Kommt mir nicht mit „Wir Frauen“

(von F. Jordan, sieh auch ganz unten)  Seit Jahren vermeide ich es, das Wort „Frau“ zu verwenden. Ich schrecke regelrecht davor zurück. Und bevor Sie fragen: Nein – ich habe kein Genderproblem. Aber eines mit wehleidiger Arroganz und auf Opfer getrimmter Feigheit, die Benachteiligung brüllt und in Wahrheit Privilegien meint und die mich via Medien und Politik unter ihre Fuchtel zwingt einzig aus dem Grund, weil unsere Geschlechtsapparatur dieselbe ist.

Das Ganze Selbstbestimmung, Emanzipation und Befreiung zu nennen und gleichzeitig und ohne Not den Grossteil der Geschlechtsenossinnen in gröbster Instrumentalisierung auf ein Niveau lendenlahmer und eigennütziger Scheingefechte herunter zu zerren, ist an Hohn kaum zu überbieten. Ihr seid genauso gewalttätig wie Ihr es den Männern zu sein vorwerft – bloss auf andere Weise. Es ist der perfide Ausdruckstanz des Denunziatorischen, den Ihr zum eigenen Vorteil in Perfektion aufführt.

Oder wie anders soll man es bezeichnen, wenn Ihr vor Gericht oder an die Öffentlichkeit geht mit nichts anderem als Vermutungen, Verleumdungen, Anschuldigungen und einem resoluten „Ich bin mir sicher, dass er es war“?  Geht’s noch dümmer? Noch arroganter? In was für einer Parallelwelt lebt Ihr denn, dass Ihr denkt, die Justiz sei (schon) dasselbe, wie die auf Krawall gebürstete Journaille, wo gerne und selbstverständlich ohne auf Belege angewiesen zu sein, auf Vorrat guillotiniert wird, worauf Ihr wehleidig mit dem Finger zeigt?

So wie Ihr die Frauen darstellt, sind wir – so scheint es mir – gerade auf dem Weg dahin, wo diese nicht nur völlig asexuell und unweiblich sind, sondern in jeder Hinsicht auch willen- und hilflos, desinteressiert und passiv. Ist das Eurer Frauenbild, Eure Zukunftsvision? Aus den Frauen mit Gewalt das buchstäblich und diesmal richtig „schwache Geschlecht“ zu machen? Ich glaube nicht – Ihr wollt bloss eine Rückversicherung für persönliches Scheitern an der von anderen erkämpfter Freiheit, Ihr wollt Selbstbestimmung aber möchtet gerne und sicherheitshalber auch die Garantie des behördlichen Durchgewunkenwerdens für den Fall, dass ihr sie nicht berappen könnt (nicht nur finanziell) und nicht kriegt, was ihr wollt oder einfach nicht die Leistung bringt und den Mut aufbringt, die Freiheit von einem selbstverantwortlichen Individuum fordert.

Belästigung? Erniedrigung? Diskriminierung? Geringschätzung? Damit mich keiner falsch verstehe: Natürlich gibt es das. Es ist nicht angenehmen, kann erschrecken und Beklemmung auslösen. Aber es gleichzusetzen mit einer Vergewaltigung, wie das heute gerne gemacht wird, oder zu sagen, es sei quasi ihr zwingendes Vorspiel, ist Schwachsinn. Erstens ist alles auch immer eine Interpretiationsfrage, zweitens haben die Frauen solches nicht für sich gepachtet, drittens ist es eine Minderheit der Männer (genau wir Ihr), die belästigen, erniedrigen und diskriminieren und viertens sind wir – zumindest dem Alter nach – erwachsene Menschen, die auch erwachsen reagieren können und nicht wie Kinder, die mit den Füssen stampfen und petzen.

Fakt ist – zumindest meiner 44jährigen Erfahrung nach: Echte Männer haben Sexismus nicht nötig. Weder müssen sie Frauen mit Gewalt in ihre Betten zerren, noch fürchten sie den offenen Wettbewerb von Ideen und Kompetenzen im Beruf. Das Gegenteil ist der Fall: Ihre Achtung vor Frauen, der Respekt sind oft eine Verehren. Die Partnerin, die Mutter, die Schwester, die Kollegin, die Freundin und Bekannte. Auch wenn sie sie gerne und mit Schalk die „Weiber“ nennen. Gerade dann.

Wer das versteht und erlebt, begreift, dass die Neofeministinnen von heute nicht so sehr den Mann fürchten und bekämpfen, sondern die Konkurrenz auf Gebieten, wo Leistung zählt. Wo es darum geht, persönlich ins Risiko zu gehen, Grenzen zu überschreiten: Sei es bei der Umwerbung einer begehrten Person, oder bei der Bewerbung um einen Job. Die Taktik, solches Grenzüberschreiten als patriarchale Gewalt und Diskriminierung der Frau zu brandmarken, ist im Grunde nur eins: Ablenkung vor der eigenen Angst vor Zurückweisung. Und damit Angst vor den Möglichkeiten, die unsere Mütter und Grossmütter für uns errungen haben. Im Grunde ein Offenbarungseid.

