Juncker – Präsident oder Marionette?

(von THOMAS EPPINGER) »Jean-Claude Juncker trinkt«, hat außerhalb des Sommerlochs keinen wesentlich höheren Nachrichtenwert als »der Papst betet«. Schon wegen seines Rufs ist es nicht verwunderlich, wenn man bei den Bildern des taumelnden EU-Kommissionspräsidenten beim NATO-Gipfeleher an Alkohol denkt als an Ischias. Zumal Junckers Mimik keinerlei Anzeichen von Schmerzen zeigt, er lächelt, lacht, scherzt und küsst. Und in den Gesichtern der ihn umgebenden Personen ist nirgends Empathie zu sehen, sie scheinen entweder belustigt oder peinlich berührt zu sein. Wenn etwas aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. weiter hier

11 comments

  1. Sokrates 9

    Wer bezahlt Junker?Der Steuerzahler und somit hat man das Recht Füßen ungewaehlten Apparatschnik zu kritisierten!

  2. Sven Lagler

    Jean-Claude Juncker erinnert mich an Johannes Paul II.
    War immer schon davon überzeugt, dass einige Hintermänner wesentlich von der Amtsunfähigkeit des Inhabers profitieren und dies nutzen. Bei Juncker liegt der Unterschied wohl darin, dass er noch glaubt alles unter seiner Kontrolle zu haben.

  3. Rado

    Die Fragen sind hier richtig gestellt. Dass J.C. Juncker sich nicht benehmen kann (offensichtlich nicht einmal nüchtern, wenn er ständig offizielle Besucher anschlazt) ist ja bekannt.
    Diejenigen Leute, welche ihm sowohl mittels Schweigekartell als auch mit wütenden Ausbrüchen schützen wollen, von VdB über Karas, Leitfried, aber auch Macron und alle anderen Nasen- und Augenzeugen vor Ort sind das größere Problem. Hier sind riesige Strukturen in Schieflage, nicht nur eine Person. Dass der Abgeordnete Othmar Karas sich permanent als der inoffizielle Pressesprecher von J.C. Juncker gebärdet, lässt tiefe Blicke hinter die Kulissen des Brüsseler Hofstaates zu.

  4. Namor

    Warum hat Luxemburg soviel “Macht”? Junker und ein omnipräsenter Asselborn!

    Vielleicht haben sie diese ja gar nicht und sie werden nur gezogen, am Global Chessboard. Wichtig ist nicht was Asselborn sagt, sondern dass ausführlich und wohlwollend berichtet wird

    Zu Selmayer kann man im aktuellen Tumult lesen.

  5. Leitwolf

    Juncker ist Einer, ein bauerlicher Einzelfall könnte man sagen. Wobei mir da einfällt, dass wir um ein Haar auch im Amt des US Präsidenten ein torkelnde und physisch unfitte Person gesehen hätten. Wie dem auch sei..

    Nein, viel faszinierender finde ich wie Politiker und Medien ganz selbstverständlich die Realität zu gestalten versuchen. Nicht was man sieht ist real, sondern was uns erzählt wird hat real zu sein. Frei nach dem Motto: Wem willst du glauben? Deinen lügenden Augen und meinen über jeden Zweifel erhabenen Worten?

    Auf eine solche Idee muss man erst mal kommen, sowas fällt ja nicht vom Himmel. Wenn die Fans im Stadion auf “Danke!” synchron mit “Bitte!” antworten, dann beschleicht mich das Gefühl die haben das geübt. Ich vermute daher, auch in diesem Fall sind Politiker und Medien bestens eingespielt und wissen bereits was zu tun ist. Da geht es dann aber nicht bloß um die Trunkenheit eines Herrn Juncker, sondern um die wichtigen Themen.

  6. LePenseur

    Cher Leitwolf,

    Ihr treffender Kommentar wäre als kurzer “Gastkommentar” auf dem LP-Blog sehr willkommen. Sind Sie damit einverstanden?

