Irrsinn Notenbank-Geld?

(LUKE LAMETTA) Am 12. Juni 2011 lag der Kurs der Alternativwährung “Bitcoin” bei rund 15 US-Dollar. Damals schrieb der “Standard” unter der Überschrift “Irrsinn Alternativwährungen”: “….Bitcoin zeigt, was passiert, wenn nicht eine Notenbank ausgestattet mit staatlicher Macht und einem wirtschaftspolitischen Mandat für eine Währung verantwortlich ist. Dann gibt es keine Kontrolle der Geldmenge, keinen wirksamen Schutz gegen Fälschung und keine Regulierung des Marktes.” Ohne Regulierung des Marktes ist der “Bitcoin” -Kurs seither auf rund 660 USD angestiegen. Relativ hartes Geld im Vergleich mit den Papierzetteln der Notenbanken also.

27 comments

  1. Christian Peter

    @lukelametta

    hat sehr wohl mit dem Bitcoin zu tun. Banken kann man sich wenigstens aussuchen, bei Bitcoins hat man keine Ahnung, wem man das Geld anvertraut. Außerdem ist das System extrem anfällig für Hacker – Angriffe, schon mehrere Bitcoin – Börsen mussten aus diesem Grund schließen.

  2. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    Aber weder die EZB, noch FED noch irgendeine andere Zentralbank kann sich der Bürger aussuchen

  3. Lasky

    Herr Peter, sie bemängeln bis jetzt nur die Art und Weise wie Börsen funktionieren. Was Ihre Kritik mit Bitcoin zu tun hat ist mir unverständlich.

  4. Luke Lametta

    Sie vertrauen das Geld in der Regel überhaupt niemandem an. Das machen eigentlich nur Leute, die mit BTC aktiv handeln. Die brauchen einen Handelsplatz und eine Art deposit Konto dort. Und diese “Banken”, wenn Sie so wollen, können Sie sich selbstverständlich frei aussuchen. Es gibt dutzende. Und BTC ist für Hacker überhaupt nicht angreifbar – nur die Börsen.

  5. Sybille Stoa

    Also für den ersten Prototyp einer virtuellen Währung sind bitcoins trotz all ihrer Kinderkrankheiten und Anfälligkeiten doch erstaunlich stabil. (ich kann mit gleichen Bitcoin immer nur einmal zahlen, die Zahltransaktion verändert die signatur, daher sind auch alle backups ungültig, wenn einmal gezahlt wurde. allerdings sind Zahltransaktionen irreversibel, so halt, wie wenn ich eine Banknote oder Goldmünze weitergebe. Aber wird das Geld von der Polizei auf einer Festplatte beschlagnahmt, dann kann ich auch mit der Sicherheitskopie zahlen und das beschlagnahmte Original ist wertlos. Das heisst, ich kann backups von Bitcoins machen, aber sobald ich einmal mit einem backup zahlte, werden alle anderen Kopien wertlos. Die Verschlüsselung des Portmonaits mit Netzhaut oder DNA-Scan statt mit Passwort wäre ebenfalls ein echter benefit)

  6. Sybille Stoa

    P.S. Inzwischen hat aber auch das FBI gelernt und zahlt einmal beschlagnahmte bitcoins einfach an das FBI ein. Sollte die Beschlagnahmung irregulär gewesen sein, dann zahlt es an den Eigentümer die bitcoins wieder aus. Durch diese Transaktionen kann das FBI auch feststellen, ob es diese Bitcoins schon woanders einmal beschlagnahmt hat. (Transaktionen sind anonym, aber in der signatur steht, ob das Geld schon einmal bei mir war)

  7. Rennziege

    Bitcoin? Erinnert mich ans Kaugummitauschen auf dem Schulhof. Igitt!

  8. Luke Lametta

    Ein guter Teil der BTC-Faszination rührte ursprünglich daher, weil man damit das gleiche kaufen konnte und immer noch kann, wie damals am Schulhof. Nur anonym. Ich spreche nicht von Kaugummis.

