Kanzlerlogik

Von | 20. Juni 2013

Das Bundesheer ziehe vom Golan ab, weil “die Sicherheit unserer Soldaten oberste Priorität” habe, meint Bundeskanzler Werner Faymann. Dieser Kanzlerlogik folgend, werden beim nächsten Hochwasser die Feuerwehren erst anrücken, wenn die Fluten sich verzogen haben, schließlich muss auch deren “Sicherheit oberste Priorität” haben.  Aus dem gleichen Grund dürften künftig Lawinenopfer erst im Sommer geborgen werden, Rettungsautos bei Rot vor derKreuzung stehen bleiben müssen und Polizisten erst dann zum Ort der Geiselnahme eilen, wenn von den Tätern keine Gefahr mehr ausgeht. Kanzlerlogik halt.

12 Gedanken zu „Kanzlerlogik

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    “Kanzlerlogik halt”, und diese leitet sich von der Kronen-Zeitung ab.
    Oder verfolgen sie nicht die geistigen Winde des Herrn Pandi, wenn es darum geht die Peinlichkeit des Golanabzuges zurechtzubiegen?

  2. jeanvaljean

    No pain no gain, no guts no glory, no brain no logic

  3. Der Grenzwolf

    … und bei jenen im Wahl-Volk, welche diese Logik auch noch unterstützen, solle man diese Art von Logik dann im “Fall des Falles” anwenden. Erst retten, wenn die Gefahr vorbei ist. Denn außer dass sie für die demokratische Mehrheit des Wahnsinn´s sorgen, tragen sie zum Gemeinwohl der Gesellschaft nichts bei.
    Mit gelinderen Mitteln ist der Vermehrung der “Dschastin´s” und “Dschessika´s” nicht mehr beizukommen.

    Wenn dafür der Allgemeinheit Sinnhaftigkeit und Nutzen entstehen würde, so wäre es ja noch verständlich.

    Und was den Verteidigungs-Minister betrifft, ist dieser lediglich besonders auffällig in seiner “schönsprecherischen Kunst-Sprache”.
    Was Darabos durch Untätigkeit kaputt geschlagen hat, versucht der neue lediglich mit “Schön-Sprechen” nicht in Angriff zu nehmen.

    Mit dieser Garnitur an Politischen Staats-Lenkern verlieren wir die letzte Reputation in der Welt. Außer dass Österreich willkommen ist, wenn es darum geht, Geld in die Brüsseler Kassen zu spülen, haben wir ja kaum noch Geltung.

    Keine Ecken, keine Kanten, alles moderat, alles stromlinienförmig – alles ohne Profil.

  4. Rennziege

    @Der Grenzwolf
    Unerhört! Wie können Sie es wagen, einen österreichischen Verteidigungsminister mit dem Unwort “Angriff” zu besudeln? Das darf ja nicht einmal ein österreichischer Fußballtrainer noch gebrauchen. Ts, ts! Aber mehr als zwei Jahr’ Häfen für diese Verhetzung haben Sie eh nicht zu gewärtigen. 🙂
    Und weil Sie die edelsten Vornamen des deutschen Sprachraums so liebevoll erwähnen: Die Dschastins und Dschessikas haben wenigstens so viel Anstand, den Notarzt erst dann zu behelligen, wenn nur noch der Totenschein für’n Voda auszustellen ist. Nur Anstand is wichti’ auf dera Wööd, net Reputation — wos immer des haaßt. I versteh’s net; aber i ruaf jetzand im Faymann sein’ Büro an. Unser Kanzler kann mir’s sichah übersetzen. — Und bessern S’ Ehana no’ gschwind, bevua die Cobra kummt und Eahna die Brezn oolegt!

  5. Prinz Eugen von Savoyen

    Eine Friedens-Truppe ist für den Frieden da, keine Frage. Lassen’s uns in Frieden.

    Wir kommen später wieder, wenn die Lage sicher ist. Dann können auch JournalistInnen hinIn, die schreiben dann einen Bericht, als obs von einem Vorposten in Stalingrad wäre.

    Vielleicht schicken wir die Soldaten nach Fidschi, statt nach Hause, denn dort fehlen jetzt welche.

  6. Rennziege

    @Prinz Eugen von Savoyen
    Begnadete opinio, o princeps elatus! Fidschi ist ein wunderhübscher Vorschlag. Dort können die österreichischen Truppen, endlich vollends auf das Niveau einer Operette reduziert, für den Frieden zwischen Zuhältern und Bordsteinschwalben sorgen — indem sie so enthaltsam leben wie die jetzt auf den bitterlich unbeweibten Golan entsandten Insulaner. Solidarität ist ja oberstes Staatsziel der Republik, die wie alle sió inniglich lieben.

  7. oeconomicus

    Die Regierung hätte das ganz einfach machen können: Liebe UNO, erweitert unser Mandat, gebt uns mehr Schutz usw., sonst ziehen wir in drei/sechs/zwölf Monaten unsere Soldaten ab. Hätte man schon vor einem Jahr oder früher tun können. Wie sagte schon Helmuth Zilk: Wappler!

  8. Prinz Eugen von Savoyen

    @Rennziege

    Gnädige Frau frönen einem gewissen Zynismus. Sicherheit verlangt, dass die Friedens-Soldaten vor Zuhältern geschützt werden, denn Risiko wollma kans, gell.

  9. Schnabeltierfresser

    Den Vergleich finde ich ein bisschen unpassend. Im Gegensatz zu den doch ganz anständig verdienenden Blauhelmen machen nämlich der Großteil der Feuerwehrleute, Rettungsfahrer und Bergretter ihre Arbeit ehrenamtlich und völlig unbezahlt.

    Vielleicht liegt’s ja auch daran?

  10. Graf Berge von Grips

    oeconomicus :
    Die Regierung hätte das ganz einfach machen können: Liebe UNO, erweitert unser Mandat, gebt uns mehr Schutz usw., sonst ziehen wir in drei/sechs/zwölf Monaten unsere Soldaten ab. Hätte man schon vor einem Jahr oder früher tun können. Wie sagte schon Helmuth Zilk: Wappler!

    Exactement!

  11. Wolf

    @Der Grenzwolf
    Verteidigungsminister und “schönsprechen”? Offenbar haben Sie ihn noch nie gehört, schon gar nicht bei seinem Interview vor etwa 3 Wochen in der ZiB2. Außer leeren Slogans hat er nichts zu bieten, und das noch mit der Ausdrucksfähigkeit eines Volksschülers und im “Slang” eines Vorstadtstrizzis. Da war ja noch Darabos fast besser (zumindest in dieser Hinsicht). Es bewahrheitet sich wieder einmal das Sprichwort: “Es kommt selten was Besseres nach”, auch wenn das nach Darabos schwer vorstellbar war.

  12. Wolf

    Ortner unterliegt hier einem grundsätzlichen Irrtum bzw. vergleicht Äpfel mit Birnen. Bei Hochwasser, Feuer, Lawinen usw. handelt es sich um Katastrophen im Inland und daher um österreichische Opfer, während am Golan die Soldaten ihren Kopf für Fremde hinhalten müssen. Damit will ich keineswegs sagen, dass ich das Verhalten Faymanns billige, allerdings weiß er, dass er damit die Zustimmung der meisten Österreicher bekommt, da uns ja sozusagen “die Ausländer, schon gar im Nahen Osten, nichts angehen – sollen sie selber schauen, wie sie zurecht kommen” (die Meinung eines Großteils der Österreicher). Eine gewisse Bauernschläue ist Faymann jedenfalls nicht abzusprechen.

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