Jetzt fix: Staat zockt Selbständige ab

(C.O.) Der steuerliche “Gewinnfreibetrag”, bisher Äquivalent zum steuerschonenden 13./14. Gehalt der Angestellten, wird für gutverdienende Selbständige nun also endgültig de facto weitgehend reduziert, was jeden einzelnen Betroffenen mehrere tausend Euro pro Jahr kosten wird und diese Gruppe steuerlich bei gleichem Einkommen gegenüber Unselbständigen klar benachteiligt.

Jetzt wissen wir, wie die “Gerechtigkeit” der SPÖ und die “Entfesselung” der ÖVP aussieht – und wie die Wirtschaftskammer die Interessen der Selbständigen vertritt: gar nicht.

Die Folgen dieser Abzocke sind klar: Selbständige werden um die paar tausend Euro, die sie heuer mehr Steuer zahlen müssen, eben weniger konsumieren. Die Realwirtschaft wird durch diese Maßnahme nicht gestärkt, sonder geschwächt. So haben wir uns kluge Wirtschaftspolitik immer vorgestellt. Bravo!

15 comments

  1. Pingback: Jetzt fix: Staat zockt Selbständige ab | FreieWelt.net
  2. Thomas Holzer

    “Jetzt wissen wir, wie die “Gerechtigkeit” der SPÖ und die “Entfesselung” der ÖVP aussieht – und wie die Wirtschaftskammer die Interessen der Selbständigen vertritt: gar nicht.”

    Herr Ortner!
    Die Wirtschaftskammer hat -zumindest in den letzten 30 Jahren- NIE die Interessen der Selbständigen vertreten, immer nur ihre eigenen

  3. Karl Markt

    Befürworte nicht höhere steuerlast für den mittelstand, aber ökonomisch liegt ortner klassisch liberal daneben.

    Die kaufkraft einer volkswirtschaft sinkt nicht, bloß weil sie umverteilt wird.

    Und geht das geld über die staatsschulden an die bank, hat diese mehr kapital welches in form von krediten wieder zum konsumenten gelangt.

    Die wertschöpfung findet eben nicht im konsum, sondern in der produktion statt.

  4. Reinhard

    Mit dem Zeigefinger des ökonomischen Experten wacheln und dann den Glauben kundtun, die Bank würde Kapital als Kredit verteilen. Au weh!
    Ich glaube aber auch nicht, dass der bei den Beamten so gerne hervorfabulierte “Kaufkraftverlust” irgend eine Rolle spielt. Die einzige spürbare Folge ist eine steigende Demotivation bei der einzigen nicht reaktiven, sondern aktiven Beschäftigungsgruppe, auch nur einen Handschlag mehr zu tun als für die eigene Absicherung notwendig ist. Ich kenne viele selbstständige Kollegen, die wie ich das Jahresumsatzvolumen zurückfahren auf ein notwendiges Einkommen. Für jeden Euro zuviel wird man bestraft, also warum eine 60-Stunden-Woche abreißen, wenn man nach 30 Stunden schon nur noch geflöht wird?
    Die Wirtschaft wird einfach an der Demotivation der Antreiber erkranken und nachhaltig den Bach runtergehen. Denn die “Ökonomie” basiert eben nicht auf abstrakten Ideologien, sondern dem konkreten Entscheiden und Handeln des Einzelnen.

  5. sybille Stoa

    @Karl Markt
    die unsichtbare Hand, die den Markt lenkt, treibt hochqualifizierte Facharbeiter oder selbständige Migranten aus Österreichin andere Länder oder gar nicht hinein, wenn Sie viel Einkommen erwirtschaften.
    Gut?

  6. Karl Markt

    Das argument “steuern hemmen den konsum” ist ganz einfach abgeschmackt weil es dem billa egal ist ob ein selbstständiger oder ein beamter bei ihm einkauft.

    Durch umverteilung von oben nach unten stiege die kaufkraft sogar, weil potentielle kaufkraft in tatsächlichen konsum verwandelt wird.

