Israel ist an allem Schuld!

Von | 25. Juni 2015

(C.ORTNER) Wenn im Nahen Osten wieder einmal etwas schiefläuft, dann ist für die öffentliche Meinung des deutschen Sprachraums meist blitzschnell geklärt, wer schuld an der jeweiligen Katastrophe ist: Israel, wer sonst.

“Wenn Israel den Raketenterror aus Gaza erduldet, ist das keine Schlagzeile wert. Wenn Israel dagegen vorgeht, wird es weltweit mediale Zielscheibe. Wenn Israelis bei Selbstmordattentaten sterben, ist das der Beweis für die verzweifelte Lage der Palästinenser. Wenn Israel die lebenden Bomben mit gezielten Tötungen ausschaltet, handelt es sich um Mord. Wenn Israel die Stellungen der Hamas angreift, ist es ein Kriegsverbrechen, wenn diese sich inmitten von Wohngebieten befinden und dort auch Zivilisten sterben. Kurz gesagt, seit seiner Staatsgründung lebt der Judenstaat mit der Erfahrung, dass es am Ende immer heißt: Israel ist an allem schuld.”

Zu diesem Befund kommen die beiden Autoren Georg M. Hafner und Esther Schapira in ihrem Buch “Israel ist an allem schuld”, einem mit feiner Ironie, penibler Faktentreue und in bestem Sprachstil geschriebenen Text über den neuen Antisemitismus in Deutschland (und nicht viel anders auch hierzulande), der sich gerne als Israelkritik tarnt, um gesellschaftlich akzeptierter zu sein als das früher ja gern gebräuchliche simple “Juda verrecke!”.

Den Holocaust nicht verziehen
“Israel droht mit Selbstverteidigung”, hat das Münchner Magazin “focus” 2007 unfreiwillig komisch getitelt und damit, wenn auch nicht ganz beabsichtigt, das Problem beschrieben: Was Israel auch macht, gibt der veröffentlichten Meinung Anlass, den Judenstaat zu kritisieren. Selbst wenn Israel morgen beschließen würde, sich aufzulösen und seine Bevölkerung nach Sansibar zu transferieren, würde das deutsche Feuilleton daraus vermutliche den Vorwurf konstruieren, sich seiner Verantwortung gegenüber den Palästinensern zu entziehen.

Warum aber ist das so? “Israel wird mit anderen Maßstäben beurteilt, als jedes andere Land… stets wird mehr und Besseres, eine höhere Moral erwartet, ganz so, als ob Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern eine Schule der Menschlichkeit gewesen wäre – für die Opfer.” Daraus, dass “die Juden während der Nazizeit am eigenen Leibe erleben mussten, was Unterdrückung ist”, billigt ihnen die öffentliche Meinung vor allem in Deutschland nicht etwa zu, sich robust gegen eine allfällige nächste Shoah zu wehren, sondern verlangt ihnen ab, in wehrloser Pose zu verharren. Oder, wie es ein israelischer Psychiater formuliert hat: “Die Deutschen haben den Juden den Holocaust noch immer nicht verziehen.”

Zentrale Ursache dieser bizarren Haltung ist für die Autoren die 68er-Generation, deren starke Parteinahme gegen Israel und zugunsten der Palästinenser sie als im Zusammenhang mit der Täter-Geschichte der Eltern dieser 68er-Generation sehen. Wenn sich Israel und die Israelis schuldig machen, so entlastet das in dieser Logik die eigenen Eltern: “Die Dämonisierung Israels hilft, den Dämon des Holocaust zu beseitigen.”

Beispielhaft führen Hafner und Schapira in diesem Zusammenhang die deutschen Parade-Intellektuellen Günter Grass, Martin Walser, Jakob Augstein vor, allesamt mehr oder weniger unangenehm durch Einlassungen aufgefallen, die schierem Antisemitismus – immer unter dem Schutzschild angeblicher Israelkritik – verdammt nahe kamen: “Walser, Grass und Augstein haben den Antisemitismus salonfähig gemacht.”

