Japan will seine Senioren bis 70 arbeiten lassen

Das rasant alternde Japan will seine Senioren angesichts steigender Sozialkosten auch noch mit 70 arbeiten lassen. Das Kabinett des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe segnete am Dienstag Gesetzesentwürfe ab, mit denen Unternehmen dazu gedrängt werden sollen, ihre Beschäftigten bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten zu lassen. mehr hier

6 comments

  1. sokrates9

    Japan hat letztes Jahr weniger als 100 Migranten aufgenommen! Während man in Europa die Menschen mit 50 Jahren infolge “mangelnder Leistungsfähigkeit” aus den Firmen treibt und glaubt diese Lücke mit bestqualifizierten syrischen Raketenwissenschaftlern und Messerchirurgen füllen zu können geht Japan da den Weg einer konfuzianischen Tradition in der Alter, Weisheit und Arbeit einen anderen Stellenwert hat.

  2. Falke

    Ohne Erhöhung des Pensionalters (zuerst sofort der Frauen bis 65, anschließend allgemein bis – zumindest – 67) wird das Pensionssystem auch bei uns sehr bald zusamenbrechen. Die 100.000 (oder mehr) “Migranten”, die auch eine Pension haben wollen (und natürlich auch bekommen werden, obwohl sie nichts eingezahlt haben), werden das noch wesentlich beschleunigen.

  3. wbeier

    Wenige Fragen wo soviel mit Tee herumgeschüttet wird, wie beim Pensionsthema. Fakt ist, dass seit Einführung des ASVG in den 50er Jahren die sogenannte “Staatsquote” permanent rückläufig ist. Will heissen, die Versicherten zahlen sich in immer grösseren Ausmass die Leistungen selbst, sofern man die Arbeitgeberanteile als Lohnbestandteil betrachtet.
    Sensible Systeme haben es halt so an sich, dass sie von störenden Einflüssen frei gehalten werden müssen. Also jeder Nichtproduktive und Nichteinzahler stört massiv die Balance und auch die Legende von Maschinen die unsere Sozialsysteme dereinst finanzieren werden hält nicht der Realität stand.
    Grundsätzlich keine Einwände gegen das Andenken eines Pensionsantritts “nach hinten”. Da gibt es noch das grosse ABER: Solange keine entsprechende Adaption der Arbeitswelt Richtung altersgerechter Arbeitsplätze vorgenommen wird, seh ich da wenig Erfreuliches. Dazu muss man gar nicht das abgelutschte Bild des 67jährigen Dachdeckers bemühen um die Schwierigkeiten im Detail zu sehen. Alle diskussionswürdigen Ansätze, wie das langsame Herausgleiten aus dem Arbeitsprozess, wurden politisch ja unterdrückt (und ich sprech aus Erfahrung). Was bleibt ist der Eindruck, dass zwischen Herausdrängen aus der Arbeitswelt und de facto realem Pensionsantritt ein immer längerer Zeitraum der Prekarisierung entstehen soll, um letztlich die Pensionskosten massiv drücken zu können.

  4. wbeier

    Anmerkung zu meinem vorigen Post: Abseits aller Fragen um Finanzierbarkeit und Gerechtigkeiten von Pensionssystemen kommen wir zur wirklich entscheidenden Problematik: Mit jedem Ruhestandsantritt verliert eine Volkswirtschaft einen ganzen Köcher von Können, Erfahrungen und social skills. Wie weit das bei aktueller Bevölkerungsentwicklung ausgeglichen werden kann, überlasse ich dem Betrachter. Die hard facts zeichnen kein rosiges Bild: Minderqualifikation von Pflichtschulabgängern, funktioneller Analphabetismus (sogar in der Muttersprache) und eine Jugend die Orchideenfächer und Geschwätzwissenschaften studiert. Wer in den 90ern Lehrwerkstätten aus Rentabilitäts und Kostengründen aufgelöst hat, klagt heute über Fachkräftemangel? Kann das gut gehen?
    Naja solange man den letzten Saft aus den Alten pressen kann, wird es noch ein bissl gehen und daher wird auch der Standpunkt mancher „Alten“ verständlich: „Macht euren Dreck alleene“(Friedrich August III. von Sachsen)

  5. Mourawetz

    Genau, die die eh schon ihr halbes Leben den Buckel krumm gemacht haben, sollen bis 70 weiter hackeln am besten gleich bis ins Grab. Ich hätte da einen anderen Vorschlag: die die später mit dem Berufsleben angefangen haben, sollen auch später in Rente gehen. Wegen der Gerechtigkeit warats.

  6. Kluftinger

    An alle: Arbeiten LASSEN nicht MÜSSEN!
    Da ist doch eine gradueller Unterschied zu verzeichnen?

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