    Lustig, wie arbeitsniederlegung plötzlich als tugend gilt, gell?
    Gegen mindestlohn und für flexible arbeitszeiten (unbezahlte überstunden) aber selber bei 30 schluss machen wollen. Sie hören sich fast so an als wollten sie eine gewerkschaft gründen. Schön langsam verstehen sies vielleicht…

  7. gms

    > Jetzt wissen wir, wie die “Gerechtigkeit” der SPÖ und die “Entfesselung” der ÖVP aussieht

    Aus linker Sicht ist das Herstellen von Chancengleichheit mit den sattsam bekannten Mitteln tadellos argumentierbar: Eine Gruppe von Menschen kann ihr Leben nicht selbst gestalten, also ist es zur Herstellung identer Ausgangslagen unungänglich, auch der anderen Gruppe Gestaltungsfreiräume zu entziehen. Die damit einhergehende Ergebnisgleichheit ist bloß eine Folgewirkung, die für die SPÖ ideologisch motiviert willkommen ist, beziehungsweise von der ÖVP zum Verbleib an den Futtertrögen in Kauf genommen wird.

    Die Entfesselungspropaganda der Gamsbart-Sozialisten ist nicht minder plausibel: Jemanden von hinten in den Rücken schießen, der wie ein verschnürter Schinken an einem Stuhl festgezurrt verharren muß, ist mit der Ehre des Waidmannes unvereinbar. Zugleich beweisen die zornigen und laut hörbaren Stimmen der aus ihren Transportkartons befreiten Tontauben, wonach selbige sich zweifelsfrei ungeknebelt erheben durften, bis sie in wenigen Wochen von den Bleikugeln der steuerlichen Neuregelung getroffen werden.

    In der optimierten Gummizelle herrscht völlige Chancengleichheit beim gleichzeitigen Wegfall der Notwendigkeiten für Zwangsjacken oder sonstige Restriktionen. Daß unsere Aufseher in den roten und schwarzen Kitteln sich auf dieses Modell einigen würden, kommt so überraschend wie Schnee im Jänner. Was aber die irren Ärzte bislang noch ebenso ignorieren, wie ihre knapp acht Millionen präsumptiven Patienten: Houdini blieb immer Herr und Meister seiner Aktionen, er gab keinen Pfifferling darauf, ein anderer würde ihn entfesseln.

  8. gms

    Karl,

    “Das argument “steuern hemmen den konsum” ist ganz einfach abgeschmackt weil es dem billa egal ist ob ein selbstständiger oder ein beamter bei ihm einkauft.”

    Falsch — zumal Sie neben Einflußfaktoren auf die Qualität einer Entscheidung zugleich auch Effekte aus der Quantität einzelner Entscheidungsträger für viele Teilentscheidungen außen vorlassen. Wäre es anders, könnten alle Kaufentscheidungen für acht Millionen Menschen auch vom Papst getroffen werden. Der Billa liefert, nach Ihrer Vorstellung von “egal”, sicherlich auch in den Vatikan.

    “Durch umverteilung von oben nach unten stiege die kaufkraft sogar, weil potentielle kaufkraft in tatsächlichen konsum verwandelt wird.”

    Falsch — es sei denn, Sie wollen behaupten, Hinz und Kunz könnten ebenso billig Güter herstellen, wie jene Firmen, die den von Ihnen beispielhaft genannten Billa beliefern. Zieht man Ihren knallroten Faden im gegebenen Stickbild weiter, stellt sich die Frage von wegen Billa oder nicht garnicht, wäre dann doch Karl Wlascheks Firma ein stinknormaler Laden wie jeder andere geblieben.

    “Lustig, wie arbeitsniederlegung plötzlich als tugend gilt, gell?”

    Falsch, es sei denn, auf staatliche Anordnung hin vollzogener Selbstmord auf Raten gilt für Sie als Tugend.

