Kerns erstes Wunder – Flüchtlingszahlen halbiert

Von | 2. Juni 2016

(MARTIN VOTZI) Vorweg eine leider notwendige Klarstellung: in diesem Kommentar geht es nicht um das Für und Wider einer Obergrenze, auch nicht um deren Höhe, und schon gar nicht um humanitäre Verpflichtungen Österreichs.

Selten hat ein neuer Politiker die in ihm gesetzten Erwartungen so schnell erfüllt wie Christian Kern. Er braucht keine 100-Tage-Schonfrist. Nach zwei Wochen im Amt präsentiert er die erste Überraschung: die im Jänner – also vor nicht einmal fünf Monaten – von der Bundesregierung in Panik ausgerufene Obergrenze bzw. der Richtwert sind noch lange nicht erreicht. Damit korrigiert er die ständigen Falschmeldungen aus dem schwarzen Innenministerium. Gut so. Wir brauchen belastbare Aussagen und nicht Statements mit einer Halbwertszeit von wenigen Wochen oder Monaten.

Kern räumt auf. Warum soll ausgerechnet der Familiennachzug in dieser Obergrenze enthalten sein, wie viele Regierungsmitglieder noch im Jänner behauptet haben?

Und Kern ist ein sorgfältiger Leser. Weder Journalisten, noch das Parlament und schon gar nicht die Bundesregierung haben mitbekommen, dass es doch um „berechtigte Asylanträge“ geht, also um Anträge, für die sich die österreichischen Behörden zuständig erachten. Auch die Bevölkerung kann man nur auffordern, Gesetze und Verordnungen genauer zu lesen. Sich im Nachhinein aufregen gilt nicht.

Zum Glück ist dank Kern jetzt alles geklärt. Alle aus Dublin-III-Staaten eingereisten Asylantragsteller zählen nicht mit. Es bleibt nur die Frage, wie die 11.000 berechtigten Antragssteller nach Österreich gekommen sind.

22 Gedanken zu „Kerns erstes Wunder – Flüchtlingszahlen halbiert

  1. astuga

    Der Apfel fängt im Kern zu faulen an.

  2. Mona Rieboldt

    Das ist das gleiche Lügengebäude wie bei der Arbeitslosenstatistik. Da lassen sie fast 50% aus der Statistik.
    Und was Asylanten angeht, in D werden es seltsamerweise immer weniger und immer mehr, die angeblich freiwillig ausreisen. Demnach dürften wir nur noch 20 Asylanten haben *lach*

  3. Seerose

    Warum und wieso macht die OEVP bei diesem Betrug an der Bevoelkerung mit?

  4. sokrates9

    Halte die Idee Kern zu fragen ob die zitierten 11.000 Antragsteller alle vom Himmel gefallen sind hervorragend!
    Außerdem würde mich interessieren warum man immer alle integrieren muß und nach welchen Richtlinien Asyl gewährt wird! Das unter der Tatsache, dass Österreich zB die größte Tschetschenenkolonie Europas hat!

  5. Herr Superg'scheit

    Genial: Die lt. Kern statistisch falsch mit hinein gerechnten Migranten sind gar nicht da – obwohl sie da sind. Wieder mal linke Realitätsverweigerung vom Feinsten!

    Dank Bundespräs.-Wahl wissen wir aber jetzt wohin mit ihnen: Einfach die blau-grüne Ö-Karte betrachten und den grünen Bezirken zuweisen. Dort freut man sich darauf.

  6. Falke

    @Seerose
    Aus der zweiten Reihe der ÖVP (z.B. Wien-Obmann Blümel, Minister Sobotka) kommt ja Kritik, sogar Aufforderung zum Rücktritt. Mitterlehner verhält sich aber – wie üblich – ganz streichelweich und ruhig, ebenso Generalsekretär McDonald (von dem hört man nie etwas), erstaunlicherweise auch Lopatka und Kurz. Die ÖVP macht ja letztlich immer am “Betrug an der Bevölkerung” mit.

