Kein Stein wird in Europa auf dem anderen bleiben

(von WERNER REICHEL) Europa steuert rasant auf das zu, was man in Action-Filmen als „Showdown“ bezeichnet. Über Jahre hinweg haben Brüssel und die EU-Staaten versucht, schwelende Probleme und krisenhafte Entwicklungen auszusitzen oder mit völlig untauglichen Mitteln zu bekämpfen. Das rächt sich jetzt. Der Winter ist noch nicht vorbei, und Hunderttausende von Armutsmigranten stehen in Afrika und Asien bereit, um sich auf den Weg in ein nach wie vor unvorbereitetes und hilfloses Europa zu machen. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex verkündet, man wäre froh, wenn dieses Jahr nur eine Million Menschen kommen würde. Natürlich werden es weit mehr sein. Der Islamische Staat, der in Syrien und dem Irak immer mehr unter Druck gerät, kann seine Kämpfer dank gewaltiger Migrantenströme, lascher Grenzkontrollen und politischer Hilflosigkeit ohne große Probleme ins europäische Asylparadies verlegen. Tausende von Gotteskriegern sind schon da, das nächste Massaker nur eine Frage der Zeit. Die vor allem in Deutschland und Österreich kaputtgesparten Sicherheitsapparate sind mit den künftigen Herausforderungen überfordert, zumal ihnen auch die politische Rückendeckung fehlt. Durchhalteparolen à la „Wir schaffen das“, vor Scheinmoral triefende Appelle, die geplante Installierung einer Orwellschen Toleranzbehörde, flächendeckende Hetze gegen Kritiker und Propaganda in den Mainstreammedien sind die engagiertesten politischen Reaktionen auf diese Entwicklungen.

Das ist aber nur eine von vielen EU-Baustellen. Die sozialistische Geldpolitik von EU und EZB ist, welch Überraschung, gescheitert, die Euro-Flut hat die europäische Wirtschaft nicht in Schwung gebracht, sondern den Euro in eine Ramschwährung verwandelt. Der Markt wird mit Geld überschwemmt, und gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft weiter verschlechtert (Energiewende, Umweltauflagen, Bürokratie, Lohnkosten, Steuerlast und so weiter). Eine brillante Strategie.

Die Griechen sind nach wie vor pleite, und die Lokomotive Deutschland verliert an Zugkraft. Die Briten dürften den sinkenden europäischen Seelenverkäufer als erste verlassen, die Visegrád-Staaten kochen zunehmend ihre eigene Suppe, in Brüssel dilettieren Politiker wie Martin Schulz oder Jean-Claude Juncker, und Angela Merkel hat Deutschland auf einen politischen Irrweg geführt und denkt gar nicht daran, ihn zu verlassen. Daran ändern auch die lauten Warnrufe aus dem In- und Ausland nichts. Keiner der verantwortlichen Politiker und ihrer Helfershelfer in den Mainstreammedien ist bereit, die aktuelle Politik bis zum Ende durchzudenken. Ein Europa ohne Außengrenzen wird solange Millionen von Armutsmigranten anziehen, wie die Lebensverhältnisse auch nur etwas besser als in Nigeria, Afghanistan oder Marokko sind. Die Bevölkerung Europas verliert angesichts der Performance der politischen Verantwortungsträger zunehmend das Vertrauen in Politik und Staat. Viele Bürger fühlen sich von den Parteien und Regierungen nicht mehr vertreten, sondern verraten. Diese reagieren auf den Vertrauens- und Machtverlust mit Realitätsverlust. Die Demokratie steckt in einer tiefen Krise, die Europäische Union steht vor dem Zerfall.

Die ganze Welt schüttelt den Kopf über den kulturellen Selbstmord Europas. Außenpolitisch spielt die EU kaum noch eine Rolle, sie ist zum Spielball globaler und sogar regionaler Mächte verkommen. So hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einem Treffen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk wie kleine Schuljungen vorgeführt. Die EU lässt sich das nicht nur gefallen, in ihrer Verzweiflung wirft sie sich Erdoğan an den Hals und hofft, dass er für sie gegen ein paar Milliarden Euro die Flüchtlingskrise löst. Aufgrund einer fehlenden europäischen Strategie und der außenpolitischen und militärischen Schwäche setzt man seine ganzen Hoffnungen auf einen Islamisten. Ohne militärische Macht kann man eben nicht auf Augenhöhe verhandeln, man ist lediglich Bittsteller. Europa steht vor einem multiplen Organversagen.

