“Keine Reformen, solange es Geld gibt!”

“….Tsipras hat sofort zahlreiche Posten an seine Leute vergeben, außerdem sind viele Funktionäre von Pasok nach der Wahl zu Syriza übergelaufen, um dort ihr altes Spiel weiterspielen zu können. Syriza hat vor zwei Wochen ein Gesetz eingebracht, dass vorsieht, dass Schuldirektoren von den Gewerkschaften gewählt werden sollen…” (Der griechische Autor Petros Markaris in der FAZ, lesenswert)

15 comments

  1. Thomas Holzer

    Und die Frau Gesine Schwan ist weiterhin felsenfest davon überzeugt, daß dies überhaupt nichts mit einer bestimmten Mentalität in diesem Lande zu tun hat, und die EU daher mittels Geld und gutem Zureden dieses Verhalten in kurzer Zeit ändern kann……..
    Ach, wie schon lebt es sich nur im selbst eingerichteten Wolkenkuckucksheim 😉

  2. aneagle

    @ ThomasHolzer
    Frau Schwan, Frau Wagenknecht, Frau Roth.
    So sieht die erwünschte Züchtung der künftigen EuropäerInnen aus.
    Hauptsache komplett realitätsfern und etwas bio. 😉

  3. Der Bockerer

    In dem Interview ist viel von “Klientel” die Rede. Die politischen Parteien in Griechenland haben vor allem ihre Klientel im Auge, der sie dann Pöstchen und andere Wohltaten zuschanzen. Woran erinnert mich das bloß in Österreich?

  4. Thomas Holzer

    Und schon wieder eine neue deadline………..20.07.2015

    Das Pokerspiel des Herrn Tsipras scheint ja tatsächlich aufzugehen………

  5. H.Trickler

    siolange es Geld gab, war auch der Zwang zu Reformen nicht ausreichend.

    Ganz abgesehen davon dass dieses Land für die Teilnahme am Euro gigantische Reformen durchführen müsste, was nur bei Selbstmotivation und niemals unter Zwang gelingen kann.

    Dass es unter positiven Voraussetzungen gelingt, hat Litauen vorgemacht. Dort war es der Mehrheit der Bürger klar, dass der Wechsel vom kommunistischen System zum Euro gewaltige Anpassungsleistungen abverlangt.

    Nach einem (temporären) Grexit werden sich die Griechen souverän und mit selbstgewählter Intensität dieser Aufgabe widmen können. Und wenn sie nicht wollen werden sie (glücklich?) so weiter leben wie im letzten Jahrhundert.

  6. Thomas Holzer

    Und es wird weiterhin Geld geben für die Griechen, warten Sie nur bis heute Abend, spätestens morgen, wenn die EZB wieder einmal eine “Erklärung” abgibt

  7. Thomas Holzer

    Weiß vielleicht in diesem Forum jemand, ob die 2 Milliarden T-bills von Griechenland, welche am 10.07.2015 fällig waren, bezahlt wurden?!

  8. Syria Forever

    Shalom.

    Ich denke damit sind die Griechen keine Ausnahme?
    Als Gegenbeispiel, Österreich; “Reformen” werden mit Steuererhöhungen oder neuen Schulden bewerkstelligt.
    Also worin besteht der Unterschied zu Griechenland? Es ist meiner bescheidenen Meinung nur eine Frage der Zeit bis Österreich, wie Griechenland, Bankrott erklärt. Vielleicht darf Italien das Theater zuerst spielen, nachdem Griechenland in Armut versunken ist. Für mich zählt Österreich zu den nächsten Kandidaten bei einer realen Verschuldung von jenseits der %300 und keinen Assets von Wert. Das meiste an Staatseigentum wurde doch über CBL veräussert, oder vieles davon.

    Guten Sonntag.

  9. cppacer

    Bester Herr Holzer : das griechische Pokerspiel wird aufgehen. Ich wette mit ihnen.
    Die Frau Dr.Merkel knickt ein. Das “große Ganze” hat Vorrang. Wetteinsatz: eine gute Flasche Wein?

  10. cppacer

    Übrigens: ich bin gerade in St.Petersburg. Wenn irgendjemand glaubt die EU Sanktionen hätten die geringste Auswirkung, welche man im Alltagsleben bemerkte,
    irrt. Das Leben hier geht seinen Gang, niemand vermisst französischen Käse o.Ä.
    Wir habe uns selber geschadet mit diesem aufgezwungenen Unsinn.

