Journalismus darf kein Umerziehungsprogramm sein

“…..Die 95 Prozent der amerikanischen Journalisten, die für Hillary und gegen Trump waren, wussten natürlich genau, was da draußen los ist, so wie es auch die 95 Prozent der österreichischen Journalisten wissen, die für Van der Bellen und gegen Hofer sind. Die These, die Medien hätten den Wahlausgang falsch eingeschätzt, weil sie den Kontakt zu den Menschen da draußen verloren hätten, ist einfach Quatsch. Natürlich wissen die, was da draußen los ist – selbst die am weitesten danebenliegenden Prognosen für die US-Wahl legten ja nahe, dass Trump fast so viele Stimmen kriegen würde wie Hillary –, sie dachten nur, dass ihr Umerziehungsprogramm, das sie „kritischen Journalismus“ nennen, greifen und der Vernunft doch noch zum Sieg verhelfen würde….” (NZZ.at)

15 comments

  1. Der Realist

    Aber versuchen wird man es ja noch dürfen, auch bei uns werden keine, auch noch so peinlichen und durchschaubare Tricks ausgelassen. Welch geistiger Schleim da abgesondert wird ist schon krank, ein Schreiberling, der auch sonst hinter jedem Baum, hinter jeder Ecke einen Nazi vermutet, hat sogar von einer “Führerdemokratie” gewarnt.
    Was all diesen politisch “Korrekten” jedoch mittlerweile echte Schmerzen bereitet ist, dass dieses Umerziehungsprogramm halt kaum mehr Wirkung zeigt, da wird sogar in “Qualitätsmedien” beklagt, dass die Leute keine Hemmungen mehr haben, sich als FPÖ-Wähler zu deklarieren. Die meisten dieser Journalisten fühlen sich natürlich auch dem Qualitätsjournalismus zugehörig, und sie hoffen, nach geschlagener Wahl zu den Siegern zu gehören.

  2. Thomas Holzer

    “Wären sie bereit, eine gleichlautende Handreichung auch für den journalistischen Umgang mit Norbert Hofer zu publizieren?”

    Dieser eine Satz bringt das ganze Umerziehungsprogramm, unterstützt auch (und vor allem) von “unseren” Politikerdarstellern, zutage und auf den Punkt.
    Internationale Kollektivisten, Sozialisten sind gut, hell und müssen kritiklos unterstützt werden, nationale Kollektivisten, Sozialisten sind das Schlechte, Dunkle schlechthin.

  3. sokrates9

    Wenn eine bekannte US-Moderatorin beim Verkuenden des Wahlsieges vonTrump in Traenen ausbricht, glaube ich nicht dass ihr bewusst ist wie die Leute waehlen!

  4. gscheithaufen

    Weder Redaktionen, noch Nachrichtenagenturen oder gar politische Gremien spiegeln in ihrer personellen Bestückung auch nur ansatzweise die Struktur der von ihnen in-formierten oder politisch indoktrinierten Bevölkerung wider.
    Folglich ist die logische Konsequenz die totale und daher totalitäre Ausschaltung jeglicher individueller Freiheit. Wohin das führt, stand bis vor Kurzem sogar in Geschichtsbüchern und wurde auch in Schulen (hört, hört!) unterrichtet. Der ideologische playground dafür ist, völlig überraschend und unvorhersehbar, der Sozialismus, ob real, theoretisch, total, national oder international. Ob rechts oder links ist egat, das Ziel ist dasselbe: Unterdrückung der Freiheit und Vernichtung ihrer Proponenten. Wehret den Anfängen – oder sind wir eh schon am Ende?

  5. Thomas Holzer

    @gscheithaufen
    Sozialismus kann per definitionem niemals “rechts” sein, auch dann nicht, wenn er im nationalen und/oder völkischem Gewande daherkommt.

  6. Weninger

    @Holzer
    Ihr Problem ist dann aber, dass alle Parteien, inklusive der Republikaner und Ultrakonservativen wie Teapartytiger, “links” sind, denn keine westliche Demokratie, auch die US of A, kommen heute ohne ein Sozialsystem oder Umverteilung mehr oder minder hohen Grades aus. Was Sie als “rechts” bezeichnen, existiert somit in der realen politischen Landschaft nirgends, sondern höchstens in orientalischen Despotaten.