Angesichts des aufkommenden Sturms ist die relative Gelassenheit und Ruhe der politisch korrekten Elite und ihrer Schafsherde beeindruckend und beängstigend zugleich. Noch lässt sich ein großer Teil der Untertanen mit Ankündigungen, Phrasen, politischen Ritualen und symbolischen Aktionen ruhigstellen. Es wird aber zunehmend schwieriger und gelingt nur durch die schrittweise Abschaffung und Einschränkung demokratischer Grundrechte.

Die Neosozialisten in Brüssel und vielen europäischen Hauptstädten machen unbeirrt weiter, obwohl ihre Politik, ihre Visionen und Pläne gerade katastrophal scheitern. Jede Fehlentscheidung zieht einen Rattenschwanz an weiteren Fehlentscheidungen und halbherzigen Reparaturmaßnahmen nach sich. Statt umzudenken, erhöhen die politisch korrekten Dogmatiker und Dilettanten lediglich die Dosis. Die europäischen Machthaber öffnen die Geldschleusen noch weiter, sie planen, das Bargeld und damit auch die Freiheit und das Privateigentum abzuschaffen, sie verschärfen unter dem Deckmantel der Toleranz die staatliche und mediale Hetze gegen ihre Kritiker, sie versuchen, die Bürger ruhigzustellen und vorsorglich zu entwaffnen, wie das in allen Diktaturen und Systemen, die auf dem Weg zu einer sind, der Fall ist.

Die Neosozialisten können und wollen nicht umdenken. Viele von ihnen weigern sich sogar, die dramatischen Entwicklungen als solche überhaupt anzuerkennen. Paris, Köln? Hat es in Europa angeblich eh schon immer gegeben. Andere Gutmenschen leben dank ihrer Einflüsterer aus Politik, Medien, Kunst und Geisteswissenschaft noch immer in dem Glauben, dass es sich schlimmstenfalls um temporäre Problemchen, um kleine Anlaufschwierigkeiten bei der Transformation in die klassen- und geschlechtslose Multikultigesellschaft handelt. Mit mehr Willkommenskultur, Integrations-Hokuspokus und etwas Selbstverleugnung wird nicht nur alles wieder gut, sondern besser, bunter und vielfältiger. Wir lügen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Gegen diesen politisch korrekten Eskapismus konnten selbst Ereignisse wie in Köln nichts ausrichten, ist doch der einzige, der der Verwirklichung des linken Multikulti-Paradieses im Wege steht, der tumbe „rechte“ Untermensch.

Sie können und wollen nicht begreifen, dass sie jahrzehntelang an die falschen Ideen und Ideale geglaubt haben, dass sie mit ihrer „Moral“, ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrem Dogmatismus für dieses Chaos, diese Krisen und die kommenden Konflikte die Verantwortung tragen. Linke Intellektuelle phantasieren stattdessen vom Scheitern des Kapitalismus. Sozialisten sind niemals Täter, immer Opfer. Schuld sind einmal mehr der Neoliberalismus, das Großkapital, die Banker, die Amis, die Konzerne, die Rechten, und so weiter.

Linkes Business as usual. Man fährt einen ganzen Kontinent gegen die Wand und ruft: „Haltet den Dieb!“ Das hoffentlich letzte sozialistische Gesellschaftsexperiment endet einmal mehr in Chaos, Tod und Leid. Für die Neosozialisten in den obersten Etagen gibt es kein Zurück mehr, sie sind schon zu weit gegangen. Sie klammern sich an ihre erodierende Macht. Sie verlieren zunehmend an Unterstützung, viele Mitläufer stellen sich bereits die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, die Seiten zu wechseln. Noch ist es vielen zu riskant, aber besonders engagiert verfolgen sie die Ziele ihrer einstigen politischen Vorbilder auch nicht mehr. Der Wind dreht sich. Kein Stein wird in Europa auf dem anderen bleiben.

