Kinder impfen – oder nicht?

Von | 18. Juli 2021

(MARCUS FRANZ) Anfang Juni 2021 wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Anti-Covid-Impfung für Kinder und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr zugelassen. (Hier ist wichtig zu unterscheiden: Eine Zulassung ist noch keine Empfehlung und die EMA-Entscheidung ist nur eine Erlaubnis, dass mRNA- Impfstoffe für die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren verwendet werden dürfen).

Politisch wurde diese Zulassung als großer Erfolg im Kampf gegen COVID gefeiert. Sowohl der deutsche wie  auch der österreichische Gesundheitsminister bewarben nach der EMA-Zulassung die Kinderimpfung ganz massiv. Der österreichische Minister verstieg sich unlängst sogar zu der definitiv falschen Behauptung, auch die WHO würde die Impfung für alle Kinder empfehlen (was sie nicht tut).

Viele medizinisch ausgebildete Experten, Wissenschaftler und Ärzte sehen die Zulassung hingegen problematisch und mit großer Zurückhaltung: Die Deutsche Ständige Impfkommission STIKO, die wie in Österreich das Nationale Impfgremium NIG grundsätzlich für die Bewertungen von Impfungen und für Impf-Empfehlungen zuständig ist,  hat die mRNA -Impfung nach der Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nur für besondere Risikogruppen empfohlen: nämlich ausschließlich für schwer vorerkrankte Kinder (Gendefekte, chronische Leiden etc.). Diese Kinder könnten von der Impfung profitieren. Es gibt im Widerspruch zur offiziellen politischen Haltung seitens der STIKO aber definitiv keine allgemeine Empfehlung, alle Kinder ab 12 damit zu Impfen.

Diese Entscheidung ist relativ einfach begründbar, auch für Laien nachvollziehbar und es gibt am STIKO-Spruch eigentlich nichts zu rütteln: Die STIKO sagt zu Recht, dass COVID für Kinder kaum ein Risiko darstellt, denn es gibt bei Kindern fast keine schweren Krankheitsverläufe und es ist daher nicht zu verantworten, eine völlig neue Impfung mit einem absolut neuen Wirkprinzip, dessen Langzeitwirkung man nicht kennt und dessen Risiken noch nicht ausreichend erforscht sind, für alle Kinder zu empfehlen. Aus  Sicht des Expertengremiums sei es ganz klar, von einer allgemeinen Empfehlung abzusehen – so wie das dann auch im Deutschen Ärzteblatt verlautet wurde:

Ziel der STIKO sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft. „Dies erfolgt unabhängig von Meinungen und Wünschen von Politikern und der pharma­zeutischen Industrie.“

Dazu muss man wissen: Die Zulassungsstudie beruht auf der Testung von nur ca. 2000 kindlichen Probanden. Etwa 1000 Kinder wurden dabei geimpft, die anderen erhielten ein Placebo. Es gab in der Verum-Gruppe (also in der Gruppe der geimpften Kinder) leichte Vorteile. Medizinstatistisch sind solche kleine Studien aber sehr fragwürdig und besonders dann problematisch, wenn das Risiko, von der Infektion betroffen zu sein, nur eine ganz geringe Zahl von Menschen betrifft.

Laut den Daten der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DKPI) sieht die Datenlage folgendermaßen aus: Von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland mussten seit März 2020 nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden und es verstarben nur 4 Kinder an ihrer Infektion (das sind < 0.00002% der Infizierten). Zur Einschätzung der Größenordnung Anzahl der der zweifellos traurigen Todesfälle: 2019 verstarben in Deutschland 55 Kinder im Straßenverkehr, 19 Kinder ertranken beim Baden.

Über die Risiken der Impfung ist aufgrund der zeitlichen Kürze ihrer Verfügbarkeit noch wenig bekannt. Man weiß allerdings schon, dass mittlerweile eine signifikante Zahl an geimpften Jugendlichen an einer impfbedingten Herzmuskelentzündung erkrankt ist. Was mit den kindlichen Immunsystemen langfristig durch die Verabreichung der genbasierten neuen Impfungen passiert und ob es eventuell schwerwiegende Folgen geben wird, ist naturgemäß noch völlig unbekannt.

Interessant ist, dass trotz der stringent argumentierten Empfehlung bzw. Nicht-Empfehlung der deutschen STIKO das österreichische Nationale Impfgremium (NIG) eine gegenteilige Meinung vertritt: Das im Gesundheitsministerium ansässige NIG hat bei uns die Impfung für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 empfohlen – ohne wesentliche Einschränkung.

Auch die offiziellen Vertreter der Kinder- und Jugendmedizin sowie das Impfreferat der Österreichischen Ärztekammer haben sich dieser praktisch uneingeschränkten Empfehlung angeschlossen und favorisieren die Impfung für alle Kinder ab 12 Jahren. Die Politik tut das sowieso. (Übrigens wollen auch die deutschen Regierenden über die Entscheidung der STIKO „drüberfahren“ und möglichst viele Kinder bis zum Schulbeginn impfen.)

