“Kant, Derrida, BWL, Finanzmathematik und ähnlicher Quatsch”

Von | 28. Dezember 2013

“Das größte Risiko Deutschlands ist, dass das Niveau der Ausbildung steigt. Deutschland hat sich von einem Land der Handwerker und Macher in ein Land von Pseudointellektuellen verwandelt. Jeder schickt seine Kinder an die Hochschulen. Dort lernen sie Kant, Derrida, BWL, Finanzmathematik und ähnlichen Quatsch, statt zu lernen, wie man Maschinen baut. (…) Und was tun die gut ausgebildeten Arbeitskräfte? Gelingen ihnen Erfindungen? Gründen sie Firmen? Bringen sie die Welt in irgend einer Weise voran? Die meisten werden Angestellte, Manager, in anderen Worten: Bürokraten. Bürokraten sind Menschen, die kein Risiko für ihre Entscheidungen tragen. Sie bekommen die Upside, wenn es gut läuft, und überlassen die Downside den anderen.” (Nassim Taleb, Autor des Bestsellers “Black Swan”)

9 Gedanken zu „“Kant, Derrida, BWL, Finanzmathematik und ähnlicher Quatsch”

  1. Thomas Braun

    Fühle mich dadurch selbst voll angesprochen und kann selbstkritisch nur sagen, es stimmt!

  2. Thomas Holzer

    Ist ja in Österreich auch nicht viel anders; eher noch verstärkt durch die verschiedensten Zwangsmitgliedschaften.
    Nur irgendwann -eher in naher Zukunft- werden all diese “gutausgebildeten Arbeitskräfte” nur noch sich selbst und den Rückschritt verwalten können, weil dann wird es kein Unternehmertum und keine Industrie mehr geben, welche mit Vorschriften zubetoniert werden kann.

  3. Der Unternehmer

    Werden junge Leute wirklich gut ausgebildet oder erwerben sie lediglich Bildungszertifikate?
    Ein früherer Handwerksmeister hat heute mehr auf der Pfanne als der Bachelor von heute.

    Bildung war noch nie ein Nachteil, nur unnütze Berufe, für die es nur staatliche Nachfrage gibt.

  4. aaaaaaaa

    Kant ist tatsächlich schlimm. Der wird in Deutschland vergöttert, weil Deutschland nichts anderes an Philosophen zu bieten hat.

    Leider ist aber Kant schon fast die Wurzel des Marxismus, Marx ist die logische Fortsetzung von Hegel, welcher die logische Fortsetzung von Kants Quark ist.

  5. gms

    aaaaaaaa,

    Ihre Betrachtung scheint mir zu kurz gegriffen, unterschlagen Sie doch den guten alten Friedrich Nietzsche. Sieht man sich ergänzend die jüngste Studie zum Thema Freiheit & Deutschland genauer an [1], so erkennt man ein signifikantes Auseinanderdriften zwischen dem, was die Leute denken und dem, was der mediale Einheitsbrei an marxistischer Vergötterung enthält.

    [1] srh.de/de/newsroom/news/detail/nd/2013/11/20/freiheitsindex-deutschland-2013/
    Langform: srh.de/fileadmin/Websites/Holding/Press/Pdf/Pressemitteilungen/Dossier_Freiheitsindex_Deutschland_2013.pdf

  6. Turing

    Angestellte nannte man früher Privatbeamte. Tatsächlich stimmt es, dass Angestellte häufig genug lethargisch sind und beamtentypisches Verhalten an den Tag legen. Ich sehe es bei meinen eigenen Kollegen, die sich nicht mehr trauen, ihren eigenen Kopf einzuschalten, sich aus Eigeninitiative heraus zu weiterzubilden und wenn, dann will man noch den Master auf den Bachelor draufpacken. Man jagt formale Abschlüsse.

    Samstags- und Sonntagsarbeit ist auch verpönt. Ich habe kein Problem damit. Mir persönlich ist es egal, welchen Tag der Woche ich frei habe. Als Kind konnte ich die Wochenenden ohnehin nie leiden.

