Israelischer Friedensaktivist für Militärintervention in Gaza

Von | 31. Juli 2014

Der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist Amos Oz sieht keine Alternative zur israelischen Militäroperation im Gazastreifen. Angesichts der Raketenangriffe durch die radikalislamische Hamas auf israelische Städte sei sein Land in einer schwierigen Situation, sagte Oz am Mittwoch der “Deutschen Welle.”

9 Gedanken zu „Israelischer Friedensaktivist für Militärintervention in Gaza

  1. caruso

    Ein Träumer der endlich aufgewacht ist. “Träumer” meine ich nicht abwertend. Er träumte ja was Schönes. Nur hängt die Verwirklichung dieses Schönen nicht allein von Israel ab. In 100 Jahren erfüllt sich vielleicht sein Traum. Ich hoffe es!
    lg
    caruso
    PS für jene die Amos Oz nicht kennen: Sein Traum war zeit seines Lebens Frieden zwischen Israelis und Palästinensern.

  2. vom Berg

    Friedensaktivist Amos Oz sollte mich überzeugen, aber gestern Todenhöfer bei “Anne Will”: “Israel begeht Kriegsverbrechen”
    “Todenhöfer ließ von Anfang an keinen Zweifel, dass er die israelische Militäraktion aufs Schärfste missbilligt. “Israel hat das Recht, sich gegen die Raketen der Hamas zu verteidigen. Israel hat nicht das Recht, sich in einer Bombardierungsorgie zu verteidigen. Und das was ich gesehen habe, war eine Bombardierungsorgie. Es war so unverhältnismäßig, dass ich sage: Es war ein Kriegsverbrechen”, so Todenhöfer.
    Mir kann keiner sagen, dass die Bombardierung von Kindern am Strand ein Zufall war. Wir müssen auch darüber nachdenken, ob wir nicht Sanktionen sicherstellen, dass dieses Morden in Gaza aufhört. So wie man damals bei dem Apartheidsregime, oder bei Iran, oder jetzt im Falle Russlands.” so Todenhöfer
    http://www.huffingtonpost.de/2014/07/31/todenhoefer-israel_n_5635963.html
    ich bleib eher bei Todenhöfer und bin für Sanktionen (!)

  3. Christian Weiss

    Es kann gar kein anderes Ziel für Israel geben, als das Ende der Raketenangriffe durch die Hamas. Das ergibt sich nicht aus dem Verteidigungsrecht, sondern aus der Verteidigungspflicht, die jeder Staat hat, der sich funktional nennen will.
    Da sich in zivilen Einrichtungen versteckte Raketennester auch im Drohnenzeitalter nicht durch “chirurgische” Luftschläge entfernen lassen (Genau so wie der Chirurg auch nicht einfach nur den Tumor entfernen kann, ohne sich über die Verletzung von darüber liegendem gesundem Gewebe Zugang zu verschaffen.), kommt die israelische Armee (IDF) um eine Bodenoffensive nicht umhin. Bodenoffensiven bringen dabei gleich mehrere Nachteile mit sich: 1. Die Gefährdung für die eigenen Soldaten nimmt um ein Vielfaches zu, weshalb auch die IDF schon Todesopfer im hohen zweistelligen Bereich zu beklagen hat. 2. Für den eigenen Selbstschutz müssen die IDF-Soldaten zwangsläufig gegen sie gerichtetes Feuer erwidern, wenn sie überleben wollen. Dabei ist die Feststellung, ob in der Richtung, aus der das Feuer kommt, auch Zivilisten sind, die zu Schaden kommen könnten, a) unter den herrschenden Bedingungen eh nur schwer möglich, und wenn sie b) doch gelingt, fraglich, ob man einfach aufs Schiessen verzichten kann, ohne selber abgeknallt zu werden. 3. Da unter den enorm hohen Stressbedingungen Unterscheidungen zwischen Zivilisten und Kombattanten nur noch schwer möglich sind und sich die Gegenseite zudem bewusst hinter Zivilisten versteckt, kommen eben auch viele Nichtkombattante zu Tode.

    Dass die Zahl der Todesopfer auf der palästinensischen Seite trotzdem nicht höher ist, müsste eigentlich jedem klar machen, dass der Begriff “unverhältnismässig” unangebracht ist und eigentlich nur von Leuten verwendet wird, die den Israeli sowieso jedes Verteidigungsrecht und somit dem Staat Israel auch sein Existenzrecht aberkennen. Der Begriff “Völkermord” ist im Zusammenhang mit der IDF-Bodenoffensive von ausgemachtem Schwachsinn geprägt, denn gerade jenen, die in Israel den hyperhochgerüsteten Super-Goliath sehen, müsste eigentlich klar sein, dass diese Armee ausrüstungstechnisch und kompetenzmässig gut genug wär, um in diesen Wochen, in denen die Offensive andauert, hunderttausende umzubringen.