  9. Thomas

    Wenn an Handesplätzen spekuliert wird, oder sie durch Hacker angreifbar sind, und Kurse dadurch “regulär” oder irregulär schwanken, bin ich als passiver Bitcoin-Sparstrumpf-Besitzer und Konsument der in dieser Währung bezahlen will davon betroffen, selbst wenn ich nicht an einer Börse handle.
    (Davon, dass man den Wert einer Bitcoin nicht in einer anderen Währung darstellt um sie einschätzen zu können, und man so zumindest einigermaßen sicher vor sowas ist, sind wir ja noch sehr sehr weit entfernt. Und wenn es dann mal so weit ist, haben wir die gleiche Virtualisierung wie jetzt schon bei EZB und Staatsbanken.)

  10. Luke Lametta

    Das KO von Mt. Gox war für den Kurs völlig irrelevant. Bzw. stieg er daraufhin genauso wie nach dem govt takedown von Silk Road. Schlage vor, du bleibst einfach in DraghiCoin. Viel Erfolg.

  11. Luke Lametta

    Wie bitte? Der Hauptzweck von Bitcoin ist, sich von den Anmaßungen von Zentralbank, Prohibitionisten und Finanzamt zu emanzipieren.

  12. Christian Peter

    @luke lametta

    ‘das KO von Mr. Gox war für den Kurs irrelevant’

    40 % Wertverlust innerhalb eines Tages sollte irrelevant sein ? Machen Sie sich nicht lächerlich. Jeden Tag kann sich der Kurs dieser Spielwährung pulverisieren. Der einzige Grund, warum es Bitcoins noch gibt, ist, dass es trotz der enormen Risiken immer noch Wahnsinnige gibt, die in dieses Spielgeld investieren.

  13. Luke Lametta

    Lieber Herr Peter – Kursverlust bei Mt. Gox. Und nur dort. Und sogar dort irrelevant, weil das Geld sowieso weg war. -100% für Trader, die zu diesem Zeitpunkt -immer noch- deposits bei Mt. Gox hatten, obwohl jeder wissen konnte, dass dort etwas ganz streng roch, so hatte der Kurs beispielsweise immer erhebliches Agio. BTC-e und Bitstamp oder bitcoin.de war das völlig egal. Etwas mehr Haltung und Präzision bitte.

  14. Luke Lametta

    Und das “Spielgeld” hat “Wahnsinnigen” wie mir den Einsatz ver-50-facht. Und Sie so? Sparbuch? Tja. Fortune favors the brave.

  15. Christian Peter

    @Luke Lametta

    ‘Einsatz ver-50-facht’

    eben, Bitcoins sind kein Geld oder gar ernstzunehmende Währung, sondern ein reines Spekulationsobjekt. Hohe Gewinnmöglichkeiten entsprechen dem enormen Risiko, das hinter dieser Anlage steckt.

  16. Luke Lametta

    Ich hänge bzgl. Geld der klassischen, ökonomischen Definition an. Ein Netzwerkgut, ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel. Neben der Unverrottbarkeit sind Teilbarkeit und Transportierbarkeit notwendige Charakteristika. Sie haben in den letzten Jahren DraghiCoin Bitcoin vorgezogen. Kein guter Deal. Your loss. End of story.

    Bei Youtube werden Sie übrigens fündig:

    Don’t Buy Bitcoins (22. April 2011)
    Don’t Buy Bitcoins, Part 2 (17. Juni 2011)
    Don’t Buy Bitcoins, Part 3 (6. Juli 2011)

  17. Thomas

    also geht’s doch wieder um Wechselkurse zwischen Bit und Draghi… wir drehen uns im Kreis, solange mit Kursen, Spekulation und Risiken argumentiert wird, bewegen wir uns am eigentlichen Zweck einer Währung vorbei, und da dann die BitCoin für den sich im legalen Bereich bewegenden Verwender einfach weniger als die staatlich legitimierten Währungen.
    Klar, das ist selbstlegitimierend, aber solange man die Staaten als solche nicht in Frage stellt (und das lustige Kapitalanarchie-Experiment wollen wir ja nicht wagen?), seh ich keinen Grund für den Einsatz von Bitcoins als Währung, wenn ich nichts illegales und nichts spekulatives tun will.

    Interessant, dass Herr Ortner auf einer Domain die seinen Namen in sich trägt Leute schreiben lässt, deren Diskussionsgebaren knapp am Trollen vorbei geht.