Deshalb, so mutmaßen die beiden Autoren, habe Israel von Deutschland, wenn es hart auf hart geht, entgegen den routinemäßig vorgetragenen Floskeln von “der besonderen Verantwortung” wenig zu erwarten: “Die Riege der deutschen Nahostexperten, die genau wissen, wie die Palästinenser ihren eigenen, natürlich demokratischen Staat erhalten, alle Menschen dort glücklich und zufrieden leben und damit nicht nur der Nahe Osten, sondern die ganze Welt befriedet werden kann, muss nicht befürchten, in Haftung genommen zu werden, wenn die politischen Wunschträume an der Realität scheitern sollten. Eines weiß Israel schon jetzt: Deutschland wird sich raushalten. Pazifistisch, kaltherzig und reinen Gewissens. Und wenn es Israel dieses Mal nicht mehr packen sollte, werden alle bei Klezmerklängen traurig sein. Das geschlagene Israel aber, der schwache Jude, wird an die Brust gedrückt und ins Herz geschlossen.”  (“WZ“)

31 Gedanken zu „Israel ist an allem Schuld!

  1. Christian Weiss

    Israel ist auch daran schuld, dass es von Marokko bis Oman keinen einzigen arabischen Rechtsstaat gibt, der irgendwie halbwegs moderne Standards erfüllt. Gäbe es Israel nicht, würde nicht nur in Palästina die Freiheit und Wohlfahrt aller ausbrechen, sondern überall von Syrien bis Sudan. Die Hamas würde von einer islamistischen Terrororganisation umgehend zu einer Wohlfahrtsorganisation, die sich in besonderem Masse den Rechten von Frauen und Homosexuellen verpflichtet fühlt. Der Islamische Staat würde seine öffentlichen Ersäufungen, Verbrennungen und Köpfungen einstellen und die freigestellte Manpower für folkloristische Veranstaltungen pazifistischer Art einsetzen. In Saudi-Arabien dürften Frauen sofort Auto fahren, in Katar würden Arbeitnehmerschutzgesetze eingeführt und die asiatischen Gastarbeiter kriegten nicht nur ihre Pässe zurück, sondern auch noch einen Lohn, der in einem vernünftigen Verhältnis zum Einkommen der einheimischen Katarer steht. Die Jemeniten würden das Khat kauen einstellen und die neue Nüchternheit gleich in den Gewinn von Nobelpreisen investieren.

  2. Herbert Manninger

    Seltsam: Die Holocaust-Schuldgefühle politisch bewirtschaften, aber die Nachkommen der Überlebenden unter dem Deckmantel der Israelkritik ihren arabischen Feinden ausliefern – das wahre Gesicht unserer Hochmoral-Sozialisten .Letzten Endes unterscheidet sie nichts von ihren ideologischen Verwandten, die vor 70 Jahren wüteten.

  3. waldsee

    der antijudaismus ist der sozialismus
    -(national wie auch interrnational)-
    der dummen.

  4. Ing.Hans-Ehlert Wohlers

    Dieser Artikel trifft den Kern der Sache.

  5. Thomas Holzer

    Es ist vollkommen egal, wo sich die Stellungen der Hamas und deren Konsorten befinden; die IDF begehen immer Kriegsverbrechen; und würden israelische Soldaten den Hamas-Kämpfern unbewaffnet und in Zivil gegenübertreten und diese zu einem Picknick einladen, es wäre ein Kriegsverbrechen, begangen von den IDF