Die Autorin betreibt das Blog Frank Jordan, dem dieser Text entnommen ist.

9 comments

  1. Josi

    Als Frau muss ich sagen – stimme vollinhaltlich zu. Und in meinem Bekanntenkreis gibt es nur Frauen, die auch so denken.

  2. Falke

    Die Autorin sollte eigentlich wissen, dass auch die Justiz immer mehr dazu übergeht (aus Feigheit, aus Angst vor dem medialen und sozialen Shitstorm), reine Beschuldigungen gegen (weiße, ältere) Männer als bewiesene Tatsachen einzustufen. Das jüngste Urteil gegen Sigrid Maurer ist da noch eine Ausnahme – allerdings hat wohl jeder mitbekommen, welche Aufregung, Hetze und Hass aus linksfeministischer Ecke es hervorgerufen hat.

  3. Der Realist

    Solange sich Frauen massenweise für Misswahlen und Castingshows bewerben um irgendeinen Titel oder in drittklassigen Filmen auch nur eine Nebenrolle zu ergattern, brauchen mir die Frauen nicht damit kommen, dass sie nur auf ihre Weiblichkeit reduziert werden. Und jene, die nach Jahren draufkommen, dass sie einst von einem prominenten “Wüstling” vergewaltigt wurden, meist in einem Hotelzimmern auf das sie ihm bereitwillig gefolgt sind, dienen den Anliegen der Frauen wohl eher nicht.
    Auffällig ist auch, dass sich junge Tussis so gut wie nie in einen runzeligen, ungustiösen alten Mann “verlieben”, der auch noch arm ist. Und ich habe noch keine Frau, nicht einmal eine Emanze gehört, die diesen Umstand öffentlich hinterfragt hätte.

  4. Mourawetz

    Respekt! Ein Beitrag in selten präziser Formulierung, die Sache auf den Punkt bringend!
    „Wir werden in Berufung gehen und das Geld dafür aufstellen. Es ist eindeutig, dass er es gewesen sein muss.“
    In diesen Sätzen liegt so viel Deutlichkeit, wenn auch unbeabsichtigterweise, bringen sie doch die Denke mancher, oder doch eher vieler Frauen auf den Punkt: er muss es ganz einfach gewesen sein! Mehr fällt ihnen nicht ein als tiefste Anwerfe. Und das von einer ehemaligen Berufspolitikerin, wenn auch einer Grünin: Sigrid Maurer, die mit einem Wirten angehängt hat und nun vor Gericht wegen übler Nachrede verloren hat. Gestern in der Presse.
    Die Feststellung vor Gericht war halt anders: Es ist nämlich mitnichten gelungen, den Nachweis zu erbringen, dass der Wirt die anzüglichen Texte wirklich selber geschickt hat. Jeder der Gäste hätte es sein können. Aber es ist natürlich so, wie das die liebe Ex-Grünpolitikerin steif und fest behauptet.
    Oje!

  5. sokrates9

    Es gibt faktenbasierte und emotionsbasierte Argumentationen! warum findet man von Merkel abwärts(..Menschenjagd auf Ausländer..)bei Frauen zumeist nur letzteres??Die Stinkefingergeste und fuck Austria der (Ex) Nationalratsabgeordneten wird auch vornehm verschwiegen!

  6. Johannes

    Am Thema Frauen, aber auch an jedem anderen x-beliebigen von Medien und anderen Wichtigtuern gehypten “weltbewegenden“ Themen kann man, meiner Meinung nach, gut erkennen welche Herdentiere wir modernen Menschen doch sind. Nur noch Hashtag-Smoothies die sich jeder Empörung mit einer gewissen Geilheit anschließen, gemeinsames Empören über Belangloses ist eine gute Methode um von den echten Problemen und Gefahren abzulenken und abgelenkt zu werden.

  7. ethelred

    Schade um die Schönheit, den Liebreiz, die Eleganz und den Charme, der den Frauen vor dem Brutal-Feminismus innewohnte. Diese verbitterten hasserfüllten armen Kreaturen haben den westlichen Teil des Planeten um vieles ärmer gemacht. Der Verlust an Lebensfreude ist grenzenlos. Meine Söhne kennen das wohlwollende Miteinander, das für beide Seiten unbeschwerte, leichtfüßige Flirten nicht mehr, sondern nur noch eine vorsichtige abgegrenzte Minimalkommunikation zwischen den beiden Geschlechtern (Jawohl, es sind biologisch “nur” 2, zumindest größtenteils). Das gemeinschaftliche Leben kann so schön sein, was habt ihr Furien bloß daraus gemacht.

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