Iran/Russland: Ein Raketengeschäft zu Lasten Dritter

Die Konsequenzen, die die Stationierung der russischen S-300-Raketen für die Region haben wird, gehen weit über Israel und seine Nachbarn hinaus.
Der Iran kann das System zur Verstärkung seiner Luftabwehr rund um die Standorte seines Atomprogramms nutzen und damit jeglichen zukünftigen Luftangriff wesentlich erschweren; Irans Status an der Schwelle zur Atommacht würde so zu einer fast unumstößlichen Tatsache. Dies wiederum würde es ihm gestatten, getrost weiter Waffen an Terroristen überall im Nahen Osten zu liefern….weiter hier.

8 comments

  1. Fragolin

    Die Iraner sind aber auch ein hinterfotziges Völkchen!
    Da feiert ihr Presi mit Obama einen tollen Verhandlungserfolg und die Amis machen sich für eine Lockerung der Sanktionen gegen den Iran stark – und dann kaufen die hinterhältigen Mullahs mit ihren Petrodollars ausgerechnet beim satanischen Putin seine gefährlichen Abwehrraketen, statt die Friedensraketen aus amerikanischer Produktion zu nehmen. Verkruzifixt aber auch!

  2. Christian Weiss

    @ Fragolin

    Es mag ja gut sein, dass der Herr Obama der inkompetenteste US-Präsident aller Zeiten ist. Nur kann ich Ihre Häme beim besten Willen nicht verstehen. Die Iraner werden über kurz oder lang nach der Atombombe greifen und dank russischer Abwehrraketen wird es nun auch für Israel schwieriger, durch einen Präventivschlag die nukleare Aufrüstung des Mullah-Regimes zu verhindern.

    Aber es werden dann sicher wieder aus allen Löchern jene “weitsichtigen Intellektuellen” gekrochen kommen, um unter Krokodilstränen die erneuten 6 Millionen toten Juden zu beklagen und mit tapferer Stimme zu verkünden, dass solches sich “nie wieder” zutragen dürfe.

  3. Mourawetz

    @Christian Weiss:
    Sie haben vollkommen recht! was mich zu der Frage verleitet, was kommt, nachdem die Mullahs Israel ausgelöscht haben? Wem werden sie dann die Schuld für ihre Unzulänglichkeiten geben, wenn der “Feind” besiegt ist?

  4. Fragolin

    Liebe Leute, Zynismus ist mMn schön langsam der einzige Weg, wie man diesen ganzen Blödsinn noch ertragen kann. Die Amis stoßen eine Tür auf, und wenn dann der Russe durchgeht, gibt es ein riesiges Lamento. Der Iran ist ein, wenn auch von religiös verblendeten Fanatikern mit fragwürdigen moralischen Grenzen regiertes, souverändes Land dem es sehr wohl freisteht, sich gegen Luftangriffe zur Wehr zu setzen. Man möge bitte die Absurdität beachten, dass hier einem Land vorgeworfen wird, sich Verteidigungswaffen anzuschaffen um sich gegen Angriffe von außen zu wehren!

    Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Ein Land, in dem eine mafiöse hochkorrupte Oligarchenclique auf fragwürdige Weise die Macht an sich gerissen hat. Die Oligarchen wollen abtrünnige Provinzen zurückerobern und geraten in Konflikt mit ihrem mächtigen Nachbarn. Diesem Land, der Ukraine, stehen wir nicht nur das recht auf Verteidigungswaffen zu, nein, wir liefern sie sogar. Wenn Frau Ringelzopf eine Atombombe in die Hand bekommt, das hat sie schön klar gemacht, will sie damit alle Russen ausradieren.
    Ich erkenne in dieser Rhetorik keinen Unterschied zu der des Iran; wer, aus welchem Anlass auch immer, sich wünscht, ein ganzes Volk auszuradieren, gehört entwaffnet und isoliert bis jemand auftaucht, der des Denkens mächtig ist. Und wer jetzt mit der Ausrede kommt, die abtrünnigen Provinzen gehörten ja zur Ukraine und deren Bewohner wären eben Ukrainer, auch wenn sie sich selbst als Russen sehen, dann möchte ich kurz darauf hinweisen, dass in den Augen der arabischen Staaten Israel auch arabisches Gebiet und damit gestohlenes Land darstellt, das es zurückzuerobern gilt. Manchmal hilft es, auch mal den Blickwinkel des Anderen zu betrachten. Auch wenn man mit diesem Anderen ansonsten gar nichts anfangen kann und will.

