Jörg Haiders Freund droht Hinrichtung

“Er tanzte auf dem Opernball, feierte opulente Partys in seiner Döblinger Villa und fädelte lukrative Geschäfte für Jörg Haiders Freunde in Libyen ein: Saif al-Gaddafi, Sohn des 2011  gestürzten und danach ermordeten libyschen Diktators Muammar, hatte über Jahre enge  Kontakte nach Österreich und zur FPÖ. Jetzt droht dem Lebemann, der in Wien studierte, die Hinrichtung in Libyen….” (hier)

7 comments

  1. Fragolin

    Tja, das war wohl nichts mit den befreiten demokratiefreundlichen Massen in Nordafrika. Die Franzosen haben einen Kerkermeister weggebombt, jetzt kommen die Verbrecher aus der untersten Ebene und übernehmen das Ruder, schlachten alle ehemaligen Wächter ab und der Rest – sitzt wieder in einem Kerker, diesmal einem radikalmuslimischen. Super gemacht! Ganz toll!
    Aber Hauptsache, das Öl sprudelt wieder. Mit wieviel Blut es vermischt wird, ist egal.

  2. Enpi

    Die NATO hat hier geholfen und mitgebombt, sicherlich, aber die für effektive Absetzung notwendige Bodentruppe haben damals die Einheimischen selbst gestellt. Also, keine Geschichtsverfälschung bitte.

  3. Fragolin

    @Enpi
    Geschichtsverfälschung überlasse ich lieber unseren Genossen, die können das perfekt.
    Ohne französisches Bombardement wären die “Bodentruppen” nicht weit gekommen, und diese waren überdies keine einheimische Befreiungsarmee sondern radikalmuslimische Gruppen mit Unterstützung genau jener Terrornetzwerke, die wir ja als so ganz doll böse einstufen. Frankreich hat sich zum Handlanger muslimisch-terroristischer Netzwerke gemacht und menschenverachtende Unterdrücker durch andere menschenverachtende Unterdrücker ersetzt, oder um es anders zu sagen: Wie sein großes Vorbild USA mit Bombenstimmung dafür gesorgt, dass ein ganzes Land in Chaos und Bürgerkrieg stürzt. Nichts dagegen, wenn man Gestalten wie Gaddafi beseitigt, aber man sollte vielleicht erstmal die Alternativen abchecken, ehe man Raketen startet.
    Wenn der Westen und vor Allem die sich selbst als Links einstufenden Bessermenschen noch immer daran glauben, dass dort in der arabischen Welt ein demokratischer Wandlungsprozess stattfindet, dann ist denen nicht mehr zu helfen. Die Folge des “arabischen Frühlings” heißt eindeutig, klar und unmissverständlich IS. Und auch Libyen wird Teil des Kalifats, das in Irak und Syrien erst entstehen konnte, nachdem die achsobösen Diktatoren unter aktiver NATO-Hilfe ermordet bzw. massiv geschwächt wurden, sodass der radikalmuslimische Bodensatz nach oben drängen konnte. Assad führte seinen Bürgerkrieg eben nicht gegen friedliebende Demokratiefreunde, sondern gegen radikalmuslimische Terrorgruppen mit ausgeprägtem Machtstreben. Und warum die Türkei gegen Assad und die Kurden aktiv wird, bei der IS aber eher rücksichtsvoll bleibt, sollte auch hinterfragt werden.
    Es geht in Libyen wie im Rest der arabischen Welt gerade um die Zukunft Europas. Und Europa schmiedet selbst seine eigenen Sargnägel.

