Iran: “Reformer” Rohani, ein Freund der gepflegten Hinrichtung

Von | 13. März 2016

“Unter der Regierung Rohani ist im Iran die Anzahl der Menschenrechtsverletzungen gestiegen. Ein von Human Rights Watch veröffentlichter 659-seitiger Bericht kommt zu dem Schluss, dass iranische Behörden wiederholt scharf gegen freie Meinungsäusserung und Dissens vorgegangen sind. “Zudem richtete der Iran mehr als 830 Strafgefangene hin, was einen sprunghaften Anstieg gegenüber den Vorjahren darstellt.” (weiter hier)

15 Gedanken zu „Iran: “Reformer” Rohani, ein Freund der gepflegten Hinrichtung

  1. AD

    man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen ….aber – unter dem mit dem Friedensnobelpreis ausgestatteten “Friedenskrieger” Obama haben die Drohnenangriffe auch stark zugenommen …. und es wird (fast) nicht erwähnt.

  2. Fragolin

    Erdogan, Rohani – “wir” suchen uns “unsere” Freunde wirklich sorgfältig aus. Scheinbar sitzen da irgendwo Friend-Caster und bewerten alle Staatschefs dieser Welt, um dann die widerlichsten von ihnen ganz oben auf die Freunde-Liste zu setzen. Und kaum finden die sich dort, bekommen sie Rückenwind und legen dann so richtig los.
    Der “Oberhumanistin” Merkel neuer Busenfreund lässt das eigene Volk bombardieren, Medien besetzen, Journalisten einkerkern, Demonstrationen brutal zerschlagen und droht seinem Verfassungsgericht mit Auflösung; er betreibt den rasanten Abbau der kümmerlichen Reste des kemalistischen Rechtsstaates, unterstützt Djihadisten, macht Geschäfte mit dem IS und bombardiert dessen Feinde, droht mit dem völkerrechtswidirgen Einmarsch in Syrien, bastelt an einem absolutistischen Sultanat und betreibt die Islamisierung Europas im Sinne der Schaffung des Khalifats.
    Wenn man auf Leuten wie Orban und Duda herumrotzt, setzt man seine moralischen Standards sehr sehr hoch. Da ist es interessant, mit welchen Gestalten Merkel scheinbar keinerlei Berührungsängste hat, ja sogar heftig flirtet oder sich gar ins Bett legt.
    Aber in einem Land, in dem die sozialistische Antifa (SA…) unkommentiert ganze Stadtviertel verwüsten kann und als harmlose Randnotiz betrachtet wird, während friedlich protestiertende Bürger zu aggressiven Nazihorden und Radikalisierern der Gesellschaft erklärt werden, wundert einen so ziemlich gar nichts mehr. Wer solche Freunde hat, fühlt sich eben bestärkt darin, dass es nur auf die harte Tour geht.

  3. aneagle

    sogar wenn man konzediert, dass die Kanzlerin anfangs dem Staat und Volk eine Zeitlang in Maßen nützlich war ( was stimmen mag oder auch nicht), hat sie, seit ihrem Wirken als Großkanzlerin, den Guthabensbonus längst mehr als egalisiert. Ihr Antanzen an Rohani Erdogan and friends ist einer offenen liberalen Demokratie abträglich, ihre aktuellen Aktivitäten rechtlich problematisch und imagemäßig nicht mehr zuträglich. Ein Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen, wäre erleichternd

  4. Der Realist

    Eines haben unsere Obermoralisten gemein, hierzulande geifern sie gegen Kritiker und “Hetzer”, da greift man sogar ins Strafrecht ein, aber bei Treffen oder Staatsbesuchen biedern sie sich den unmöglichsten Machthabern penetrant an, da haben sie keinerlei Berührungsängste, es wird zwar stets betont, dass die Menschenrechte angesprochen wurden, aber Beweise dafür werden nicht erbracht.

  5. sokrates9

    Würde ein Honecker – noch an der Macht – anders handeln? Natürlich nicht! Und Angela war eine gute Schülerin… – angeblich? worüber Sie wissenschaftlich gearbeitet hat ging leider verschollen! Vielleicht hilft mal Feymann bei der Suche?=?

  6. Selbstdenker

    @Fragolin:
    “Erdogan, Rohani – „wir“ suchen uns „unsere“ Freunde wirklich sorgfältig aus.”

    Treffend beschrieben. “Wir” suchen uns neuerdings wirklich die “besten” “Freunde” aus.

    Hinzufügen möchte ich, dass man diesem Land die „friedliche“ Nutzung von Nukleartechnologie erlaubt, während sich die Deutschen (auch) energiepolitisch gerade selbst kastrieren. Wenn in Deutschland ein Meiler nach dem anderen vom Netz geht, wird sich schon für Siemens & Co der eine oder andere Auftrag in „todsichere“ iranische AKWs ausgehen.

  7. Selbstdenker

    @Der Realist
    Wie heißt es so schön: “The issue is never the issue”.

    Mit diesem Satz ist schon sehr viel über die Grünen und Ihre von Angela Merkel kopierte Politik gesagt.

  8. astuga

    @AD
    Also dass über die Drohnenangriffe gar nicht oder nicht kritisch berichtet wird kann man nun wirklich nicht behaupten.
    Dabei ist das aus meiner Sicht einer der wenigen Punkte die an Obamas Politik nicht mal besonders kritikwürdig wären.

  9. astuga

    @sokrates9
    Die wissenschaftlichen Arbeiten von Merkel sind afaik gut bekannt.
    Bedenklicher ist ihre gesamte Laufbahn aus der DDR-Zeit.
    Es gibt derart zahlreiche Indizien zu ihrer mehr als zweifelhaften Rolle, so dass man sagen kann, so jemand hätte niemals ein hohes politisches Amt bekleiden dürfen.
    Schon dass sie ungehindert studieren konnte zeigt ihre damalige Regimetreue.

