Kein Whisky bitte, wir sind Briten!

“….Dozens of Muslim protestors gathered to demand that businesses stop selling alcohol in a popular East London area yesterday. The group, led by former Al-Muhajiroun leader Anjem Choudary, warned restaurants and shops in the Brick Lane area that they face 40 lashes if they continue to sell the product, which is banned under Sharia Law….” (hier)

14 comments

  1. Thomas Holzer

    Nett, nett; wenn man so die hochgehaltenen Plakate liest 😉
    Da vermengt sich das angeblich allein Seligmachende des Islam für die gesamte Menschheit mit so gesundheitspolitischen Aussagen wie “Alkohol kostet Menschenleben” etc.
    Da verbünden sich (ungewollt?) Muslime mit den Proponenten der üblichen Gesundheitspolitik.
    Bald werden die Muslime auch das Rauchen als unislamisch (an)erkennen und dementsprechend unter Strafandrohung stellen; wiederum (ungewollt?) vereint im Chor der Gesundheits- und Abstinenzproponenten.
    Ein Schelm, wer Böses denkt! 😉

  2. Graf Berge von Grips

    Der Islam in Europa ist keine Religion, sondern eine politische Bewegung. … und gehört daher verboten…..

  3. Thomas Holzer

    @Graf Berge von Grips
    Bitte nicht böse sein, aber: wer entscheidet, welche “politischen” Bewegungen verboten gehören?
    Und: Seit wann wird in der -ach so geliebten- Demokratie nach Verboten politischer Bewegungen gerufen?
    Ist dieser Ruf der Ausdruck eines neuen “Demokratierverständnisses”?

  4. Graf Berge von Grips

    Thomas Holzer

    Dann lesen’S die Paragraphen in den einschlägigen Gesetzen in unserer ach so demokratischen Demokrtie…

  5. Christian Weiss

    In einer richtigen Demokratie ist die Sachlage klar: Jeder hat das Recht auf jede noch so durchgedrehte Gesinnung. Es gibt keinen Grund, den Islam zu verbieten. Die Gedanken sind frei. Und da auch die Meinung frei ist, dürfen die ihre dämlichen Plakate mit ihren unverschämten Forderungen raufhalten, so viel sie wollen. Eine Grenze ist erst überschritten, wenn aus dem Protest reale Einschüchterung wird und die islamistischen Hinterwäldler die Getränkehändler daran hindern, die Kneipen mit Alkohol zu beliefern, oder die Gäste daran gehindert werden, die Kneipen zu besuchen.
    Ich würde diesen Damen und Herren, die sich offensichtlich nicht mit den Sitten und Gebräuchen des Gastlandes anfreunden können, aber dennoch einen Rat geben: Verpfeift Euch!

  6. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Dafür brauche ich keine Demokratie, sondern einfach nur einen funktionierenden Rechtsstaat!

  7. Mourawetz

    Auf der grünen Insel wurde schon Alkohol getrunken lange bevor einige Neuankömmlinge ihnen den verbieten wollen. Die Engländer werden auf ihr Ale genauso einen Toast aussprechen wie zu Zeiten Oliver Cromwells. Sie werden genauso auf die Queen Mum ihren täglichen Gin Tonic trinken – für die Gesundheit. Sie werden Whiskey saufen und dazu passend „John Barleycorn must die“ singen. Sie werden sich durch die Verbote der Neuzugereisten nur unangenehm an Oliver Cromwells Diktatur der Intoleranz erinnern, die sie geglaubt haben, überwunden zu haben.

  8. Christian Weiss

    @ Thomas Holzer
    Da mögen Sie im Prinzip Recht haben. Nur, man zeige mir den Staat, der einen funktionierenden Rechtsstaat darstellt, aber keine Demokratie ist! Ich halte es da mit Winston Churchill: Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen – mit Ausnahme aller anderen. Rein theoretisch mag es einen Rechtsstaat auch in einer Erbmonarchie geben, wo der Herrscher seine Legitimität durch “Gottes Gnaden” erfährt und deshalb nicht auf Günstlingswirtschaft und Klüngel angewiesen ist. In der Praxis sieht es da aber eher düster aus.

  9. de Voltaire

    @ Christian Weiss
    @ Thomas Holzer

    Ganz so einfach ist die Festlegung auf Rechtsstaat bzw. Demokratie nicht: Wenn aus der realen Einschüchterung und der körperlichen Behinderung der Wirte und Gäste ein agressives Lobbying in den gesetzgebenden Körperschaften wird, dann lässt sich so ein Verbot “demokratisch legitimiert” und “rechtlich sauber” umsetzen. Sie glauben es nicht? Ist nicht genau mit den gleichen Argumenten die aktuelle Raucherhatz gesattelt? Haben wir diese nicht auch schon bei der amerikanischen Prohibition gelesen?

