Klassenfeind ist nicht gleich Klassenfeind

Unglaublich: VW-Chef Winterkorn hat 13,2 Millionen Euro verdient. In Amerika verdienen Spitzenleute sogar noch mehr. Da haben ja doch Gewerkschaften & Co mit ihrem Kampf gegen Spitzenverdiener recht. Oder? Nein, dieser Kampf ist verlogen. Recht hätten sie nur, wenn auch Gewerkschaftsbosse ein großes Unternehmen managen könnten. Recht hätten sie nur, wenn Unternehmen ihre Zentralen nicht in andere Länder verlegen könnten. Recht hätten sie nur, wenn genauso die Gehälter von Sängern und Spitzenportlern veröffentlicht würden. Die bewegen sich nämlich ebenfalls mit Spitzen im zweistelligen Raum, obwohl deren Bezieher nicht für Milliarden an Altersversorgung und eine sechsstellige Anzahl von Mitarbeitern verantwortlich sind. Alleine in Spanien haben überdies Fußballvereine Schulden in Milliardendimension, wovon die maroden Banken einen Großteil nie wiedersehen werden. Dazu kommt, dass Sportler in vielen Ländern – wie auch Österreich – steuerliche Privilegien haben. Diese Gehälter und diese Privilegien werden dennoch nie thematisiert. Weil sie nicht so einfach in Geschäftsberichten zu lesen sind. Und weil die Gewerkschaften in ihrem Masochismus nur die Firmenchefs als Klassenfeinde sehen, nicht jedoch Sänger hinter ihren Mikros und Kicker hinter ihrem Ball. (TB)

5 comments

  1. Reinhard

    “…nicht jedoch Sänger hinter ihren Mikros und Kicker hinter ihrem Ball.”
    Und das ist auch gut so, denn es geht die Gewerkschafter schlichtweg einen feuchten Dreck an, was jemand verdient, der nicht in ihren Reihen organisiert ist. Egal ob Groß- oder Kleinunternehmer, Sänger, Autor oder Sportler.
    Bei jenen kommen sie immer in Argumentationsnot, weil es besonderer persönlicher Fähigkeiten und Leistungen bedarf, um ganz nach oben zu kommen. Der von Neid zerfressene Pöbel glaubt aber sofort, dass Firmenchef eines Großkonzerns jeder werden könnte, wenn da nicht eine “gläserne Decke” eingezogen wäre, jenseits derer sich ein elitärer Männerclub an den Früchten der Arbeit anderer bediene.
    Man kann Gewerkschafter nicht daran hindern, ihr eigenes Handeln und Denken auf andere zu projizieren. Denn als Arbeitgeber und Vertragspartner sind Gewerkschaften und politisch vor Allem links durchseuchte Vereine die knausrigsten, preisdrückendsten und unzuverlässigsten. Dort mästet sich nur eine (meist versippte und verschwägerte) Oberschicht an den Zwangsabgaben und von verblendeten Idioten freiwillig geleisteten Beiträgen, lässt sich im Dienstwagen zum Brunch mit Sekt und Brötchen in ein Seminarhotel karren und von einem Caterer mit polnischen und ungarischen Billig-Leiharbeitern bedienen.
    Dass diese Bagage es sich nicht vorstellen kann, dass es Chefs großer Firmen gibt, die mit ihrer Belegschaft in der Kantine essen, ist klar. Salonsozialisten sind die schlimmsten von Allen – sie fordern vornherum mehr Wohlstand für Gebäudereiniger, beschäftigen aber selbst eine billige ukrainische Putze, und ihr größter Alptraum wäre, diese bei ihrem Urlaub in einem Fünf-Sterne-Ressort wiederzutreffen.

  2. Thomas Holzer

    Ergo, wie von mir schon des Öfteren gefordert:
    Abschaffung aller steuerlichen Ausnahmebestimmungen (auch Steuerprivilegien für Sportler 😉 ) sowohl für Angestellte als auch Unternehmen und Selbständige
    Abschaffung aller Subventionen und Förderungen (auch und natürlich für Parteien und Medien)
    Abschaffung aller! Zwangsmitgliedschaften
    Abschaffung der Landtage mit ihren voll bezahlten “Handhebern”, Umstellung auf Sitzungsgeld
    Abschaffung des 13., 14. Gehaltes
    Abschaffung aller Lohnnebenkosten
    Einführung der Selbstveranlagung
    Einführung einer flattax

  3. Christian Peter

    Hier geht es nicht um Klassenkampf, sondern um Eigentümerrechte, denn durch Gehaltsexzesse werden vor allem die Eigentümer (Aktionäre) der Unternehmen geschädigt. Letztere haben in Deutschland noch immer keinerlei Mitspracherecht über die Höhe der Vergütungen des Managements. Statt in der Hauptversammlung werden diese von einer Handvoll Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat mit dem Management ausgehandelt.

  4. Thomas Holzer

    Die Einzigen, welche die Berechtigung haben, zu entscheiden, ob ein Gehalt in einem Unternehmen exzessiv ist oder nicht, sind die Eigentümer.
    Weder die Medien, noch NGOs, noch Gewerkschaften, Kammern, Parteien oder wer auch immer.
    Nicht -in diesem konkreten Fall- Volkswagen hat sich selbst das Aktienrecht zurechtgeschrieben, sondern es war die Politik.
    Man verwechsle nicht immer Ursache mit allfälliger Wirkung

  5. gms

    Christian Peter,

    “Hier geht es nicht um ..”

    Einmal mehr ist diese von Linken jeder Farbe bis zum Erbrechen strapazierte Hohlphrase das Präludium für gequirrlten Bullshit.

    “.. Klassenkampf, sondern um Eigentümerrechte, denn durch Gehaltsexzesse werden vor allem die Eigentümer (Aktionäre) der Unternehmen geschädigt.”

    Als brauner Sozialist werden Sie bislang mutmaßlich noch nie Aktien besessen haben. Andernfalls hätte sie nämlich ein Mindestverständnis dafür, wieviele Cent-Bruchteile Sie bei anderen Regelungen mehr an Dividenden bekommen hätten.

    Den nächsten Level der Lächerlichkeit erreicht Ihr Exzess-Gelaber ausgerechnet im Kontext der hier thematisierten Volkswagen-AG, erhalten doch dort die Inhaber der Vorzugsaktien aliquot mehr vom Gewinn, als die Halter der stimmberechtigten Aktien mit ihren Abgesandten in der Eigentümervertretung.

    Diejenigen also, die sich selbst in Peter’scher-Klassenkampfmanier ein größeres Stück vom Kuchen zuschanzen könnten, indem sie gehaltlich den Vorstand an der kurzen Leine führen, votieren ausgerechnet für Gegenteiliges. Offenbar macht es einen Unterschied, ob man bei einem erfolgreichen Unternehmen etwas zu sagen hat, oder wie Sie schon mit einem Saftausschank am Strand und dem dafür nötigen Wissen um die Grundrechnungsarten überfordert wären.

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