 

26 comments

  1. Martin Schöppl

    Guten Tag, völlig auf den Punkt gebracht. Bloß sehe ich den kollektiven Selbstvernichtungstrieb Europas nicht rein sozialistisch angetrieben sondern vielmehr in der in den letzten 70 Jahren selbstverordneten Haltung in Europa. Wir wollen uns nicht wehren (siehe Beteiligung an der Wehrpflicht), wir wollen nicht strafen (siehe Strafvollzugsmilde), wir wollen nicht benoten (siehe Schule), wir wollen keine Leistung und Elite mehr, wir wollen keine effektive Exekutive mehr, wir wollen keine selbstbewussten Unternehmer sondern lieber kontrollierbare Arbeitnehmer bzw. noch besser Sozialgeldbezieher, wir wollen einfach nicht mehr stark sein. Schwach sein ist in, hip, cool. Stark sein ist pfui. Genau das beobachtet die sich gerade auf den Weg machende Welt. Schwäche wird im Normalfall durch nicht wohlwollende Stärke verdrängt. Das ist es, was gerade passiert. Und ich prognostiziere jetzt noch etwas: wenn nicht bald eine Politik in den Vordergrund tritt, die sich in erster Linie um die Europäer kümmert, werden sich die verbliebenen Starken innerhalb Europas formieren – aber das sind dann keine Guten.

  2. Alfred Reisenberger

    Liest sich wie ein Drehbuch zu “the Walking Dead”. Ist aber schlicht und einfach nur die Wahrheit und wird wohl noch schlimmer kommen als erwartet. Good Night Europe!

  3. Selbstdenker

    Die EU hat definitiv den Point of No Return überschritten. Es wird (leider) krachen und der Ereignishorizont hat sich von mehreren Jahren auf wenige Monate verkürzt.

    Wenn ein Ponzi-Spiel zusammen kracht, haben deren Profiteure zwei Optionen:
    a) Auf Kurs bleiben bis zum bitteren Ende oder
    b) das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen und ein neues Boot suchen

    Die Eliten können im Regelfall nicht zurückrudern, wenn sie sich zu sehr exponiert haben. Sie werden daher bei Option a) bleiben. Von der Option b) werden vor allem die vielen farblosen Apparatschicks Gebrauch machen.

    Merkel hat 1989 die Option b) kennengelernt und lernt nun auch die Option a) kennen.

    Haltet jene im Auge, die im kommenden Jahr von der Option b) Gebrauch machen. Es ist die nächste Generation an Schläfern, die den Kontinent nach dem nunmehrigen Zusammenbruch in circa 15 bis 20 Jahren erneut ins Chaos stürzen werden.

  4. sokrates9

    Ergänzend muss hervorgehoben werden, dass die Gehirnwäsche der letzten 30 Jahre – hängt komischerweise mit der EU – Etablierung zusammen einen wesentlichen Beitrag geleistet hat! Alle “alten Werte” wurden systematisch eliminiert, die Bücherverbrennung startete schon mit PC- Nichtkonformen Märchen über den berühmten “Wertewandel” bis zum Märchen des “Starken Europas” welches nur so gegen die anderen “Player” eine Chance haben kann! Eine kleine Hoffnung sehe ich in Osteuropa / Russland; von da könnten noch eine gewisse intellektuelle Blutauffrischung kommen und der primitive Islam bekämpft werden!

  5. Marianne

    Gute sozialistische Tradition, die in einem Jahrhundert zum dritten mal nach 1945 und 89 den Untergang schafft. Und die Schafherde schaut wieder einmal gottergeben zu.

