Italien: Sargnagel des Eurosystems – und „erfolgreich“ durch Erpressung?

(ANDREAS TÖGEL) Kundige Analysten wie Hans-Werner Sinn, ehemaliger Chef des Münchner ifo-Instituts und Kritiker des Euro, sowie der an der Donau-Universität Krems unterrichtende Ökonom Gottfried Haber, warnen seit geraumer Zeit vor den Gefahren, die dem Eurosystem durch die Verschuldung Italiens drohen. Das schöne Land trägt mittlerweile eine Schuldenlast von 133 Prozent des BIP – das ist eine Summe, die aller Voraussicht nach nicht ohne Enteignung der Gläubiger abzutragen sein wird. Es knirscht im Gebälk.
Hat der Schuldenexzess im vergleichsweise unbedeutenden Griechenland die Eurozone schon an die Grenze der Belastbarkeit befördert, wird eine „Rettung“ des im Hinblick auf seine Wirtschaftsleistung rund siebeinhalbmal größeren Italiens selbst die von ihrer Genialität überzeugten Geldalchemisten der EZB vor unlösbare Probleme stellen. Die EZB-Granden haben ihr Pulver nämlich längst verschossen – ganz anders als ihre wesentlich smarteren Kollegen von der US-FED, die, sehr zum Verdruss von Präsident Trump, der eine orthodox keynesianische Schuldenpolitik betreibt, schon vor zwei Jahren damit begonnen haben, die Zinsen anzuheben um sich dadurch Spielraum für den nächsten Wirtschaftseinbruch zu schaffen. Dass die EZB, dank Jahrelang gepflogener Konkursverschleppungspolitik heute faktisch „nackt“ dasteht, erweist sich angesichts der momentanen Lage alles andere als günstig.
Denn gegenwärtig brennt der Hut, da die linken Populisten von der „Cinque Stelle“-Bewegung in der italienischen Regierung keineswegs gewillt sind, auf ihr kostspieliges Wählerbestechungsprogramm zu verzichten, das aus Steuersenkungen, Lebensarbeitszeitverkürzungen und Geschenken für Arbeitsunwillige (der Einführung eines gegenleistungsfreien „Bürgergeldes“), bestehen soll. Das eine Neuverschuldung von 2,4 Prozent / BIP vorsehende Budget wurde von EU-Wirtschaftskommissar Moscovici, obgleich selbst ein in der Wolle gefärbter Linker, rundweg abgelehnt. Er spricht von einem „Präzedenzfall“ und zeigt sich im Hinblick auf die möglichen Folgen eines Nachgebens nicht geneigt, einzulenken. Andererseits wollen die Linkspopulisten in Italien vor ihren Wählern nicht das Gesicht verlieren. Die Fronten scheinen beiderseits verhärtet.
Es geht um viel. Zu Ende gedacht um nicht weniger, als um den Erhalt der europäischen Esperantowährung. Das wissen die Machthaber in Italien natürlich ganz genau und sie pokern entsprechend hoch. Erinnern wir uns: „Whatever it takes“ hatte EZB-Chef Mario Draghi in der 2012er- Eurokrise angekündigt unternehmen zu wollen, um den Euro zu erhalten. Das hat er auch getan und es hat bisher, so hoch der Preis (insbesondere für die Sparer) auch war, geklappt. Kehrseite der Medaille: Draghis Worte klingen seinen fidelen Landsleuten heute noch im Ohr, was sie ganz offensichtlich dazu veranlasst, stur an ihren ruinösen Budgetplänen festzuhalten. Zahlen werden – dank „whatever it takes“-Erhalt des Euro schließlich eh alle anderen.

Die Herren Draghi & Genossen wissen, dass nicht wenige italienische Euroskeptiker lieber heute als morgen zur Lira zurückkehren würden, um aus dem für das Land wirtschaftlich verheerenden Währungskorsett herauszukommen. Nach der von der EU-Nomenklatura unerwarteten Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, wäre ein Austritt Italiens aus der Eurozone mutmaßlich der Anfang vom Ende ihres Traums von einem aus Brüssel dirigierten, europäischen Imperiums. Und das ist das Allerletzte, was die glühenden Zentralisten zwischen Madrid und Berlin und von Macron bis Draghi zuzulassen gewillt sind.

