13 Gedanken zu „Keine Sanktionen bitte, wir sind sonst pleite

  1. gms

    Falls in der Wortfolge “Keine Sanktionen bitte, wir sind sonst pleite” vielleicht ein Kleinwenig Sarkasmus verpackt ist, so sei dreierlei dazu angemerkt:

    1. Die USA hat mit Rußland keine nennenswerten Handelsbeziehungen, weshalb sie mit vollen Hosen auch vertrefflich stinken können.
    2. Unter Liberalen herrscht Übereinkunft darüber, wonach es besser sei, wenn Waren über Grenzen rollen, verhindere doch dies wirksam, daß Panzer selbiges tun.
    3. Den einen oder anderen braunen Sozialisten, mit einer ideologisch bedingten Aversion gegen Trusts, wird die Übersicht, welche europäischen Konzerne durch dieses politische Chicken-Race am meisten verlieren, gewiß noch fester in die Phalanx für den starken Mann in Moskau reinpressen. Chapeau!

    “Ja bitte, ganz tolle Sanktionen, weil dann kann hinkünftig die USA Europa mit Gas versorgen!”

    Mit einem Streit der EU und Russland um die Ukraine haben wir es im Kontext der Sanktionen definitiv nicht zu tun. Nichts ist gegen wirtschaftliche Interessen einzuwenden, egal welche Seite diese forciert, bloß unter der Parole “Menschenrechte!” verkommt es zur erbärmlichen Infamie.

  2. gms

    Wie sich ein vorgeblicher Paradeliberaler für amtlich verordnete wirtschaftliche Sanktionen aussprechen kann, soll verstehen wer will, zwingen idR doch nur totalitäre Regime ihren Untertanen Einschränkungen auf, mit wem sie Handel treiben und wessen Geld sie verwalten.
    Sich diplomatisch mit eisigem Schweigen auf teppichlosen Fluren zu begegnen, mag für Politfunktionäre noch als Privatvergnügen durchgehen, daß man aber die eigene Bevölkerung mit solchen Marschbefehlen belegt, hat im liberalen Universum zu Recht einen verdammt strengen Geruch.

    Die Untertanen als Vollzugsorgane im Strafvollzug — auf diese Idee kann nur eine anmaßende Dressurelite kommen, die damit wiederum nur bei einer ausreichend gehirngewaschenen Mündelschaft durchkommt.

    Welche Rechtsgrundlagen hat der Staat dafür, seine Pappenheimer in den Wirtschaftskrieg zu schicken? — Nun, er macht einen Regierungserlaß, und ein solcher ist für Neoliberale, mit Betonung auf “Neo” und Staatseinfluß, wohl Begründung genug. Und wenn diese Praxis noch dazu aus dem “land of the free” exportiert wird, haben die unfreiwilligen Wirtschaftssoldaten wohl kaum noch die Option zur legitimen Befehlsverweigernung, nicht wahr?

    Vermutlich aber tue ich Ortner Unrecht, und er witzelt mit “Keine Sanktionen bitte, wir sind sonst pleite” bloß über die Ohnmacht der EU, ohne dabei zugleich aber nur im Mindesten für Sanktionen einzutreten.

  3. Christian Peter

    Die USA und die EU sollten sich endlich für die Provokationen in der Ukraine entschuldigen : Es ist unzumutbar, mit dem Steuergeld der europäischen Bürger Staatsstreiche in fremden Ländern zu finanzieren, um demokratisch legitimierte Regierungen mit Hilfe von Terroristen, Drogenbaronen oder Neonazis (wie in der Ukraine) zu stürzen und Marionettenregierungen zu installieren.

