Kann man die Wirtschaft lenken?

“….Regierungs- und Zentralbankbeamte erwecken durch das Konzept BIP den Eindruck, als könnten sie die Wirtschaft steuern. Nach diesem Mythos wird erwartet, dass die „Wirtschaft“ einem Wachstumspfad folgt, der von allwissenden Beamten skizziert wird. Wenn also die Wachstumsrate unter den angegebenen Wachstumskurs fällt, wird von den Beamten erwartet, dass sie der „Wirtschaft“ einen geeigneten Schub geben. Wenn umgekehrt die „Wirtschaft“ zu schnell wächst, wird von den Beamten erwartet, dass sie einschreiten, um die Wachstumsrate der „Wirtschaft“ abzusenken. mehr hier

2 comments

  1. Falke

    Natürlich kann der Staat die Wirtschaft lenken: Das Ergebnis sieht man z.B. in Kuba oder Venezuela (für all diejenigen, die entweder zu jung sind, die Lage in der Sowjetunion und ihren Satelliten bis 1989 erlebt zu haben, oder diejenigen, die das alles schon – bewusst? – vergessen haben).

  2. fxs

    Schon um 1970 herum lernten die Studenten der Volkswirschaftslehre, dass es neben der Steigerung von Produktion und Konsum weitere Maßnahmen gibt, um das “Bruttonationalprodukt” zu steigern. Namentlich die “Monetarisierung”, also bisher kostenloses mit Preis zu versehen, wurde damals schon erwähnt. Die “Vergebührung der Parkplätze” war damals das Beispiel. Natürlich geht das viel weiter: Die kostenlose Versorgung der Alten und Kinder durch deren Familien wurde inzwischen weitgehend kostenpflichtig ausgelagert.
    Zusätzlich weist Prof. David Graeber von der London School of Economics in seinem Paper “On The Phenonomenon Of Bullshit Jobs” darauf hin, dass John Maynard Keynes 1930 prophezeit hat, dass um den vergangenen Jahrtausenwechsel herum, wegen der Automatisierung in der Produktion, die wöchentliche Arbeitszeit nur mehr etwa 15 Stunden betragen würde. Graeber stellt fest, dass tatsächlich im Jahr 2000 nur etwa 30% der Leute auf Arbeitsplätzen gearbeitet hätten die es so 1930 schon gab. Alle anderen hätten Berufe, die es 1930 noch nicht gab. Was er von diesen Jobs hält, kann man dem Titel seines Artikels entnehmen. Ob diese neuen Jobs was zum “öffentlichen Wohlstand beitragen?

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