Ist Herr Juncker Demokrat?

Von | 27. Mai 2016

The Times quoted Jean-Claude Juncker, president of the European Commission, saying flatly: “There is no debate or dialogue with the far-right.” – This is the modern face of fascism: the “anti-fascists.”  (hier)

20 Gedanken zu „Ist Herr Juncker Demokrat?

  1. Selbstdenker

    Man kann unseren interessanten Zeiten auch etwas Positives abgewinnen:
    Es fallen allmählich die Masken und man sieht sehr eindeutig, wo sich gewisse Machthaber positionieren.

    Die Kernschmelze der westlichen Zivilisation findet vor unseren Augen statt. Und während die Leute staunend und wie gelähmt vor Entsetzen auf die Ereignisse starren, kommt schon die nächste Katastrophe ums Eck.

    Anstatt zuzusehen wie eine Sicherung nach der nächsten durchbrennt, sollte endlich der Hauptschalter umgelegt werden.

  2. Selbstdenker

    Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass auch mich die EU lange Zeit täuschen konnte. Leider habe ich 1995 für den Beitritt Österreichs zur EU gestimmt, obwohl es schon damals viele warnende Stimmen gab.

    Was von der EU wirklich zu halten ist, ist mir erst während der Präsidentschaft vom abgezwickten Portugiesen nach und nach klar geworden. Die EU ist kein liberales, sondern ein postmodernes Projekt, das sich nach außen beliebig darzustellen vermag und dem es im Kern nur um Machtausbau geht.

    Es ist interessant, wie seitens der EU jede schallende Abfuhr für die EU als ein Zeichen für “noch mehr Europa” (gemeint: noch mehr EU) ungedeutet wird. Damit steht sie in der Tradition mittelalterlicher Folterknechte: ihr kriegt soviel EU, bis Ihr nicht mehr nein sagen könnt.

  3. Christian Peter

    Wie sollte ein Politiker wie der Präsident der Europäischen Kommission demokratische Gesinnung zeigen, der von niemanden gewählt wurde ? Politiker mit demokratischer Gesinnung würden auf derartige Ämter verzichten.

  4. Falke

    Eine Person, die existierende politische Richtungen und Meinungen, die ihr nicht passen, bzw. ganze Bevölkerungsgruppen, die diese Richtungen bejahen und wählen, ausgrenzt und ignoriert, ist ganz bestimmt kein Demokrat. Damit ist die Titelfrage eindeutig beantwortet. Noch viel schlimmer: eine Institution, die von einer derartigen Person geführt wird, kann ebenfalls nur als undemokratisch bezeichnet werden; daher ist auch eine Mitgliedschaft in einer derartigen Organisation möglichst zu vermeiden bzw. ein Austritt dringend geboten.

  5. CE___

    Naja, dieser Ansage des EU-Oberen nach wird die Frage, ob die FPÖ etwas von Wirtschaft versteht, in Zukunft unsere gelindeste Sorge sein werden.

    @ Selbstdenker

    Nicht nur Ihnen geht es so.

    Ich könnte mich auch täglich abwatschen jemals der EU und dem Euro mein Wohlwollen und Stimme geschenkt zu haben.

    Ein neues 1000-jähriges Reich über ganz Europa habe ich wirklich nicht vor gehabt mit meiner Stimme etablieren zu helfen.

    Ich bin schon seit Mai 2010 stricktest für einen EU und Euro Ausstieg Österreichs.

  6. Thomas Holzer

    Juncker sagte ja auch in Richtung GB: “Deserteure erhalten keine Vorzugsbehandlung”

  7. G.K.

    Herr Juncker wusste schon vor 16 Jahren wie ‘wahre’ Demokratie funktioniert:
    «Jean-Claude Juncker ist ein pfiffiger Kopf. “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert”, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. “Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”»
    Der Spiegel, 52/1999 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15317086.html
    In der Spalte links lässt sich der Artikel auch im schönen Originallayout als PDF öffnen oder herunterladen. Ein Muss für jeden Juncker – ‘Fan’!

