Israelischer Militärhistoriker warnt vor “Zusammenbruch des Westens”

“……Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld hat vor einem Bürgerkrieg in Europa und dem Zusammenbruch des Westens gewarnt. Hauptursächlich dafür sei eine Verweichlichung der Gesellschaft. Dies geschehe in erster Linie „aufgrund der Art und Weise, wie wir Menschen des Westens unsere Kinder erziehen, sie gegen jede potentielle Gefahr beschützen, sie davon abhalten, erwachsen zu werden und sie zu unselbständigen Wesen erziehen“, sagte van Creveld in einem Interview…” (hier)

23 comments

  1. Calderwood

    Je nach Blickwinkel kann man dieselben gesellschaftlichen Phänomene Verweichlichung oder Zivilisation nennen. Wenn der Westen untergeht, dann aus einem anderen Grund: er verwechselt aus ideologischer Verblendung seine Feinde mit seinen Freunden.

    So werden Fremde, die Europa ausnützen oder gar zerstören wollen, angelockt und willkommen geheißen, und jene, die davor warnen, als böse Rechte diffamiert.

  2. Der Realist

    Habe nicht gedacht, dass ich einmal einem israelischen Historiker recht geben werde, aber unser lauwarmes zeitgeistiges Gesellschaftsmodell wird unseren Untergang einläuten. Von besonders “Fortschrittlichen” wird ja eh schon psychologische Betreuung im Vorschulalter gefordert, dazu kommt noch der Meinungs- und Tugendterror der praktisch eigenständiges Denken verbietet, immer schön brav angepasst reden und handeln um ja nicht irgendeine labile Person zu kränken.
    Jetzt reiben sich die selbst ernannten Eliten ja permanent an Trump, sie sind es nämlich nicht mehr gewohnt, dass einer seine Linie durchzieht, bei Putin und Orban haben sie sich ohnehin schon die Zähne ausgebissen.
    Ein gewisses Umdenken ist schon spürbar, auch bei Medienleuten, jetzt findet sich sogar schon ein mieser feister Schreiberling mit einer wahrscheinlichen Regierungsbeteiligung der FPÖ nach den Herbstwahlen ab.

  3. aneagle

    Der Westen kann untergehen, stimmt schon. Aber Grundlage aller aufgezählten und nicht aufgezählten Ursachen, ist tatsächlich mangelnde Zivilisation. Eine Kultur ohne Selbstreflexion wird an Erkenntnismangel und Lernresistenz zugrunde gehen. Heute strotzt Europa vor inkompetenter Überheblichkeit, hysterischem Infantilismus und weitgehender zentraler Planlosigkeit. Wegbereiter ´dieser beklagenswerten Entwicklung ist ein strukturelles Personalproblem: Die EU wurde in einem failed State als politische Müllhalde implementiert und diente, wie ein Polit-CASTOR, als kombiniertes Zwischen- und Endlager. Das ging so lange gut, bis diese Polittalente in völliger, Abgeschiedenheit von der Realität, über Gurkenkrümmungsverordnungen berieten. Seither fühlen sie sich zu Größerem berufen und das Ergebnis heute sind wirklich außergewöhnlich schlechte Politiker. Grottenschlecht. Feig, gierig und dumm, bezeichnete sie schon Andreas Treichl, CEO der Erste Group. Das gilt durch die Bank, mit traurig wenigen Ausnahmen, für ganz Europa. Mit dieser EU-“Elite”, die sich selbst für die neuen Adeligen hält, ist tatsächlich kein Staat zu machen.

  4. astuga

    @Karl Markt
    Natürlich, nur halt dann nicht erfolgreich…
    Und im Gegensatz zum sprichwörtlichen “Zum Streiten braucht es immer zwei” benötigt jeder (bewaffnete) Konflikt in Wahrheit bloß einen einzigen Aggressor.

    Auf weite Teile (West-)Europas bezogen ist das wahrscheinlichste Szenario aber wohl eher eine Form der Libanisierung oder Balkanisierung.
    Verschiedene Bevölkerungsgruppen werden sich räumlich trennen und einige davon eine faktische Selbstverwaltung errichten.
    Also eine ethnische und religiöse Segregation (machen auch die Grünen und Sozis schon jetzt, wenn sie ihre Kinder auf Privatschulen schicken wo es wenig bis keine Migranten gibt).
    Das wird man zunehmend in Großstädten wie später auch in größeren heutigen Verwaltungseinheiten erleben, bis hin zu ganzen Landesteilen.
    Die offizielle Staatsgewalt wird dabei erheblich geschwächt bis zum Punkt an dem sie ihre Legitimation und Fähigkeiten fast völlig einbüßt.
    Entweder findet man dann einen Modus vivendi (friedlich oder gewaltsam) – wie im Libanon-, oder die stärkste Fraktion übernimmt weitgehend die polit. Macht.