  7. Johannes

    Selmayr ist eine interessante Figur im Nachfolgespiel,im Februar dieses Jahres vom Kabinettchef Junkers zum Generalsekretär der Kommission berufen und somit der oberste Beamte der EU.
    Das alles in einer Art und Weise die viel Kritik hervorgerufen hat, beim EU Parlament.
    Somit eine höchst interessante Art und Weise an die Spitze der Macht zu kommen, da können wir, wie es ausschaut, allemal mit China konkurieren.
    So geht Europapolitik, das Beamtentum kürt ihre eigenen Kandidaten, läuft auf eigenen Umlaufbahnen, der Rat ist ratlos und das Parlament hilflos.
    Die Kommission als die höchste Instanz die die unfolgsamen Länder, wenn es sein muss mit EuGH Methoden, gefügig machen will und eine Immigrationspolitik betreibt die keiner versteht, in der vieles unausgesprochen im Raum steht und die die Menschen überfordert.
    Die Menschen verstehen diese Politik nicht mehr, da nützt es auch nichts wenn sich Menschen wie VdB ins Zeug legen, dem Nationalismus abschwören, der Vielfalt zuschwören und die Realität, nach meiner Meinung, verleugnen.
    Vieles ist reines Wunschdenken ohne Bezug auf Ursache und Wirkung, ist selbst gezimmertes Weltbild von dem man nicht abgeht. Die verzweifelte Einsicht das vieles so aus dem Ruder läuft wird verdrängt, der einzige Strohhalm ist noch der Kampf gegen Rechts. Wenn etwas schief läuft ist es nicht die falsche Einschätzung der Realität sondern es läuft schief weil die Rechten verhindern das es gut läuft.

  8. Rupert Wenger

    Junker fährt nach Pressemeldungen demnächst zu Trump nach Washington! Angesichts der letzten Ausfallserscheinungen Junkers am NATO-Treffens in Brüssel denkt man zuerst an „Die Torheit der Regierenden“. Junker hat nichts im Gepäck, als den schlechten Eindruck, den er hinterlassen hatte. Nur? Bekommt er vielleicht etwas mit auf die Reise nach Washington, was als Erfolg verkauft werden könnte und ihm dadurch das politische Überleben sichert? Das könnte für uns Bürger der EU angesichts der sonst extrem schwachen Verhandlungsposition Junkers eher teuer werden.
    Und dann kommt die Milliarden-Strafe der EU für Google ins Spiel. Die könnte man doch still und leise auf juristischen Weg zum Verschwinden bringen und jedes eventuell weitere Entgegenkommen Trumps als Netto-Erfolg für Junker öffentlich gutschreiben. Dies gibt Anlass zu einem schwarzen Verdacht: Wurde die Milliarden-Strafe vielleicht nur zu diesem Zweck gerade jetzt ausgesprochen? Angesichts der unbestreitbaren Erfolge Trumps als Deal Maker in der Privatwirtschaft kann man aber davon ausgehen, dass er auf einen so billigen Trick kaum hereinfallen wird.
    Die EU hat dieses Treffen selbst erbeten, tritt also als Bittsteller und damit automatisch in der schwächeren Verhandlungsposition auf. Dazu kommt die den USA natürlich bekannte persönliche Schwäche Junkers, dessen politisches Überleben von einem sichtbaren Erfolg bei den Verhandlungen abhängen dürfte. In dieser schwachen Position in Verhandlungen mit einem passionierten Deal Maker einzutreten, muss man als tollkühn bezeichnet mit deutlichem Überhang der Tollheit über die Kühnheit.
    Das Führungspersonal der EU ist das Ergebnis einer negativen Auslese auf der nationalen Ebene, was Macht und Einfluss der Politiker dieser Ebene, besonders der selbsternannten deutsch-französischen Führung auf Ebene EU sichern soll. Wenn das Ergebnis der negativen Auslese dann mit einem Spielzeugrevolver bewaffnet einen Handelskrieg mit einer Großmacht verhindern soll, werden die Erfolgsaussichten eher bescheiden bleiben.
    Mit dem vorhandenen Personal und den bestehenden Strukturen ist die EU nicht konkurrenzfähig.

  9. Rado

    @Rupert Wenger
    die EU Kommission hat unlängst auch eine dubiose “Geldstrafe” idH. von 29 Mill Euro gegen Österreich wegen einer angeblich falschen Statistikmeldung aus dem Salzburger Finanzskandal verhängt.
    Zur Aufklärung haben diese EU-Leute natürlich weder beigetragen noch sich sonstwie nützlich gemacht. Wenn Österreich nicht selber den Fehler berichtigt und treudoof weitergemeldet hätte, wüssten die EU Geldeintreiber bis heute nichts davon.
    Müsste mich schwer täuschen. Wenn die EU Kommission von Google Geld haben will, ist der Grund die nackte Gier und sonst garnichts! “Verhandlungsposition” kann Jean C. Juncker vermutlich nicht einmal buchstabieren ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten.

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