Jetzt muss sich die EU hinten anstellen

Von | 24. Januar 2017

(JÜRGEN POCK)  Noch im Juni 2016 hat der damalige US-Präsident die Briten davor gewarnt, den gesamten Westen zu schwächen, sollten sie es wagen, aus der EU auszutreten. Obama, Inbegriff intellektueller und moralischer Überheblichkeit, richtete seine mahnende Botschaft an all die bildungsschwachen und infantilen Brexit-Sympathisanten, welche sich anmaßten, die eurokratische Bevormundung kritisch zu hinterfragen. Er machte den Engländern in erpresserischer Manier klar, was er von ihnen als Wirtschaftsmacht hält. Nicht viel, denn sollten sie den Schritt ins Abseits realisieren, würde ein Handelsabkommen mit den USA „vielleicht irgendwann mal“ zustande kommen, aber sicher nicht allzu schnell. Zudem sei es laut Obama die Priorität der Vereinigten Staaten, ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union abzuschließen, „Großbritannien wird sich hinten anstellen müssen.“

Bekanntlich hielten diese Drohgebärden die Mehrheit nicht davon ab, für den Brexit zu stimmen und die EU-Kirchturmpolitik hinter sich zu lassen. Theresa May fand in ihrer Grundsatzrede durchaus wertschätzende Worte für die Union, wünschte der EU auch alles Gute. Selbstbewusst deklarierte sie jedoch die zwölf Kernpunkte und vier Grundprinzipien ihrer Strategie. Sollte die EU mit Strafen kontern, werde sie mit Konsequenzen darauf reagieren. Somit stehen die Weichen auf glattem Brexit, während die EU angesichts des Trump-Erfolgs nun alleine dasteht. Denn der neue US-Präsident macht aus seinem Wunsch nach einem schnellen, bilateralen Handelsdeal mit den Briten keinen Hehl.

Es scheint klar, dass die Insel sehr viel rascher ein Abkommen mit Amerika erwirken wird als die EU. Also kehrt sich die von Obama geäußerte Kampfansage in ihr Gegenteil. Die USA und Großbritannien finden zu alter Geschlossenheit, derweil sich die Europäische Union ganz hinten in der Schlange wiederfindet. Der schwerfällige Apparat in Brüssel hat es verabsäumt, Freihandelsabkommen mit den großen Wirtschaftsmächten zu schließen. Aufgebläht von Großmachtsrhetorik und Selbstüberschätzung hat sich die EU unter der Führung von Merkel an Obamas Beistand und Schützenhilfe gewöhnt, seine angekündigte Nachlassverwalterin Clinton hätte sich willfährig an die von ihm auferlegten Spielregeln gehalten. Aber letztlich stand das Stimmvolk wie im Falle des Brexit auch hier im Weg.

Noch bevor Trump als Staatsoberhaupt vereidigt wurde, bekundete er wiederholt seine Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der EU. Unbekümmert kündigte er weitere Austritte an, ihr Untergang sei vorprogrammiert. Schließlich sei die EU nur ein Vehikel für Deutschland und seine Machtansprüche. Dieser verbale Affront gegen die linksliberale Elite auf dem alten Kontinent gibt die künftige Richtung vor, welche die USA unter Trump einschlagen wird. Jahrzehnte lang wurde Europa von amerikanischer Seite gehegt und gepflegt. Seit dem Marshallplan beruhte das Bestreben der US-Politik darauf, Europa als prowestliche Kraft zu stärken und im eigenen Sinne als Bollwerk gegen den Osten zu etablieren. Nicht selten zwang diese Allianz Amerika dazu, kurzfristige Wirtschaftsziele im Namen der europäischen Sicherheit und des Weltfriedens zu opfern. Jetzt stellt Trump die eigenen Landesinteressen voran.
Selbstverständlich unternimmt Brüssel alles in seiner Macht stehende, um sich Trump in den Weg zu stellen. Andauernde Querschüsse aus den trotzigen Reihen europäischer Politiker gehören zum Tagesgeschäft. Das EU-Establishment vertreibt sich seine Zeit mit vermeintlichen Desinformationskampagnen Russlands und spielt Großbritannien bei den anstehenden Verhandlungen nur noch mehr in die Hände. Wie so oft in der Geschichte ist den Linken das Dogma ihrer eigenen Ideologie weitaus wichtiger als Freiheit und Wohlstand.

