Jamal Khashoggi: Ermordeter Islamist als Kämpfer für Recht und Freiheit?

(Von Thomas Eppinger) 15 Männer mit saudischen Diplomatenpässen landen in Istanbul, sie kommen in zwei Privatjets. Ihr Limousinen-Konvoi trifft kurz vor Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat ein. Dort wird Khashoggi getötet und sein Leichnam zerstückelt, die Limousinen fahren ab. Wenn das saudische Herrscherhaus dazu den Auftrag gab, war es einer der öffentlichsten Morde eines Geheimdiensts der Geschichte, ausgeführt in einem Land, das man nicht gerade „befreundet“ nennen kann. weiter hier

14 comments

  1. GeBa

    Es beweist sich einmal mehr, dass diese Menschen nicht mit unserem Leben, unserer Kultur, unserer Menschlichkeit nicht kompatibel sind. Das gilt – befürchte ich – für alle Völker die den muslimischen Glauben ihr Leben bestimmen lassen.

  2. Falke

    Bemerkenswert, dass sich die angebliche Israelfreundin Merkel so fürchterlich über den Tod des Israelhassers Khashoggi aufregt. Morde an Deutschen – sei es mit Messern, sei es mit Lastwagen – scheinen sie weit weniger zu berühren. Im Gegenteil: diejenigen, die sich darüber aufregen, werden noch übelst beschimpft.

  3. aneagle

    Die Anteilnahme am Breitscheidplatz war wesentlich sparsamer, langsamer und in der Forderung nach aufklärerischer Transparenz zurückhaltender. Was ist bloß los mit der Kanzlerin ? Haben die Angehörigen der deutschen Opfer weniger Waffen gekauft, als ein saudischer Großclan mit Verbindungen von Bin Laden bis in das Britische Königshaus, das Saudische Beraterteam und der Muslimbruderschaft? Macht es deutsche Regierungen betroffen, wenn ein Neffe aus der Familie des Waffenverkäufers Adnan Khashoggi unter bedauerlichen,wenig transparenten, Umständen zu Tode kommt? Oder ist das ein bedauerlicher Einzelfall, der Abrechnung zwischen Clans, die nichts mit nichts zu tun haben, außer vielleicht mit einigen wenige Regierungen, die zu wenig Kenntnis darüber haben, wo die Grenzen zwischen Mafia, Waffenexporten, islamischen Familienclans und Regierungen verlaufen sollen? Tatsächlich wäre hier Transparenz gut. Vielleicht kann ja der smarte Herr Deniz Yücel die transparenten Herren Gabriel und Steinmeier interviewen? Am besten, damit es keine Fake News werden, durch den Chefredakteur der Süddeutschen im ZDF? Auch wenn es Jamal K. nicht mehr lebendig macht, die Einschaltquote würde deutlich in die Höhe schnalzen.

  4. Der Realist

    @Falke
    auch in Israel freundlich gesinnten linken Medien ist das Verschwinden Khashoggis Dauerthema. Es soll aber auch “demokratische” Staaten in der Umgebung Saudi-Arabiens geben, dessen Geheimdienste immer wieder Leute verschwinden lassen, aber halt weniger auffällig.

  5. Falke

    @Der Realist
    Welche linken Medien sind Israel freundlich gesinnt? Ich meine echt, also nicht so formal, weil es sich halt so gehört.

  6. Kristian

    Ich würde vorsorglich einmal alle saudischen “Diplomaten”pässe für ungültig erklären . Mit Diplomatenpässen, verwendet von Geheimdiensten und Schmalspur-Diplomaten wird viel Unheil weltweit angerichtet. Und deren Privilegien sind nicht einzusehen. Der Botschafter, ein Sekretär und aus, das müsste genügen. Übrigens: Sind die “Diplomaten” im Saudi-Zentrum Wien auch alle immun?