    Das entspricht ja auch den Planungen der Muslimbruderschaft für Muslime im Westen (Strategiepapier bei Razzia gefunden in Lugano) und fundamentalistischen Vordenkern wie Prof. Ali Kettani.
    Aber ebenso dem Programm der Milli Görüs (deren Gründer Erbakan war nicht nur polit. Ziehvater Erdogans, sondern ebenfalls türk. Ministerpräsident, die Konrad Adenauer Stiftung dokumentierte seine diesbezüglichen Reden).
    Könnte natürlich auch sein, dass die westeuropäischen Bevölkerungen einfach schleichend aussterben bzw ausgetauscht werden – bis auf regionale Minderheiten, oder jene die dann selbst auswandern.
    Ein beinahe völlig friedlicher Vorgang – nach militärischen Maßstäben jedenfalls.
    Dazu muss man bloß die jetzige Politik fortsetzen, dann ist das eine Frage von wenigen Jahren bis zum Point of no return.
    Weil die heimischen jungen Alterskohorten dann bereits minoritär sind im Vergleich zu jenen der Migranten.

  5. waldsee

    na und?
    Bei dem Wort Historiker frage ich mich immer für wen schreibt er Geschichte.
    Daß Europa und der Westen absteigend sind ,
    wird seit Jahren diskutiert,da hilft ein Historiker aus Israel auch nicht viel.
    Die Mehrheiten Europas sind überheblich und wollen hedonist. in Glück und Wohlstand weiterleben und die Oststaaten bleiben hoffentlich bei ihrer bisherigen Einschätzung. Sie ist richtig.

  6. mariuslupus

    Auch ein Historiker ist manchmal in der Lage in die Zukunft zu sehen. Die Voraussetzung ist, er ist kein marxistischer Historiker.
    Der Weg in den Niedergang, richtig beschrieben, die Ursachen, nicht ganz zutreffend, aber ist nicht wichtig. Tot ist tot, vorbei ist vorbei.
    Ereignisse die Meilensteine, auf dem Weg in den Untergang sind, werden ignoriert, kleingeredet, lächerlich gemacht.
    Die Reaktion auf die Absage einer Veranstaltung von Krachmachern, vor einen riesigen Publikum wegen Terrorgefahr, ist vorauszusehen. Die Beteiligten, meinetwegen Betroffenen, sind überzeugte Merkel Wähler.
    Jeder Merkel Anhänger in Deutschland ist überzeugt, die Gefahr geht immer von Rechts aus, dazu gehören die AfD, der Trump, und Putin. Seine Beschützer und Wohltäter sind Merkel, Schulz, und alle brüsseler Plutokraten.

  7. astuga

    Wobei er so viel ja nun auch wieder nicht schreibt…
    Imho ist das mehr eine Warnung an die israelische Gesellschaft, denn eine Botschaft an Europa.
    Europa bzw. die EU ist ja in Israel nicht wirklich beliebt und Objekt vieler Ressentiments, oftmals nicht weniger verallgemeinernd und dumm als dies etwa in Europa in Bezug auf Israel oder die USA der Fall ist.

    Israel ist jedenfalls eine gutes Beispiel dafür, wie man bei ausreichend Entschlossenheit, Selbstbehauptungswillen, Intelligenz und Chuzpe, auch als kleines Volk unter ständiger muslimischer Bedrohung überleben kann.
    Woran auch die zahlreichen Frauen im Militär beteiligt sind!
    Also eine an sich treffende Aussage zu Europa, aber vor allem eine Warnung gegen zu viel zeitgeistige “Verwestlichung” in Israel.

    Die Queer-Community und ein gegendertes Militär werden Israel nämlich so wenig retten wie die streng orthodoxen Juden die den Staat Israel ablehnen aber seine Sozialleistungen gerne annehmen.

  8. Karl Markt

    @astuga
    “Israel ist jedenfalls eine gutes Beispiel dafür, wie man bei ausreichend Entschlossenheit, Selbstbehauptungswillen, Intelligenz und Chuzpe, auch als kleines Volk unter ständiger muslimischer Bedrohung überleben kann“

    Wissen Sie eigentlich, dass 20% der Israelis Araber, also Moslems sind, und dass Arabisch zweite Amtssprache ist? Zum Beispiel sind Verkehrsschilder in Israel 3 Sprachig (Lateinisch, Hebräisch und Arabisch).

    Kann man also folgern, dass ein Land einen Moslemanteil von 20% und Arabisch als Amtssprache versträgt?
    Wie wärs wenn Merkel Arabisch als Amtssprache einführt? Sind die Israelischen Politiker, die ebendas getan haben, Volksverräter?