  8. aneagle

    Die EUDSSR ist binnen nur 5 Jahren in ihren Grundzügen Realität geworden. Und zwar wie ehedem durch JC Juncker angekündigt: Durch mutwillig vom Zaun gebrochene Krisen. Eurokrisen, Bankenkrisen Bargeldkrisen, Flüchtlingskrisen, failed state krisen eingebildete Klimakrisen, vorgetäuschte Regierungskrisen, drohendes Gesamtpolitversagen der EU.
    Lets face it: mit Krisen kann man Anstalten dichtmachen. Leider sind wir die Insassen. Demokratische Mehrheiten von 50,1% davon ca. 2/3 staatlich alimentierte Nutznießer, der Rest (mindestens16.6%) unbelehrbare romantische Vollpfosten, sind ein solider Garant der Regierungsmacht. Juncker, ein lupenreiner Demokrat, wußte aus Erfahrung: “Wenn man es bemerkt, ist es zu spät.” Sein Buch “mit 16.6% zur Macht” wurde leider nicht veröffentlicht. Ich wünsche sowohl England als auch den Visegradstaaten zu ihrem hoffentlich nicht zu späten Fluchtversuch viel Erfolg.

  9. Fragolin

    Ein Demokrat fragt das Volk, was es zu tun gilt. Ein Diktator schreibt dem Volk vor, was es zu tun hat.
    Wo steht Truchsess Juncker, der Verwalter des Reichsgebietes von Königin Angelas Gnaden?

    Keiner wollte es glauben, dass nach jeder Krise, in der medial schnappgeatmet wurde “Die EU steht vor dem Zerbrechen! Die EU vor dem Aus!” genau diese EU stärker wurde, denn jede dieser Krisen war nur ein Vorwand für das weitere An-sich-Reißen von Macht und den Abbau der Souveränität. Jedesmal wird nach einer “europäischen Lösung” gegreint und der EU eine weitere Blanko-Ermächtigung ausgestellt.
    Und auch der nächste Schub, egal ob Euro-Flattern oder Afrikaner-Invasion, wird mehr EU und weniger Souveränität bringen.
    Alle beweinen ständig das drohende Ende der EU und am Ende ist die EU das Einzige, was übrig bleibt…

  10. mariuslupus

    Juncker ist sicher kein Demokrat, aber nach seiner Selbstwahrnehmung, ein kluger Kopf. Juncker und seine Clique drohen der EU Bevölkerung mit der zunehmender Gewalt der Rechtsradikalen, bzw. aller Partei die entwededer in der Mitte, oder rechts von der Mitte angesiedelt sind. Damit lenkt er sehr gekonnt, mit Unterstützung seines EU – Gangs, von der Tatsache ab, dass Europa von der Linken Gewalt überflutet wird. Die Linke Gewalt tritt, wie das Gewalt so an sich hat, in verschiedensten Formen auf. Angefangen von Sprech- und Redeverboten, Beschimpfung von Menschen die nicht das nachplappern, was die Grosskanzlerin gerade gesagt, oder sogar sich erdreisten die Weisheiten der Gosskanzlerin in Frage zu stellen, bis zu Aufforderung zu Gewalt und tatsächlicher Gewalt auf der Strasse.
    Die bisherigen Erfolge geben Juncker, und Konsorten, recht. Die EU Despoten können tatsächlich die Bevölkerung der EU anlügen und blöd halten. Ohne dass diese Bevölkerung bis jetzt Unmaut gezeigt hat. So zu sagen, ein erfogreiches” Management by Champignon” : Im Dunkeln halten, gelegentlicht mit Dreck bewerfen, usw….. Die, aus seiner, eigenen Sicht, erfolgreiche Amtsführung Juncker`s, zeigt dass auch ein kleines, durchaus sympathisches Grossherzogtum, einen Machtopportunisten hervorbringen kann. Aber auch andere Diktatoren gehörten zu einer Minderheit, angefangen von Alexander,der kein Grieche war, sondern Mazedonier, bis Merkel, die auch in einem Teil – und Kleinstaat aufgewachsen ist, aber die Machtübernahme im Gesamtstaat vollzogen hat.

  11. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, muss der Hauptschalter umgelegt werden.
    Und den findet man in Brüssel.

    Den Migranten kann man so gesehen nicht einmal einen Vorwurf machen: sie gehen nur durch jenes Tor, das ihnen zuvor jemand anderer aufgemacht hat. (Schon komisch, wenn das kleine Nicht-EU-Mitgliedsland Mazedonien in der Lage ist die Grenzen zu sichern).

