Jörg Kern

Von | 14. Oktober 2016

(ANDREAS UNTERBERGER) Als sich einst Jörg Haider hingesetzt hat und anstellenden Kärntnern jeweils einen Hunderter in die Hand gedrückt hat, haben zu Recht alle aufgeheult. Denn es ist nichts als nackte Wählerbestechung, wenn man aus fremden Kassen auf Schulden Geld nimmt, um es zu verteilen und so das Wohlwollen der Wähler zu erkaufen. Haider hat das ja nicht etwa aus Privatmitteln gemacht.

Im Privat- und Wirtschaftsleben ist ein solcher grundloser Griff in andere Kassen schwer strafbar. In der Politik sollte es das längst auch sein. Ist es aber nicht.

Aber immerhin: In Kärnten sind diese Zeiten vorbei, die widerlich genug waren.

In Kärnten. Denn österreichweit haben sie seit dem Amtsantritt des Christian Kern erst so richtig angefangen. Der Mann hat jetzt verkündet, jedem Pensionisten 100 Euro geben zu wollen. Einfach so. Einfach weil er alle Hemmungen verloren hat. Einfach weil er ganz offensichtlich bald Wahlen will.

Während noch viele darüber rätseln, wie links dieser Mann eigentlich ist, so wird von Tag zu Tag und mit jeder einzelnen seiner Aktionen klarer: Er ist vor allem anderen ein hemmungsloser Populist, der sich ohne Rücksicht auf das Nachher, auf die Konsequenzen einfach die Wähler kaufen will. An seriöses Regieren denkt dieser Mann hingegen keine Sekunde lang.

Diese 100-Euro-Aktion bestätigt eindeutig, was dieses Tagebuch schon lange sagt: Kern hat keine Sekunde die Absicht, irgendein Problem des Landes zu lösen, sondern er steuert vielmehr mit voller Kraft vorverlegte Wahlen an. Sein schlichtes Rezept dazu: Er versucht einfach, den Populismus zu quadrieren, den gerade seine Partei ständig den Freiheitlichen vorwirft.

Von Ceta und TTIP bis zur Weigerung, irgendwelche Maßnahmen zur Reform der aus dem Ruder laufenden Mindestsicherung oder des Pensionssystems zu machen, lässt sich da ein klarer roter Faden erkennen.

Das ist in Summe einfach nur noch grauslich. Das ist einfach verantwortungslos diesem Land gegenüber, das dringend wirkliche Sanierungsreformen bräuchte – egal ob Kerns Vorschläge auf seinem eigenen Mist oder auf dem seines sprachholpernden Linksaußenministers Stöger oder auf dem eines offenbar zur totalen Hemmungslosigkeit ratenden ausländischen Spin-Doctors gewachsen sind.

Damit ist wirklich der letzte Grund weggefallen, warum auch nur irgendjemand, dem die Zukunft Österreichs, unserer Kinder und Enkelkinder wichtig ist, eine Koalition mit einer solchen SPÖ eingehen sollte. Das sollte jetzt auch den letzten großkoalitionären Steinzeitmenschen in der ÖVP klar sein. Das müsste endlich auch den angeblich wirtschaftsliberalen Neos klar werden, die ja bisher immer stramm bereit gestanden sind, vielleicht doch einmal der SPÖ als Mehrheitsdiener dienlich sein zu dürfen. Deren Team ist allerdings von Straßburg (EU-Parlament) bis Wien (Gemeinderat) von extremen Linksauslegern unterwandert, denen Wirtschaftsliberalismus schnurzegal ist.

Gegenüber diesem Kern beginnt sich auch ein H.C. Strache positiv abzuheben. Dieser macht zwar in Sachen Ceta den gleichen dummen Populismus wie Kern. Aber er hat sich schon seit langem nicht in Sachen Soziallizitation betätigt. Und er spricht immerhin jetzt schon von einem „Kassasturz“ als erste Maßnahme, wenn er auf die Zeit nach einem Regierungswechsel angesprochen wird. Wie gut hätte es Kern bei seinem Machtantritt angestanden, auch einen Kassasturz zu versuchen!