  7. Geheimrat

    @ Thomas Holzer
    Die Genossen haben da alles schon viel früher in Vollendung gekonnt! Da lief die Agenda noch unter “Sozialistische Volkserziehung” und war offenbar auch damals schon sehr erfolgreich.

    “Aufgabe des sozialistischen Journalisten ist es, “Pädagoge des ganzen Volkes, ein Erzieher der Massen im revolutionären Geiste” zu sein, den Menschen “von seinem individualistischen Standpunkt in der Betrachtung des Lebens zu einer kollektiven Betrachtungsweise gelangen zu lassen””.
    Hermann Budzislawski, Sozialistische Journalistik, Leipzig 1966, S. 19

  8. waldsee

    “”Abnehmende Bereitschaft, die Realität zu akzeptieren””
    was nützt mir die bereitschaft,ich muß die realität erkennen,ansonsten srürze ich in den abgrund.
    das forellenlied erklärt ,erst als das wasser tückisch trübe gemacht wurde,konnte die forelle gefangen werden.(schubert)

  9. mariuslupus

    Vielleicht geht das auch einfacher. Ein grosser Teil der Journalisten, sicher nicht alle, aber alle, ohne Ausnahme, die in staatsabhängigen Anstalten tätig sind, haben sich korrumpieren lassen. Politiker und Journalisten sitzen in einen Boot und überbieten sich gegensetig im Schulterklopfen. Die Journalisten bestätigen, dass die Politiker nichts als die Wahrheit sagen, und vice versa. Wo hat es in den gleichgeschalteten Medien einen kritischen Beitrag zu Eurokrise, Flüchtlingskrise, Energiewende gegeben ?
    Ob die Journalisten wissen welche Stimmung im Volk vorherrscht, ist nicht relevant. Für Journalisten ist die öffentliche Meinung eine quantité négligeable, interessiert sie nicht. Auch die Politiker interessieren sich nicht welche Meinung die Bürger haben. Beiden Gruppen, Journalisten und Politikern ist nur ihr Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung wichtig. Beide Gruppen wissen, dass sie aufeinander angewiesen sind. Nur gemeinsam, können sie an der Macht bleiben.

  10. Thomas Holzer

    @mariuslupus
    Wenn “Handlungen” von den “Handelnden” selbst coram publico als alternativlos erklärt werden, kann es auch keine kritische Berichterstattung mehr geben 😉
    Insoferne hat eine gewisse Frau Merkel das neuerdings so oft beschworene postfaktische Zeitalter eingeläutet.

  11. Hausfrau

    Es ist sicher nicht nur Geldknappheit, welche die Medien zum Einkauf von bereits vorhandenen “objektiven” Meldungen zwingt. Auch die einschlägigen Uni-Studien sind durch die links-linken Professoren daran Schuld, dass später in den Medien solche “umerzogene” Leute arbeiten.

  12. Herzberg

    Wenn jemand zu validen Aussagen über sein berufliches Umfeld und deren Protagonisten mit ihren Meinungen, Gedanken und Motiven fähig ist, dann mit Sicherheit Michael Fleischhacker — eine der wenigen verbliebenen Edelfedern Österreichs, deren Werk aufgrund durchgängiger Prinzipientreue von selbstverschuldeten hanebüchenen Kleckserein verschont blieb. Was nach seinem Abgang als Chefredakteur von der “Presse” übrig blieb, bedarf keiner weiteren Erörterung, sein öffentlicher Abschiedsbrief vom August 2008 spricht Bände und nimmt das Kommende vorweg (” Im Lauf der Vorbereitungen auf das Neue hat sich herausgestellt, dass meine eigenen Vorstellungen von der Zukunft und die der Eigentümer nicht genug Gemeinsamkeiten aufweisen, um den Weg gemeinsam gehen zu können”).