    Man muss der Schlange den Kopf und nicht den Schwanz abhacken.

  12. Rennziege

    27. Mai 2016 – 14:16 Selbstdenker
    Sie wissen aber schon um die Doppeldeutigkeit des Verbums “umlegen”, gööö? 🙂

  13. gms

    Selbstdenker,

    “Man muss der Schlange den Kopf und nicht den Schwanz abhacken.”

    Andreji M. Lobaczewkis Hauptwerk ‘Politische Ponerologie’ vermittelt neben vielen glasklaren Einsichten die Weisheit, man solle nicht versuchsweise therapieren, was man nicht verstanden hat. Gäbe es breites Verständnis darüber, wo besagte Schlange tatsächlich ihren Kopf hat, säßen wir akuell nicht dermaßen in der Tinte, zugleich deutet wenig darauf hin, dieses Wissen würde mit brauchbarer Geschwindigkeit zum Common Sense werden.

  14. Fragolin

    @Selbstdenker, @gms

    Genau das ist das Problem.
    Erstens sind die Strukturen und Netzwerke sehr verstrickt, die Schlange ist eine Hydra und viele ihrer Köpfe sind unerreichbar. Ob in Berlin oder Brüssel oder irgendwo auf der Welt, selbst eine ganze Heerschar tapferer Ritter könnte nur einen Teil dieses Ungeheuers “umlegen” – also da sehe ich keine großen Chancen.
    Zweitens werden uns permanent Hologramme vorgesetzt; Merkel wäre vielleicht die mächtigste Frau der Welt wenn sie nicht eine einfache Marionette wäre, deren Akku nebenbei bemerkt sichtlich erschöpft. Ich hege den Verdacht dass der Herr Schäuble weit mehr Macht in Deutschland hat als Mutti und der eine oder andere ihrer Fäden direkt in seinen Fingern endet. Und auch die beiden Suffköppe in Brüssel sind doch nur miserable Laiendarsteller.
    ABER, der springende Punkt ist ein anderer: jedes Herrschaftssystem hat genau jene Machtfülle, die ihm vom Volk zugestanden wird. Zum Herrschen gehören immer Zwei, und wenn sich ein Volk so widerstandslos und geradezu dankbar beherrschen lässt, dann hat die Schlange leichtes Spiel.
    Beispiel: Wenn bei PEGIDA in Berlin plötzlich mehr als 500.000 Menschen die Innenstadt verstopfen würden, was wollten die Obertanen und ihre Lakaien dann noch groß ausrichten?

  15. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Wo denken Sie hin, sooo robuste Mittel habe ich dann auch wieder nicht gemeint 😉

    @gms, Fragolin:
    Um das herauszufinden, bevorzuge ich die ergebnisoffene empirsche Methode:
    In die Stauden reinstochern und beobachten wer raushüpft.

  16. Christian Peter

    Die EU hat mit Demokratie überhaupt nichts zu tun, weder existiert ein europäisches Volk, das zu vertreten wäre (die EU ist kein Bundesstaat), noch sind die Entscheidungsträger in Brüssel demokratisch legitimiert (stellen sich keinen Wahlen), noch existieren auf europäischer Ebene demokratische Strukturen (Gewaltenteilung, u.a.). Selbst der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog spricht der EU das Recht ab, sich ‘Demokratie’ zu nennen. Bei der EU handelt sich um eine Diktatur.

  17. gms

    Fragolin,

    “Wenn bei PEGIDA in Berlin plötzlich mehr als 500.000 Menschen die Innenstadt verstopfen würden, was wollten die Obertanen und ihre Lakaien dann noch groß ausrichten?”

    Solange die breite Mehrheit noch dem Glauben anhängt, die Obertanen wären redlich oder bloß blöd, kommen besagte 500Tausend nicht zustande.

    Selbstdenker,

    “[Kopf der Schlange] Um das herauszufinden, bevorzuge ich die ergebnisoffene empirsche Methode:
    In die Stauden reinstochern und beobachten wer raushüpft.”

    Damit es ein Kleinwenig schneller geht: Die größte Staude steht in NYC, 58 East 68th Street.

  18. Selbstdenker

    @gms
    Vielen Dank für den Hinweis; das CFR – und ich glaube auch die CGI – haben Sie schon öfters genannt.
    Diese Staude werde ich mir genauer ansehen.

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