  4. Astuga

    Den Revolutionsführer Gaddafi hat ja damals Kreisky als Erster hofiert.
    Bei einem Staatsbesuch in Österreich besuchten beide zusammen die SPÖ-Zentrale in der Löwelstr., Kreisky hat ihn damals gefragt, ob er nicht auch noch die SPÖ übernehmen wolle.
    Hahaha, so lustig…
    Später hat man dann im Zuge von Waffendeals einen Panzer zur Vorführung nach Libyen geschickt, aber der Hundling hat ihn einfach behalten.
    Auch die deutschen Grünen waren damals ganz begeistert von Gaddafi, und sind nach Tripolis gepilgert.
    Gaddafi investiert groß in Italien (Fiat, Olivetti…)

    Dann lief es etwas aus dem Ruder, Terrorismus, Überfall auf den Tschad der mit französischer Hilfe zurückgeschlagen wurde, Ärger mit den Amis, Gaddafi lässt sich zum König von Afrika ausrufen und importiert Schwarzafrikaner – als Ergebnis machen dann libysche Lynchmobs Jagd auf Schwarze in den Straßen und die Afrikaner schicken sogar Flugzeuge um ihre Landsleute wieder auszufliegen (die westliche Berichterstattung hat all das seltsamerweise nie zur Kenntnis genommen).
    Bulgarische Krankenschwestern als Geiseln – sie werden gefoltert, Ärger mit der Schweiz, und nach der Beendigung der Affäre mit den Krankenschwestern (und der Aussöhnung mit den USA, samt Erklärung auf atomare Technologie zu verzichten) wollte Sarkozy ihm noch schnell ein Atomkraftwerk andrehen – Sorry, das klingt alles so seltsam. Eben Geschichten die das Leben schrieb…

    Und Saif Gaddafi floh zuletzt aus Wien, als eine Osteuropäerin aus dem Fenster seiner Villa in den Tod stürzte (die Polizei meinte noch vor Ort dienstbeflissen: Da is sicha nix dran…).

  5. Thomas F.

    Vielleicht hat er im Jehnseits dann Gelegenheit seine Lieblinge “Barney” und “Fredd” wiederzusehen. – Falls ihn die neben den 72 Jungfrauen dann noch interessieren.

  6. Enpi

    @Fragolin
    “Ohne französisches Bombardement wären die “Bodentruppen” nicht weit gekommen…(Fragolin)”
    Sind sie ein Militärfachmann, daß Sie diese Aussage so sicher treffen können? Zum Vergleich: bei den syrischen Aufständen hat es auch keine Bombardements seitens des Westens gegeben und Assad ist nur mehr Herrn von ca. 10% des Landes. Was ich damit sagen will ist, daß die Luftwaffe wie in jedem modernen Krieg helfend aber nicht entscheidend ist, sondern die Bodentruppe (islamistische Truppe oder nicht spielt hier keine Rolle) Alles andere ist Spekulation.

    “Nichts dagegen, wenn man Gestalten wie Gaddafi beseitigt, aber man sollte vielleicht erstmal die Alternativen abchecken, ehe man Raketen startet…(Fragolin)”
    Zum einen ist es einfach im Nachhinein alles gewußt zu haben, zum anderen ist m.E. nur ein toter Diktator ein guter Diktator. Mir ist die heute lybische Situation, so chaotisch sie derzeit sein mag, lieber als das Land unter dem Tyrannen Gaddaffi zu sehen. Ich habe mit Genuß gehört wie sie diesen elenden Schweinekerl aus einer Pipeline gezogen und umgebracht haben. Eine gute und gerechte Tat und aus westlicher Sicht vor allem Rache für Lockerby.

    Was nun die Islamisten angeht, so haben Sie natürlich recht. Die hat man seit einiger Zeit an der Backe. Wäre aber, Lybien hin oder her, ohnehin passiert, nur ein paar Jahre später. Den Jihad als fundamentalen Bestandteil des Islam kann man nicht mit Politik oder Worten aufhalten. Die Islamisten haben dem Westen den Krieg erklärt und wir müssen, obwohl wir es im Moment noch nicht warhaben wollen, um zu überleben, etwas tun. Mit Libyen hat das aber nichts zu tun.

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