Kein Zug in Mainz

(A. UNTERBERGER) Angeblich sind Urlaube und plötzliche Krankenstände die Ursache der Bahnpanne.
Die wahre Ursache ist jedoch die Unflexibilität einer Staatsbahn unter starkem Gewerkschaftseinfluss. Denn jeder halbwegs gut geführte Privatbetrieb plant Personalentwicklungen voraus, und er „zwingt“ (Achtung: böse Ausbeuter!) seine Mitarbeiter zur Flexibilität. Das heißt: Man würde – im konkreten Fall – mehr Fahrdienstleiter und Zugsführer ausbilden, als man normalerweise braucht, und setzt diese anderwärtig – nicht nur zum Daumendrehen ein, hat sie aber dadurch in der Stunde des Bedarfs zur Verfügung. Und überhaupt kein Problem gäbe es, wenn – wie ebenfalls in fast jedem Privatbetrieb – die Deutsche Bahn (natürlich gegen satten Kostenersatz) Mitarbeiter in der Stunde der Not, die ja immer durch blöde Zufälle schlagen kann, zum Abbruch des Urlaubs und zu Überstunden veranlassen würde. Aber das ist laut den Bahngewerkschaftern völlig unzumutbar.

PS: Nie beweisbar wird das Gerücht sein, dass die plötzliche Krankheitswelle mit den Bundestagswahlen zusammenhängt, wo ja der SPD der Abhörskandal überhaupt nichts genützt hat. Zumindest nicht, seit klar ist, dass auch schon unter SPD-Regierungen heftig gelauscht worden war. Irgendwie möchte man ja noch einmal so einen schönen Wahlkampfgag wie den Stuttgarter Bahnhof herbeiinszenieren.

3 comments

  1. KClemens

    Das ist nur die eine Seite der Medaille. Solange der Bund jedes Jahr 500 Mio € von der Bahn erwartet, solange wird es im laufenden Geschäft immer wieder zu solchen Engpässen kommen.

    Die S-Bahn Berlin ist dafür ein Beispiel. Jahrelang alles was nicht niet und nagelfest an Personal und Technik war, wurde rausgeschmissen und entsorgt. Solange, bis die erste Bahn entgleiste. Und dann war das Geschrei groß. Inklusive Komplett-Stillegung der S-Bahn für mehrere Wochen.

  2. Nattl

    @kclemens Und ich dachte immer, nur die pöhse, pöhse wäre für so etwas in der Lage. Sie zerstören mein Weltbild.

  3. KClemens

    @nattl,

    das tut mir jetzt leid. Auf der anderen Seite ist die Bahn nicht ganz unschuldig an dem Dilemma. Gäbe es dort nämlich Leader mit Schmackes und Sachverstand, vor allem Sachverstand, hätte man dem Bund gegenüber klare Kante zeigen müssen, mit Querverweis auf solche Attraktionen, die entstehen können. Wie jetzt in Mainz.

    Man hat seinerzeit unter Mehdorn gemeinsam mit Bund geglaubt, wenn man die Bahn an die Börse bringe, wäre das der große Wurf. Denn wie schafft man einen tollen Börsenplat? In dem man erst mal reihenweise Personal entlässt, das macht die Kostenseite “attraktiv”. Dumm nur, wenn man das Personal braucht.

    Und was nun die Gelder an den Bund betrifft. Soweit ich weiß ist das wieder so eine “Rechte Tasche – linke Tasche” Problematik. Denn soweit ich weiß zahlt der Bund, wenn Strecken neu verlegt werden müssen. Ausbesserungen im Schienennetz geht kostenmäßig zu Lasten der Bahn. Deshalb sind viele Strecken auch lange Jahre “vergessen” worden. Wenn die Strecken zu kaputt sind, zahlt der Bund.

    Bin mal gespannt, wie es nach der Wahl weitergeht. Da gehen die Gelder von der Bahn dann wohl nicht mehr an den Bund, sondern direkt nach Brüssel.

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