    Ukraine : Ein Staat im Osten, den sich die NATO einverleiben möchte.

    http://principiis-obsta.blogspot.se/2013/12/di-ukraine-ein-staat-im-osten-den-die.html

  4. Reinhard

    Wenn die Politik nicht mehr weiter weiß, weil sie sich in ihrer Hetze und ihrer großmäuligen Parolendrescherei verlaufen hat, wird erst die Privatwirtschaft an die Kandare genommen (weder russische noch westliche Unternehmer sind Schuld an dem politischen Streit) und dann dürfen wenn’s geht noch unsere “Jungs” an der Front irgendwo zischen Donezbecken und Hindukusch unsere Werte verteidigen.
    Wenn die Politik “Sanktionen” verhängen will, dann sollen sie sich gegenseitig die Visa streichen aber jene Unbeteiligten, die weder den ganzen Knatsch verursacht noch ein Interesse daran haben, gefälligst in Ruhe lassen.
    Kriege gehen immer vom Versagen der Politik aus; sollen sie gegenseitig den Brei auslöffeln, den sie selbst gekocht haben! Alle mit spitzen Gegenständen in einen Raum sperren, Tür abschließen und wenn nur noch jene leben, die sich vertragen: weißer Rauch!

  5. Thomas Holzer

    Ich bin für die Wiedereinführung des Duells !
    Wenn jeder Politiker mit seinem Leben für seine Worte und Taten einstehen müßte, sähe alles zumindest ein bisschen anders aus, denke ich

  6. gms

    Die eigenen Landsleute gegen deren Willen in den Krieg zu schicken, kam erst mit der Demokratisierung nach der französischen Revolution in Mode, hatten doch erst solcher Art legimierte Vertreter das ihnen eingeräumte Recht, Untertanen per Zwang zwecks Gemetzels in Reih und Glied zu stecken. Wer zuvor als Regent Krieg führen wollte, mußte Geld für Söldner aufstellen, die sich wiederum gegenseitig die Köpfe so einschlugen, daß die übrigen Leute dabei mehr oder minder unbehelligt davonkamen. Es macht schon einen Unterschied, ob man einige Tausend zum Marschieren einkaufen muß, oder einige Millionen dazu zwingen kann.

    Es klingt banal und ist es wohl auch: Privatleute begannen verdammt selten Kriege. Wenn es historisch irgendwo nennenswert gekracht hat, war als Initiator nahezu ausnahmslos ein Staat involviert. Als Gewaltmonopolist kann er am Schlachtfeld denjenigen Untertan erschießen, der sich dem Befehl nicht beugt. Dasselbe Gewaltmonopol kommt heute zum Einsatz gegen jene, die sich dem Wirtschaftskrieg widersetzen.

    Verständlich und akzeptabel wäre ein Staat, der zu Sanktionen aufruft, der seine Bürger ohne Strafandrohnung dazu bewegen will, diese oder jene Handlungen im Kontext ~feindlicher Länder~ zu unterlassen, weil damit einem moralisch höheren Ziel gedient wäre.
    Gewalt aber gegen die eigenen Bürger, damit diese unter Zwang vorgeblich höheren Zielen dienen, ist – ich wiederhole mich – erbärmliche Infamie.

  7. Nimbus59

    Zu den Sanktionen passt es ja thematisch auch ganz gut, wenn wir
    Österreicher einen vom FBI (zuständig für Straftaten innerhalb der USA) erlassenen Haftbefehl gegen einen ukrainischen Staatsbürger wegen angeblicher Bestechung von Politikern in Indien (!) auf unserem Hoheitsgebiet vollstrecken. – Tickt es hier noch ganz richtig?!? Zu wessen Lakaien sind wir bereits verkommen? Gibt es noch ein halbwegs gleiches Maß für andere Staaten als den Weltensherrif ?

    Meine Sympathie für Vladimir Putin wächst zusehends, weil er der einzige zu sein scheint, der ein Gegengewicht zu diesen Allmachtsphantasien
    – wirtschaftlich (“Freihandelsabkommen”,
    – politisch (“Fuck the EU”),
    – menschenrechtlich (Guantanamo)
    der USA darstellt.

  8. FDominicus

    Nun welchen Fehler findet man in der Überschrift “wir sind sonst pleite”. Tja ohne Sanktionen geht es uns ja prächtigst. Wenn wir aber tatsächlich noch nicht Pleite sind, dann bin ich uneingeschränkt für Sanktionen, denn dann sind wir ja angeblich ganz sicher pleite.

    Ich fände es ziemlich gut wenn die Wahrheit so doch noch an’s Licht käme.
    @Nimbus59. Sie werfen Sachen zusammmen die einfach nicht zusammen gehören. Handel ist die Grundlage von Wohlstand, die Politik steht dem immer und überall entgegen.
    Menschenrechtsverletzungen haben nur soviel damit zu tun, wie Sie künstiliche Hürden für den Handel aufstellen. Der Eingriff von Staaten in den freien Handel ist die Verletzung eines fundamentalen Menschenrechts, jedenfalls meiner Meinung nach.