    In meiner Abteilung arbeitete vor zwei Jahren jemand in Altersteilzeit. Abgemacht war, dass er Montag bis Mittwoch arbeitet. Nun war er in einem Projekt, bei dem der Kundenkontakt nur von Mittwoch bis Freitag möglich war. Der Kollege kam dann auch am Donnerstag und Freitag und feierte diese zusätzlichen Stunden ab. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass das vernünftig ist. In der HRO-Abteilung aber hat man davon Wind bekommen, den Kollegen gemaßregelt, mit der Folge, dass er dann wirklich nur die vereinbarten Tage im Büro war.

    Ich arbeite zwar in einer größeren Firma, aber an einem kleinen Standort. Wir haben verschiedene Standorte. Wir sind der kleinste Standort und bei uns gibt es dieses Abteilungsdenken nicht. Umso größer der Standort, desto beamtischer wird es. Besonders schlimm ist es am Hauptstandort. Von dort gibt es Geschichten… da verbot es sogar mal der Abteilungsleiter, dass seine Leute sich fachlich mit Leuten einer anderen Abteilung austauschen. Typisch ist auch – und mich regt es immer wieder auf – das Denken in Projektnummern. Da es keine Projektnummer für persönliche Weiterbildung gibt, wird diese auch nicht vorgenommen. Das ist gerade in der IT tödlich. Ich beispielsweise habe meiner Firma mit mehreren pfiffigen Idee zu einem enormen Produktivitäts- und Qualitätsgewinn verholfen. Das hat mich nicht viel Zeit gekostet, Projektnummern hatte ich nicht dafür, ich habe es einfach woanders reingeschummelt. Die Beamten dürfen halt kein Wind davon bekommen.

    Ich habe die Bücher von Gerald Hörhan gelesen und sehe das Angestelltenverhältnis seitdem mit ganz anderen Augen. Zum Glück war ich schon immer vergleichsweise hartgesotten, was die typischen Verhaltensweisen und Sprachcodes der jeweiligen Sozietäten, die ich kennenlernen durfte, anging.

  7. Turing

    Bitte nicht auf den alten Meister Kant herumreiten. Hegel, Fichte, Marx sind die deutsche Urkatastrophentroika. Kant hat mit den dreien nichts am Hut und sein Eintreten für Mündigkeit ist ein zutiefst liberales Mantra. Und gerade Beamte begeben sich am allerliebsten in die Unmündigkeit. Erst wenn sie anfangen, Schmiergelder zu kassieren, entdecken sie ihre Kreativität, ihre Geschäftssinn und ihren Fleiß wieder.

    Man sollte Bildung nicht geringschätzen. Bildung muss sein. Aber Bildung heißt nicht, dass man formalen Abschlüssen hinterherjagen sollte. Das ist ja auch sowas typisches beamtisches: Man existiert nicht, wenn man keine Geburtsurkunde vorweisen kann und man kann natürlich auch nicht Maschinenschreiben, wenn man nie einen formalen Abschluss eines Schreibmaschinenkurses vorweisen kann, selbst wenn man quicklebendig vor dem Beamten steht und fehlerfrei und hoher Geschwindigkeit mit allen Fingern in die Tasten haut.

    Da ich in der IT arbeite, beobachte ich eine Entwicklung sehr misstrauisch: Den ganzen Zertifizierungsmüll. Man kann dreitägige Kurse für 1500 € buchen und bekommt ein Zertifikat. Was soll man schon in drei Tagen lernen? Ist es denn zu viel verlangt, sich ein Fachbuch zu kaufen und auf eigene Faust zu lernen? Man jagt nur dem Zertifikat hinterher, hat was zum vorweisen und kann mit Fachbegriffen jonglieren. Und anscheinend kommt dieser Bullshit auch noch an.

    In der IT waren viele kreative und selbständige Köpfe unterwegs. Das Zertifizierungswesen ist ein Zeichen des Untergangs.

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