  6. Der Realist

    Der Wind dreht sich, das spüren immer mehr, zwar wird versucht, mit Meinungsdiktatur den bevorstehenden Sturm zu verhindern, gelingen wird es allerdings nicht. Zu sehr haben sich die Machthabenden von der Realität entfernt, ihre Unzahl an Fehlentscheidungen haben das Volk aufgerüttelt, die meisten Bürger spüren instinktiv, dass wir uns in die falsche Richtung bewegen, nur die selbsternannten “Intellektuellen” in den Machtzentralen trotten unbeirrt auf ihrem ausgetretenen Ideologiepfad in Richtung Abgrund.
    Wie weit wir schon abgesandelt sind, beweist doch die Tatsache, dass ehemals schwere Alkoholiker an den Schalthebeln in Brüssel sitzen und Leute ohne echtem Schulabschluss oder Ausbildung hohe nationale politische Positionen besetzen.
    Die Bürger lassen sich jetzt schon nicht mehr am Nasenring durch die linkslinke Scheinwelt ziehen, und die Zeit wird kommen, wo sich die Vertreter der so penetrant arroganten “Oberschicht” nur mehr nachts aus dem Haus schleichen, weil es den Bürgern irgendwann einfach reicht. Diese “Oberschicht” kapiert auch nicht, dass die Bereitschaft der Steuerzahler enden wollend ist, dass ihr sauer verdientes Geld so locker ausgegeben wird. Der tumben breiten Masse wurde von den “Experten” noch immer nicht erklärt, warum die Asylanten unsere Wirtschaft beleben werden, natürlich kommt durch die Unterbringung und Betreuung all dieser “Schutzsuchenden” viel Geld in den Umlauf, aber es ist halt unser aller Geld, und diese Geld können wir noch immer ohne fremde Hilfe ausgeben.

  7. Herbert Manninger

    Die degenerierte Weicheiergesellschaft bekommt geliefert, was bestellt/gewählt worden ist.
    Entweder wir werden von der Einwanderungswelle zerschmettert, oder man rafft sich doch noch auf, allerdings mit wesentlich massiverer Gewalt, als dies vor Jahren oder wenigstens Monaten noch möglich gewesen wäre.

  8. Selbstdenker

    @Martin Schöppl:
    Eine kleine Ergänzung zu Ihrem ansonsten sehr zutreffenden Kommentar:

    “Eliten” oder “Intellektuelle” haben nur dann eine Berechtigung, wenn sie ihren Status unter Wettbewerbsbedingungen (Ideen, Lösungen, Produkte, etc.) erreicht haben bzw. halten können.

    Skepsis ist meiner Meinung nach dann angebracht, wenn sich Leute selbst als “Elite” oder “Intellektuelle” bezeichnen: das ist dann ein Indiz dafür, dass (zum Teil ehemals geniale, kreative und fleißige) Leute zu hoheitlichem Denken übergetreten sind. Es regieren dann Abgehobenheit, Narzismus, Snobismus und Herrschsucht.

    Einmal an der Spitze angekommen, werden dann philosophische, politische und wirtschaftliche Alternativen nach und nach ausgeschaltet. Wenn der machtbegrenzende Wettbewerb eliminiert ist, fährt der Zug dann in Richtung Totalitarismus und Monopolbildung.

  9. Martin Schöppl

    @ Selbstdenker:
    Gekauft, dennoch sind es immer Eliten, die Dinge bewegen, leider auch zum
    Schlechten. Das Durchschnittliche kann gar nichts ausser Systemerhalten, was auch Wert hat. Es braucht aber Elite im globalen Wettbewerb, diese eliminiert aber Europa.

  10. Siegl Walter

    Aufgeben tut man einen Brief. Ich kämpfe für mein Österreich bis zum Schluß. Es gibt schon noch Rezepte. Kein Geld mehr für die Hypo, dafür mehr Staatssicherheit. Weg von deutscher Geiselhaft und näher zu Ungarn mit Zaun.
    Grenzsicherung, mehr Eigenständikeit und einen Bundespräsidenten Hofer. Wir sind zwar ein kleines Land, aber ein Tapferes.