    Den Staat geht es im Grund nichts an, mit was die Leute handeln wollen. Das ist ein angemaßtes Recht wie auch das Recht im eigenen Staatsgebiet, jeden erpressen und berauben zu können.

    Und wenn wir gerade bei großen tollen Staaten sind. Staaten sind die Garanten für Krieg, und Mord. Dazu braucht man sich nur ein wenig in der Geschichte umzuschauen. Nichts und niemand hat mehr Tote zu verantworten als Staaten die gegeneinander Krieg führen.

  9. Christian Peter

    @fdominicus

    ‘Staat verantwortlich für Krieg und Mord’

    das ist völliger Unsinn. Ohne Gewaltmonopol des Staates gäbe es mehr Gewalt und Verbrechen, als man es sich vorstellen möchte. Das Gewährleisten innerer und äußerer Sicherheit und somit der bürgerlichen Freiheit war die Hauptursache der Herausbildung des modernen (Rechts-) Staates.

  10. FDominicus

    @Christian Peter. Ach ja? Dann erläutern Sie uns einfach wer das Massenabschlachten in den Weltkriegen zu verantworten hatte. Die Garanten der “inneren” und “äußeren” Sicherheit…

    Es gäbe mehr Verbrechen? Da antworte ich Ihnen mit Ihren eigenen Worten: “das ist völliger Unsinn”

    Es ist ziemlich pervers für die größten Mörder alle Zeiten zu sein. Gönne ich Ihnen einfach, daß Sie mit Ihrem Staat untergehen. Denn das kann ja nach Ihrer Aussage gar nicht passieren.

    “.. irgendwie und -wo dem Staat, diesem rätselhaften Phantom, das durch die Geschichte der Völker geistert und mit der Vermehrung der Menschheit noch unheimlicher und mächtiger geworden ist als in den Tagen Spartas und des alten Roms.
    Eine angeblich menschliche Einrichtung ist er, der sein dämonisches Grundwesen aber nie verbergen konnte, Garant der Kriege, Brecher der Rechte, Träger aller Gewalttaten gegen das Einzellebewesen, vom Einbruch in den Hausfrieden, von Erpressung und Raub bis zur Einkerkerung, Folter und Mord. Es gelingt wohl dem hochstehenden Gesetzgeber, ja manchmal sogar höchstentwickelten Völkern, den Dämon für eine Weile nutzbringend hinter das Joch zu spannen, aber dann ist’s als riefe er andere aus der ganzen Welt zu Hiilfe. Es hat noch kein Dämon dem Glück der Menschheit dauerhaft gedient.

    Und er (der Staat v. Autor) wendet trotz der gegebenen Garantien allen Scharfsinn auf, das Eigentum zu beschneiden, zu pfänden und am Wachstum zu hindern. Es gibt nur einen Feind des Eigentums, und der heißt Neid

    Ich bin wirklich viel Unsinn gewöhnt, aber Sie setzen dem doch noch mal die Krone auf. Und es ist soweit neben der Realität, daß ich mich wirklich frage, wo leben Sie?

  11. Christian Peter

    @fdominicus

    wenn Sie schwache Staaten so sehr lieben, warum wandern Sie dann nicht nach Afrika aus ? Dort können Sie sich einem der zahllosen mordenden, plündernden und vergewaltigenden Warlords anschließen, das macht sicher mehr Spaß als ein langweiliges Leben in Deutschland.

  12. FDominicus

    @Christian Peter.
    Genau wir haben uns wie zivilisierte Menschen umgebracht. und nein in den Weltkriegen wurde nicht gemordet, geplündert und vergewaltigt, was waren das doch für schöne interessante Zeiten.

  13. Christian Peter

    @fdominicus

    Die Zeiten der großen Kriege sind erfreulicherweise vorbei. Kriege gibt es heute vor allem dort, wo es an starker Zentralmacht mangelt, wie etwa in Afrika, wo Völkermord, Plünderung und Gewalt seit Jahrzehnten zum Alltag der Menschen gehören.

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