  7. astuga

    Abseits des (politischen) Mordes selbst geht es vor allem um den Konflikt zwischen Saudi Arabien und Qatar, mit der Türkei auf der Seite Qatars.
    Man erinnere sich, erst kürzlich hat Erdogan vom Emir von Qatar als Zeichen der Verbundenheit sogar ein Flugzeug geschenkt bekommen.
    Aber sowohl in SA wie in Qatar herrschen Wahabiten, und beide unterstützen Fundamentalisten im Ausland.
    Der Hassprediger im verlinkten Artikel, Yusuf al-Qaradawi, lebt offiziell in Qatar gilt als hochrangiges Mitglied der Muslimbruderschaft und hat ua. eine TV-Sendung bei Al-Jazeera (in Ägypten wurde er in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt). Unter Europas Sozialisten hat er einige Freunde (siehe “Red Ken” Livingston)…
    https://de.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research

    Zumindest von Seiten des Herrscherhauses in SA geht man seit dem Arabischen Frühling auf deutliche Distanz zur Muslimbruderschaft und den Salafisten, anders als in Qatar, wo man sie nach wie vor unterstützt.
    Darum auch das Zerwürfnis.

    Die Kashoggis wiederum sind ja eigentlich türkischer Herkunft.
    In arabischen Kreisen, wo man seine Blutlinie bis auf die Zeit vor dem Propheten zurückführt (sog. Asil-Araber mit reiner Blutlinie, das Konzept wird übrigens auch bei Araber-Pferden verwendet), gilt man damit wohl ohnehin bloß als geduldeter “Zuagraster” – solange man nützlich und gehorsam ist.

    Was die eigentlichen Hintergründe für den Mord waren… schwer zu sagen.
    Momentan ist es jedenfalls ein Propaganderfolg für Qatar und die Türkei, mit dem man auch Trump etwas unter Zugzwang setzt.
    Denn im Verhältnis zwischen Türkei und USA gab es ja zuletzt tiefe Risse, und die Affäre kommt damit auch Erdogan gelegen.

  8. astuga

    Nachtrag: Ich nehme mal an, die iranischen Ayathollahs lehnen sich zurück, lachen sich ins Fäustchen und genießen die Show.

    Für Europa gibt`s weder auf der einen, noch auf der anderen Seite etwas zu holen oder zu hoffen.

  9. astuga

    Aus einer älteren und noch nicht politisch korrekt bereinigten Version von Wikipedia: Asil or Aseel also refers to a person of Arabian descent who has a long ancestral chart. Normally Arabs in the Gulf States use it to make a distinction between themselves and other Arabs or other Muslims who just settled recently in their countries, or don’t belong to one of the old and often noble families. Fe. like the al-Chalifa, al-Maktoum or the House of Saud.

  10. Johannes

    Wäre eine gute Gelegenheit das König Abdullah Zentrum in Wien zu schließen.
    Ich denke die Empörung über Saudi Arabien wird sich schon bald wieder legen. die Deutschen werden schon bald wieder liefern und auch Amerika wird so schnell als möglich wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren.

    Saudi Arabien hat seine Lektion gelernt und wird es in Zukunft professioneller angehen. Auch wir sollten unsere Lektion gelernt haben und es vermeiden das mit saudischem Geld bei ums Moscheen gebaut und Prediger bezahlt werden, das Medien und Leitbetriebe in ihre Majorität gelangen und wir so bei jeder Gelegenheit kuschen und den Kopf einziehen müssen wenn mal wieder jemand bei lebendigen Leib zu Tode gefoltert wird.

    Wie sonst kann es sein das niemand in Europa fragt wie viele syrische Flüchtlinge, afghanische Flüchtlinge, afrikanische Flüchtlinge dort aufgenommen wurden?
    Das Land ist reich und liegt im Zentrum der islamischen Welt, wie kann es sein das keine kilometerlangen Menschenschlangen im Jahr 2015 den Weg dorthin gefunden haben?

    Auf der anderen Seite warum reißen sich manche bei uns geradezu um diese Migranten?
    Da muss viel Geld im Spiel sein würde ich meinen. Das Schmiermittel Geld lässt alles auf Hochtouren laufen würde ich persönlich vermuten.
    Wobei die meisten wahrscheinlich gar nicht wissen für wen sie wirklich arbeiten. Das System hat sich sicherlich verselbständigt, aber ohne Geld würde es ins stottern geraten, nach meiner Meinung.

  11. Falke

    @Der Realist
    Der Standard? Der ist ja tendenziell eher das offizielle Organ der Palästinenser in Wien.

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