  6. Fragolin

    Jaja, diese Juden, sie können es einfach nicht lassen, an allem Schuld zu sein…

  7. aneagle

    Deutschland unterstützt mit unseren Steuern, neben seinem Lieblings-Friedensprojekt, der EU, zunehmend auch eher fragwürdige Projekte. Es fördert gutmenschliche NGOs, die sich mit Haut und Haaren der “Friedensstiftung” widmen. Sie veranstalten einerseits Tanzevents(geschlechtlich getrennt) und Genderinformationen für Palästinenser in den besetzten Gebieten, andererseits filmen sie als selbsternannte Wächter jeden Zusammenstoß mit der Israeli Defence Force in Gaza. Wenn von selbst zu wenige saftige Szenen entstehen, soll auch schon mal selbst Regie geführt worden sein. Diese friedensstiftenden NGOs verstärken die Ansicht der Palästinenser im Recht zu sein und versorgen die herrschende Terrororganisation Hamas mit Medienpräsenz. Es ist, in extremerer Form, wie die Aktivitäten der deutschen Partei, die Linke, welche der griechischen Bevölkerung das Gefühl gibt, es ist unrecht zu verlangen, dass Schulden zurückgezahlt werden sollen. Und nebenbei ersprießt hier, ähnlich der Asylantenbusiness, ein Bombengeschäft für Friedensbewegte. Die Aktivitäten lassen sich bequem an ca. 2 Nachmittagen erledigen und werden mit vollen Monatsgehältern gut dotiert. Die Friedensaktivisten, welche die Arbeitlosenstatistik versauen würden, sind aus Deutschland weit weg, werden aus Steuergeldern bezahlt, machen etwas Hochlöbliches und fehlen G´tt sei Dank auf unseren wichtigen Demonstrationen niemandem, außer vielleicht dem schwarzen Block. Genial,das! Klar das die evangelische Kirche bereits vor Ort ist und sich ihren Claim absteckt. Passenderweise ist sie nützlich für Beteiligungsverhandlungen zwischen NGOs und regierender Hamas, zwei Gruppierungen, die gar nicht gewöhnt sind, teilen zu müssen und das aus ihrer jeweiligen “Kultur” auch nicht so recht verstehen wollen. Die kirchliche Kultur leistet hier Bahnbrechendes, wie schön!
    Mittlerweile haben sich, von der Genialität der Idee fasziniert, dem EU-Export von teils gewalttätigen arbeitsscheuen Querulanten unter der NGO-Friedensflagge in den nahen Osten, Schweden, Norwegen, Dänemark, England und Holland angeschlossen.
    Blöd nur, dass sie aus eben diesem Nahen Osten ähnlich viele ebenso problematische Neuzuzüge haben, deren Aggressionspotential und Kosten ein Vielfaches beträgt.

    Um das Geld, das wehrlose mitteleuropäische Steuerzahler bereits ungefragt in diese Schnapsidee bunkern durften, kann man einiges machen.
    Bezieht man die jährliche Apanage-Zahlung (EU: € 400 Mill/ US: $ 500Mill pro Jahr) an regionale arabische Potentaten mit ein, kann im gesamten Gazastreifen die größte SJW(social-justice-warrior)- Akademie der Welt entstehen. Durchgehend mit Strand und Meerblick.
    (Quelle: T.Tenenbom: allein unter Juden)

  8. Astuga

    Israel ist eben die kleinste größte Bedrohung für den Weltfrieden.

    Anders als Zypern, das Kurdengebiet, die Westsahara, Westpapua oder der Südsudan und Darfur.
    Aber nur weil dort keine Juden sind!

  9. Astuga

    @Herbert Manninger

    Also bitte, schließlich sind Muslime die neuen Juden!
    Selbst wenn es durchgeknallte autochthone Konvertiten aus Europa sind.

  10. Syria Forever

    Shalom aneagle.

    Gut gesagt, doch darf ich anfügen?
    Die wirklichen Gründe dieser NGOs Schwemme sind andere. HAMAS ist mit Hizbu’llah der grösste Kokain-Importeur Europas und die NGOs die Frachtunternehmen. Das politische Gewäsch dieser Drogen-Clans sind nur Beilage. Das Hauptgericht sind Drogen&Menschenhandel. Was auch die Anwesenheit der Kirchen erklärt. Diese haben Jahrhunderte Erfahrung im Sklavenhandel, ganz besonders die Katholische Kirche. Sklavenhandel war im Römischen Reich ein lukratives Geschäft und das “Heilige” Römische Reich hat die Geschäfte selbstverständlich weitergeführt. Hier spannt sich auch der Bogen zur langen Freundschaft des Heiligen Römischen Reiches und der Arabischen Welt. Die Araber waren die Händler, Afrikaner die Ware. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
    Europa ist ein sündiges Dorf und das Alte Buch der Christen schreibt über Dörfer dieser Art; “Sodom und Gomorrha”. Und so wird es Europa ergehen, wie einst Sodom und Gomorrha.

    Guten Tag.

  11. Thomas Holzer

    “Israel ist ein reines Wunder, ein magisch erfüllter Traum aus der Hölle. Es ist jetzt der einzige sichere Zufluchtsort für den Juden, wenn es irgendwo wieder losgeht. Und es wird wieder losgehen! Vielleicht wird Israel eines Tages meine Kinder und Enkelkinder beherbergen. Welcher Jude hat das Recht, dem Zionismus gegenüber Zweifel, sogar Trauer zu hegen? Jedoch: Während mehr als zweitausend Jahren der Verfolgung, des Massenmords, des Ghettos und des Hohns war der Jude nicht imstande, einen anderen Menschen zu demütigen, zu foltern. Meines Erachtens gab es keine höhere Auszeichnung, keinen stolzeren Adel, als dem Volk anzugehören, welches nicht gefoltert hat! Beinahe seit meiner Kindheit war ich so stolz darauf, von solch einer Arroganz: Ich gehöre der höchsten Rasse an, weil wir nicht foltern. Wir sind die einzigen. Wir hatten nicht die Macht dazu. Halleluja!”
    George Steiner; “Wir alle sind Gäste des Lebens und der Wahrheit”, FAZ, 31.05.2003

  12. Astuga

    Naja, das ist auch Blödsinn.
    Juden sind Menschen wie du und ich, und weder als Individuen noch als Volk Heilige.
    Und in der Antike hat ohnehin jeder gefoltert und gemordet.

