Kein Gold, kein Öl, kein Gas – was für ein Glück….

Von | 25. März 2016

“……Der Ressourcenreichtum hat vielen Ländern in Afrika kein Glück gebracht. Die meisten dieser Länder sind ärmer als vor dreißig Jahren. Rohstoffreiche Länder trifft oft der so genannte Ressourcenfluch. Durch die Abhängigkeit von Öl oder Diamanten sinkt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes, Korruption nimmt drastisch zu. Es fehlt meist an Transparenz welche Einnahmen erzielt werden. Sie wäre aber erste Voraussetzung dafür, dass nicht nur eine kleine Kaste vom Export der Rohstoffe profitieren kann. In Angola, Sierra Leone und dem Kongo hat der Rohstoffreichtum Bürgerkriege verursacht. Nur wenige Staaten nutzen ihre Rohstoffe zum Aufbau von Industrien. Die mühelosen Einnahmen (“Renten”) verfestigt autoritäre Regierungen z.B. in Nigeria, Angola, Simbabwe, Gabun, Kamerun, Äquatorialguinea. Die Einnahmen erscheinen meist nicht im Haushalt und gehen in dubiose Kassen. Gute Institutionen werden nicht aufgebaut. Eine Gewaltenteilung findet nicht statt. Die Qualität der Institutionen entscheidet aber darüber, ob der Reichtum an Bodenschätzen zum Fluch oder Segen wird…. ” (Volker Seitz, hier weiter)

 

4 Gedanken zu „Kein Gold, kein Öl, kein Gas – was für ein Glück….

  1. Thomas F.

    Pech für Russland – und damit ein Problem für die ganze Welt.

  2. Fragolin

    “Die bisherige Entwicklungshilfe hat zu Abhängigkeiten geführt.”
    Immer das Gleiche. Wenn ich einem hungernden Menschen helfen will, dann gebe ich ihm keinen Fisch sondern lehre ihn das Fischen – und bin vielleicht auch mal bereit, ihm einen seiner Fische abzukaufen, um den Konfuzius ein wenig zu erweitern. “Entwicklungshilfe” ist nichts anderes als Bereicherung lokaler Potentaten und Einlagensicherung schweizerischer und luxemburgischer Banken.
    Das kann man 1:1 auch auf unsere Schatzsuchenden umlegen: Wenn ich einem Flüchtling helfen möchte, gebe ich ihm ein Stück Land, eine Axt, etwas Saatgut und den Bauplan für eine Holzhütte. Die Tüchtigen bauen ein neues Leben und lernen den Wert der eigenen Leistung kennen, der Rest verschwindet schneller im Gelände als der erste Baum gefällt ist. Das Geldgeschaufel ist nichts als Bereicherung als karitativ getarnter Geldwaschanlagen.
    Aber Menschen eine Arbeit anzubieten ist ja nach Lesart jener, die immer behaupten, das Fehlen von Arbeit wäre menschenverachtend, auch menschenverachtend. Weil man zwar gerne von den Früchten der Arbeit anderer lebt, aber selbst ein eher gestörtes Verhältnis dazu hat.
    Aber zurück von unseren Neubürgern zu deren Heimatländern (Zufall?) – Entwicklungshilfe kann nur über aktive Zusammenarbeit, Lehren und Lernen und Schaffen eines chancenreichen Marktes funktionieren. Und mit einer gewissen Grundeinstellung zu Arbeit, Leistung, Vorsorge. Entwicklung kann man unterstützen, fördern, begleiten – aber am Ende muss die Entwicklung von jedem selbst kommen, egal ob Individuum, Gruppe, Volk oder Staat. Und die einzige Motivation, die den Menschen oder seine Clans zu wirklich großen Leistungen animiert, ist die Not. Ihr haben wir das Streben nach Sicherheit und Wohlstand und die damit verbundenen Fortschritte zu verdanken; ohne Not setzt Rückschritt und Verfall ein.
    Entwicklungshilfe als bedingungslose Grundsicherung an afrikanische Potentaten, als Schutzgeld gegen den Export zorniger junger Männer funktioniert nicht. Die zornigen jungen Männer kommen erst recht, denn warum auf den winzigen Anteil am Almosen warten, das Europa nach Afrika zahlt, wenn man sich einen viel größeren Brocken direkt in Europa abholen kann? Und da schließt sich dann doch wieder der Kreis zu unseren Invasoren…

  3. Christian Weiss

    “„Entwicklungshilfe“ ist nichts anderes als Bereicherung lokaler Potentaten und Einlagensicherung schweizerischer und luxemburgischer Banken.”

    Ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält, aber falsch ist. Wer als afrikanischer Potentat seine Einlagen auch über den Sturz hinaus behalten will, bringt sie schon lange nicht mehr auf eine Schweizer Bank. In der Schweiz werden Kontos von Klepotkraten über kurz oder lang gesperrt. Auch die OECD ist der Ansicht, dass Deutschland ein wesentlich besserer Ort ist, um sein Diebesgut vor dem Zugriff Dritter zu schützen.
    In Deutschland machen sie nur auf rechtmässig erworbenes Geld Jagd und nennen die betroffenen Personen dann “Steuersünder”.

  4. gms

    Volker Seitz: “Rohstoffreiche Länder trifft oft der so genannte Ressourcenfluch.”

    Ja und nein. Befindet man sich an einer geopolitisch interessanten Stelle zwecks Errichtung einer Militärbasis, kann und muß der Schlürfer aus dem Westen an lokalen Quellen den Einheimischen auch einige Barrels abgeben zwecks ungestörten Behaltens heikler Infrastrur.
    Nur derjenige, der nicht dauerhaft seinen militärischen Fuß auf fremden Grund und Boden stellen will, kann im Zusammenspiel mit lokalen Potentaten die einheimische Bevölkerung dauerhaft vom Kuchen unter der Erde fernhalten. It’s economy mixed with geopolicy, stupid.

    Nicht minder ist es Politk, wenn westliche Staaten die beste Art der Entwicklungshilfe inform sogenannter Charter-Cities unterlassen, würde doch der dortige Erfolg das erbärmliche politische Wirken zuhause konterkarieren.

    Solange Abhandlungen über Ach und Weh von Förderungen ohne Frage nach einem cui bono und plausiblen Antworten darauf auskommen, mäandrieren sie irrelevant dahin.

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