  7. Fragolin

    So sieht das also aus, wenn in Österreich “die Grenzen dicht” sind. 😉
    Wieviel Augenauswischerei lässt sich das Volk eigentlich noch bieten?

    Die “Obergrenze”, die keine ist, hat die gleiche Qualität wie der “Zaun” der keiner ist an der “Grenze” die keine mehr ist. Was für ein Wunder in einem “demokratischen Rechtsstaat”, der keiner mehr ist, geführt von einem “gewählten Kanzler”, der keiner ist, und einem “Präsidenten der Herzen”, der keiner ist, gewählt in einer “Wahl”, die keine war. Die “Volksparteien”, die keine sind, kümmern sich nicht um das Wohl ihres “Volkes”, das keines sein darf, sondern um das der “Flüchtlinge”, die keine sind, und die Umsätze der “Wohlfahrtsorganisationen”, die keine sind, während die “Landesverteidigung”, die keine ist, an der “Grenze” Tee und Obst an “Flüchtlinge” verteilt. Alles verdunkelt, verdreht und umgedeutet von einer “unabhängigen, der Wahrheit verpflichteten freien Presse”, die keine ist.
    Und der letzte Hoffnungsschimmer, der geknickte Strohhalm im zähflüssigen Sumpf, ist den Leuten die FPÖ, eine “Alternative”, die keine ist…

  8. Reini

    … normalerweise einigt man sich auf 50/50, das wären eigentlich 16.500, aber es sind 18.874, also ein Sieg der ÖVP! 😉
    Man könnte meinen, keiner weiß wie viele Asylanträge heuer oder die letzten Jahre in Österreich ausgestellt worden sind, keiner weiß wie viele Flüchtlinge sich in Österreich aufhalten, keiner weiß wie viele weiter reisen oder in Österreich “illegal” untergetaucht sind, keiner hat eine Ahnung von wo die Flüchtlinge herkommen, keiner weiß wie viele Straftäter sich darunter befinden, usw….
    und dann gibt die Regierung eine Zahl mit Selbstzweifel heraus für eine weitere Volksverarschung! … die Regierung ist schon so tief gesunken, das alles in Zweifel gestellt wird!

  9. Falke

    @Thomas Holzer
    Kern hat sich ja schon als ÖBB-General als Rechenkünstler betätigt, indem er das 5 Mrd.-Defizit erfolgreich als “Sanierung” verkauft hat. Nur bei den Schlepper-Kosten für die “Flüchtlinge” hat er sich verrechnet, da hat er noch eine zusätzliche Kostenbeteiligung aus dem Bundesbudget verlangt.

  10. Sven Lagler

    Die Kern- Fusion vermeintlicher Gegensätze eines ehemaligen verstaatlichten Publizistik- Managers : zählt nicht im Sinne von existiert nicht, kostet trotzdem was, schafft aber immerhin Arbeitsplätze

  11. Gitte

    Hat die Regierung noch immer nicht begriffen, dass die Österreichische Bevölkerung keine Flüchtlinge mehr aufnehmen will, geschweige denn “Migranten”. Das Boot ist bereits ÜBERVOLL.

  12. Herbert Manninger

    Wie kamen die Politpackler auf die sagenumwobenen 37500?
    Die Sozis wollten die Hälfte vom Vorjahr (90 000), also 45 000, die ÖVP ein Drittel, also 30 000.
    Kuhhandelergebnis: 37 500
    (Ein Kommaergebnis war bei diesen Zahlen glücklicherweise nicht notwendig)

  13. sokrates9

    Kann mir bitte wer erklären was ein Dublin Fall ist? Meinte Flüchtlinge müssen im 1. Schutzland um Asyl ansuchen! Wenn das stimmt, woher kommen dann 18500 Fälle??- Mit Fallschirm abgesprungen, oder alles Einzelfälle die nicht in das Geweicht fallen?ß

  14. Tom

    Ja, der Kern – unser neuer “Bobby Lugano”. Ich frag mich nur, wer spielt den “Strolchi” ? Ah, der Django könnte den Strolchi spielen, der könnte das glaubwürdig. Den Ex-Kanzler, Werner F. könnten sie in Gastrollen als “Habakuk” auftreten lassen. Mein Gott, Politik kann so unterhaltend sein.