  11. Hanna

    Und nun etwas “Praktisches”, gestern erlebt, in der Gegend von Steinhof: Ausländischer, dunkelhäutiger Mann, etwa Ende 50, mit smartphone telefonierend, sehr gut angezogen, kommt mir (Frau, Anfang 50, mit mittelgroßem Hund) entgegen – fragt: “Hier Supermarkt?” Ich: “Nein, hier ist keiner.” Er: “Supermarkt weit?” Ich: “Ja.” Er: “Ich Hunger – ” Und er macht einen Schritt auf mich zu und macht eine Bewegung, als wolle er mir auf die Brust klopfen (Anmerkung: Mein Hund war ganz ruhig, weil ich ruhig war.), dann fragt er allen Ernstes mit großer Bestimmtheit (eher eine Feststellung, als eine Frage): “Deine Hause?!”
    Meine Hause also, darum ging es. Nix “Supermarkt”, “Hunger”, sondern er wollte, dass ich ihn mit nach Hause nehme. Ich dachte wirklich, ich spinne. Aber nicht ein Junger, Aggressiver, nein, ein Gepflegter, Älterer. Er schaute mich dann scharf und prüfend an, wendete sich dann mit einem “Sorry!” ab und eilte davon. Immer weiter telefonierend.
    Und bei uns gehen junge Männer aus und ein, die wir direkt aus einem I.S.-Video ausschauen. Und gestern rempelte mich ein Schwarzer vom Gehsteig. Und … und … So ist die Realität hinter den abstrakten Begriffen, Leute.

  12. Hanna

    Sorry, im vorigen Kommentar sollte es heißen “Und bei uns im Haus, Wien 15, gehen junge Männer aus und ein, die wie direkt aus einem I.S.-Video ausschauen, bärtig, kurzhosig, starr dreinglotzend, käsebleich, aggressiv das Stiegenhaus verstellend.”

  13. Gerald Steinbach

    Die Gutmenschen kritisieren ja immer wenn nach einen unguten Vorfall mit Schutzsuchenden immer pauschalisiert wird, das gleiche machen sie ja auch, sie sprechen ja immer von Schutzsuchenden, beinahe könnte man es ja wirklich glauben, wenn man die ORF Berichterstattung über sich ergehen lässt

  14. Herr Karl

    Näher zu Ungarn und den anderen Visegrad Staaten, sofortiger Austritt aus dieser EU, Stärkung bzw. Neuaufbau von Polizei und Heer und am Wichtigsten: eine Entsozifizierung sämtlicher Ämter und Behörden.

  15. astuga

    Da das alles bereits absehbar ist – ein Wunsch und eine Bitte an zukünftige Demonstranten!

    Es bringt nur sehr wenig vor geplanten Asyleinrichtungen zu demonstrieren oder dort wo sich bereits Flüchtilanten befinden.
    Sinnvoller ist es, die Politiker an ihrem Wohnort zu besuchen.

    Erst dadurch fühlen sie sich ausreichend persönlich betroffen und politisch beunruhigt, alles andere ist ihnen komplett egal.

  16. astuga

    Und man kann sich dabei ohne Bedenken so zivilisiert verhalten wie die Sozialistische- und Grüne Jugend bei deren Demos.

  17. Selbstdenker

    @astuga:
    Man könnte ja seine Dienste bei Fluchthelfer.de zur Verfügung stellen…
    …und die Migranten vor den Häusern von Politikern und Medienleuten abladen:
    “Schaut her, dort drüben ist das Haus, dass Euch die Schlepper versprochen haben”

  18. gms

    Werner Reichel,

    “Angesichts des aufkommenden Sturms ist die relative Gelassenheit und Ruhe der politisch korrekten Elite und ihrer Schafsherde beeindruckend und beängstigend zugleich.”

    Beängstigend ist diese Gelassenheit aus einem einzigen Grund: Krisen wurden und werden konsequent evoziert und hernach instrumentalisiert. It’s a feature, not a bug — sei es das Chaos vor der Gründung der Fed (Stichwort Knickerbocker Trust), Jahrzehnte später durch die Lehman-Pleite, diverse kleinere Booms and Busts oder hundertfach als Vorwand für militärische Interventionen, Regimewechsel und Ursupation der Ressourcen inform von Bodenschätzen.