  13. Thomas Holzer

    @Astuga
    egal wie man den Juden als Volk und als Mensch gegenübersteht: sollen Sie davon überzeugt sein, daß sie auserkoren sind, über allen anderen Völkern stehen; ich habe kein Problem damit!
    Eben weil die Juden diesen Anspruch niemals mit Gewalt durchsetzen wollten noch wollen.
    Salopp formuliert: Sie wollen schlicht und einfach in Frieden leben; was man von vielen anderen Völkern, Religionen, Ideologien, und vor allem deren Führern gerade nicht behaupten kann

  14. Syria Forever

    Shalom Astuga.

    Das ist falsch! In der Antike hat nicht jeder gefoltert und gemordet! Ganz im Gegenteil!
    Mir ist bewusst, Geschichtsbücher in Europa sind grossteils Geschichten erzählen denn Geschichte berichten. Nett gesagt; Europa hat ein sehr verzerrtes Bild von Zeitgeschichte und doch selbst diese Geschichten-Bücher beinhalten wenig über Folter und Mord in der Antike.

    @Herr Holzer, Shalom.

    Sie vergessen ein wichtiges Ereignis und das fällt eindeutig unter Folter und Mord. Ich bin erstaunt, besonders Sie? Den Nazaräer, Yeshua..
    Wird nicht Juden allgemein diese Folter, und der folgende Mord, angelastet?

    Shalom Herr Holzer.

  15. Astuga

    @Syria Forever
    Bei aller Wertschätzung.
    Europa hat sowohl Zeitgeschichte wie Geschichtsschreibung unter wissenschaftlichem Aspekt überhaupt erst erfunden.
    Bis dahin gab es nämlich nur isolierte Mythen und Legenden der jeweiligen Völker (zB Altes Testament), oder Dinge wie Herrschaftsanalen (siehe Altes Ägypten, China) oder sog. Geheime Überlieferungen wie jene der Mongolen.
    Id. Regel hat sich keine Kultur großartig für die anderen interessiert (außer um sich abzugrenzen), weil jeder dachte, er selbst wäre das Zentrum der Weltgeschichte.

  16. Thomas Holzer

    lt. Bibel haben die Juden “auf Anfrage” von Pilatus den Tod des Jesus von Nazareth gefordert, und Barabbas verschont; gefoltert, gemordet haben Römer, oder zumindest Personen, welche für die Römer “aktiv” waren, sprich deren Handlanger waren…………

  17. Syria Forever

    Haarspaltereien lieber Herr Holzer, Haarspaltereien, und Sie sind sich dessen bewusst.

    Astuga,
    belassen wir es dabei. Das würde den Rahmen sprengen.

    Guten Abend die Herren.

  18. Gutartiges Geschwulst

    @Syria Forever: “Das ist falsch! In der Antike hat nicht jeder gefoltert und gemordet!”

    Können Sie die Völker der Antike namentlich benennen, die nicht gefoltert und gemordet haben?

  19. Syria Forever

    Shalom Gutartiges.

    Beispiele die Kulturen; Harappa, Minoisch.
    Vieles der Geschichtsschreibung über die Antike muss in Europa neu verfasst werden. Europa lässt wesentliche Einflüsse ausser acht. Als nur ein Beispiel, die Reise Alexanders nach Indien.
    Vieles deutet darauf hin, dass die Antike wie sie in Europa gelehrt wird ihren Ursprung ua. in Indien hatte. Zivilisationen wie zb. Shahr-i Sokhta im Iran mit 50.000 Gräbern, das ist eine beträchtliche Anzahl an Gräbern, und keiner einzigen Waffen gefunden. Im Gegenteil. Spiele für Kinder und Erwachsene gibt es überall zu finden. Alle Arten von Spielen. Einfache Spiele, Figuren, Brettspiele. Das erste Backgammon scheint seinen Ursprung in Shahr-i Sokhta zu haben.
    In Indien gibt es ähnliche Funde doch datieren diese noch weiter zurück. Es gab immer Gesellschaften die auf Gewalt verzichteten. Ausgewogene Gesellschaften benötigen keine Gewalt.

