Interessantes vom griechischen Massenelend

Von | 7. Juni 2013

“…..Zu einer Stunde, wo laut den offiziellen Daten der griechischen Arbeitsbehörde (OAED) für den Monat März die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 30 bis 54 Jahren 63% übersteigt, bekundeten 1.850 ausländische Arbeiter und gerade einmal nur 28 Griechen ihr Interesse, in der Pfirsichernte zu arbeiten…” (Details hier)

6 Gedanken zu „Interessantes vom griechischen Massenelend

  1. Graf Berge von Grips

    Und wie viele würden sich in Österreich melden??

    Wahrscheinlich nur 2.
    Der eine spielt den Betriebsratsobmann, der andere seinen Stellvertreter…

  2. menschmaschine

    super überschrift, hr. ortner. ich mußte lachen.
    aber nur kurz, anschließend habe ich mich über die möglichkeiten, bei der griechischen pfirsichernte mitzuarbeiten, informiert. ich verdiene zwar nicht schlecht, aber der finanzminister nimmt mir weit mehr als die hälfte meines erarbeiteten lohns weg. da muß man sich umschauen, wo man demnächst ein paar kröten dazuverdienen kann.
    wie gut, daß die spö dafür kämpft, daß man von arbeit leben kann.

  3. Georg

    “Der Tageslohn bewegt sich bei 23 – 25 Euro und bezieht sich auf eine achtstündige Arbeitszeit nebst Sozialversicherung. “Die Arbeit ist besonders in den Sommermonaten schwer“, erkannte Herr Liliopoulos jedenfalls an. (Anmerkung: In der Praxis beträgt die Arbeitszeit häufig 10 Stunden und mehr, und bezüglich der Sozialversicherung wird ebenfalls auf breiter Basis “gemauert”.)”

    (Zitat aus dem verlinkten Artikel)

  4. Klaus Kastner

    Die Fakten des Berichtes stimmen. Die griechischen Cafés sind tatsächlich (über)voll von jungen Leuten. Es machen auch immer wieder neue Cafés auf.

    Man muss das allerdings vor dem kulturellen Hintergrund sehen. In Griechenland ist die Familie Kern und Anker der Gesellschaft. Eltern fühlen sich grundsätzlich ‘für die Kinder’ (egal wie alt) da zu sein. Vor allem die Mütter sind überfürsorglich. Selbst wenn ein junger Grieche einen Job bei der Ernte annehmen wollte, die Eltern würden ihn eindringlichst davon abhalten.

    Wie geht das finanziell, wenn ein Land in der riesigen Krise ist? In Griechenland gibt es noch sehr viel ‘Fett’ und von diesem Fett wird derzeit gelebt (man denke nur daran, dass in den letzten 3 Jahren über 80 Mrd. EUR von Banken abgehoben wurden). Allerdings ist es so, dass dieses Fett nicht über die ganze Gesellschaft verteilt ist. Dort wo kein Fett ist, ist es auch dramatisch.

    Beim Besuch einen übervollen Cafés sagte ich zu meiner Bekannten, einer Universitätsprofessorin (etwas sarkastisch): “Und das ist die Krise in Griechenland?” Sie war erzürnt und sagte folgendes: “Alle diese jungen Menschen haben keine Zukunft. Jetzt geben ihnen die Eltern täglich ein paar Euro, damit sie einen Café stundenlang trinken und mit ihren Freunden sein können. Das ist doch viel besser als wenn sie deprimiert zuhause sitzen würden!”

    Da ist etwas dran!

  5. oeconomicus

    Respekt vor den Bulgaren und Albanern! Die arbeiten wenigstens und jammern nicht, um das Geld von uns (und der EU) herauszupressen!

  6. KClemens

    Ich bin 56 Jahre alt, und arbeite seit meinem 15. Lebensjahr, als ich die Ausbildung damals angefangen habe. Lediglich unterbrochen von einer damaligen 6-monatigen Babypause, und insgesamt 3-4 Jahren, in denen ich nicht gearbeitet habe. In meinem ganzen Leben habe ich ungefähr 1x für 3 Monate Sozialhilfe beantragt, weil das Arbeitslosengeld noch nicht bewilligt war und es brannte.

    Wenn ich arbeitslos würde, und mir würde jemand kommen, ich solle doch in die Gurken oder Erdbeeren gehen, dem würde ich mehr als eine Standpauke halten.

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