    Geopolitik ist keine Fiktion, sie findet statt. Ihre heutige Endausbaustufe mündet in einer Welt als Dorf in ‘quantum diplomacy’, im ‘full-spectrum warfare’, das jede erdenkbare Art von unblutiger Einflußnahme umfaßt, sei es über das Geldwesen, über Medien und manipulierte Studien (information engineering), Wirtschaft (economic aid and sanctions) und last noch least ergänzt via kulturelle Subersion mittels Vereinen und NGOs, Pressure groups, politische Parteien, Gewerkschaften und was sonst noch mithelfen kann, ein Volk in bestimmte Richtungen zu bewegen.
    Ist das böse? Keine Ahnung, interessert mich nicht, es ist für mich keine Frage von Moral, sondern eine nach der Wahrung von Interessen, wie sie von tatsächlich Mächtigen ausgeübt wird, sei es direkt oder mittelbar über Regierungen.

    Europas konsequenter Marsch nach links ins Totalitäre ist kein Zufall, sondern gewollt. Plutokraten bedienen sich über Wasserträger mit voller Absicht marxistischer Methoden, weil sie als einzige als Oberschicht in der pulveriserten und grenzenlosen Gesellschaft unanfechtbar an der Spitze stehen. Für Libertäre ist das eine Dystopie, für andere die erhoffte und einzig denkbare Lösung für eine gewaltfrei Welt und ewigen Frieden, weil wissende, edle und intelligente Leute (die Elite) den Globus beherrschen, und nicht der vorgeblich egoistische und streitsüchtige Pöbel.

    Auf die Fähigkeit zur Simulation von Krisen per Computer sind die Leute hinter den Kulissen sogar stolz. Während der Mann auf der Straße Politik erlebt, wird diese zugleich von Menschen durch Weichenstellungen gemacht und durch Volksverdummung und Narrativbildung (deception) gegünstigt. Hochgradig naiv ist der Glaube, hier wären einzig und allein aufrecht ambitionierte, aber strunzdumme Politiker am Werk, die von der einen Panne in die nächst größere schlittern.

    W.R.: “Linke Intellektuelle phantasieren stattdessen vom Scheitern des Kapitalismus. Sozialisten sind niemals Täter, immer Opfer. Schuld sind einmal mehr der Neoliberalismus, das Großkapital, die Banker, die Amis, die Konzerne, die Rechten, und so weiter.”

    Ein solch furorer Rundumschlag mag seelisch erleichternd sein, der Analyse zweckdienlich ist er nicht. Wie haben auf der einen Seite tatsächlich eine Kakophonie der Zuschreibungen und Behauptungen, auf der anderen Seite den validen Umstand, wonach — cui bono? — permanent Souveränität und Wohlstand von unten nach oben transferiert wird. Egal welche Krise der letzten hundert Jahre man sich vergegenwärtigt, eine Gruppe von Leuten stand danach nahezu ausnahmslos besser da, als vorher. Daß Manches dabei nach hinten losging oder zu fragwürdigen Zuständen führte, ändert am Befund des Bildes in seiner Gesamtheit nichts.

    Beschrieben an anderer Stelle hier im Blog wurde die real existierende Aufspaltung der Linken. Auf der einen Seite stehen tatsächlich redliche Leute, die an die Segnungen des Sozialismus glauben und zugleich schlau genug sind zu erkennen, daß das aktuell Ablaufende rein garnichts mit ihren Ideen gemeinsam hat. Sahra Wagenknecht oder Jutta v. Dithfurt fallen expemlarisch in dies Kategorie, mutmaßlich auch Gerhard Schröder.
    Diametral gegenüber stehen evident vereinnahmte Sozialisten wie Joscha Fischer, Franz Vranitzky, Rudolf Scholten oder auch der vorgeblich bürgerliche Busek, der aus Freude über den EU-Beitritt die Internationale singt. Sobald man weiß, in welchen Cirkeln Leute fest verankert sind, verblüfft einen rein garnichts mehr. Und nein, ich schließe dabei bis zum Beweis des Gegenteils Freimaurer, Lions und Rotarier aus, denn die wirklich relevante Musik spielt in anderen Vereinigungen.