    Guten Abend.

  20. Gutartiges Geschwulst

    Erstmal Dank, Syria Forever, für die Informationen.

  21. Astuga

    Naja, von der Harappa-Kultur ist so gut wie nichts bekannt, und warum die Minoer so viel anders gewesen sein sollen…
    Zumindest sind aus der Endzeit ihrer Kultur potentielle Menschenopfer überliefert (Kreta), kurz bevor die Mykener die Herrschaft übernahmen.
    Letztlich wissen wir über beide Kulturen also nur sehr wenig – zu wenig um Urteile zu fällen.
    Im Zweifelsfall wird man also annehmen, dass sie die Schwächen und Stärken aller Kulturen geteilt haben, zumal jene der Bronzezeit (aus beiden Kulturen sind Waffenfunde bekannt, es waren also keine Hippies).

  22. der Riese Ullala

    In den 60-iger Jahren herrschte in Europa noch eine Israelophilie, die so ausgeprägt war, dass sie selbst den Israelis suspekt war. Damals fuhren deutsche Bürgermeister nach Israel in div. Kibbuzim, dort fielen sie den Menschen um den Hals, um sich für den Holocaust zu entschuldigen. Diese Stimmung ging durch das gesamte politische Spektrum. Auch die extreme Linke übte sich in Israelophilie, die obiges noch in den Schatten stellte. So schrieb Ulrike Meinhof in Konkret sehr israelfreundliche Artikel. Während des 6-Tage-Krieges war die europ. Stimmung noch immer aus Seiten der Israelis, die europäische Presse feierte die israelischen Siege mit martialischen Worten.

    Die Zäsur kam mit der Ölkrise. Den Europäern war das Erdöl wichtiger als die Freundschaft zu Israel. Auf einmal waren die Palästinenser die Armen und die Israelis die Bösen. In diese Zeit fällt Kreiskys Zerwürfnis mit der damaligen isr. Präsidentin Golda Meir, der Jom Kippur-Krieg, die aufkeimende Linke, die die israelische Politik als “imperialistisch” anprangerte. Auch die extreme Linke machte diesen Schwenk mit, so fand sich die ursprünglich israelfreundliche Ulrike Meinhof in einem palästinenischen Terrorausbildungslager wieder.

    Dieser Stimmungsumschwung war für die Bürger damals bemerkbar. Während man noch in den 60-iger Jahren die isr. Schlagersänger Abi und Ester Ofarim verherrlichte, sah man in den 70-iger Jahren immer mehr Menschen mit Palästinensertüchern auf der Straße.

    Das Ganze ist ein extrem trauriges Kapitel der europäischen Geschichte. Es sind die Israelis, die uns weltanschaulich und kulturell nahestehen – und diese Nahestehenden haben wir des Erdöls wegen schlicht und einfach verraten.

    Diskutieren darf man über den neu aufkeimenden Antisemitismus nicht – er wird von den Medien totgeschwiegen.

  23. Syria Forever

    Astuga,

    weil Ihnen so gut wie nichts bekannt ist muss das nicht auf andere zutreffen.
    Ich bevorzuge Wissen, Annahme im Zweifelsfall ist nicht meiner Art Wissenschaft. Ich wiederhole mich. Europas Bildung im Bereich Geschichte ist äusserst Minderwertig, Einseitig und oftmals einfach erfunden. Vieles dieser Fehlinformationen beruhen auf Auswirkungen der Jahrhunderten von Unterdrückung und Fehlinformation der Römischen, Lutherischen Christen und Muslime, den Religionen Europas. Alle diese Religionen waren und sind über Jahrhunderte fest in den Händen des Adels.
    In Europa bestimmen seit Jahrhunderten ausgewählte Kreise dessen Geschichtsschreibung, ohne Rücksicht auf Wahrheitsgehalt. Beste Beispiele finden Sie in der jüngsten Geschichte Europas. In den Geschichtsbüchern zum 2. Weltkrieg.

    Shalom.