    Bemerkens- und speziell hervorhebenswert in seinem aktuellen NZZ-Artikel ist, unter der Zwischenüberschrift “Selbstkritik, die in die Irre führt”, das Aufräumen mit der Legende, das Sichbewegen in der eigenen engen und politisch korrekten Welt hätte den Medienschaffenden ein Informationsdefizit beschert, weswegen sie, von falschen Prämissen ausgehend, den Lesern einen Unsinn nach dem anderen vorsetzten und mit ihren vereinzelten Mea-minima-culpa-Artikeln der Leitwölfe zwar versuchsweise einlenkten, nur um final doch wieder falsch abzubiegen.
    Die pseudo-selbstkritischen Nabelschauen landen konsequent mit dem Bauch am Eis; ein leichter Schubs, und das getippte Oevre gleitet in den mit “More of the same” beschrifteten Sammelordner. Was kommt am nächsten Level des Spiel? Etwa die im Täterverbund mit der Politik bereits avisierte Zensur der Rrrächten, der aufmuckenden Gedankeverbrecher und Überträger der Viren wider “europäische” oder — nicht minder euphemistisch — “liberale” Werte?

    Man soll das Gegenüber nicht für dümmer oder unausgeschlafener halten, als sich selbst, und das gilt für beide Seiten der medialen Einheitsfront. Tragfähig ist die These, wonach der Verlust der Hegemonie der veröffentlichten Meinung über die tatsächlich relevante öffentliche Stimmung den hauptberuflichen Vorturnern erkleckliches Ungehagen bereitet und man sich in Rückzugsgefechten ums Bewahren der ohnehin schon gegen Null tendierenden Glaubwürdigkeit bemüht. Verblüffender wäre nur noch das Ausbleiben solch entzückender rhetorischen Yoga-Übungen oder, und das ist das Traurige, ein Legen der Karten auf den Tisch.

    Jede glaubwürdige Kehrwende verdammte den mühevollen Aufwand der letzten Jahrzehnte zu stranded costs, jedes Offenlegen der für die millionenfachen kleineren oder größeren Dressurakte wirklich relevanten Motive fegte die Kaste der Tintenstrolche und Tonbildluder schneller hinfort, als sie eine Rüge von der Politik bekommen könnte für dieses Ausscheren aus dem System. Pessimistisch könnte man spekulieren, die künftigen Zustände seien bereits erfolgreich aufgegleist, ganz egal, was die bisher willfährigen Mohre der Druckerschwärze morgen treiben und was sie im Gegenzug dafür ernten.

    Ändern wird sich an der Richtung nichts Grundlegendes, null, nothing. Vorhersagbar aber ist eine gesteigerte Subtilität und speziell ein Aufmarsch der zweiten Garnitur in Gestalt all derer, die sich in den vergangenen Jahren als Renegaten und Kritiker der grassierenden Bevormundung etablierten und dennoch dieselben Ziele verfolgen wie jene, die diesbezüglich plumper agierten. False friends veräppeln ihre Epigonen nicht minder, wenn sie unter der schlampig lackierten Parole, man müsse die Leute mitnehmen und sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen lassen, vorne Flöte spielen, anstatt von hinten mit dem Bagger anzuschieben.

    Mindestlohn, Homoehe, Migration, Gender-Mainstreaming, Rente erst ab einen Tag vor dem Tod oder schon nach dem Schulabschluß — all das verkommt irgendwann thematisch zur historischen Fußnote verglichen mit dem, wofür die ganze Truman-Show der vergangenen Jahrzehnte überhaupt inszeniert wurde. Lackmustest ist die Frage nach individueller Selbstbestimmung, nach echter Souveränität und wer sich für diese kompromisslos, laut wahrnehmbar aus dem Fenster lehnt. Wer das nicht erkennt, stolpert bloß langsamer in die Knechtschaft, sobald die zweite Garnitur den Takt schlägt.

  13. Lisa

    Bei der permanenten Überinformation wird das Umerziehungspotenzial weit überschätzt. Den Keuner einteressiert doch ehe, ob der die richtigen Lottozahlen getippt hat, die Schleierschwänze im Teich überwintern kann oder die Schwiegermutter übers Wochnende bleiben wird.

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