PS: Übrigens hat sich auch schon Alfred Gusenbauer in dem gleichen Primitivpopulismus des Hunderter-Verschenkens versucht. Kerns „Ideen“ sind also nicht einmal neu.

PPS: Ob Strache wirklich schon ganz staatstragend geworden ist, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Die Versuchung ist natürlich noch immer sehr groß zu sagen: „Wir wollen statt dem Hunderter unbedingt 500 Euro für jeden Pensionisten auf die Hand.“ Der Irrsinn hat ja nach oben eine unbegrenzt offene Skala. (TB)

12 Gedanken zu „Jörg Kern

  1. Fragolin

    “An seriöses Regieren denkt dieser Mann hingegen keine Sekunde lang.”
    Könnte man als gelebte Tradition im Amt betrachten.

  2. Gerald

    Divide et impera! Die österreichische Form heißt :”Korrumpiere und herrsche!”

  3. Gerald

    Nimmt man eigenes Geld um damit ein bestimmtes dem eigenen Nutzen oder dem der angehörenden Gruppe dienendes Ziel zu erreichen, so ist es Bestechung.
    Nimmt man Geld aus fremden Kassen dafür, so ist es Betrug!

  4. mike

    Kern ist mindestens so unintelligent wie Faymann. Absolut unfähig als BK, getrieben offenbar von krankhaft ideologischem Wahn. Hat irgendwer von diesem Menschen schon effektive, intelligente und handfeste Vorschläge vernommen? Er kann nichts anderes als Luftballons aufzublasen oder typische sozialistische Blödheiten – wie Maschinensteuer, weitere Steuererhöhungen oder Fortführung der Schuldenproduktion – zum Besten zu geben. Er umgibt sich ja auch mit erfahrenen linkslinken “Beratern”, die wissen, wie man Arbeitsplätze vernichtet und den Staat an die Wand fährt. Der Beweis seiner Unfähigkeit war die letzte “Rede” im Parlament. Eine wahrlich lächerliche und traurige Figur, die versucht mittels einer 100€-Aktion für Pensionisten Macht zu erheischen. Unterberger hat von A bis Z vollkommen Recht!

  5. aneagle

    In Österreich nichts Neues. Wer heute am meisten zahlt, bzw. es zumindest mehr oder weniger glaubwürdig für nach seiner Wahl verspricht, hat seine Mehrheit. Kern kann eben Österreich. Dass AU flehentlich um Einsicht bei der ÖVP und den NEOSozialisten hofft, macht ihn putzig romantisch. Diese beiden machtgierigen Anbiederer sind hoffentlich zu beschäftigt neue bequemere Steigbügeln für die Sozialistische Kamarilla zu entwerfen, als dass sie noch einen eigenen Fuß in den selben zwängen könnten. Die Systemparteien in Österreich können den Wählern nur noch einen Dienst erweisen: schneller zu verrotten, damit auch der wohlmeinendste Wähler erkennt, was von den leeren Versprechen zu halten ist. Hierbei ist Herr Kern durchaus auf gutem Wege.

  6. Gerald Steinbach

    Bekommt auch dann der pensionierte Hofrat einen Hunderter überwiesen oder auch ein Pensionist der Nationalbank?

  7. aneagle

    PS: Schade um Kurz und Doskozil. Die beiden führen ja jetzt schon konkurrenzlos die Partei der Worte. Je früher die jetzigen Machthaber abdanken, umso früher können die beiden gemeinsam die Partei der Worte und Taten errichten. Aber: = auch putzig romantisch. 😉

  8. Fragolin

    @aneagle
    Hinter den Witzfiguren auf der Bühne werkelt ein eingefahrener Machtapparat aus Kammern, Ämtern und anderen Intrigantenstadeln, die jeden halbwegs intelligenten und führungsstarken Menschen als reale Bedrohung ihrer ureigensten Interessen und wohlerworbenen Rechte betrachten und mit aller Macht bekämpfen würde.
    Wenn Kurz jetzt übernehmen würde, wäre er innerhalb zwei Jahren im System verheizt.
    Der Verdacht besteht, dass selbst ein Wechsel auf Blau nichts mehr ändern könnte, weil das System so einbetoniert und teflonisiert ist, dass jeder Änderungsversuch daran abprallt. Wer hier das Ruder herumreißen will, der fliegt aus der Kurve, und das nicht nur metaphorisch…