    Und nach der Wiedervereinigung ist sie eigentlich ohne echte demokratische Legitimation in ihre Politkarriere gekonnt hineingerutscht.

  10. Lisa

    @Fragolin: die ganze Komplexität schön ausgefächert – nicht vollständig zwar, aber weitere Differenzierungen würden nur noch chaotischer und unübersichtlicher. Was mich ein wenig stört, ist die Konzentration auf Einzelpersonen (Rohani, Merkel ua), die wir Stammtischler, Pressekommentatoren und Kritiker doch gar nicht kennen: Das hängt alles zusammen, ein Netz von Hierarchien und Abhängigkeiten auf allen Ebenen – und jede Verhaftung und jeder Rebell ist ein Einzelfall. Einzelfälle, die sich häufen, lassen viele Leute denken, sie hätten nun das “System” verstanden und sie könnten den “Lauf der Dinge” anhalten oder in eine andere Richtung lenken. Auch Kontrolleure wie Amnesty oder Human Rights Watch wollen Macht. Wer am meisten davon hat, wird am meisten verändern – oder alles beim Alten lassen. Die “Führer” sind jedoch genau so Menschen mit Schwächen und Stärken wie alle und werden nur “Führer”, wenn Geführte es erlauben oder durch ihre Abhängigkeit zu Loyalität gezwungen sind. Es geht immer um Macht, ganz egal, ob von unten oder von oben, ob von rechts oder von links, in den Führungsetagen oder den Gewerkschaften. Wer die besten Mittel hat, sie durchzusetzen, gewinnt: Militär mit Raketen, Atom- und anderen Waffen, Finanzen, Produktionsmittel, Technik, nicht zuletzt auch die aus Liebe oder Angst genährte Loyalität zu Führern oder führenden Gruppen … Niemand kann jederzeit alles allen recht machen. Und Diplomatie gehört neben Gewalt zur Ausübung von Macht. Freunde sind das nur rhetorisch.

  11. Fragolin

    @Lisa
    Dass Machtstreben und persönliche Bereicherung hinter allem stehen, steht außer Zweifel. Was mich anwidert ist die Verlogenheit. Wenn diktatorische Feudalherren die Forderer nach Volksbefragung als Demokratiefeinde bezeichnen; wenn jene, die ein Einhalten des GG fordern von denen, die es täglich brechen als Verfassungsfeinde bezeichnet werden; wenn jene, die demokratische Staaten wie Polen und Ungarn als Diktatur verunglimpfen sich dann an Diktaturen wie Iran und Türkei anwanzen.

  12. Lisa

    sooo zufreiden sind die Menschn in den erwähnten Ostländern allerdings auch nicht – nur, wos gegen Migranten ging, waren sie sich ziemlich einig. Potentielle Diktatoren sind immer schnell, bereit, andern Diktatur vorzuwefen. Projektion nennt man das… Ich verstehe nicht, warum Regierende anderer Länder, die so einen Zustrom zulassen/fördern, nicht verstehen (wollen/können), dass das den meisten Leuten nicht passt, die sich in ihrer Kultur wohlfühlen und nicht täglich mit “Fremdem” konfrontiert werden wollen. Ich mag diesen religiösen Exhibitionismus nicht, ich verstehe gerade noch, dass Junge sich mit ihren Fetzenjeans und ihrem ungezogenen Verhalten von den “Bürgern” abgrenzen und unbedingt auffallen wollen: das gehört zu jeder neuen Generation, aber es ist eine Phase, die vorübergeht und spätestens, wenn sie sich im Blaumann oder Anzug erfolgreich in einem Beruf wiederfinden, ist der Spuk vorbei. Die demonstrative kulturelle Zugehörigkeit gewisser Migranten bleibt jedoch bestehen und wird an die Kinder weitergegeben. Das bereichert keine einheimische Kultur, sondern verdrängt sie. Ausserdem: was gibts überhaupt zu bereichern, wo wir eh schon überflutet sind mit globalen “Bereicherungen” aller Art?!?

  13. Fragolin

    @Lisa
    Wer redet denn von zufrieden? Kein Volk ist nur zufrieden mit seiner Führung (außer vielleicht in Nordkorea, aber dort ist Unzufriedenheit auch eine tödliche Krankheit), aber der Blick auf das Thema Wählerauftrag ist dort noch immer ein anderer. Kein Politiker muss alles tun um von allen geliebt zu werden, aber er muss die Interessen jenes Volkes vertreten, von dem er gewählt und bezahlt wird.

  14. Lisa

    @Fragolin: in der Süddeutschen kürzlich : 50 000 protestieren in Warschu gegen die Regierung… Tausende gegen Orbans Bildungspolitik….Fico konnte auch nur auf der Flüchtlingskrisewelle Stimmen fangen… Kluge Politiker wissen, wie sie Ängste auf die Wahlzettel umleiten können… Natürlich kann keiner allen alles rechtmachen – aber die grösstmöglichste Zufriedenheit der meisten ist doch wohl ein Argument für Zufriedenheit (und Frieden!). zit. in Politolrt “muss die Interessen jenes Volkes vertreten, von dem er gewählt und bezahlt wird.” Was für Interessen, wenn das Volk uneins ist?!? (bei der Bezahlung von Volksvertretern habe ich eh etwas Mühe… es sollten eher eine Ehre sein, das Vertrauen von Wählern zu bekommen: schliesslich lässt man ihm dafür etwas mehr Macht)

  15. Lisa

    Nachtrag: in Politolrt = ein Politiker, da wollt ich was schnell verbessern und habs verbösert, sorry!

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