15 Gedanken zu „Jetzt muss sich die EU hinten anstellen

  1. Christian Peter

    Von Freihandelsabkommen profitieren nur multinationale Konzerne und Investoren – alle anderen verlieren. Daher machte Donald Trump sein Wahlversprechen wahr und kündigte das Freihandelsabkommen TPP. Nun sollt sich allmählich die Erkenntnis durchsetzen : Freihandelsabkommen sind mit einem Wohlstandsverlust verbunden, alle Erfahrungen im 20. Jahrhunderts wie der EU – Binnenmarkt und das Abkommen NAFTA haben das eindrucksvoll bewiesen.

    https://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=0ahUKEwi6rKa0vdrRAhWkBZoKHfv4CWgQFgg3MAU&url=http%3A%2F%2Fwww.focus.de%2Fpolitik%2Fausland%2Fus-wahlen-2016%2Fus-politik-im-news-ticker-trump-kuendigt-tpp-australien-und-neuseeland-wollen-abkommen-retten_id_6538428.html&usg=AFQjCNGdFi0EG6K6jmCl1flHPJzx_J8UEQ

  2. Christian Peter

    Nachtrag : Zwischen der EU und den USA gibt es bereits heute kaum Handelsbarrieren, die Zollgebühren liegen im Durchschnitt bei weit unter 3 %, was sollte ein vorgebliches ‘Freihandelsabkommen’ TTIP (welches unglaubliche Privilegien für Konzerne und Investoren vorsah), tatsächlich einbringen ?

  3. Gerald Steinbach

    Die Menschenrechte gehören eingehalten, so schauts aus Mister Trump und dann schauen wir mal ob wir d`accord werden, ansonsten gibt’s in Berlin einen Women March mitsamt unseren Muslimischen Freunden

  4. Erich

    @Gerald Steinbach
    Zuerst müssen wir Soros animieren, auch europäische Frauen-NGOs und andere Frauenvereine entsprechend zu finanzieren. Grüninnen und SPD müssen schon für den kommenden Wahlkampf sparen.

    Die Mohamedanerinnen hätten übrigens den Vorteil, dass sie bereits voll verhüllt demonstrieren dürfen. Da geht es den schwarzen Blöcken immer noch schlechter: die müssen ihre Kapuzen selbst organisieren und aufsetzen, damit sie ungestört ihren Terror gegen alles (außer links) ausüben können.

    In Berlin sollte allerdings peinlich darauf geachtet werden, dass ausschließlich gegen Herrn T. und seine verbalen Äußerungen demonstriert wird. Wäre blöd, wenn irrtümlich gegen die Frauenunterdrückungen in den mohammedanischen Ländern, die frauenverachtenden Mädchenverkäufe des IS oder die Grabscher von Köln&Andernorts auch demonstriert würde.

  5. mariuslupus

    Die EU hat den Platz eingenommen, der dem intellektuellen Potential seiner machthaberischen “Eliten”, entspricht. Nämlich, etwas weiter hinten. Päsident Trump liegt mit seiner Beurteilung, die EU ist eigentlich ein moribundes Konstrukt, absolut richtig. Warum soll Trump mit der EU, mit Juncker, Steinmaier, Merkel überhaupt verhandeln ?
    Die Entscheidung für den Brexit war absolut richtig und eine vorweggenomene Reaktion, auf den Niedergang der EU in der Zukunft .
    Das Volk hat gewählt. Aber die Obrigkeit kann einen Volksentscheid nicht akzeptieren. Das Gericht hat genau das Urteil gesprochen wie es von der EU Zentrale erwartet wurde. Ein Schelm, der dabei etwas zu
    Denken wagt.

  6. Luke Lametta

    Sehr guter Artikel, eine Anmerkung sei mir erlaubt: Mit ‘linksliberale Eliten’ sind die heutigen Feinde von Life, Liberty and the pursuit of happiness in Brüssel mE nicht recht gut beschrieben, den da gäbs ja noch ein komplettes anderes weltanschauliches Lager, dessen völlig hysterisierter EU-Dschihadismus eingedenk nominal vertretener Werte wie Privateigentum oder Vertragsfreiheit einfach nur noch jeder Beschreibung s p o t t e t: Liberale. Richtig gelesen. Denn nur ganz wenige bei diesen zunehmend jämmerlichen, ja erbärmlichen Trogdrängler-Wahlvereinen wie “F”DP, “NE”OS oder tutti quanti degli A”L”DE haben ein ‘linksliberales’ Selbstbild. Umso hoffnungslosere EUtards dort.