    Wenn Todenhöfer den Konflikt mit Iran, Südafrika oder Russland vergleicht, dann sollte er sich schleunigst bewusst machen, dass es sich bei der Hamas um die mordgeile Verbrecherorganisation handelt und bei Israel um einen funktionalen, demokratischen Rechtsstaat. Wer wirklich die Situation dort verbessern will, tut alles andere, als ausgerechnet die Partei Israel zu schwächen.

    Ebenso hirnrissig ist Todenhöfers Versuch, Israel in die Nähe des südafrikanischen Apartheidstaates zu rücken. Israel ist im Gegensatz zu seinen islamischen Nachbarn weit entfernt davon, ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten systematisch zu diskriminieren. Apartheidstaat trifft auf jeden muslimischen Staat von Marokko bis nach Pakistan 10’000 mal mehr zu als auf Israel.

  4. Plan B

    Im jetzt dritten Waffengang seit 2008 muss es Israels operatives Ziel sein, die gesamte militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören. Dies auch unter der Maßgabe, dass eine Wiederaufrüstung der Hamas nahezu unmöglich sein wird, weil die Blockade der Tunnelsysteme zum Sinai durch Ägypten effektiv ist (und auch bleiben wird). Nur so kann ein viertes oder noch weiteres Scharmützel in naher Zukunft verhindert werden, weil diese Nachschubwege versperrt bleiben. Eigentlich eine gute Nachricht für die Gaza-Bewohner.

    In Gaza leben 1,8 Millionen Menschen; fast jeder Vierte davon ist jünger als 14 Jahre, also rund 400000 Kinder. Im besten Kampfalter sind rund 200.000 junge Männer (15 – 24 Jahre); außer acht zu lassen sind auch nicht die Mädchen und jungen Frauen in dieser Alterstufe und man gewinnt ein demografisches Bild der Bevölkerung. Sie ist eine mit dem niedrigsten Durchschnittsalter im gesamten arabischen Raum.

    Dass nun auch Kinder und Jugendliche unter den Angriffen leiden und auch sterben, ist in einem Krieg – den Israel nicht will oder wollte – leider nicht zu verhindern. Doch wer nach den veröffentlichen Statistiken sucht, der wird feststellen, dass die Altersstruktur der Gaza-Opfer erheblich vom demografischen Mittel abweicht. Kinder und Jugendliche sind weit unterrepräsentiert.

    Leider nicht in den Propaganda-Feldzügen der ÖR-Force und den Print-Haubitzen.

  5. Rennziege

    31. Juli 2014 – 17:07 Plan B
    Was Sie im ersten Absatz schreiben: Nur so kann’s gehen. Alles andere ist schmafú.

  6. Mona Rieboldt

    Theoretisch wird Israel ein Verteidigungsrecht zugebilligt, aber nicht praktisch. Nach
    der Ansicht vieler sollte sich Israel einfach weiter beschießen lassen, ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
    Dass die Hamas ihre Raketen in Schulen und Krankenhäuser hat und von dort Israel beschießt, dass der Hamas die eigene Bevölkerung gleichgültig ist, sie auch hohe Opferzahlen braucht, um sich weiterhin als “Opfer” darzustellen und somit wieder Geld
    zu ihrer Unterstützung bekommt, war wohl auch der Sinn ihrer Raketen auf israelische Städte.

  7. ricbor

    Was zu kritisieren wäre, ist die Strategie Israels. Man weiß, dass bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Palis unmittelbar die weltweiten Empörungsgeschwader ausrücken und hat zum wiederholten Mal keine Mittel dagegen, d.h. jede Aktion steht unter Zeitdruck, was automatisch Fehler befördert.. Das Muster, reingehen, alles zerdeppern, zusehen müssen wie das wieder aufgebaut wird etc., dieser Kreislauf muss irgendwie durchbrochen werden. Also entweder man macht den Putin in Grosny und radiert Gaza komplett aus, oder man erklärt Gaza für unabhängig, gibt die Seeblockade auf und schließt die Landgrenze komplett. Sollen doch die ganzen Klugscheißer unter Führung der UNO die Verantwortung für diesen Saustall übernehmen. Diese Option hätte den Vorteil, dass dann die Todenhöfers erklären müssen wieso unter ihrem Regime Raketen nach Israel gerechtfertigt sind.

  8. aneagle

    Todenhöfers Vorgehensweise, nämlich Israel aus dem europäischen Lehnstuhl gnädig zu erlauben, sich selbst zu verteidigen, solange immer das Maß eingehalten wird und keine Fehler gemacht werden, verlangt von Menschen übermenschliches und ist folgerichtig unmenschlich, sie muß nicht weiter abgehandelt werden. Seine Ansicht(?)/Krankheit(?) ist erstaunlich verbreitet und hat auch schon einen Namen : the western illness
    näheres hier: https://www.ortneronline.at/?p=30173#comments
    oder, um Herbert Manninger zu zitieren :Die Antifaschisten sind die neuen Faschisten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.