  11. gms

    Thomas Holzer,

    > Weiß vielleicht in diesem Forum jemand, ob die 2 Milliarden T-bills von Griechenland, welche am [Freitag] 10.07.2015 fällig waren, bezahlt wurden?!

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurden diese Bills gegen etwas länger laufende umgeschuldet. Am Mittwoch hatte Griechenland hierfür bereits erfolgreich 1,6 Mrd aufgenommen, als mutmaßliche Geldquellen werden griechische Banken, aber auch der deutsche respektive französische Staat genannt.

    aneagle,

    > Frau Schwan, Frau Wagenknecht, Frau Roth. So sieht die erwünschte Züchtung der künftigen EuropäerInnen aus.

    Betreffend Wagenknecht ist das ein grobes Fehlurteil, hatte sie doch seit langem schon Merkels “Alternativlosigkeit” aufs Schärfste kritisiert und zuletzt sogar öffentlich ein Referendum der deutschen Bürger eingefordert, ob diesen denn bereit seien, den aktuellen Kurs weiterzufahren. [1]
    Allerdings irrt sie, wenn sie meint, ein Schuldenschnitt würden den Griechen Luft kurzfristig verschaffen. Auch manch andere Vorschläge im gegebenen Kontext von ihr sind typisch links, aber mit Schwan und Roth in einen Topf geworfen zu werden, verdient sie definitiv nicht.

    [1] welt.de/politik/deutschland/article143367266/Wagenknecht-fordert-Referendum-fuer-Deutschland.html

  12. Thomas Holzer

    @cppacer
    Das Problem bei dieser Wette: wir stehen beide auf der gleichen Seite 🙂
    Der Herr Tsipras hat den IMF erfolgreich rausgedrängt, wie er auch selbst im Parlament in seiner Rede in der Nacht von Freitag auf Samstag frohlockte und gleichzeitig das Land so weit an die Wand gefahren, daß die nunmehr EU glaubt, um noch größeren Schaden zu vermeiden, zuerst Geld überweist, in der unerfüllbaren Hoffnung, daß die griechische Regierung danach Reformen durchführt.
    Eigentlich eine perfekte Strategie

  13. Thomas Holzer

    @gms
    Deswegen wird auch der Mantel des Schweigens über diese “Zahlung” gebreitet 😉

  14. gms

    cppacer,

    > das griechische Pokerspiel wird aufgehen. Ich wette mit ihnen.

    Seit sich diese Woche das europäische Sprachrohr der USA namens Grybauskaitė zu Wort meldete und die griechischen Vorschläge zurückwies, ist besagte Wette keineswegs mehr eine sichere Bank. Als bedürfte es hierfür noch eines Beweises, sprach kurz hernach Schäuble von einem temporären Grexit.

    Die jüngste Wendung und ebenfalls obiges bestätigend, war die Reduktion des heute nachmittags stattfindenden Gipfels von allen Staatschefs der EU auf nur noch jene des Währungsverbundes. Alimentierungen durch Euro-Länder würden sich das Baltikum, aber auch Finnland, Slovenien und die Slowakei widersetzten. Damit könnte es zwar immer noch locker eine Mehrheit (= mindestens 85% der aufsumierten Stimmgewichte) für Mittel aus dem ESM geben, aber eingedenkt der hierfür nötigen Auflagen und des sich damit öffnenden Grabens zwischen den zwei Lagern der Euro-Zone wäre das, falls es dennoch durchgeht, schon eine gewaltige Schweinerei mit jeder Menge inhärentem Sprengstoff.

  15. sokrates9

    Von Seiten der europäischen Bankster / Politiker wurde noch nie ernsthaft versucht den Griechen zu helfen! bei der ersten 100 MRD Tranche wurde von Athen eine Privatisierung von 15 MRD innerhalb von 3 Monaten – unter anderem der allzeit beliebte Hafen von Piräus – verlangt! Auf die Frage eines intelligenten Journalisten ( kein Österreicher) wie das zu bewerkstelligen sei, dies hieße Privatisierung von mehreren 100 Mio jeden Tag – antworteten diese Finanzschnösel, die halt nie in ihrem Leben praktisch gearbeitet haben: Das ist uns egal, dass ist Griechenland`s Problem! Und diese Ignorantenblutspur zieht sich über die letzten 5 Jahre dahin!

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