  15. Tom K.

    Ja, der Kern – unser neuer „Bobby Lugano“. Ich frag mich nur, wer spielt den „Strolchi“ ? Ah, der Django könnte den Strolchi spielen, der könnte das glaubwürdig. Den Ex-Kanzler, Werner F. könnten sie in Gastrollen als „Habakuk“ auftreten lassen. Mein Gott, Politik kann so unterhaltend sein.

  16. Thomas Holzer

    @Geheimrat
    Sie sehen, es werden die wesentlichen Dinge als erste erledigt!
    Infrastruktur für Faymann und Fischer (1.Ministerrat unter Kern)
    Diskussion über Befugnisse des Bundespräsidenten
    Diskussion über Kandidaten für den RH-Präsidenten (ja. nicht ganz unwichtig für den Wähöer, aber sowieso ein abgekartetes Spiel)
    Titel für Vertragsbedienstete
    Berechnungsmethode der “Obergrenze”
    Erneut Vergabe einer Studie bez. Reduzierung der Anzahl der Sozialversicherungen (wahrscheinlich die 50. Studie in den vergangenen 20 Jahren)
    und weitere, weil einfach lächerliche, unzählige Beispiele, welche die “Beschäftigung” mit sich selbst beschreiben

  17. Rennziege

    Im Halbieren waren diese selbsternannten (und oft ungewählten, nicht nur in den EU-Tintenburgen) Volkstibunen immer schon stark, wenn es um den Inhalt der Brieftascheln ihrer Untertanen geht; nicht aber in der Deckelung ihrer fürstlichen Apanagen, Diäten und Altersversorgung. Das fällt aber nur einer Minderheit des stimmviehs auf.

  18. Erich

    Zur Aufregung um die Titel: da es keine Pragmatisierungen mehr gibt verschwinden schön langsam (oder schnell) die echten Beamten. Nur diesen standen früher – als Belohnung (“Titel ohne Mittel”) – Titel gemäß ihrer Besoldungsgruppe oder Dienststelle zu. Schon seit Jahren gibt es deshalb immer mehr Professoren und Professorinnen an den Schulen, weil alle Vertragsbedienstete den beamteten Lehrern gleichgestellt wurden.

    Was soll die Aufregung? Mein Betreuer von der privaten Versicherung ist auch “Oberinspektor” und Kommerzialräte sind rein private Titel.

  19. Johannes

    Man merkt wie unerfahren Kern in der Politik ist, was in einem Meeting von Managern als schlauer Schachzug gelten kann, kann in der Politik die größte Dummheit bedeuten. Es geht in dieser dramatischen Situation für Europa und speziell Österreichs nicht um taktische Winkelzüge, wir stehen vor einem Scheideweg, wenn wir es nicht schaffen Migration besser zu steuern wird sich diese Gesellschaft in kürzester Zeit radikal verändern.
    Schon jetzt können sie keine Großveranstaltung mehr abhalten in der nicht von Übergriffen auf Frauen zu berichten ist, jede große Sportveranstaltung wird zu einem unkalkulierbaren Risiko, Terrorgefahr ist allgegenwärtig das Leben ist schon jetzt nicht mehr wie früher. Dennoch gibt es noch immer diese “keine Obergrenze “Mentalität, so fern der Realität wird ein eingeschlagener Weg weiterverfolgt in der Angst jede Einsicht könnte als Fehlereingeständnis von den Skeptikern verwendet werden. Diese Selbstlfesselung verhindert jegliches Auseinandersetzen mit realen, täglich steigenden Gefahren und Risiken.

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