  9. sokrates9

    Kurz ist intelligent genug um das zu sehen! Glaube nicht dass er Vizekanzler von Strache spielt! Der Glaube dass die unter 20% Partei mit Kurz an der Spitze bei Wahlen Erster wird glauben nur die intelligenzbefreiten ÖVP ler die auch die Flüchtlingsverteilung der EU für eine hervorragende Maßnahme sehen und überzeugt sind, dass der Flüchtling der nach Polen, Litauen kommt dort lebenslang bleiben wird!

  10. Fragolin

    @sokrates9
    Die scheitern ja schon an der einfachen Frage, warum, wenn es dort ja mindestens genauso lebenswert und wohlständig wie bei uns zugeht, so wenige Österreicher nach Litauen, Polen und Rumänien ausgewandert sind. Und wenn man dann noch nachlegt und sie fragt, wie sie selbst reagieren würden, wenn man sie dorthin zwnagsumsiedelt, ist der Ofen ganz aus. Da kommt nur noch Gegeifere und Rückzug…

  11. Falke

    Dass die 100 Euro für (alle, also auch die NB-Pensionisten!) Pensionisten eine Kern-typische populistische Luftblase sind (macht etwa 8,30 pro Monat), merkt wohl jeder. Aber, ganz abgesehen davon: kosten würde das Ganze etwas über 200 Mio, daher lehnt das der Finanzminister angesichts der mehr als prekären Budgetlage – vorläufig! – ab. Problemlos stellt er aber 2 Mrd – also das Zehnfache – für Flüchtlinge zur Verfügung, auch wenn er diesen Betrag aus dem Budgetdefizit “herausrechnet”, was ungefähr heißt, dass der Betrag offenbar irgendwie vom Himmel fällt. Fazit: 200 Mio für Österreicher sind zuviel, 2 Mrd für Invasoren bringen wir locker und gerne auf.

  12. Fragolin

    @Falke
    “200 Mio für Österreicher sind zuviel, 2 Mrd für Invasoren bringen wir locker und gerne auf.”
    Genau so funktioniert “Guterrassismus”.
    Die meisten haben es schon wieder vergessen, wie Obdachlsoe in Salzburg von der Polizei von den (weil nicht “halal” sowieso einfach weggeworfenen) Lebensmittelbergen für die Invasoren vertrieben wurden. Für Durchreisende, die zigtausende Dollar für ihre Fahrkarten bezahlt und oft nochmals soviel in der Jacke eingenäht mitgenommen hatten, war kein Geschenk gut genug, aber die eigenen Sandler sollen gefälligts die abgelaufenen rest aus dem Vinzimarkt holen und können ansonsten unter der Brücke verhungern, is wuascht.
    Daran erkennt man auch die Verlogenheit der Wellkammisten und Muselhinternwischer: Wenn es um das reine Helfen für Menschen in Not gegangen wäre, dann hätt es seit Jahren ein weites Betätigungsfeld im eigenen Umfeld gegeben. Gab es aber nicht. Also geht es scheinbar doch um eine Exoten-Psychose, eine rituelle Ablasshandlung oder einfach nur um das Aufgeilen an potenten Wildmännchen, nachdem die hiesigen entkernten Metrosexuellen zu Pantoffeltierchen umgezüchtet wurden. Um ein psychotisch ausgelebtes, überzogenes, rassistisch motiviertes “Helfer-Syndrom”, aber in keinem einzigen Fall einfach um Hilfe. Denn die hätte man auch anderswo leisten können.
    Wenn ich mir vorstelle, was mit einem Viertel dieser der Asylindustrie in den Rachen gestopften Steuergelder allein im Bildungsbereich für Investitionen und echte Systemumbauten möglich gewesen wären – Wahnsinn! Aber da wären ja am Ende vielleicht noch kluge, kritische Köpfe aus den Schulen gepurzelt, Schrecklassnach, da importieren wir leiber noch ein paar mittelalterlich sozialisierte Analphabeten.
    Man kann gar nicht so viel essen…

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