  24. Astuga

    Nun, sei es wie es sei.
    Jedem seine Ansichten.
    Viele außereuropäische Völker würden nicht mal ihre eigene Vorgeschichte kennen, hätten die Europäer sie nicht dem Vergessen entrissen.
    Wozu auch die Indus- oder Harappa-Kultur gehört.
    Aber ich will Ihr Weltbild nicht weiter stören. 😉

    @Riese Ullala
    Afaik gabs doch sogar in Deutschland sehr früh Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen durch Linksextremisten.
    Müsste ich jetzt aber erst mal googeln.
    Das Thema wird ja nicht gerne angesprochen, und ist deshalb vielen – jüngeren und Linken – nicht bekannt.

  25. Syria Forever

    Guten Morgen Astuga.

    Inkorrekt.
    Wie sollten Europäer etwas entreissen das sie nicht entziffern können??
    Wie viele Europäische Historiker kennen Sie die Tamil beherrschen? Oder fangen wir einfacher an, Türkisch??
    Farsi und Arabisch, ja, davon gibt es welche, aber es gibt in Europa keinen Historiker der Tamil oder gar nur Türkisch beherrscht.
    Wenn Sie etwas über Geschichte wissen wollen fragen Sie einfach. Arrogantes, selbstgefälliges Gehabe macht Ihnen keinen Gefallen und noch weniger können Sie daraus lernen…
    Wie schrieb Herr Ortner hier treffend? “Letzter Exportartikel Europas? Anmassung..”

    Shalom.

  26. Astuga

    Weder Tamilisch noch Türkisch gehören zu Kulturen die weitgehend vergessen sind, und von denen wir gesprochen haben.
    Aber ausschließlich in Europa entstanden sehr wohl Wissenschaften wie Indologie oder Turkologie (und oft wird von Lernenden gerade das Studium von Arabisch, Farsi und Türkisch miteinander kombiniert).
    Ich wüsste aber nicht, dass Osmanen, Perser, Chinesen oder Inder (Mogulen, Radjputen etc. pp.) sich jemals derart mit Okzidentalismus oder Europastudien befasst hätten.

    Und ich frag mal umgekehrt: Wie viele Iraker oder Iraner können sumerische Keilschrift lesen?
    Es beherrscht übrigens heutzutage auch nicht jeder Inder Sanskrit.
    Aber wie schon weiter oben gesagt: Jedem seine Ansichten!

  27. Syria Forever

    Astuga,

    ich wollte freundlich darauf hinweisen das Sie von Geschichte keine Ahnung haben. Das beweisst ihr erster Satz. Auch das Sie Perser, Chinesen und Inder in einem Atemzug mit den Osmanen nennen. Die Osmanen waren eine Puppe des Römischen Reiches und nichts weiter als die Weiterführung des Oströmischen Reiches. Aber das haben Sie selbstverständlich gewusst?
    Diese Puppe mit der reichen Geschichte eines Empires wie China oder Persien zu vergleichen ist schlicht lächerlich.
    Meine Frau ist recht geübt in Keilschrift und die führende Kapazität in Sumerologie, sie hat kürzlich ihren 100. Geburtstag gefeiert, Gratulation an dieser Stelle, ist Muazzez Ilmiye Cig auch “Sumerian Queen” genannt und ist Türkin.
    Auch beschäftigen sich Historiker des Ostens seit langer Zeit mit der Geschichte des Westens. Ganz besonders die Schnittstellen werden seit vielen Jahrzehnten erforscht. Die Mongolen haben mehr Ahnung der Geschichte Indiens als Deutschen. Wussten Sie das Russland ein Forschungsinstitut über Kurdische Zivilisationen besitzen? In Europa werden Sie so etwas nicht finden. Wozu auch?
    Japan hat in der Zwischenzeit mehrere Historische Untersuchungen in Anatolien wo hingegen die letzten Deutschen und Französischen Historiker & Archäologen mit Klaus Schmidt verstorben sind.
    An allen Ecken und Enden hat der Osten den Westen längst überholt.
    Es stimmt, Westliche Technologien haben der Wissenschaft grosse Verdienste geleistet, und als Jude sage ich; “Nichts kommt ohne Gegenleistung.”. Lange Jahre der Müssigkeit wird ihren Preis fordern..

    Shabbat shalom.

  28. Astuga

    Wie schon weiter oben gesagt: Jedem seine Ansichten!

    Aber vergaloppieren Sie sich bitte nicht noch weiter, langsam wird es lächerlich…

  29. Syria Forever

    Astuga,

    nein! Ich akzeptiere keine Ansichten! In der Wissenschaft gibt es Thesen, Theorien, Fakten. Ansichten sind mir nicht bekannt.
    Sie haben recht, es wird lächerlich.

    Guten Abend.

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