  9. Karl Markt

    Komischerweise gibt’s in Israel keine Fernsehdiskussionen “Moslems in Israel: Woran scheitert das Miteinander“.

  10. Karl Markt

    “Arabische Israelis sind den Gesetzen nach gleichberechtigte Staatsbürger. Sie besitzen oft umfassendere bürgerliche Rechte als Palästinenser in den umliegenden Staaten wie dem Libanon[11] und Syrien[12], darunter das Wahlrecht und weitere demokratisch-gesellschaftliche Freiheiten.“.

    Wahlrecht für 20% Moslems? Darf es das geben?
    Sieht wohl so aus als ob Israel bald untergehen würde. Vielleicht sollte sich der israelische Militärhistoriker um seine eigenen Weicheier kümmern anstatt uns anzupatzen.

  11. Karl Markt

    Seit der Parlamentswahl in Israel 2015 zur 20. Knesset sind 13 der 120 Abgeordneten arabische Israelis. Sie sind Mitglieder der anlässlich der Wahl als Vereinte Liste auftretenden Parteien Vereinigte Arabische Liste, Chadasch und Balad und sehen sich als Vertreter der Interessen der israelischen Araber.[18] 2007 wurde erstmals ein Araber in ein Ministeramt berufen.[19]

    Oje, 10%, für Moslemparteien und Moslemminister. Wer ist da jetzt Wehrhaft und wer sind die Weicheier? 🙂
    Wie wärs mit einer 10% starken Moslempartei bei uns, damit wir endlich so wehrhaft wie die Israelis sind.

  12. astuga

    @Karl Markt
    Echt jetzt, das hätte ich ja niemals für möglich gehalten! 😉
    Aber ernsthaft, erzählen Sie das lieber mal ihren linken Spezis und den sog. kritischen Freunden Israels.
    Dort herrscht der eigentliche Informationsmangel…

    Ob ein Land einen so hohen Muslim-Anteil verträgt (nicht jeder israelische Araber ist allerdings Muslim, viele sind Drusen), darüber ließe sich trefflich streiten.
    Es ist ja nicht so, dass aus dieser Personengruppe keine Gewalt erfolgen würde.
    Sagen wir so, in ihrer Gesamtheit stabilisieren sie die israelische Gesellschaft auch nicht gerade (und ihr Bevölkerungsanteil wächst).
    Man muss sich ja nur die blutige Messer Attentats-Serie von letztem Jahr ansehen, die bei uns fast nicht beachtet wurde.

    Und dann ist Israel in vielem ein Sonderfall.
    Die Muslime dort haben ja ihre eigene kulturelle Sphäre unmittelbar vor Augen, mit all ihren Missständen.
    In Europa hingegen kann man aus der Distanz und als Migrant (!) bereits alles idealisieren.
    Dass man auch gerade in der Emigration oft radikaler und konservativer ist als daheim ist ein bekanntes Phänomen.
    Außerdem führt die europäische Migrationspolitik (ins Sozialsystem) auch zu einer Art negativen Auslese.
    Die Araber oder arab. Muslime in Israel sind sicher in ihren Ansichten und der sozialen Zusammensetzung vielfältiger und unterschiedlicher als die Araber in Europa.
    Außerdem haben wir in Europa eben nicht nur Araber, sondern auch andere Muslime (Pakistaner, Bangladeshis, Afghanen, Eritreaer, Somalis, etc.pp.).
    Das ist eine deutlich andere Ausgangslage, und in dem Aspekt keine bessere.

  13. mariuslupus

    Auch nach dem tödlichen Angriff in London wird die Bedrohung die immer nur von einer Seite ausgeht, klein- und schönzureden. Absolut widerliche Kommentare von Merkel und Sadiq Khan. Zynismus der nicht mehr zu überbieten ist.

  14. waldsee

    die Hauptgründe für das getrennte aber glückliche Zusammenleben:
    -Sozialleistungen
    -Israelis schießen gleich.
    -kaum Antisemitismuskeule.
    Hudna ist ein zeitlich begrenzter Frieden.

  15. Giovanni B.

    Auch wenn Israel absolut nicht frei von islamischen Terror ist, gibt es einen Grundkonsens. Keine Gnade für Terroristen, kein Relativieren von Attentaten und seien sie noch so “klein”. Entschlossenheit und Wehrhaftigkeit suchen seinesgleichen, anders als in Europa, sprich EU, denn vor Allem Russland muss man natürlich ausklammern. Und jene Araber, die israelische Staatsbürger sind, haben sich ja explizit für diesen israelischen Weg entschieden, leben im Vergleich zu den Arabern in den umliegenden Staaten im Wohlstand und gelten somit als Verräter und Todfeinde

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .