Klaudia Tanner, die Totengräberin

(GEORG VETTER)  Klaudia Tanner macht das, was von ihr zu erwarten war: Sie führt den Weg der Republik in die unbewaffnete Neutralität konsequent fort. Die jüngsten Budgetzahlen geben diesem Befund Recht.
Über die nächsten vier Jahre bleibt das Heeresbudget im Wesentlichen auf dem heutigen Stand. Es gibt nicht einmal eine Inflationsanpassung. Da bereits heute mehr als 70 Prozent des Budgets für Personalausgaben aufgewendet werden müssen und diese ständig steigen, ist für den Sachaufwand immer weniger Geld vorhanden. Investitionen sind auf dieser Basis ausgeschlossen. Sollten Neuanschaffungen tatsächlich unumgänglichen sein, muss die Ministerin jedes Mal beim Finanzminister bittstellen gehen. Auf dieser Basis ist nicht einmal eine mittelfristige Planung möglich. Abgesehen davon zeigt eine solche Behandlung des Bundesheeres die Geringschätzung der Landesverteidigung insgesamt. Die Republik zeigt unverhohlen Verachtung für jene, die den Kopf für sie hinzuhalten bereit sind.
Der Staat wendet derzeit 0,54 Prozent des BIP für das Verteidigungsressort auf – Tendenz absteigend. Stattdessen müsste Österreich 1 des BIP bereit stellen, um halbwegs ernst genommen zu werden. In der NATO werden 2 Prozent erwartet. Thomas Starlinger, Kurzzeitexpertenminister und Adjutant des grünen Bundespräsidenten, hat auf den Finanzierungsbedarf und den bedenklichen Zustand des Bundesheeres seinerzeit eindringlich hingewiesen. Selbst Alexander van der Bellen zeigt heute mehr Realitätsbewusstsein als die türkise Truppe.
Wir hingegen lernen Klaudia Tanner kennen. Gegenüber Airbus hat sie laute Töne gespuckt und ist in der Folge ignoriert worden. In der Innenpolitik macht sie es ebenso: Nach außen spricht sie von erhöhtem Budgetbedarf und beschwört gegen alle Experten die volle Einsatzbereitschaft des Bundesheeres. Innerhalb der Bundesregierung trägt sie zum Tod der Armee bei.
Irgendwie erinnert Klaudia Tanner an Pamela Rendi-Wagner: Fröhliche Totengräberinnen helfen der Sache nirgends nicht weiter.

13 comments

  1. Rado

    Irgendwie erinnert Claudia Tanner an viele vor ihr aus der ÖVP. Insbesondere an diejenigen aus dem ÖVP Bauernbund welche nur selten um politische Flexibilität hin nach dem alten 68er-Links verlegen waren. Franz Fischler, Andrä Rupprechter, die Prölls und viele andere Bauernbündler. Lediglich Molterer war da eine positive Ausnahme.

  2. sokrates9

    Der Oberste Befehlshaber des Bundesheers der noch vor 1 Jahr das Bundesheer unter schwarz- blau in akuter Gefahr sah, scheint wieder mal ( altersbedingt?) eingenickt zu sein!
    Aber die Entwicklungshilfe steigt und soll laut Forderung der Grünen mindestens 1% vom BIP betragen!

  3. Mourawetz

    Auch mir sind die lauten Töne Tannerds gegenüber Airbus aufgefallen. Dieser Theaterdonner war überflüssig, man weiß was darauf folgt, nämlich nichts.nachdem sie sich abreagiert hat in aller Öffentlichkeit.

  4. Rizzo C.

    Da ist sie wieder, die alte dunkelschwarze ÖVP-Tante! Sie lebt munter wie eh und je, trotz vermeintlicher Kurz-Transformation zu Neue-Türkis-Partei. Sie verlangt nach Proporz-Versorgungspöstchen für ihre Bünde-Klientel und Tanner ist ein typisches Beispiel dafür, völlig kompetenzfrei und hilfslos herumfuhrwerkend. Wer wählt sowas? Natürlich nur irgendein dunkelschwarzes Parteigremium, niemand sonst braucht so ein Pferdegesicht.

  5. Der Realist

    Erschütternd ist nur, dass solche Leute, die nur durch ihr extrem harmloses Gemüt auffallen, überhaupt in solche Positionen gehievt werden. Die Köstinger ist auch um nichts besser.

    @Rizzo C. die wurde ja nicht gewählt, die hat der Nasenbär in die Regierung gedrückt.

  6. Falke

    Warum Kurz ausgerechnet für das Verteidigungsressort eine völlig ahnungslose Quotenfrau nominiert hat, ist wohl sein Geheimnis.

  7. astuga

    Gibt’s eigentlich schon Wickeltische in den Kasernen?
    Das wäre doch eine Aufgabe für sie, ganz nach deutschem Vorbild…

  8. sokrates9

    Wieder ein schöner Beweis dass eine Quotenregelung nur eine Nivellierung nach untern bringt!

  9. Johannes

    Die Österreichische Einstellung: Wir sind neutral und wenn es ernst wird müssen uns die anderen verteidigen.
    Die Schweizer Einstellung: Wir sind neutral und wenn es ernst wird stehen wir bereit unsere Freiheit selbst zu verteidigen.

  10. fxs

    Was ich vermisse ist ein realisitisches Gefahrenbild. Die Panzerschlacht im Marchfeld, von der man zu Zeiten des Kalten Krieges ausging, wird’s wohl nicht mehr spielen. Österreicu ist, abgesehen von Lichtenstein und der Schweiz von Natostaaten umgeben. Auf einen klassichen miliärischer Angriff werden wir uns wohl nicht einstellen müssen/können. Selbs wenn wir der Nato misstrauen, uns gegen einen Angriff der Nato zu verteidigen sprengt wohl die Grenzen des möglichen. Realistische Konfliktbilder schauen wohl anders aus. Man muss ja nur sehen was so international passiert. Regime Change Versuche unter Ausnutzung interner Konflike mit massiver Finanzierung von passenden Aktionen durch NGOS und “Zivilgesellschflt” Anschließende “Reaktion auf Verstöße gegen die Menschenrechte” durch Sicherheitsorgane. Eventuell Luftangriffe zur Unterstützung der vorher finanzierten NGOS “gegen Verstöße gegen die Menschenrechte” von “Demonstaranen”. Panzerarmeen sind hier wohl fehl am Platze.

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