    “Gegen mindestlohn und für flexible arbeitszeiten (unbezahlte überstunden) aber selber bei 30 schluss machen wollen.”

    Falsch, es sei denn, Sie erachten die spielbestimmende Anwesenheit eines Dritten im Bett von ~consenting adults~ als das unabdingbare Recht des besagten Dritten.
    Wenn A und B sich auf etwas einigen, nachdem sie einander vorher mit wechselseitigem Liebesentzug drohten, so ist das deren Angelegenheit. Diese Angelegenheit aber wollen Sie nicht zwischen A und B geregelt sehen, sondern durch einen Staat, der C damit begünstigen will, aufdaß danach vorgeblich sowohl A und B mehr Spaß im Bett haben.

    “Sie hören sich fast so an als wollten sie eine gewerkschaft gründen.”

    Falsch, es sei denn, die Stimmen in Ihrem Kopf wären relevant.

    “Schön langsam verstehen sies vielleicht…”

    Karl, da haben Sie nach mal Glück gehabt. Hätten Sie statt “sies” geschrieben “Sie’s”, könnte man fast vermuten, Sie wollten grundlos ad hominem argumentieren, aufdaß jemand (vorhersagbar wie der Stau auf der Autobahn bei Ferienbeginn) Ihnen Ihre eigene Suppe zum Trinken verabreicht.

  9. Reinhard

    @Karl Markt
    Da es meinen Kommentar scheinbar gefressen hat, hier nochmal in kürzerer Form:
    Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, wird trotzdem kein Zwetschgenmus draus.
    Ich lege meine Arbeit nicht nieder sondern, wenn Sie schon einfache Vergleiche zum Verständnis benötigen, ich handle mit meinem Kunden einvernehmlich eine für mich steuerlich günstigere Teilzeitregelung aus. Von gesetzlichem Mindesthonorar oder Verbot flexibler Arbeitszeiten ist weit und breit nix zu lesen, weil ein Selbstständiger es im Gegensatz zu ihren “geknechteten Massen” gewohnt ist, auch nur für tatsächlich erbrachte Leistung Geld zu bekommen, und zwar so viel, wie er verhandelt und dann, wenn der Kunde es will.

  10. Sybille Stoa

    @Karl Marx
    Achtung, der Mindestrentner kauft beim Billa ein, der Privilegienpensionist kauft auch beim Billa ein, aber zusätzlich fåhrt er 2x im Jahr auf Thailand und investieret sein Geld in den Hang-Seng-45, weil dort mehr Rendite drinnen ist, da in China die Steuern auf Arbeit viel geringer sind und dort sein Kapital höhere Erträge abwirft. Jetzt fragt sich der normale Unternehmer und Arbeiter, wieso er durch höhere Steuern dann indirekt Kapitalabfluss nach China sponsern soll, noch dazu für jemanden dessen Pension nur 20% durch eigene Beiträge gedeckt ist.

    Aber alles hat sein gutes, viele Verwandte und Bekannte von Privilegienpensionisten (das erfuhr ich heute) überlegen schon aus dummer Gier, wie sie an dieses Geld herankommen können mit Hilfe aller möglichen Tricks.
    Ich für meinen Teil bin keine so eine Ratte und gehe rein in politischer und demokratischer Weise gegen dieses Ungleichgewicht / Ungerechtigkeit vor!

  11. Sybille Stoa

    Der Neoliberalismus schürt nie diesen Verteilungsneid, wie der Sozialismus,
    der Neoliberalismus fördert sportlichen Wettbewerb und stachelt an auch was zu leisten

  12. sybille Stoa

    @Christian Peter
    san schon die Pensionisten und die Beamten, die demokratische Mehrheit?

  13. Karl Markt

    @ Reinhard
    “also warum eine 60-Stunden-Woche abreißen, wenn man nach 30 Stunden schon nur noch geflöht wird”
    haben Sie gesagt und Sie haben meine vollste Unterstützung. 😉

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .