Kleine Sonntagspredigt

Von | 16. Oktober 2016

Der Ausgangspunkt von Liberalismus und Anarchismus ist identisch: Der frei geborene Mensch solle Souverän seiner selbst sein. (Stefan Blankertz)

5 Gedanken zu „Kleine Sonntagspredigt

  1. Fragolin

    Der Unterschied: der Liberale respektiert dabei die Person und das Eigentum des Anderen. Dem Anarchist ist alles und jeder egal. Der Liberale sieht das freie Individuum als Teil einer Gesellschaft, der Anarchist sieht nur sich.

  2. Fragolin

    Und noch einer: Der Liberale akzeptiert, dass jede Gesellschaft Grundregeln des friedlichen Miteinanders benötigt, weil die Freiheit des Einzelnen da aufhört, wo er anderen Schaden zufügt, der Anarchist hingegen nimmt Schaden an Leib und Leben anderer schulterzuckend in Kauf.

  3. Herzberg

    @Fragolin

    .. der Anarchist hingegen nimmt Schaden an Leib und Leben anderer schulterzuckend in Kauf.

    Der Anarchist lehnt alle Regierungsformen ab, sonstige Zuschreibungen entbehren jedweder Grundlage.

  4. Fragolin

    @Herzberg
    Nein, entbehren nicht. Das Verhalten selbsternannter “Anarchisten” reicht von Diebstahl über Sachbeschädigung bis hin zu aggressiver Gewalt gegen jeden, der sie in ihrem Tun behindert. Das ist Grundlage genug.
    Warum auch Anarchistengruppen immer eine Anheizer und Aufhetzer, Organisatoren und Veralter haben, die unter dem Strich nichts anderes sind als ihre Regierung, ist da nur noch eine Frage, die sich am Rande stellt.
    Dass Liberale grundsätzlich Regierungen ablehnen, sich aber um des Friedens Willen mit den bestehenden arrangieren, ist ein Grund ihrer Schwäche. Trotzdem haben Liberale für die Freiheit des Einzelnen im Rahmen bestehender Gesellschaftsordnungen mehr erreicht als Anarchisten. Die am Ende ja auch nicht gegen die Mehrheit bestehen können und nicht mehr erreichen als trotzige Rüpelei.
    Und beide gehen unter und verlieren alles in Diktaturen, wie aktuell eine heraufdämmert.

  5. Herzberg

    @Fragolin,

    Das Treiben der “SAntifa”, sprich der “selbsternannten Anarchisten”, ist kein Maßstab zur Beurteilung dessen, was Anarchie in seinem Innersten ausmacht und von Stefan Blankertz (siehe Zitat oben) auf den Punkt gebracht wurde. Zu diesem Urteil muß kommen, wer auch nur eine Minute aufbringt zu erfahren, was dieser Mann sonst noch geschrieben hat.

    Wer Anarchie mit illegitimer Gewalt gleichsetzt, hält oftmals auch Glatzköpfe mit Bomberjacken und Springerstiefeln für den Inbegriff des Rechtsextremismus, oder erkennt in Pazifisten ausnahmslos Lämmer, die sich bar jeder Gegenwehr abschlachten lassen. In einem Zeitalter der Verkürzungen, Verdrehungen und Begriffskaperungen beziehungsweise -verwirrungen, läßt sich alles irgendwie gleichsetzen, in einen Topf werfen und als vorgebliches Paradebeispiel rauziehen, was thematisch zufällig gerade oben schwimmt — und das sind tatsächlich allenfalls “selbsternannte Anarchisten”, über deren Wesen und Wirken hier nicht die geringste Uneinigkeit besteht.

    In einer tatsächlich anarchisch verfaßten Gesellschaft wäre diesen Gruppierungen rascher der Boden entzogen, als man hierzulande den Polizeinotruf wählen kann.

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