  18. Luke Lametta

    Das Denken in Draghi-Bahnen ist der Einsicht geschuldet, dass “Volatilität” im Grunde der größte Nachteil von BTC als “Währung” im Moment ist. No economic calculus without reasonable assurance. Inwiefern Euros allerdings kein “Spekulationsobjekt” sind, das ist mir nicht ganz klar.

  19. Christian Peter

    @lukelametta

    Geld = allgemein anerkanntes Tauschmittel

    eben. Bitcoin ist kein Geld (geschweige denn Währung), da nicht allgemein als Tausch- bzw. Zahlungsmittel akzeptiert. Aus rechtlicher Sicht sind Bitcoins ebenfalls kein Geld, sondern Ware mit Tauschwert.

  20. Luke Lametta

    Nie etwas anderes behauptet. Wobei “rechtlich” hier wohl “gesetzlich” meint. Bitcoin ist, neben einer Art eigener asset class als die mit Abstand etablierteste cryptocurrency, mehr sowas wie ein Motor für Bewusstsein in Sachen sound money. Und als solcher wohl erfolgreicher als alles, was beispielsweise Mises je zum Thema Geldtheorie und Umlaufmittel geschrieben hat.

  21. Christian Peter

    @Luke Lametta

    ‘erfolgreicher als alles was Mises zum Thema Geldtheorie geschrieben hat’

    machen Sie sich nicht lächerlich. Bitcoins sind der beste Beleg, dass ein Geldsystem ohne Regulierung nicht funktioniert. Andernfalls hätten sich Bitcoins am Markt längst als anerkanntes Tausch- bzw. Zahlungsmittel etabliert, doch das Gegenteil ist der Fall : Bitcoins als Zahlungsmittel werden weltweit nur von ein paar Dutzend Marktteilnehmern akzeptiert.

  22. Luke Lametta

    “Regulierung” ist keine “Ob”-Frage, sondern eine des Wies. Bitcoin sind ein dezentrales, nicht beliebig und kostenlos vermehrbares Tauschmittel. Euros ein durch und durch politdurchseuchtes, intrinsisch an Wert verlierendes. Was sich durchsetzt, ist nicht zuletzt auch eine Frage von legal tender laws. Das Greshamsche Gesetz ist Ihnen hoffentlich bekannt. Damit, dass Gold- und BTC-Hausse mE erfolgreicher Bewusstsein für die Charakteristik von sound money geschaffen haben als die “Theorie des Geldes und der Umlaufmittel”, hat das eigentlich gar nichts zu tun.

  23. gms

    Christian Peter,

    “Bitcoin ist kein Geld (geschweige denn Währung)”

    Ihre Fakten- und Verständnisresistenz wird von Tag zu Tag lächerlicher, ist doch sogar die legistische Anerkennung als Geld durch Staaten wie die USA oder Deutschland schon längst gegessen, von privaten Playern und bereits existierenden Bitcoin-Geldautomaten ganz zu schweigen.

    Nicht grundlos steht auch für Liberale “Geld” (money) im Zentrum der Überlegungen betreffend Wirtschaft und dessen Beeinflussung durch den Staat (Hayek, “Denationalization of Money”). Währungen (currencies) kann man sich getrost auf den Bauch klatschen, solange deren gängige wie auch formaljuristische Definition an einem zentralistischen Irrtumsmonopol klebt (“Currency: A system of money in general use in a particular country.”).

    Die Nicht-Anerkennung als Währung ist somit weniger ein Bug, denn ein Feature.

    “Bitcoins sind der beste Beleg, dass ein Geldsystem ohne Regulierung nicht funktioniert.”

    Für braune Sozialisten im Windschatten von Popp und Hörmann muß das so sein, weswegen sie diesen Bullshit auch mit der Penetranz von Herpes ventilieren.

    “Andernfalls hätten sich Bitcoins am Markt längst als anerkanntes Tausch- bzw. Zahlungsmittel etabliert, ..”

    Wenn soll denn dieser idiotische Spruch überzeugen?

    “.. doch das Gegenteil ist der Fall : Bitcoins als Zahlungsmittel werden weltweit nur von ein paar Dutzend Marktteilnehmern akzeptiert.”

    Ihre notorische Ignoranz von Zahlen, Daten und Fakten ist akzeptiert. Also ganz ruhig, Brauner.

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