    Zwischen diesen diamentralen Polen aus redlichen und gezielt vereinnahmten Linken umfaßt das Spektrum beliebig viele Schattierungen, was wiederum jede bliebige Äußerung, Erklärung und Behauptung begründen kann. Sobald man aber einen Linken oder auch Bürgerlichen länger reden hört, wird deutlich, ob er an Strippen hängt und, falls ja, an welchen speziell. Dank Internet ist die Vermutung dann in der Regel einfach zu bestätigen, weil entweder die Mitgliedschaft aufscheint, oder sie von diesen Vereinigungen mit Preisen, Ehrung und Auszeichnungen überhäuft wurden.

    W.R.: “Der Wind dreht sich. Kein Stein wird in Europa auf dem anderen bleiben.”

    Das ist die Hoffnung, es ist auch meine Hoffnung. Wollte man optimistisch spekulieren, dann wurden die Schrauben überdreht und das Kartenhaus stürzt ein.

    Dem gegenüber steht Wissen um das Wirken von Kräften, die mit vergleichbaren Situationen jede Menge Erfahrung haben. Es ist ihr Job, sowas zu managen. Personelles Stellen der wirklichen Entscheidungsträger, breite Stimmungslenkung, fear, uncertainty and doubt, Verzweiflung, Hoffnungsschimmer und eine willkommene oder zumindest tolerierte Lösung, die besser ist als das Chaos davor, und die breite Masse fügt sich ins Schicksal.

    Kann ich mich irren? – Ja. Kann meine Überzeugung auf schizoides Glaubenwollen basieren, auf einem überambitionierten Patternmatching, dessen stringentes Ergebnis nicht verworfen werden soll? – Gewiß, das ist möglich. Doch selbst wenn ich falsch läge und bloß ein Alukappel tragender Spinner wäre, so würde ich bei dessen Gewahrwerden eindringlich davor warnen, die aktuellen Zustände auf das alleinige Wirken genuin roter Geister zurückzuführen, die unkoordiniert über den Kontinent stolpern und dabei im Schlepptau die Bürger ins Unglück stürzen.

  19. waldsee

    “Sozialisten sind niemals Täter, immer Opfer. ”
    das steht im text.haben sie das von den anhängern der friedensreligion gelernt,oder ist es umgekehrt?
    eine geistige verwandtschaft der beiden ist ja unverkennbar,obwohl die einen gläubige,die anderen wissenschaftliche atheisten sein wollen.

  20. Ehrenmitglied der ÖBB

    @gms
    sie schreiben ” Dem gegenüber steht Wissen um das Wirken von Kräften, die mit vergleichbaren Situationen jede Menge Erfahrung haben. Es ist ihr Job sowas zu managen….”
    Bitte könne sie präzisieren, welche “Kräfte” das sind und wie das zu managen ist?

  21. gms

    Ehrenmitglied der ÖBB,

    “Bitte könne sie präzisieren, welche „Kräfte“ das sind und wie das zu managen ist?”

    Gerne. Aktuell steht die vorherrschende Erklärung im Raum, die EU und insbesondere Deutschland und Österreich seien quasi am falschen Fuß erwischt worden, als man im September des Vorjahres nach einem humanitären und als singulär gedachtem Akt inform der Übernahmen einiger Tausend in Ungarn gestrandeter Flüchlinge später regelrecht überrannt wurde.

    Tatsache ist, wonach alle Zahlen, Daten und Fakten vorliegend bei der UN und dem europäischen Parlament seit Ende 2013 schon auf diese kommende Völkerwanderung hinwiesen. Dasselbe Wissen müssen auch Ministerien und Sicherheitskräfte gehabt haben — allein der mediale Fokus lag permanent auf Italien, Mare Nostrum repektive Lampedusa und ertrunkene Menschen — nicht aber bei allfälligen maßgeblichen Hintergründen oder gar Zuständen in der Türkei.