    Fazit: Ohne libertäre Grundrechte, die auch “demokratisch legitimiert” nicht ausgehebelt werden können, sind die Begriffe Demokratie und Rechtsstaat auch nur leere Worthülsen …

  10. mannimmond

    Es wird nicht mehr lange dauern, bis dass jemand, der sich nicht daran hält, auch tatsächlich 40 Peitschenhiebe erhält.

    Und es wird ein youtubevideo geben, aber Täter werden sich nicht finden lassen.

  11. Thomas Holzer

    @de Voltaire
    Ein Rechtsstaat, welcher diese libertären Grundrechte als Basis anerkennt, welcher dem Rechtspositivismus prinzipiell zumindest skeptisch gegenübersteht, bedarf keiner Demokratie.
    Gerade die Demokratie bildet, langfristig betrachtet, den “idealen” Nährboden für Totalitarismen jeglicher Art.

  12. Christian Weiss

    @ de Voltaire
    @ Thomas Holzer
    Meiner Meinung nach alles ziemlich graue Theorie. Für die Durchsetzung libertärer Grundrechte (Die ich mir sehr wünschen würde, und wo eine “Obrigkeit” sagen würde: “Wenn Dich der Rauch und die Sauferei in den Kneipen stört, dann geh’ da nicht rein!”) braucht es auch eine Form von Herrschaft, welche wiederum Legitimation braucht. Und da hapert die ganze Sache dann auch. Es wird immer Strömungen geben, welche die freiheitlichen Grundrechte, insbesondere das Recht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit dazu nutzen werden, anderen Rechte streitig machen. Und wenn diese Strömungen nur gross genug sind, dann kann der “gute Diktator” seinen Platz räumen. Ein echter direktdemokratischer Diskurs mit der Mitbestimmung aller Bürger erscheint mir da zuverlässiger. Zwar lässt sich das Ideal völliger Selbstbestimmung und die Freiheit von staatlichem Zwang nicht völlig nach reiner Lehre durchsetzen, dafür ist eher ein gesellschaftlicher Konsens möglich, der ein hohes Mass an persönlicher Freiheit erlaubt. Letztlich geht es in diesem Konsens darum: “Was man Dir nicht gerne tu (verbiete), füg (verbiete) auch keinem anderen zu.” Politisch aktive Bürger befassen sich intensiver mit dem Nutzen der persönlichen Freiheit und nehmen sie weniger als Selbstverständlichkeit an. Man kann nur Zwang per Obrigkeit verordnen, nicht Freiheit. Der domestizierte Kuhstallbewohner, der nicht zum Mitdenken in der Gesellschaft gefordert ist, der sehnt sich nicht nach freier Entfaltung, der will vom Bauer nur ein anständiges Fresschen. Dieser ideal- und ideologiefreie Einwohner wird gegen Fundamentalisten und Anhängern totalitärer Gedankengebilde, die sich in ihren quasireligiösen Vereinigungen organisieren, keine Widerstandkraft haben.

  13. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Das Grundübel der Demokratie ist der unverantwortliche Ruf und Zwang, das gesamte Leben jedes Einzelnen “demokratisieren/politisieren” zu wollen.
    Direkt/Basisdemokratisch mag u.U. in einer Gemeinde funktionieren (man sehe sich aber nur ab und zu eine Sendung “Bürgeranwalt” an, da sieht man, daß schin die kleinsten Entscheidungen in irgendeinem Kaff in Österreich zu großen Verwerfungen in der “Bürgerschaft” dieses Kaffs führen), rational aber niemals auf einer Ebene wie eines Staates.
    Gäbe es diesen Zwang zur “Durchpolitisierung” des Lebens eines jeden Einzelnen nicht, wäre ein Rechtsstaat wie von mir skizziert durchaus ausreichend.
    Man bedenke bitte: jedes Eingreifen der Politik in das tagtägliche Leben der Menschen impliziert einen neuen Eingriff, weil mit dem ersten Eingriff, ob wissentlich oder nicht, eine Gruppe der Staatsbürger gesetzlich diskriminiert wurde. Und so setzt sich die regulatorische Abwärtsspirale in Gang, welche immerfort neuer Gesetze bedarf, weil immerfort eine “neue” gruppe von Diskriminierten geschaffen wird.
    Mir ist schon klar, der Mensch ist fehlerhaft, nichts ist perfekt; aber wissentlich den schlechtesten Weg zu beschreiten, nimmt mich doch etwas Wunder.

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