Hier tun sich aber einige heikle und bis dato unbeantwortete Fragen auf:

Warum kommt Österreichs Impfgremium (bei Benützung derselben Datengrundlagen!) zu einem diametral anderen Ergebnis als Deutschland?

Warum wird in Österreich die Gruppe der 12-15-Jährigen dafür instrumentalisiert, die angestrebte Herdenimmunität zu erreichen, wenn laut aktueller Datenlage doch erstens gar nicht klar ist, ob dieselbe überhaupt herstellbar ist und, zweitens, das längerfristige Risiko der neuen Impfung für die Kinder noch gar nicht abschätzbar ist?

Gibt es eine medizinethische Argumentation oder eine Begründung dafür, die Kinder und ihr sich erst entwickelndes Immunsystem einer möglichen Gefährdung durch die mRNA-Substanzen auszusetzen, wo doch das kindliche Krankheitsrisiko durch COVID nachweislich so extrem gering ist?  Wozu sollte man denn da überhaupt impfen?

Warum raten führende deutsche Kinderärzte wie Prof. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, explizit dazu, mit der Impfung noch abzuwarten?

Warum sagt z.B. der wissenschaftliche Leiter des mRNA-Impfstoff-Erzeugers CureVac, er würde die Kinder nicht mit einer mRNA-Substanz impfen?

Und warum gibt es über diese Fragen in Österreich keine offene Debatte und keine objektive Beratung der Betroffenen, sondern nur die mit Verve vorgebrachten Impf-Empfehlungen samt manipulativ gestalteter Info-Flyer, in welchen die Kinderimpfung als einzige Möglichkeit zur Rückkehr in ein normales Leben dargestellt wird?

 

 

 

 

 

 

7 Gedanken zu „Kinder impfen – oder nicht?

  1. CE___

    Sehr guter Artikel von Herrn Franz.

    Für mich hat diese ganze Corona-Chose schon seit allerspätestens April 2020 nichts mehr, aber auch gar nichts mehr, mit nüchternen rationalen wissenschaftlichen Gesundheits- oder Risikoabwägungen gegen ein Virus zu tun.

    Man kann die Tatsachen nicht oft genug wiederholen damit die Geschichtsschreibung kommenden Generationen, zumindest in dem eigenen kleinen Kreis, keinen Bären aufbinden kann:

    Die Politik und Bürokratie hat sich auf die Wunderwaffe “Impfung” auf Gedeih und Verderb festgelegt, nachdem man vorher einerseits mit einer beispiellosen Angst- und Panik-Kampagne ein guten Teil der Menschen schwerstens, wahrscheinlich unrettbar, traumatisiert hat (und dies auch weiter tut), und zweitens mit dem Einsperren der Leut’ daheim und dem Zusperren von Betrieben die (Welt)Wirtschaft implodiert hat (was nur “dank” Notenbank-Gelddruckorgien bisher einmal übertüncht werden konnte).

    Wo nun auch nur das kleinste Zurückschieben aus dieser Sackgasse nach nun mehr als 1 1/2 Jahren einer Totalniederlage gleichkäme.

    Verschlimmert wird diese Situation noch dadurch das sich die Pharma-Industrie schon sehr sehr lange schlicht und ergreifend in die Politik und (Gesundheits?)-Bürokratie, na’ sagen wir es so, “eingekauft hat” und ihr Zeug an den Mann/Frau bringen will, mit allem Druck und aller Macht der zur Verfügung steht.

    Nur ist hier erstmals auch jener gesellschaftliche Dammbruch erfolgt dass vorher das Kaufen des Pharma-Zeugs immer in letzter Konsequenz noch eine individuelle Entscheidung war, während nun aber einem jeden Menschen irgendein husch-pfusch ungeprüftes Pharma-Zeugs im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut hinein-injiziert werden soll (und oft schon getan wird) ansonsten man zum rechtlosen Subjekt degradiert wird.

    Aber gut, vielen Leuten taugt bisher immer noch ungemein sich zum rechtlosen Schlachtvieh degradieren zu lassen welches in die Schützengräben und Niemandsländer, pardon, Impfzentren, hineingetrieben wird, mal mit mehr mal mit weniger nötiger Propaganda, im “Krieg gegen den Virus”.

    Heut’ reiben sich Pharma-Firmen und eingekaufte Milliardäre und Politiker die Hände, vor bisschen mehr als hundert Jahren waren es die Munitions- und Granaten-Fabrikanten.

    Und das sag’ ich selber als Unternehmer, aber vor allem als Mensch.

  2. Sokrates9

    Absoluter Skandal wie hier zu Lasten unserer Kinder agiert wird,andererseits der russische Impfstoff mir dem schn Millionen geimpft wurden nicht zugelassen wir!Beweist die Unabhängigkeit dieser österreichischen Behörde!

  3. Sven Lagler

    Sehr geehrter Herr Dr. Franz, finde es sehr schade, dass Sie nicht mehr auf OE24 zu sehen sind.