    Doch zurück zum Iran. Wer legt bitteschön fest, wie weit sich ein souveräner Staat verteidigen darf? Israel besitzt Atomwaffen und eine Doktrin, die es ihm erlaubt, bereits im Verdachtsfall einen atomaren Erstschlag gegen einen potenziellen Feind zu führen. Bei diesen Nachbarn übrigens absolut verständlich. Aber dass diese Nachbarn Maßnahmen dagegen ergreifen sollte genauso verständlich sein und nicht gleich zu medialer Schnappatmung führen.
    Keiner wünscht sich religiöse Fanatiker auf steinzeitlicher Zivilisationsstufe mit atomaren oder anderen Massenvernichtungswaffen. Aber wir sollten vorsichtig sein, ihnen per se das Existenzrecht abzusprechen und sie zu Staaten zweiter Klasse zu erklären, denen das Recht (und wir schnappen doch sonst bei jeder Gelegenheit, bei der es in unseren Kram passt, nach dem Völkerrecht) auf Selbstverteidigung abgesprochen wird.

  5. Christian Weiss

    “Wer legt bitteschön fest, wie weit sich ein souveräner Staat verteidigen darf?”

    Das geht nicht über den objektiven “gleiches Recht für alle”-Weg, sondern nur über Gesinnung. Und ich als “Jubelwestler” habe eine ziemlich klare Vorstellung davon, welche Länder Atomwaffen haben sollten und welche nicht.

  6. aneagle

    @Fragolin
    so unangenehm ihre Argumentation ist, so richtig ist sie. Und nicht schwer nachzuvollziehen.
    Nicht klar ist mir allerdings das durchgehende Intelligenzdefizit europäischer und amerikanischer “Strategen” mit der sie ihre eigenen Nationen trotz technischer Überlegenheit auf die Verliererstraße drängen.

    Wollte man Obama als erfolgreich bezeichnen, muss man sich entweder der Vorstellung hingeben, er sei ein Mossad-Agent, dessen explizites Ziel es ist, den ganzen mittleren Osten in atomaren Rauch aufgehen zu lassen, nachdem die Israelis sich heimlich einen grossen Teil von Texas gekauft haben und abgewandert sind, oder aber, zumindest daran glauben, dass Obama, im Glauben seines Vaters erzogen, die Vernichtung seines Verbündeten Israels und das Erscheinen des 12.Mahdi betreibt, kurz, man kommt um einen soliden Verschwörungswahn nicht herum.

    Und, was in den Köpfen der Europäer wohl vor sich geht, kann nicht einmal die Sphinx erläutern! Aus freien Stücken stolpern diese in einen neuen kalten Krieg mit Russland.

    Das macht nur Sinn, wollten die europäischen Politikdarsteller mit allen Mitteln ein Multi-Krisen-Szenario der Angst erzeugen, in welchem sie sicher sein können von der Bevölkerung immer wieder gewählt zu werden unter der fälschlichen Annahme sie als “Beschützer” dringend zu brauchen. Sie wären also, wie z.B. bei der angeblichen Wasserprivatisierung, selbst das Problem, vor welchem sie vorgeben uns zu “schützen” Aber ich merke, ich falle langsam der Paranoia anheim. Hat bitte jemand eine bessere, weniger kranke Erklärung?

  7. Fragolin

    @Christian Weiss
    Davon einmal abgesehen, dass ich der Meinung bin, dass gar kein Land Atomwaffen haben sollte (ein bisschen Wunschdenken darf ja sein, auch wenn es nie Realität wird) geht es hier nicht um das Recht, Atomwaffen zu besitzen, sondern um das Recht, sich konventionelle Verteidigungswaffen zu beschaffen, um sich gegen feindliche Luftangriffe zur Wehr zu setzen. Man verlangt allen Ernstes und ohne mit der Wimper zu zucken von diesem Land, gefälligst schutzlos zu bleiben um im Falle der (wie wir wissen immer ehrlichen und gesicherten) Erkenntnisse von US-Geheimdiensten, es würde etwas Unpassendes geschehen, dieses mit für die Piloten ungefährlichen Luftschlägen zu unterbinden.
    Gehts noch? Ist das wirklich unsere Sicht der Welt?
    Und ja, das Völkerrecht kennt nur ein “gleiches Recht für alle”, denn die Alternative wäre “gar kein Recht für alle” und somit die Abschaffung dieses Völkerrechts. Man hat es oder man hat es nicht, ein bisschen schwanger geht nicht. Es geht nur um Ehrlichkeit, und was wir hier machen, ist Verlogenheit zum Quadrat, nämlich Völkerrecht einfordern, wo es uns in den Kram passt und brechen, wo es uns ebenso in den Kram passt.
    Die Araber müssen zur Kenntnis nehmen, dass es Israel gibt und der Westen muss zur Kenntnis nehmen, dass es den Iran gibt, auch wenn sich beide Seiten gegenseitig am liebsten ins Neolithikum zurückprügeln würden. Dass sie es nicht tun ist der Unterschied zwischen Zivilisation und Neandertal. Zivilisation bedeutet nämlich, den anderen auszuhalten, so wie er ist. Auch wenn man ihn innerlich, wie es mir selbst mit den Mullahs und ihrer aggressiven primitiven Religionsfanatik geht, auf einen anderen Planeten wünscht.

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