  7. Falke

    @Luke Lametta
    Die FDP hat sich ja bereits voller Freude der CDU/SPD an den Hals geworfen, indem ihr Chef Christian Lindner seine volle Unterstützung für die Wahl des Trump-Beleidigers Steinmeier zum Bundespräsidenten angkündikgt hat.

  8. Hanna

    Liebe BloggerInnen, BITTE Folgendes verbreiten und thematisieren: http://nytlive.nytimes.com/womenintheworld/2017/01/20/billionaire-george-soros-has-ties-to-more-than-50-partners-of-the-womens-march-on-washington/
    Diese Women’s Marches sind eine Schande für alle Frauen, die wirklich für die Menschenrecht eintreten. Ich, als Frau über 50, könnte kotzen, wenn ich die jungen Idiotinnen sehe. Demonstrieren sie auch gegen das, was der Islam den Frauen aufzwingt? Nein, sie demonstrieren gegen Trump, der die größte Gefahr, den IS, vertilgen will. Was zur Hölle denken diese verblödeten ….. (Ich schreib”s lieber nicht.) Madonna darf sich öffentlich über ihre Fantasien, das Weiße Haus zu sprengen äußern? ECHT JETZT?

  9. Dihaus

    Langsam beginnt die Öffentlichkeit in Europa zu verstehen, wer Donald Trump ist. Er wird zeigen was man aus einem Land machen kann, wenn es mit gesundem Menschenverstand und der Erfahrung eines erfolgreichen Geschäftsmannes geführt wird. Die EU sollte raschest auf eine reine Wirtschaftsunuion zurück geschraubt werden. Politiker gibt’s genug in jedem Land, man braucht nicht noch eine unfähige Schmarotzertruppe in Brüssel. Wozu beziehen unsere Politiker Ihr Gehalt von uns, wenn sie die Arbeit nach Brüssel abschieben und keine eigene Verantwortung übernehmen?

  10. Mona Rieboldt

    Falke
    Die FDP ist sozusagen die “Hure” für alle, jedenfalls für die Blockparteien. Es gibt ja keine Opposition außer der AfD. Und die FDP möchte halt gern zurück kommen, liegt dennoch bei ca. 5-6%.

    Richtig ist auch, dass Merkel und Co. die EU dominieren, Juncker sagt stets das Gleiche, was Merkel sagte. Und sie wollen allen anderen Ländern sagen, was sie zu tun haben. Beschimpfungen zu Polen und Ungarn, weil sie nicht tun, was Merkel will. Damals der Boykott gegen Österreich, weil die Österreicher es gewagt hatten, die “falsche” Partei zu wählen, die der EU und D nicht genehm waren.
    Die Probleme mit der EU fingen an, als es auf die politische Ebene gehoben wurde. Die EU in der jetzigen Form gehört aufgelöst. Und bitte so bald wie möglich.

  11. Gerald Steinbach

    Irgendwo hab ich hier einmal gelesen, wenn ein EU/deutscher Politiker keine Antwort auf eine Fragestellung über Wirtschaft, Asyl,…. weiß, kommt der Satz “Menschenrechte/Grundrechte gehören eingehalten” , in einer der verblödeten deutschen Talkshow ist ihm der Applaus sicher, dieser Satz beantwortet immer alles und ist mittlerweile Inflationär wie so vieles in der heutigen Zeit

  12. Luke Lametta

    @Falke @Mona
    mir wars – egal wie ichs drehte und wendete – einfach zu hoch, was versprach der sich davon, zumal Ampel ja nicht mal ansatzweise realistisch ist? Kenn viele Ex- und Immernoch-FDPler, samt und sonders irritiert gewesen. ‘Know Your Audience’ muss der einst im entschlossen marktliberalen Flügel daheim gewesene, um 180 Grad gewendete Bambi ‘Wir sind keine Kapitalisten’ Lindner offenbar auch noch ziemlich fest üben…

  13. Thomas Holzer

    “Nicht selten zwang diese Allianz Amerika dazu, kurzfristige Wirtschaftsziele im Namen der europäischen Sicherheit und des Weltfriedens zu opfern. Jetzt stellt Trump die eigenen Landesinteressen voran.”

    Ja eh! Aber die US haben in viel mehr Fällen aus eigenem Verschulden ihre (kurzfristigen) Wirtschaftsziele opfern müssen

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