  4. Falke

    Der letzte Absatz wirft die wohl wichtigste Frage auf, und zwar ganz allgemein, keineswegs nur auf die Kinder beschränkt: “Warum gibt es über diese Fragen in Österreich keine offene Debatte und keine objektive Beratung der Betroffenen …?” Es gilt nur das Prinzip “Friss oder stirb”; jeder, der auch nur irgendeine Facette der von der Politik oder der von ihr abhängigen Medizin als “absolute Wahrheit” dekretierten Fakten in Zweifel zieht, wird sofort mundtot gemacht, als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert sowie beruflich und gesellschaftlich fertig gemacht. Diese Vorgangsweise ist, nebstbei bemerkt, auch kontraproduktiv für die von der Regierung so sehr gewünschte Totalimpfung der Bevölkerung. Wenn auf die Argumente der (durchwegs fachlich qualifizierten) Impfskeptiker gar nicht eingegangen wird, muss ich als medizinischer Laie wohl annehmen, dass diese zutreffen.

  5. Nightbird

    Vom Kinder impfen ist abzuraten. Den geringen Nutzen den möglichen Nebenwirkungen gegenüber zu favorisieren ist IMO bewusste Kürperverletzung. Dies gilt im Grunde auch für Erwachsene, die sich natürlich freiwillig entscheiden sollen/können/dürfen. Das Risiko muß dann allerdings auch akzeptiert werden.
    Ein “Das habe ich nicht gewusst” gilt dann nicht.

    Die Grenze sehe ich nicht nur ausschliesslich in der Volljährigkeit (wann ist man denn schon wirklich volljährig?) sondern auch in der geistigen Reife, das Positive und das Negative wirklich zu begreifen und gegeneinander abzuwägen. Aber besonders gilt das für Kinder!

    “Warum kommt Österreichs Impfgremium (bei Benützung derselben Datengrundlagen!) zu einem diametral anderen Ergebnis als Deutschland?”

    Der Beraterstab des Kanzlers setzt/setze sich durchaus aus Fachleuten verschiedener Fachgbiete zusammen, die untereinander auch konträre Ansichten hatten. Mehrere dieser Fachleute (Sprenger, ein Arzt der Uni-Innsbruck) sind zu Beginn auch bereits aus diesem Beraterstab freiwillig ausgeschieden, da ein Zusammenarbeiten scheinbar unmöglich wurde und Kurz ihre Meinungen negiert hatte bzw eVorstellungen/Absichten hatte.

    Dazu gibt es ein Parlaments-Protokoll: Wer berät den Kanzler und warum hat dieser Schwierigkeiten mit den Meinungen anderer? ( https://t1p.de/a89j) und (https://t1p.de/mnlx)

    Noch da wird BK Kurz von Antonella Mei-Pochtler beraten, die der Ansicht ist: “Die Österreicher müssen sich daran gewöhnen, überwacht zu werden!” (Corona-App). Ihrer lebensphilosophie zufolge ist ihr “die Demokratie im Weg!”

    @ Falke
    Dein Eindruck ist richtig. Aber dieser Knoten ist recht einfach aufzulösen.
    Nach bisher geschätzen 18 Monaten Propaganda und Meinungsterror von Kurz & Co. kann Basti nicht mehr zurück. Er steht bereits mit dem Rücken an der Wand. Auch wenn er’s gekonnt wie ein Showmaster überspielt. Ein “Ich habe mich geirrt, falsch entschieden” gibt’s bei Kurz nicht. Diesen, seiner Meinung nach zu erwartenden Gesichtsverlust wird er nicht riskieren. Sein Ego lässt es nicht zu.

    Wer die hinter den Entscheidungen zum Impfterror (ich kann’s nur so bezeichnen) von Kurz & Co. anschaut, muß folglich zu dem Ergebnis kommen: Man will keinen Bürger, der selbst denkt, selbst/frei handelt! Man will sich einen Bürger herantrainieren, der brav, folgsam und unterwürfig alles befolgt. Der Bürger braucht nur das zu wissen, was im Sinne der Führung ist. “Er versteht’s ja ohnehin nicht!” [Ironie off].
    BTW Auch die Soldaten der US-Armee bekommen nur jene Information, die für den momentanen Einsatz unbedingt notwenig ist. Selber denken, Fragen stellen sind nicht nur unerwünscht sondern strikt verboten!

    Kritiker, anders denkende Spezialisten kann man nicht gänzlich mundtot machen, daher werden sie mies gemacht. Als Verschwörungstheoretiker, rechte Spinner tituliert, gebrandmarkt. Der Vergleich an des Kaisers Zeiten, wo alle noch Untertanen waren, liegt durchaus auf de Hand. Auch andere Statsformen jenseits einer/unserer Demokratie – die ohnehin nur mehr ein müder Abklatsch ihrer selbst ist – bedienen sich solcher Vorschriften, Anordnungen. Das lässt durchaus darauf schliessen, was Kurz & Co. vorhaben.

    lG, Nightbird

  6. Nightbird

    @ CE__
    Bin zu 100% Deiner Ansicht.
    Mir geht schon lange der Vergleich Kriegsgewinnler : Krisengewinnler im Kopf herum.

    lG, Nightbird

  7. Thomas F.

    Ich frage mich, wie man zu den 2000 Kindern gekommen ist, denen man das testweise hineingespritzt hat. Sie tun mir sehr leid.

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