgerschaft insgeheim beibehalten.
    Und alle sollen sie sich möglichst nicht assimilieren, und so bleiben wie sie sind – stattdessen passen wir uns an.

    Ich aber habe im Gegensatz dazu nur eine einzige Heimat und Kultur, und gerade die soll ich zur Disposition stellen?
    Und mit unserem Steuergeld dürfen wir auch noch Österreichs Selbstabschaffung mitfinanzieren.
    Andere mögen das begrüßen, aber für mich ist es ein Verbrechen vergleichbar einem Genozid, nur eben diskret und stückweise.
    Und ich bin keineswegs ein dumpfer Xenophober, ich war auch schon mit einer Ägypterin liiert und habe mir selbst die arabische Schrift beigebracht, bin also durchaus offen und neugierig auf die Welt.
    Aber halt nicht bis zur Selbstauslöschung.

  7. Fragolin

    Bitte vielmals um Verzeihung, aber: Was soll diese Korinthenkackerei?
    Da wird herumanalysiert bis nur noch der Wortkern (“anal”) übrigbleibt, aber am Ende geht es nur um eines: gegenseitige Achtung, Anerkennung und Respekt.
    Achtung, liebe friedensreligiöse Kulturbereicherer, die Betonung liegt nicht auf “Reschpeckt!” sondern auf GEGENSEITIG.

    Selbst die ganze Diskussion um “Intergration” ist Nebelgranatenwerferei zum Quadrat, um die geht es nämlich nicht. Alles nur Blabla, Titelzeilenfutter für den Empörungsjournalismus.
    In Ungarn sprechen die Donauschwaben bis heute Deutsch (selbst nach jahrzehntelangen Verboten) und in Deutschland gibt es ganze asiatische Stadtviertel, mit denen es keine Probleme gibt, obwohl die Chinesen, Koreaner und Vietnamesen nicht unbedingt ihre Kultur aufgeben – und Mischehen ihrer Töchter mit Weißen auch eher die Ausnahme darstellen. Wir schwafeln hier um Deutschkurse und Kindergartenzwangseinweisung und bestellen einen gutbezahlten (Achtung, Pfründegenerator eingeschaltet) Integrationsstaatssekretär samt Integrationsstaatsamtes und Integrationsstaatsamtsbeamten, dabei interessiert es an keinem Ende, ob einer Deutsch kann oder auch nur ansatzweise Interesse an unserer Kultur hat. Den Staatsbürgerschaftstest, das wissen wir, bestehen die Hälfte der “Autochthonen” nicht einmal selbst.
    Es geht nur um eines, eine einzige Sache, die den Asiaten komischerweise gelingt aber den Vorderasiaten und Afrikanern scheinbar sehr schwer fällt: Der Respekt gegenüber unserer Gesellschaft (vor Allem der weiblichen Hälfte), die Achtung vor ihrer angeblichen neuen Heimat und die Anerkennnung unserer Regeln und Gesetze. Wer zu diesen drei Dingen nicht bereit ist oder wer glaubt, dass sein Gott ihm diese drei Dinge verbietet, soll sich packen, egal ob Flüchtling oder Eroberer, egal woher er kommt und wohin er wieder entschwindet. Und wer bereit ist, unsere Gesetze anzuerkennen und einzuhalten, uns zu respektieren und zu achten, der kann hier bleiben und sich beteiligen, egal welchen Glauben er besitzt oder woher er kommt.
    Es geht nicht um Integration, sondern um Zusammenleben. Das muss kein Miteinander, sondern kann auch ein friedliches Nebeneinander sein. Ohne brandsatzwerfende Glatzen und ohne “Ischfickdisch”-Türken.

  8. Syria Forever

    Shabbat shalom Sokrates.

    Das sind auch keine Syrer! Syrer verbleiben in Syrien und verteidigen deren Heimat!
    Das sind zum Grossteil Kurden (PKK. Deshalb auch als Hauptziel Deutschland und Österreich. Deutschland ist die Mutter der PKK) und ein Teil IS-Mörder!
    Syrien freut sich über jede weitere Lieferung gen Westen.

    Guten Nachmittag.

  9. Zaungast

    Als autochthoner Österreicher bin ich inzwischen auch desintegriert und integrationsunwillig. Meine Assimilationsbereitschaft geht gegen null. Ich lebe in meiner eigenen kleinen Parallelwelt und möchte mit diesem Staat so wenig wie möglich zu tun haben.

  10. sokrates9

    Fragolin@ Guter Ansatz: Nur Akzeptanz unsere Gesetzte ist mir zu wenig! Ich erwarte schon ein Einbringen in die Gesellschaft! Zu Hause sitzen, Kinder züchten und all die goodies zu unseren Lasten zu kassieren ist mir zu wenig!

  11. Seerose

    Verdammt, warum sind die Gruenen und Roten bloss so wild auf Moslems? Will Eva Glawischnigg ihr glawischi-glawaschi in einem schwarzen sackartigen Umhang – wie eine Kraehe – verkuenden?
    Was ist bloss mit diesem Land los? Ich bin eine Frau und ich habe Angst, soll meine Tochter in naher Zukunft die Welt durch einen Sehschlitz betrachten muessen. Was heisst Sehschlitz, unlaengst sah ich in der Ubahn eine Frau (wer weiss), die die Welt nicht nur durch einen Sehschlitz betrachtete, sondern auch sowas wie einen Gitterkaefig vorm Mund hatte. Fuer mich wird die Zeit ja wohl noch reichen, aber unsere Kinder und Enkelkinder werden das alles ertragen muessen.

  12. Fragolin

    @sokrates9
    Als erklärter Gegner jeglicher gratis-“goodies” sehe ich einen Teil der Problemlösung in der Abschaffung jeglicher “Rechtsansprüche” gegenüber seinem Gastgeberland.
    Egal ob Wohnung (nicht Unterkunft, sondern Wohnung), Handy, Internet oder spezielles Halal-Essen – wer etwas haben will, muss es sich erarbeiten.
    Vor 30 Jahren mussten Einwanderer nach Österreich legal mit Visum einreisen, beim Land um eine Arbeitserlaubnis ansuchen und vor dem Ablauf des Visums (3 Monate) der BH Wohnung und Einkommen nachweisen, ansonsten mit Ausweisung gerechnet werden musste. Es gab keinerlei Ansprüche auf irgendwas. Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis wurden durch Erhalt eines Ausweises erteilt, der jedes Jahr bei der BH verlängert werden musste. Bei straffälligkeit erloschen diese Dokumente und damit auch das Visum, man konnte also nach jahrelanger Arbeit alles verlieren und wieder ausgewiesen werden.
    Eine Rückkehr zu solchen Regeln würde ganz schnell das Zuwanderungsproblem lösen und nur leistungswillige Menschen anlocken, die sich eine Chance am Arbeitsmarkt ausrechnen dürfen – also auch fachlich und sprachlich ausreichend Qualifikation besitzen.

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