Die Spitzen der EU werden also – eifrig unterstützt von der EZB – dem Erpressungsversuch der italienischen Regierung zweifellos nachgeben. Um das Gesicht zu wahren, wird man halt ein paar belanglose Bedingungen formulieren und der wirtschaftspolitisch sinnfreien Geldverbrennungsaktion der Italiener im Übrigen tatenlos zusehen. Bezahlen werden – wie das im Sozialismus so ist – nicht die Gesinnungstäter, Versager und Hallodris, sondern die arbeitssamen Leistungsträger. Im Falle des zentralistisch-kollektivistischen Projekts der EU werden das primär die leider von allen guten Geistern verlassenen Deutschen sein – zumal deren schwer angeschlagene Regierung dem anmaßenden Auftreten der Schuldnerländer nichts entgegensetzen wird. Die ist ja gegenwärtig ausschließlich mit sich selbst beschäftigt – und auf den Erhalt von Posten und Pfründen konzentriert.
Fazit: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Optimisten sollten daran denken, Gold zu kaufen. Pessimisten werden eher in Konservendosen und Munition investieren.

4 comments

  1. Hugo Roitner

    Man sieht hier sehr schön wie die gesamte Politik versagt. Alles nur Marionetten und Sesselkleber. Wenn man von Demokratie spricht, denkt der normale Bürger an die ehrliche Vertretung des Volkes im ständigen Bemühen das Beste für die Gemeinschaft zu erreichen. Mit diesen Versagern und schlimmen Heuchlern wird genau das Gegenteil ausgeführt. Würde man einen Wirtschaftsbetrieb so führen, wäre diese in längstens
    3 Jahre bankrott. Aber man schwört auf 100 Jahre Demokratie ! Diese hat jedoch die ganze Zeit über nie richtig funktioniert, wie die Geschichte ja sehr klar bezeugt. Jetzt stehen wir wieder am Abgrund und keiner will es bemerkt haben. Man kann nur sagen ” schlecht gelaufen”. Es ist für neue Parteien ein Leichtes sich zu etablieren, den das Volk läuft denen förmlich nach, unter dem Mott “schlimmer kann es nicht mehr kommen.” Ich denke wir sollten diese ganzen Quatschbuden ( Parlamente ) auflösen und zu einer vernünftigen Monarchie zurückkehren, die über 1000 Jahre funktioniert hat. Dort ist es nicht möglich, das Leute die in ihrem Leben noch nie was gearbeitet, ganz geschweige etwas geleistet haben einfach in die Politik gehen. Die Dümmsten sind die Besten, die kann man am leichtesten manipulieren. Die Demokratie ist doch so schön man muss nur aufzeigen, wenn der Leithammel es für gut befindet und kassieren. Typisches Beispiel UN Migrationspakt., was da drinnen steht ist eine Frechheit und wenn es so kommen soll, zerstört es jede Gesellschaft. Das ist natürlich für die ” Allwelt- Regierenden” gewollt. Vermischt die Völker bis zur Unkenntlichkeit und lasst sie bluten bis zum letzten Tropfen, dann sind sie richtig gefügig.
    Es sollte natürlich jede Nationalität verloren gehen, damit Keiner mehr seine Kultur , seine Wurzeln erkennt. Dann haben wir richtig schönes Freiwild. Wenn wir lustig sind, reduzieren wir deren Menge und entfachen Kriege. Irgend einen Vorwand finden wir immer, gegen was wir unbedingt kämpfen müssen. Wenn alles kaputt in Asche liegt, sammeln wir bei den Verbliebenen ungefragt Geld ein und bauen unser eigenes Reich.
    EINFACH TOLL! , ….und das Alles unter dem Deckmantel der Demokratie!!!!
    ……und wie hat einer einmal gesagt ” Wählen tun wir so lange , bis uns das Ergebnis passt.
    Es lebe die ” SCHEINHEILIGE DEMOKRATIE )

  2. sokrates9

    Mir ist unverständlich dass Deutschland es zulässt wie die wirtschaftliche Potenz des Landes vernichtet wird und niemand das wirklich -selbst die Afd nicht- das erkennt!

  3. fxs

    Wenn Deutschlands Wirtschaft erst ruiniert ist, und das wird nicht nur durch Übernahme der maroden Eurostaaten angestrebt, sondern auch durch Vernichtung der deutschen Automobilindustrie durch “Dieselkrise” und Verordnung unrealistischer Abgasgrenzwerte auch für Benzinfahrzeuge durch die EU, durch Verbot von Kunststoffprodukten und “Energiewende”, dann ist es für Zentralafrikaner nicht mehr erstrebenswert dorthin auszuwandern.

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