    Heute wird behauptet, vermutlich zutreffend, die finanziellen Kürzungen des World Food Programs um 40% [6] hätten die Situation in den Camps vorort untragbar gemacht. Medialen zeitnahen Durchbruch erlangte diese wichtige Information damals nicht, sondern erst später, in der Rückschau und als Erklärung. Die Frage, wer solche Mittel kürzt und warum dies geschah, blieb außen vor, Hauptsache der Durchschnittseuropäer hat heute ein schlechtes Gewissen.

    Zwei Umstände gemeinsam bildeten einen sogenannten Game Changer: Erstmals in der Geschichte wird in einem westlichen Land ein fahrerloser Kleinlaster mit toten Flüchtlingen auf einer Autobahnraststätte gefunden, und zweitens bekunden Staatenlenker ostentativ ein Überdenken ihrer Flüchtlingspolitik, als kurz danach in der Türkei unter eigentümlichen Umständen das Foto eines toten Jungen am Strand entsteht und ausnahmlos in jedem Medium veröffentlicht wird.

    Ein Thinktank wie das Council on Foreign Affairs, der zugleich das Zentrum der Globalisten darstellt, rühmt sich seit jeher, vernetzt zu denken und vernetzt zu handeln. Dessen Analysen behandeln Migration sei Ewigkeiten (expemplarisch [1]), während er zugleich mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln Migration propagiert.

    Managen bedeutet das Finden und Umsetzen von Maßnahmen für ein bestimmtes Ziel bei vorgegebenen Mitteln. Hochdotierte Einrichtungen mit beträchtlichem Einfluß auf Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen können damit auch jenes spezielle Ziel herbeiführen, das an anderer Stelle hier im Forum schon skizziert wurde: Gezielte und gesicherte Einwanderung in bestimmte Länder bei irgendwie gestrickten Ausgleichszahlungen für aufnahmeunwillige Länder.

    Im Moment wird zunehmend politmedialer Druck aufgebaut in Richtung einer Kernunion, eine Zone mit identer Währung, gesicherten Außengrenzen und einem zentralen Einwanderungsregime, das wiederum auf Angleichung der Sozialsysteme und Arbeitsmarktbestimmungen hinausläuft und damit auch einen Finanzausgleich nahelegt.

    Das aktuelle Micromanagement besteht im Weichkochen der Deutschen, dieses Gesamtpaket zu aktzeptieren, so man dabei Großbritannien und möglicherweise sogar Griechenland loswird. Griechenland steht in einigen Wochen erneut vor einer Umschuldung, von der der IMF (welch Überraschung aber auch) heute schon meint, sie würde schwierig [3]. Zugleich wird es demächst in der Ukraine wieder Zoff geben [4] und die Balten und Polen werden gemeinsam auf die zunehmede Gefahr aus Rußland verweisen.

    Alles läuft in den kommenden Wochen aufs Forcieren eines noch stärkeren Gemeinschaftsgefühls hinaus, bei dem unter anderem vehement gegen nationalistische Strömungen angegangen wird. Zur Not spielt man beim Management dann schon mal gezielt auf Zeit [5].

    [1] cfr.org/migration/migration-interconnected-world-new-directions-action/p8988
    modeldiplomacy.cfr.org
    [2] thenewamerican.com/usnews/politics/item/3302-elites-push-government-funded-public-media
    [3] greece.greekreporter.com/2016/02/27/imf-predicts-difficulties-in-greeces-debt-management/
    [4] cfr.org/latvia/examining-latvias-challenges-opportunities/p37564
    [5] cfr.org/europe/managing-europes-perfect-storm/p37089
    In all of this, time is of the essence. Europe – and Germany in particular – cannot sustain the status quo. Waiting for a solution to the Syrian situation is no answer; while lesser steps will not resolve Europe’s predicament, they could make it manageable.
    project-syndicate.org/columnist/richard-n–haass
    [6] huffingtonpost.com/2014/09/22/un-food-aid-cuts-syria_n_5862806.html
    09/22/2014, UN To Slash Food Aid By 40% For Millions Of Syrians Because It Doesn’t Have Enough Funding

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